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Der Israelit · 1927-02-24 · Heft 8 (24.2.1927) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 8 (24.2.1927)
Date
1927-02-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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24 Februar 1927; / ‘ 1$ Äligion; Der vMauMvlllyriM MWWc und des gemeinsamenzweitausendjährigen Galüth. Die Kern-Antisemiten, die Rassentheoretiker und die Geschäftskonkurrenten machen keinen. Unterschied,: lieben oder hassen uns alle gleich; den Parlamentarier wie den Hausierer, den Hochschüler oder -lim N2'V'». den Fabrikanten wie den MaMMMer. Der rohe AMisemMffm^ *»üiet M den KulMrstättön fast, noch mehr als in der stillen Provinz. Wer heute in den großen Zentren, sein Brot nicht findet, der versuche doch auf dem flachen -Lande, sich eine Existenz zu gründen. Ein „Sprung", der doch immer mehr verspricht, als der Sturz in die Fluten des Großstadtlebens. Ein solcher Zuzug von unzufriedenen zufriedenen Glaubensbrüdern kann die kleinen Gemeinden, kann das ganze Judentum retten. JlllIIIIlllllipiMpBBMMMBMWBMHBMlWHBMIIIlillTT I" ' , Korrespondenzen « ßacbricbteit. Thorglehranstatt Jefchiwah. .. r Frankfurt a. M., 17. Febr. Ueber das nunmehr zu Ende gehende Wintersemester . geht uns vom Kuratorium der zurzeit unter Leitung des Herrn Rabbiner Dr. Joseph Breuer stehenden Thora Lehr-Anstalt Jeschiwa in Frankfurt a. M. ein Bericht zu, dem wir Folgendes entnehmen: j Dre Älrr^tcrlt rz>tri> yeg-cmüärttg o'ott 61 ^öfcern. befliegt- Die häufigen und regelmäßigen Prüfungen haben ein sehr günstiges Bild von der fleißigen und ernsten Arbeit ergeben, die geleistet wurde. Mit Befriedigung kann konstatiert werden, daß das not9 ihres Heimgegangenen großen Gründers der Thora Lehr-Anstalt sichtlich beisteht. Der Geist ernsten, fleißigen Strebens und lebhaften Interesses, wie er sich (und das ist für den Geist ,1er gangen Anftolt oon ausf cfjtaggeb enber 9>eheutnttg) nor allem Bei Den öDeren Gruppen Der gröMen Bachunm zeigt und der sich bei den Schiürim aufs HünstigM' auswirkt, wird sicherlich unserem heimgegängenen großen. Rabbiner das größte ,nn rmp bereiten. Roch in feinen letzten Tagen hat er es wiederholt ausgesprochen, daß die Jeschiwo stets im Geiste von Rabbiner Hirsch V-xr geführt werden und dieser Geist in ihr lebendig, erhalten bleiben möge. Diesem Vermächtnis glaubte die Leitung-dadurch am besten zu entsprechen, daß mehr noch als früher namentlich die älteren Bachurim mit dem Geiste der Werke Rabbiner Hirschs vertraut gemacht werden. Hierzu dienen ferner kürze Mussar-Ansprachen WM vlll S8M TWiil fftettng-Abend-Veronftollungen, bii Umyl Mm Hövex mit Referaten zu Wurm kommen, denen sich kurze Besprechungen durch den Leiter, resp. Dozenten anschließen. Es sei noch besonders auf die der Jeschiwo ungegliederte Vorschule hingewiesen, die in 12 Klassen zerfällt, und die den noch im -s hulpflichtigen Alter stehenden Kindern Gelegenheit zu einem tiefgehenden talmudischen Vorstudium bietet, durch das sie am besten zum späteren Besuch der Jeschiwo selber vorbereitet merden. Diesebesondsrs für die Schüler der Realschul? der lNeligionSgefsllfchaft öefftnrmte Änsiklft, '.Hstz'H^nd^ln Hand mit der Realschule arbeitet, sei besonders den Eltern^,der/Gemeinde empfohlen, da sie eine notwendige Ergänzung-hes.von der Realschule erstrebten religiösen Lehrzieles bildet, r.-u . Die Anstalt steht zurzeit in einer/Blüte, die hoffentlich zum Segen der Gemeinde und zum Segen, der Gesamtheit weiter andauern wird.; : Betr. Neuanmeldungen siehe Inseratenteil. Die Talmud Thora-Schule. Burgpreppach, 21. Febr. Die Ungunst der Verhältnisse brachte es mit sich, daß die Talmud Thvra-'Echal?, ^aljren l^Lr!>«- steht, vorübergehend ihre Tore schließen mußte. Sie hat 1 vielen Lehrern eine gründliche Vorbildung vermittelt und sich großen Ansehens erfreut. Die Verwaltung der Schule ist gewillt, sie so bald als möglich wieder zu eröffnen. Inzwischen ist dafür gesorgt, daß die Verpflichtungen, die $1F Ansllill Mff 9$tllre'ict}en Stiftungen obliegen^ treu er= Der Israelit Nr. 8 Sette S Stifter oi>er itjrc 2tng-ef)Bri^en ’roerben gebeten, sich mit ettvaigen Wünschen oder Anfragen an den derzeitigen Vorsitzenden des Kuratoriums, Herrn- M. Schloß, Hamburg, Heinrich Barth-Str. 12, oder den Kassierer, Herrn Abraham Adler in Burgpreppach (Ufr.) zu wenden. Seidenu.Gw .in.li.il. 47 Bleidenstraße 47 (früher: Grosse Eschenheimerstrasse 3) SPEZIALHAUS in Näh— und Slick—Seiden Handarbeits-Garnen jeder Art Berlin. Der „Deutsch-Israelitische Gemeindebund" tzibt bekannt, daß auch dieses .Jahr am 13. März, am Tage der „Deutschen Kriegsgräber-Fürsorge", Gedenkfeiern i n den Synagogen stattfinden sollen. — Die erste Nummer des Nachrichtenblattes des Deütschbanners „Schwarz-Weiß-Rot" sagt in mm MtenDcn MlMi »Äis kMfftll Mbn Das. Judentum unD wollM «im Dollbgeineinschüft arischer und christlicher Art". Damit hat „Schwarz-Weiß-Rot" wirklich Farbe bekannt. — Dieser Tage veranstaltete der Reichsbundjüdischer Frontsoldaten eine große Versammlung in den Musikerfestsälen, auf der der bekannte Senatspräsident Großm a n.n über d i e K e ch t s n o t i n Deuts chl a n d und Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee speziell über die Rechtsnot der Juden kn DVlttisiyr.Kllk dem BeleiDigungsprvM Warburg^ZMslh findet am 17. März eine neue Verhandlung vor dem Oberlandesgericht statt, da Fritsch, der zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, Revision eingelegt hat. Bühl. (Baden.) Der Bezirksrabbiner von Bühl, Dr. Mayer, ist im Alter, von 87 Jahren verstorben. Er war 42 Jahre lang Rabbiner der Gemeinde und zuletzt Ehrenbürger der Stadt Bühl.' Basel. Plötzlich verstarb hier Dr. Achilles Nordmann. Nofdmomt genoß als Arzt große Popularität und MW M als OTtoriiitr um Die Wfvp fchung der Geschichte der Schweizer Juden sehr verdient. Lemberg. In V o r i slaw verstarb plötzlich der Rabbiner von Dublian. Leib Lauer, im 68. Lebensjahre. Die Behörden nehmen an, daß es sich um einen gewaltsamen Tod handele, an dem der Gabbe nicht unschuldig sei. Letzterer wurde verhaftet. Czernorvih. Der Jassy er Schüler Nicolae T o t u. der vor einigen Monaten den jüdischen (smmtßn DuiDiD ffonr mtDerftrjoBwum vom i» Wmpolung, BukDMM, f r e i g e s p r och e n und sofort aus der Haft entlassen. — In Verbindung mit dem Prozeß /und dem Freispruch Totus fanden überall in der Bukowina schwere Studentenausschreitungen gegen Juden statt. Kimpolung mußte stark mit Militär und Polizei besetzt werden. Sofia. Nach langwierigen Verhandlungen wurde das Z e n t r a l k o n f i st o r i u m der Juden in Bulgarien von. der Regierung legalisiert. Damit werden die Juden Bulgariens offiziell als n a ti o n a l e M i n de r h ei t anerkannt. Jerusalem. Am Donnerstag den 17. Februar fanden in allen hebräischen Schulen Palästinas Gedächtnisfeiern zu Ehren P e st a l o z z i s statt. —Ein Ißiooramm aus Mmm Dilaut Dal ddh der ExkLnkg Hussättt von HsMas verstorben fei. kifchmew. Der militärische Zensor verbot für 10 Tage das Erscheinen der Kischinewer jüdischen Tageszeitung „Unfer Zeit". Eswird angenommen, daß das Verbot deshalb erfolgte, weil die jüdische Zeitung gegen anttsemitische Ausfälle des' Regierungsblattes „Romano Noua" protestiert hat. Warschau. Die deutsche, jüdische, ukrainische und weißrussische Sejmfraktion brachten eine geroerttfame. Interpellation mögen 58esch(«c^n<i(/nie der ersten 91ummer der ' samen Zeitschrift „Ratio" ein. Toronto. (Kanada.) In einer Versammlung, die von annähernd 4000 Personen besucht war, wurde Protest gegen die Judenausschreitungen in Rumänien erhoben. Würzburg. Hier wurde ein Ländesverband jüdischer Metzgermeister 'gegründet. Ausführlicher Bericht nächste Woche. Httaam Eine prinzipielle Entscheidung des Obersten Gerichtshofes Ungarns. SuiWfl, 1.1 FM. Die Königliche Kurie hat abermals, entgegen der Ent- 'cheidüng der Unterinstanzen, wonach die Juden keine Konfession, sondern eine Rasse bilden, ausgesprochen, daß das Strafgesetz das Verbrechen der Aufreizung gegen eine Rasse nicht kenne und daß daher die Aufreizung gegen ai^rtglreder der jübrfcfyen Konfession -als -eine Aufreizung gegenüber der ganzen jüdischen Konfession und nicht als gegen die Rasse gerichtet zu beurteilen sei. (ITA.) h- > 4. > >;** Delegation des polnischen Rabbinerverbandes beim polnischen Justizminister. Warschau, 21. Febr. Msr OTOruna DTaDDiner Iran ütmins, oamDön m gab sich in vergangener Worh? eine Deiegatkon des polnischen Rabbineroerbandes zum Justizmimsterium, um ihm die Beschlüsse der letzten Rabbiner-Konferenz vorzutragen. Im Wesentlichen handelt es sich um folgende Punkte: 1. Gerichtsverhandlungen, an denen Juden beteiligt find, füllen in Zukunft nicht mehr für Schabbos anberaumt werden: 2. Jüdische Gefangene sollen von Arbeiten am Schabbos befreit fein; 3. Den jüdischen Gemeinden soll Säi Mcht suößfiflnMn morUßii MmW Klkchön für Die Gefangenen einzurichten. 4. Die Rabbiner sollen in Zukunft in gleicher Weise wie Geistliche anderer Konfessionen vom Schwur bei Gericht befreit sein .5. Die Regierung soll nach amerikanischem Muster ein Gesetz schaffen, nach welchem Lebensmittel nur als „koscher" in den Handel gebracht werden dürfen, die als solche vom Rabbinat anerkannt sind. Der Minister bezeugte für die Angelegenheiten grotmi> oerj|?rtfcdl^ die Sfniräge eirrer rooy£roo!= (enden Prüfung zu unterziehen. tHatun. Die Erziehungskonferenz des ,,Jauine". (Telegraphischer Börbericht.) K o w n o, 22. Febr. Der oon der orthodoxen ErziehU-n^s-Organisntion ,-6lllouc" -eiuBcrufenc Crgiehungskvugr-stz, der vom 15. bis 19. Februar hier stattfand, war von hundert Delegierten aus allen Teilen des Landes und zahlreichen ausländischen Vertretern der Agudakreise besucht. Die Hauptreferate hielten Rabbiner H i r s ch o w i tz, Wirballen, Rabbiner F e i b e l s o h n, Kupischok, Oberrabbiner Dr. Carleb ach , Altona, Dr. Meier Hildesheimer, Berlin, Dr. Leo Deutschländer, Wien, S ch m u l o w i tz, Gymnasialdirektor Wittenberg, Kowno und E. Botschko, Montreux. An die Verhandlungen schloß sich ein Massenmeeting, das erfolgreich verlief und zur Stärkung des Gedankens der AgtMk Diklkff?!?{ tj«t, f ine Delegation des Ksngkessed mukSe vorn litauischen Slaatör Präsidenten in Vlubienz empfangen. Die Organisation „Jawne" ist 1919 von Oberrabbiner S ch a p i r o -Kowno, vom damaligen Vizeminister Dr. Rachmilewicz und Dr. L. Deutschländer begründet worden. Sie unterhält ein Schulnetz mit 70 Volksschulen, 3 Mittelschulen und einem Lehrerseminar, mit Hunderten von Lehrkräften und etwa 7000 Schülern. UtimSnUnt Die Lage in Rumänien. Bukarest, 17. Febr. Gestern abend machten Gruppen cuzistischer Studenten den Park Cismsiu und die Straßen im Zentrum der Hauptstadt unsicher. Alle ihnen entgegenkommenden jüdischen Bürger wurden brutal mißhandelt. Im Park Cismsiu wurden zahlreiche Juden blutig geschlagen. .Die Mißhandelten erschienen in der Präfektur, bei der Sigurantza und auf den Polizeiwachtstuben, um Klage zu führen, sie wurden aber nirgends beachtet. Wie erinnerlich, wurde die jüdische Synagoge von $ i a t r u 9t s a m ß ß am MMIMIM Oöm liuuur UM christlichen Schülern angegriffen. Durch Dteinwärfe wurden sämtliche Fenster der Synagoge eingeschlagen und mehrere Andächtige verletzt. Synagogenbesucher ergriffen einige der Attentäter und verabreichten ihnen eine Tracht Prügel. Nunmehr sahen 18 Juden auf der Anklagebank, u,n sich mögen der Mißhandlung der Schüler zu nerant- 991041

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