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Der Israelit · 1927-02-17 · Heft 7 (17.2.1927) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 7 (17.2.1927)
Date
1927-02-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 7 Der Israelit 17; Februar 1927 der jüdischen Nation und deren alten Ideale leblllMes LMM Zeigen. Diele Mittel vllvkll sie schon angewandt, unter ihnen auch die »Erlernung der hebräischen Sprache". Sie soll sin neues — altes — Bindemittel darstellen zwischen den einzelnen Gliedern der zerrissenen jüdischen Gemeinschaft; sie soll im Volkskörper den Sinn der Zusammengehörigkeit stärken. Cs kann und darf nicht abgöstrittön wsrHsn« vri,?n jupV riTaV ist eine ms«- Die in bhts 'man) b"3»‘in^ nrwan angeführten Worte: Tn? .-.in tonn nnaw pa nbp mxa »nnanaa nbp mxaa 'iai tman jwb frpaVi sind maßgebend neben einer großen Anzahl von B'Bnaa die den Satz va nan^ va^a nrr anirr onna^i als die Quelle in unserer nennen. Es ist überflüssig, die unvergleichliche Hoheit der hebräichen Sprache ausführlich nachzuweisen, zu zeigen wie das Judentum in seiner Sprache keine Aus- )es n«ttön<lien - ebenso wie im Inhalt der Tauroh so auch in ihrer sprachlichen Form — ein heiliges Vermächtnis des heiligen Gottesverehrt. (Vergl. ]"aan zu Ep. 30. 13 Vergl. „Das Hebräische", Jahrgang 1 Heft. 6 der „Jüdischen Monatshefte".) Was an dieser Stelle jedoch in völligem Gegensatz zum Artikelschreiber im „Israelit" gesagt werden soll, ist der ,f>tmx>ets cm| die Tatscrc^e^ dcr^ gerabe die ffißaijt Der augenDlicklichen Lage tm Deulfchm onyoDoxen Judentum — den systematischen Unterricht im Hebräischen in jeder Weise zu fördern, in den Agudo- und Esragruppen die Erlernung der hebräischen Sprache „mit allen Mitteln" zu einem wichtigen Punkt der Erziehungsarbeit zu machen — eine durchaus falsche, starkverfrühte, recht unvorteilhafte ist. Man spricht so gerne und so oft darüber, man Ilzst II ljIUÜ Mit ttüeü T?NNg!uNNg M säst allen jüdischen Schriften und Zeitungen, daß sich zur Zeit unsere Jugend immer mehr dem „Lernen" zuwendet, daß sie sich in Vereinen und Organisationen zusammenfindet, die die Pflege und Hochhaltung von nvnpn lrmw als oberstes Prinzip auf ihre Fahne geschrieben haben. Man denkt nicht daran, daß diese Jugend nur ein ganz winziger kaum sichtbarer Bruchteil ist von der gro- Un Maffö üßr WischM junpn MönschM, Die sich dem Materialismus oder einem falschen Idealismus. verschreiben, die völlig inleressenlos und gleichgültig unserer jüdischen Sache gegenüber steht. Es ist endlich an der Zeit — wenigstens in unseren Reihen — klar zu sehen und gewollt die verschlossenen Augen zu öffnen. Wie lange noch wollen wir blind sein und uns selbst mitverantwortlich machen für die Arbeitsträgheit, die dieser Verschleierung der wirklichen Tatsachen natür- M)\U Folge ist? An Diesen kleinen Kreis Der deutschen — in Agudo- und Esragruppen vereinigten — „lernenden" Jugend war der Appell von2»'ipniw^r>Tab gerichtet. Wer ist diese Jugend? Sie setzt sich aus Menschen zusammen, die zum großen Teil im jüdischen Milieu aufgewachsen sind oder die durch flsWgk Mktt VfT an ber Ergießung interessierten IugönDvöMnigungen erst zur Mischen Pflichterfüllung erzogen wurden. Sie sind — die Schulkinder ausgenommen — fast durchweg den ganzen langen Tag in kaufmännischen Betrieben oder akademischen Bildungsstätten beschäftigt und verwenden die wenigen restlichen Stunden zum Studium der Tauroh. In welcher Art des „Lernens" nutzen sie am vorteilhaftesten die knappe Zeit aus? Der p entscheidet: -mabn maVn nsrrnTP 'S 'ff) •On «j’sra min lrnranaaF rmna r?? imü? trft Bin n\ ns Vyaff hY>h 9^9 WW pa’ff ipvn Tia^na w'bw w b^aa anaaff min '’si übti nan *]*ma nan ksw W’ffjna nan nnn# >aff'i vvw iv ana nff-m nninnff nnaa s'n-i nan^» w nsrai nmam ^nsn rrrri' *pxm nixan np'v f'rrn niaaiK toa ,T»,n nx’a -nsraffn *sa la^ff v'nan nra ana 'ä mip nmna 'di ara nww max^aa pvivi ■nan iina nan pa» ^ai ns Vtfaff mm 'zai anaaff mma lEishö hiLVZu Dis (MärimQßii Dßß ^td. Der Mi? tere Einschränkungen im Stofs des Lernens macht, wenn hierfür wenig Zeit zur Verfügung steht.) Sollen wir nun wirklich angesichts dieser Tatsache die wenigen uns zur Verfügung stehe den Abendstunden, wenn auch nur teilweise mit dem Erlernen der hebräischen Sprache ausfüllen. Es scheint uns dies unverantwortlich; es ist an erster Stelle erforderlich, sich selbst ein gründliches jüdisches Wissen in inan n:iffa »nnin anzueignen und such M im jjuü MzichMg amjlmiß 3iipnD nur diesen Weg zu führen. p"n5 nma*' sei uns vorerst noch ein Ziel, zu dem wir langsam, aber sicher hinsteuern wollen. Man möchte uns vorwerfen, daß dem angeführten Gedanken entsprechend nun erst recht „Stenographie- und Schachkurse" in Wegfall kommen müßten! Weit gefehlt! Die Gruppen haben zweierlei Pflichten: erstens die bereits jüdisch LittgzstzlltM Msnschsn in Mv Wsift wöit«zuüilden, zweitens die noch abseits flehende Jugend heranzuziehen. Will man letzteres erreichen, will man junge Menschen für uns gewinnen, die heute ihre Abende in Kaffeehäusern verbringen, die den tausendfältigen Verlockungen der Großstadt nur zu leicht anheimfallen, so wird man dies nicht durch Schiurim erreichen und nicht durch sonstige Lehrkurse. Man muß ihnen — wie die vielen anderen jüdischen und nichtjüdischen Vereine — Ge- Mmm öiöM, sich auch fiel uns wohl iu Jüfilen; sie mögen sich auch bei uns kaufmännisch vervollkommnen oder sie mögen zuerst auch bei uns mit Schachspielen ihre Abende aüssüllen — sie werden gewiß über kurz oder lang in unserem Kreis sich gern aufhalten und werden anderer Beispiel folgend — durch aufklärende Vorträge und Vorle|«ngen Belehrt - fernen" lernen. Es mag sein. Daß in antzerDenischen Ländern- (insbesondere in den östlichen) man an das Problem der hebräischen Sprache heute ganz anders heranzutreten hat. Deutschlands lernwillige .jüdische Jugend ist länge noch nicht so weit. Wir wollen sie in jeder freien Minute an den lebendigen Born der Tauroh führen. Ihr einzig heilbringendes Medikament heißt heute noch „lernen", „lernen" und wieder „lernen". Der MW wn Citetten. Von Rabbiner tzö. Kerstein in Kökn. p-,3T |n ]n annan b'p'ixb nwaa pw 1'X .(a"3 mbpn 'ab^i-,') Mit Entsetzen vernahm ich die traurige Botschaft aus Jerusalem, daß der große Lehrer und Meister der Slobodker Jeschiwa, der Gaon und Zadik Nabbi Note Zrvr Hirsch bekannt unietr Wm tarnen »der Alte", am vergangenen Dienstag gestorben ist. Das Hinscheidm dieses großen Mannes ist ein ungeheurer Verlust für das gesamte thoratreue Judentum. Sehr umfangreich war sein Schaffen und Wirken auf dem Gebiet der Thora im ganzen Osten, insbesondere in Litauen. Als Schüler des großen Gaon und Schöpfers der Musiarbewegung in Litauen, Rabbi Israel Salanter Vxt begann „der Alte" feine Tätigkeit in Slobodka wit der ©rünier SffJjitVH 8srae! , «n beren Spitze er bis zu seinem letzten Lebenstag stand. Er widmete seine eiserne Tatkraft und seine genialen Fähigkeiten den jungen Leuten, und er brachte diese talmudische Hochschule auf den höchsten Gipfel des Thorawissens in der ganzen Welt. Mit seiner tiefen Menschenkenntnis und seinem scharfsinnigen Verstände beleuchtete er die Sittenlehre und Ideenwelt seines Lehrers Rabbi Israsl Galant« nnü schlug mm SBip im. Dü Sehnsucht des „Alten" war, Jehudim nnnn ■>,,ssr noiani zu schaffen. Das war das Ziel seiner Mussar-Jdee: „Der Mensch, und nun gar der Jehudi, muß jederzeit imstande sein, das Fazit seiner Lebensrechnung zu ziehen. Darum sagt der Mussar: Du sollst dich von Zeit zu Zeit aus dem Wirbel des täglichen Lebens herausretten, du mußt Ach in einen Winkel flüchten und dein innerstes' Wlai 1926. Wlernrnelsdorf <£M>erfr<m§ter^: 2Iu; Touibsn auf ^ia6ftducn eingelegte Platten zertrümmert. November 1926. Gnoien in Mecklenbüig: Auf dem israelitischen F'iedhos wurden Gedenksteine nmgeworfen. Gräber demoliert. 14. bis 15. Dezember 1926 Breslau: Aus dem alten jüdischen Friedhof in der Clatzenstratze muiden nwa Zktzn SmvstkMc llmacwüMü llitti me Dian« veinoMN. 24. Dezember 1976. Bingen: Auf dem jüdischen Friedhof wurden Grabdenkmäler um gestürzt, Dronzestvcke und Bronzeplatten abgeschlagen und mitgenommen. Dezember 1926. Ermekhosen (Mittelsränken): Beschädigung des kleinen jüdischen JriedbofeslMW ""^Die^C^VlZestung bemerkt zu"'ö'i"eser Liste: „Die Liste ist nicht bis zuin letzten erschöpf.nö; sie genügt aber, Um zu zeigen, daß nicht einmal die Ruhe der Töten, das höchste Gebot jeder Äiensch- Uchkeit» vor aufgehetzten Buben sicher ist.'Es besteht durchaus die Möglichkeit, datz hier und da in ßK SWWtzttkü Nllkü üW NMvMWk 'M llü dm Tradern vergriffm haben. Jeber aber, detM. völkische L< yre genauer kennt, wlrd nicht im geringsten daran zweifeln, datz die erdrückende Zahl dieser Untaten auf das Konto Völkischer zu setzen ist. Gewiß gegen den Willen'der Leiter dieser Bewegung; da sie aber im Wesenskern nur Mtz und Rack sucht^ lehrt, so führt sie insbesondere ihre jügend lichen Anhänger zwangsläustg dazu. 1?des ihnen irüwvwle QtäQWt mtnentie müm iu ßemifien; in» rem „Femre", von rem ihnen nur die sröbten S^Iechti^kelten imb Q33iberro ärfi^ feeiteti cjele^rrt werden» zu schaden^. (Z^estatozzi und die Anden). In der C B:-Zeitung vom 11. Februar giot Direktor Dr Schmidt s Hainichen in S.). ein bekannter Schulmann und PestälözziforMer, folgenden Brief Pestalozzis an den Dichter Zfchokke bekannt: IdM Deinekch? ' Mit lensten meines Geistes und meines Herzens ärdette ich feit zwei Zähren dahin, in allen elbrnlofen- Kindern eine stttliche Gemütsstimmüng zu erwecken und zu Mellen. Ich suche die Kibver bei der eisten Entwicklung Ihrer Kräfte zu Geschwistern zU machen und mein Haus in dem einfachen Geist, einer großen fiaüshältnng züsackmenzüschmelzen. Hierbei bringe ich es fertig, über die DerfchMenheit der Rellgron still zu fein. 'Ich will den wenigen" jüdifcben Knaben, den herzlichen - armen Waisen, für den Glauben ihrer Eltern Liebe einflößen, und durch Befriedigung Mer täglichen Bedürsnlffe. durch 'Angewöhnung 'wohltuender F-rttgkeiten ihre Herzen geneigt und em« pfänalich für die Tat der Liebe und die Kraft der MttiMßtt MMM MS'M VüttjMlllkMMSDllUUs rettgion! Äch.^ 'neuttchfiel mir"eln.^ikincr Juben' Knabe, der in Krakau geboren und die Eltern verloren —-um den Hals und. rief: Lieber Bater. — Nein, mein Heinrich.-w"nn Du so unedel fein kannst und das Berlangenftellst. ich solle die armen Waisen zum Christentum zwingen.- danwiehltDir die nötige Einsicht. In Glaubenssachen muß weder Zwang nach Gewalt herrschen! Seit Jahrhunderten'-1-brt min--MBi PiHun. QBsim GszstzMs es, sobald es sich um Lullen handelt, zur Geltung. Es sinkt herav zur Ntedrtgksit. zur Gchmach, o»r- Iii^l BIb Hähsit. Bil Mt W, m Mttzz ftenliebe, wenn es sich nicht von der Zu dev feindschäft übwenden kann. Glaubensfeindsckaft entsittlicht und verwildert. Mein einziges?liel ist: die wahre, volle Menschenliebe betätigen. Willst Du mir dabei helfen» so stlle keine Bedingungen — und beseitige l-das schlechteste der Gefühle — die Juden feindschäft. Heinrich, sanfter, edler Freund, gehorsamer! Ich bin L^>ern tem imb PxflglLggst" Mäüz. am 7. ÄMl I7M» Diestr B ies des -edlen-;MenWvnfreünDes kennzeichnet -ihn als einen'ArHänger des Humanitätsgedankens. Nicht nur der Briet» auch feine Schriften brziugpn, daß er ein Mensch voll des heißesten Menschen gefühles war, ein Mann, in dem alle Saiten der menschlichen Natur tönten. (Esra-Führer-Blätter.) Die Führerschaftsblätter des Esra unter der neuen- Schriftleitung von Ernst F r e i - mann und Arnold Mer^buch in Frankfurt - a. -M. find äuf-ekne breitere Basis gestestt wörden. Die i'GrgentvartSPröbUwe ch'öiatreüer''Jugend und 'ihrer -Äugendbewögung stzllert darin - zur Vssprechung gslangsn, Des- M HÄWisr ffiHl NUS WGsrHZWrW? die - Mitglieder des Hundes, sondern auch, für.- -alle .Milchen Erzieher und-Eltern sein. Das zweite Heft ist nun erschienen und enchLltfolgende- Aufsätze: GegeNwWs- Probleme unserer Bundesarbeit, Bertho'ld- SträüßrMZägüng; ' Erich Rosenblüth: Umkehr;- Felix Munk: Csra, Klarheit ütid Röinantik; Errtst''FreiMgnn: Ueber 'däs Intuitive und Rätidnäle in ^unserer Etziehufig; JMth Ros-snba'inn: Zrvisthsn - Ost und- West; Ouerschnrtt. - Bu'ch-

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