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Der Israelit · 1927-02-17 · Heft 7 (17.2.1927) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 7 (17.2.1927)
Date
1927-02-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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17 Februar 1927 De r Is rae lit Nr. 7 Sette 3 bürget von. Staats wegen deklariert wurde. -Solche Wunder-sind aber leider im Deutschland der Nachkriegszeit nicht zu erwarten. Wir sehen Ms,vk Ws«Hk rn in auch nach innen sehr wohl. Tkötzdöm halten wir es für verabscheuungswürdig, wenn jetzt, nachdem das Pro Palästina-Komitee einmal da ist, von jüdischer Seite, dieses Instrument geschärft .und geschliffen in die Hand der Judenfeinde gespielt wird. Die Versammlung vom 8. Februar in Berlin tat es; es tat es vor allem der rühmlichst bekannte Dr. N a u m a n n, der all seinen -bisherigen Behauptungen und Aufstellungen mit LAMM W KM »WW, M5 W M anders als Denunziationen bezeichnen lassen; es tat es auch die Versammlung selbst,, die zum Schluß in einer Resolution dem Zionismus vorwirft, daß er dazu angetan sei, „weite Kreise der deutschen Juden, insbesondere lÄcht beeinflußbare Jugend, dem deutschen Vaterlande zu entfremden" und daß „die Gründung des Pro Palästina- Komitees leviglich jjiW-mtioimlen Vesttebungen dienen soll. die. abgesehen von den jüdischvölkischen und antise sen, von jedem guten Deutschen äbgelehnt werden müssen." - . In der Resolution heißt es ferner: „Die Werbung für den Aufbau des englischen Mandatslandes Palästina muß nach Ueberzeugung der Versammlung die Wirkung haben, im deutschen Vaterlande ein bewußt undeutsches Empfinden zu schaffendas die Einheit des deutschen Volkes und fen aufs schwerste gefährdet." Das ist eine durch und durch falsche Darstellung, und es wäre fehnlichst zu wünschen, daß sich demgegenüber, unter. Juden und Nichtjuden, die höhere Anschauung des, Kultusministers über die Verträglichkeit der P a l ä st i n a l i e b e neben dem Staatsbürgerbewußtsein in einer jüdischen Brust durchsetze. Pogrome und Proteste. Sn kMkk M MMm wurden in H ä! f ä —Zufall oder Absicht?—' Proteste erhoben gegen die P o g r o m e i n R u - mänicn und gegen.die öffentlichen Sabbate n t w e i h u n g e n der Arbeitsgemeinschaft der „Po al e Z io n " „ Achd uth Haast o d a " in Haifa. Die Vorgänge in Nninänisn sind allbekannt und bebürfsn, in dissKM JUner weiteren Erörterung. Was in Haifa geschehen ist und' geschieht^ müßte aber-die jüdische Seele noch -weit mehr erschüttern alsalle Untaten rumämfechr Rowdies in den Straßen von Jassy um) Bukarest. Numerus clausus, Judenhetze, Boykott, Ausnahmsgesetz, ja Pogrom, alles Erscheinungen, die zum Golusleben des jüdischen Volkes in den Ländern der Unkultur so gehören^ töte die Schatten zu Der Macht. In Palästina mi\) aW naüönale Wiedergeburt gefeiert, spricht man von Ausbau und Auferstehung, und dort üben Juden im vollen Lichte des siebenten Tages nicht allein ihr Tageswerk im Hafen, sondern schänden auch ganz ohne Not in aller Öffentlichkeit den Sabbat, begehen dick schlimmsten aller Pogrome, Pogrome gegen daß jüdische Heiligtum, gegen Israels Seele im Lande seiner seelischen Erhe- BIJ: IBipfSSf Wll im Kö r Haifa diesen Zusammenhang dunkel empfunden, als . man die beiden Protestversammlungen auf eine Stunde und in den gleichen Raum legte. Map darf der Organisation Arbeitseinheit („Achduth Haaboda") in Haifa auf dem Gebiete der Sabbatentweihung den Rekord zusprechen. Sie hat sich nicht damit begnügt, aus eigenem Besitz den Sabbat zu bannen, sie trug die Sabbatentweihung im Automobil in die Straßen hinmt W MW M Bin W8WN ill m mit terorganifation sausten während des Gottesdienstes ihre Autos durch die Stadt und verteilten, mit Vorliebe in der Nähe der Synagogen und Bethäuser, Flugblätterzur Belehrung und Aufklärung der Wähler, Der in Jerusalem erscheinende misrachistische „Hathor" erkundigt sich, was die Leiter des neuen Jischurv. rvas der Waad Haleumi und die zionifM M s8M? W MM Darauf hin, daß es sich um eine auf Kosten des zionistischen Etats erhaltene Organisation handelt, so daß auch diese geistigen Pogrome gewissermaßen von der zionistischen Organisation finanziert seien. „Zum hundertsten Mal wiederholen wir es: Die zionistischen Führer, die diesen Himmelsstürmern die Türen zu den zionistischen Finanzen geöffnet haben, sie allein tragen die Schuld an den skandalösen Religionsschändungen. Der Zionistenkongreß hat mehr als einmal eine Resolution angettommen, monaff) olle, die öffentlich die nationalen Heiligtümer cntws!!)kn, «ns auszuschließen seien. Allein, die zionistischen Führer im Lande haben nie daran gedacht, diesen Beschluß durchzuführen. Sie sind heute die Schuldigen." Es ist indes gar nicht so, daß Palästina allein die Schuld trage. Wenn ein zionistischer Füh- «zr «04 NM: Drzu i« Euvssig. äs? Mim Oberrabbiner Eh aj e s namsich, in einer Rede vor den jüdischen Hochschülern — geschehen am 29. Januar zu Wien — das „tiefe, religiöse Gefühlsleben in der neuentstandenen freien Gemeinschaft" gerade an der eigenen Art der Sabbathaltung im neuen Palästina im Gegensätze zum Sabbat des Golus zeigt, wenn er sagen darf: ..Dort — in Haifa und Tel-Awiw — be- Uv (fsMat MW« in Dam aitan Mil schen Gemeinwesen nach 6 Tagen freier und fruchtbringender Arbeit eine freudige Erholung, unter den unnatürlichen Lebensbedingungen der Galuthwelt hat er durch formalistische Uebertreibung seinen sozialen Sinn verloren, und so ist es auch ein Fehler auf seiten der rabbinischen Autoritäten in Palästina, wenn sie der Jugend daraus, daß sie am Sabbat auf ihre bescheidenen Qskensfrsudsn nicht nsrzichtsn etttetl MaN- , . T "" \ , oo c r •••« gel an religiösem Gefühl zum Vorwurf machen , wenn dieses der einzige Rabbiner in der zionistischen Leitung öffentlich verkünden darf, dann ist die genannte Anklage des misrachistifchen „Hathor" falsch, zumindest aber mangelhaft adressiert. Chajim Nachman Bialik hat auf einem Massenmeeting in Tel-Awiw die Anwesenden mit erhobenen Händen beschworen, auch bei den VergnügungenmehrÄuckstchtäuUtzen S ab bat gu tte h trt S «. Diss^ Bialrkschs Qi} vit wird über leider wenig fruchten. Denn, jo werden die Fußballspieler in Jerusalem und Tel-Awiw, wie die Automobilisten in Haifa sagen, der „Oberrabbi" in Wien müsse es doch wohl besser wissen, was von der „formalistischen Uebertreibung" der Sabbatheiligung zu halten sei. „mir und (Eine Antwort an—b in Nr. 3 des „Israelit"). Von Gerfon Schnerb in Frankfurt a. IN. Es war schon immer ein erfreuliches Symptom für die baldige Genesung eines Schwerkranken, wenn der Organismus des Patienten auf die Medikamente des Arztes deutlich reagierte, man mochte dann mit Recht eine rasche Heilung erwarten. Das Gleiche gilt vom Volkskörper, in unserem Falle vom jüdischen Volkskürper. Die lange Zeit des m*» hat uns unendli<f| vislf $8$ unsere Kräfte gelähmt, unseren Körper zermürbt, unsere natürlichen Organe an der Ausübung ihrer normalen Tätigkeit zum mindesten stark behindert. Aerzte umstehen seit vielen Jahren das Lager des Kranken; sie wollen ihm die langersehnte Heilung bringen; sie kommen und gehen, mmmn uno vemmn imn kMkN WMkM Bin KrankhellZkeim ttüch Nicht erkannt, daß siö ihn bannen und ersticken könnten. Aerzte... es sind die vielen Organisationen, Gemeinschaften und Einzelpersönlichkeiten, die an der Wiederbelebung sehr hat dich das Volk drangsaliert, ehe du über sie diese große Sünde brachtest? Diese Raschistelle erklärt wunderschön v'MN TW- Ein Götzenbild für Andere zu verfertigen, ist nur ein Verbot, das mit /der Strafe der Geißelung bedroht ist. (Die Sünde gehört aber nicht zu jenen schwerwiegenden, von welchen es heißt: 112V' bm jnrp)* - -- Wenn also der Täter unter einem offensichtmm. mueisBiiBisgiL mmm nraor. m u m oöü ZLrnkz. DLAit AsHMt RgM'S SW merkrung klar unb gerechlferllgl. Nun schreibt aber Ramban zu dieser Raschistelle im strikten Gegensatz: ntn sonn ’D pp: i^'Xi «Vi biT^» ö’HDnn p. Was veranlaßt den Ramban mit Rafchi zu streiten, nachdem dieser Ich doch bei seiner Erklärung auf die zweifelsfreien Entscheidungen im Talmud r>virjto und T"5/ stützen kamt? 1 * * * 5 * * * * * * 12 Um Din 2tamDön 01a Zn vkrstMn, rnsnsn isif auf eine Mhvrs ramrung vou mm uerweiscut mc er zu äibt und die an dieser Stelle nur auszugsweise angeführt werden möge: nm üki /ano pas nmap anpan pnx ' vm' Hin 's 'wbv •p.^sa Q^ari. vaT;WS- Vielleicht, so meint Rambän, habe Ähäron die Opfer dargebracht; wobei er -natürlich im Sinne hätte; sie Gott zu weihen. Das j -Volk aber dachte bei den Opfern an das und machte sie damit ' verwerflich. Damit hätte Aharon eine der ^laiazt p begangen, worauf eoentuell (rrmnwni piw: Tita-’p mat) die Strafe steht: hü-; @fl Die floDimoinuna Dos mornDan. Rafchi aber schlWt UiH i dSM M H ^8S WIM-- Len Worte pj, Daß Aharon selbst die Opfer dargebracht habe. Ahärons Verfehlung bestand vielmehr nur darin, daß er das bm für das Volk verfertigt habe und damit habe er sich nur die Uebertretung eines 1*6 zuschulden kommen lassen, auf welches, wie oben ausgeführt, die Geitzelungsstrafe gesetzt ist. Diese -Betrachtung hellt auch die dunkle kurze Bemerkung des px zu x"a pivs auf: n:n link *pi!2i.n na*? ,bxt» nwa (Zu deutsch : BUf: ^2^?« KA MM ZWSNgk. Mü b'XS zu machen).. ^ine scheinbar äberstlllstää D?- merkung. da ihr Inhalt bereits in der Tbora stebt. Aber sein Gedankengang ist folgender: Weil es in der Thora nicht heißt: NX an*? aw»a sondern n^*m nxvn nxan 'a könnte man versucht sein (mit Ramban) anzunehmen, daß Aharon noch eine schwerere Schuld hier auf sich geladen, so will -px XNw mit seinen Worten (gleich Raschi) zweifelsfrei bekunden, daß Aharons Derfehluna sich auf dieAnfLNMWm K«mmrnt«r Samuel Weingart, Plauen). Aleines Feuilleton. . (Kine tieftraurige Statistik). Eine 'erschütternde Liste der FriedhofssHändunaen, die im Laufe der letzten zwei Jahre in Deutschland, verübt würden. wird in der letzten Nummer der „C. D.-Zeituna" veröffentlicht, Den Beschmutzungen und Beschädigunäen jüdischer Gotteshäuser in München. Berlin. DstsDM-.Ml.Mv Zielen miDeren LUSll rmin M WWHMMllruttSött,. m hier ÄllWzeMNöl sind, aü: 12. Dezember 1824. Beoe» ungen: Auf dem israelitischen Friedhof wurden 7 Grabsteine umgestürzt. März 1923. Klein-Bardors: Aus dem israelitischen Friedhof wurden Zerstörungen angerichtet. Mai 1925. Köthen: Auf dem jüdischen Gemeindesriedhos wurden etwa 30 Gräber durch Umstürzen und Zertrümmern der Grabdenkmäler beschädigt. Täter bekannt, aber verschwunden. 5. bis 6. Slt-tti. 1925. : ©ifr ' rteu hsrgs» ocurixir?L ük:" ükrr Äü röter Oelfarbe beschmiert. Beleidigeni»« Äeuf;erungen wurden angematt. August 1925. Alsbach a. d. Bergstraße: Auf dem israelitischen Friedhof wurden elf Grabsteine umgeworfen und zertrümmert. Januar 1926. Hockenheim: Auf dem israelitischen Friedhof wurden Grabsteine umgeworjen und beschädigt. Februar 1926. Löwenberg: Aus dem jüdischen lOiirben^ gTnölf ©iSber butc£) SJcmctlcrt xrtH ) Sfb^auen oon Sergtentngcit unD Elseutejlen beschädigt. Täter: Schüler des dortigen Gymnasiums. März 1926. Pflaumloch (Süddeutschland): Aus dem jüdischen Friedhof wurden 18 Grabsteine umgestürzt und mehrfach zerbrochen, zum Teil die Steinsockel ausgehoben. Täter: elf Schüler der evangelischen Volksschule. 12. bis 13. März 1926. Erfurt: Der alte jüdische Friedhof wurde verwüstet. 95 Grabdenkmäler um* aeworsen und zertrümmert. Täter: Angehörige bes Wikingbundes. die mit Gefängnis bestraft wurden April 19 IQ. Calltes i. Pommern: Auf dem jü Dticociti MlkMirif iBHiDin mförsn Der ntcDiet UND Diele ©moer lerTiom oren im Mirglied des Stahlhelms, wurde mit Gefängnis bestrafte

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