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Der Israelit · 1927-02-17 · Heft 7 (17.2.1927) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 7 (17.2.1927)
Date
1927-02-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 7 Der Israelit erste Grundlage der Menschheit. Die Hoffnung auf Unsterblichkeit, durch die sich die Kinder jener Welt von denen dieser Welt unterscheiden^ ist die Aolge ^es 8Iau^ens an 8oü; Ist verlorene Sin derfinn der Menschheit ist das größte Unglück dieser Welt, die Wiederherstellung dieses verlorenen Kindersinnes D’aa ibt a^ia *?sr max aV n’je?hVr omax by, Erlösung der verlorenen Gotteskinder auf Erden. Was uns aber Pestalozzi besonders liebenswert macht, was ihn geradezu zum Nachfahren jüdischer Lehrer stempelt, das ist seine rastlose Tätigkeit als Vater der ÄVitwen unb |1 * Mt» I«tlt»» *»» >«•!•»* »M «Ml« Waisen, als Pfleger der Armen. Als er in Pverdon zur Sanierung seiner Verhältnisse eine größere Summe Geldes erhält, nimmt er es dankbar an, und — verwendet es zum Bau einer Armenerziehungsanstalt. An den körperlich und seelisch verwilderten Kindern übt er seine Kraft, jede Seele ist ihm wertvoll. Die harmonische Ausbildung aller Kräfte fordert er, nicht wie seine Zeitgenossen erwarten, in einem pFft8IIp88l ifflB fBF WsMWM, MM für alle Kinder der Mühseligen und Beladenen, wobei er sich mutig dagegen verwahrt, Juden auszuschließen. So sehen wir in ihm einen Schüler Josua ben Gamlas und einen Schüler der Weisen, die da sagten: „Achtet auf die Kinder der Armen, denn von ihnen geht die Lehre aus!" Erscheint Pestalozzi so als Darsteller jüdischer Lebensweisheit. so voirtt er auf uns noch ein-!>r«äsvo8er!>urch§e!n 8oöen. 88$$ äJjov«, wie ihn unsere Weisen schildern, Brot mit Salz zu essen, Wasser nur wenig zu trinken, war der Weg dieses großen Idealisten. Schon früh begann der Kampf des von den „Glückskindern" gemiedenen Knaben, den ein hartes Schicksal mit 5 Jahren zum Waisenkind gemacht hatte. „Heiri Wunderli von Thorlik" ist einStiefkind der Gesellschaft, eines von denen, aus deren Holz ihre größten Feinde sich rekrutieren. Daß er nicht dazu geworden, verdankt er dfm Strahl der Liebe, der t^n aus ben Singen etrter Irenen SJlct^b 0eir'o^en hal, der ihn zum edelsten Freunde der Menschen, zum Schützer der Hilflosen und Gedrückten machte. Von der Not gebleicht, hin- und hergestoßen, unter den grausamsten Enttäuschungen hält er diesen seinen undankbaren Beruf hoch, den er mit 31 Jahren als den seinigen erkannt hat, ein rührendes Beispiel dafür, daß der Mensch den Weg. >••• ... ».. ► •[• mi ••‘ifjfcr.ff... in ♦[*”[►•»[ im|m% öen er Hu ^ehert eniidploMeTt ttrr geVitbrr ttttro- Sein Bild wäre aber nicht vollständig, wenn wir nicht jener nur uns so recht verständlichen Sehnsucht zu lehren und Schüler um sich zu scharen gedächten. Immer wieder nimmt er einen Anlauf zur Wiederaufnahme dieser Lebensaufgabe, wenn er auch immer wieder, zuletzt gerade von denen, die durch ihn groß geworden sind, vertrieben wird: Das Wort R. Akibas. ..mehr als das säiigkn «?iü, verlangt!ie SSitlj gü Irinken" war auf ihn anwendbar, sowie er Gottes Forderung nachkam:' r»na rnx *]X Dana MX na- „Wie ich meine Lehre umsonst gebe, so sollt auch ihr sie umsonst verbreiten." Er hatte davon nur Kummer. Denn er war ein Märtyrer der Erziehung. Die Durchführung seiner für die damalige Zeit umstürzenden Ideen konnte er nicht erleben. Der Krieg, der da immer ist zwischen Ideal und SCßirttiAteU. bat xbn jjermiirbt- SEBenn aber heute »»>».«»»o».g.. •> >—...; der Traum, den er m Lienhard und Gertrud geträumt, Wirklichkeit ist, seine Ideen endlich Anerkennung gefunden und in die Tat umgesetzt werden, dann haben auch wir allen Grund, uns zu freuen. Wir sehen: Das Ideal pflügt um den Boden der Wirklichkeit und läßt ihn neu erstehen durch Erziehung zu uralten jüdischen Werten. Wochenrundschau. Die Contrapro-Bewegung i» Berlin. M (MMimg Bgg pB prsftina KB? mitees, zu der wir bereits in der Nummer vom 30. Dezember v. I. unsere Stellung präzisiert haben, ist den Liberalen in all ihren Schattierungen und Spielarten so sehr in die Knochen gefahren, daß sich die tiefe Erregung in einer großen Protestverfammlung, über die wir in der heutigen Nummer berichten, Luft machte. Der politische wie religiöse Liberalismus war vertreten vom Zentralverein bis zur Naumanngruppe, von der Mittelreform bis zur Sonntagsgemeinde der Johannisstraßs. Auch nichtjüdische Freunde des liberalen 8n!enlrnns!)«IIrn fiJj smgkpmökn, wi$ man konnte es recht gut verstehen, daß ein liberaler evangelischer Pfarrer aus Breslau, der nach dem Prediger der Sonntagsreformgemeinde das Wort erhielt, ehrlich konstatierte, er fühle sich „dem jüdischen Amtsbruder", der vor ihm sprach, „näher als irgend einem Namenschristen". Der UnterfcDtßü MMri Dem lMralmMistlilMn imm&n und bem radikal liberalen jüdischen Prediger ist in der Tat nicht sehr erheblich. Doch halten wir uns nicht bei Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten auf. Diese Contrapro- Versammlung hatte ernstere Seiten, die sehr zu __ 17. Februar 1927 . denken geben. Wie wir über den Zionismus,, seine Weltanschauung und seine lebensgefährlichen religiösen Konsequenzen denkenwissen unsere ße« wiffen Sie Sionifien unB toeif} ile gangr Seit. Wir stehen auch nicht an, in der Gründung des Pro Palästina-Komitees einen zionistischen Erfolg, zu sehen, eine zionistische Chance, die gelegentlich: gegen die Gegner der zionistischen Bestrebungen, zu denen auch wir gehören, ausgespielt werden kann. Auf der andern Seite kann das geweckte Interesse der hochgestellten und regierenden Persönlichkeiten für Palästina diesem Lande sowohl, wie ntcfot minder dem deutschen Vaterland« ppn ... ...Mi*»» »»in itmtlttjeit lOUttttttitofc DDit großem Nutzen fein. Man darf auch ohne weiteres annehmen, daß es zunächst der Blick auf den palästinensischen und darüber hinaus auf den vorderasiatischen Markt gewesen ist, der die Männer am Ruder in einer auch für Deutschland schweren Zeit des Wiederaufbaues veranlaßt hat, dem Rufe der Initiatoren in den Kreis der Palästinafreunde zu folgen. Vor diesen großen Gesichtspunkten muhten kleinliche Bedenken zurücktreten, wie etwa dieiißm\M m m ümf® gpnn iMiir könnte dieses Eintreten für Palästina ein schlechtes Licht auf das staatsbürgerliche oder deutschpolitische Bewußtsein der deutschen Juden werfen. In seiner schönen Rede auf dem Gründungsbankett des Komitees zerstreute der Kultusminister Dr. Becker in hochsinniger Weise alt diese Bedenken, und er unterstreicht seine Ansicht noch schärfer in einem Schreiben vom 5. Januar 8: 6: 8ll M:«MWIM für tim IMim ölir dentum" in Berlin, in dem es u. a. heißt: „Mir sind viel zu viel leidenschaftliche Zionisten bekannt, die sich in schwerster Zeit als Tat deutsches bewährt und die für ihr Bekenntnis zum Deutschtum gelitten haben, als daß ich in einer zionistischen Betätigung-unserer jüdischen Mitbürger irgendeine Beeinträchtigung unserer staatsbürgerlichen Stellung erblicken könnte. Da ich als Alttestamen tler meine wissenschaftliche Laufbahn begonnen habe und als Semitist Sprache und Literatur des Judentums nahestehe, kann ich es durchaus verstehen,-daß. unsere heutigen jüdischen Mitbürger in dankbarer Erinnerung an die großen Traditionen ihres Volkes und ihrer Religion sich für ein jüdisches Heim auf palästinensischem a mmlst m nt am msuimr m tnssiine renke Haltung, Bi« meine volle Sympathie öesitzt. Des^ wegen bin ich dem Pro Palästina Komitee beigeireten." Ob alle preußischen Staatsminister und Politiker, und ob vor allem die breiten Massen des deutschen Volkes für eine so weitherzige Auffassung des Nationalitätenproblems reif sind, ist allerdings eine Frage, die wir in der ersten VesMHUNg Dl? 88US8 lrsstst muhten. Es mühte ein Wunder geschehen, wenn nicht in den Kulturunterständen der antisemitisch Eingestellten die' Meinung entstehen oder befestigt werden sollte, daß mit dem neuen Komitee der Jude in e r st e r Reih e als Palästina- Erniedrigung unb Erhöhung. Zu rwri '2 'S- Von Rabbiner Dr. Kermann Klein in Merlin. bpvn bpwn n'xn» a^psn by nmyn bs iM' m nb norm bpwn rpxna bpvn ,yw wiVv -«nipn* „Dies sollen sie geben, jeder, der hinüberzieht zu den &egäi) tert, einen halben «Scbebel int Gewichte bes ^»eiliglnnts. zwanzig Sera £>er Sdjeltei, Ble Wülfte eines solchen <§cheke!s Hott als Haöe. Hierzu bemerken unsere Weisen: d^n '2 am*i nvxv n? NN» nr ’D nm pfrVa nn b*ov9 nt osv? •(üipb'ti naian bs iarv» nt ntn p^avc^xn Dies ist der Sinn jener Stelle: Denn Gott ist Richter, diesen erniedrigt er, jenen erhöht et; mit dem Wörtchen nt hatte Israel sich erniedrigt. indi?m es bei dem go.denen Kaide sprach: ..denn dieser Mann Moscheh" und durch das Wörtchen m soll es erhöht werden, denn fo heißt es: „dieses iollen sie geben, jeder, der hinüberzieht zu den Gezählten". Es ist ein uraltes Prsblew, ob grofje SCTlänner t>!e großen ^ettenj Ile ^ianpieriolien 1er Sienjc^- hettsgelchicbte Hervorrufen, ob sie ihrem Zettaller neue Impulse und neue Ideale geben, oder aber die großen Zetten die großen Männer erzeugen, die erfüllt von dem. großen Geist ihrer Zeit nur die vornehmsten Repräsentanten ihres Zeitalters sind. Praktisch wirkt sich der Unterschied darin aus, ob das Streben der Menschbeit nur darauf gerichtet sein soll, einzelne große Männer )u erzeugen, ob die ganze Menschheit nur als Mittel zu dem einen Zweck dienen soll, den Shetos hervorzubringen. der Öli Müll DBi llllllM WllllMMM IM MIM tffiiM? isiRi Zm mmm M. mt aB??, bb m großen Männer als Produkt ihrer Zeit, ihre Lebensaufgabe darin erbl'cken sollen, die ganze Menschheit zu den Höhenchtnoufzusühren. die sie durch die Hülfe ihrer Mitmenschen erreicht haben. Im Heidentum wird Heroenkultus getrieben, aus der ganzen Geschichte des Altertums sind nur einzelne Namen auf uns gekommen, nvbs nin Vsm am tdtx vv abl' n'T via dv niXl- Don all diesen Völkern stnb mir einzelne giofee 3H8nner genannt, bie bnrt 38ßs?s« WMBL». imB Be» Ruß« Wer Anker ker Nachwelt Mällöri häßsii. Dölk ivä« nur das Piedestal. auf dem sich der große Mann erhob. Die Masten waren nur Mittel und zählten nur insofern, als sie den Ruhm ihrer Helden zu be« gründen imstande waren. Es ist die furchtbarste Erniedrigung, die Menschen zugefügt werden kann, sie nur als Mittel und nicht als Selbstzweck zu betrachten. na ib' v'Xi V'X "lax* fi'äbi. »Aber foort Zion wird gesagt: Mann für Mann ist da geboren". In Zion ist feder Mensch Zweck an sich, der Kleinste wie der Grötzte zcidlt mit, alle tragen'-die' gleiche Alle ZBße« Wert u*B SiBsimina für ble Erfüllung der allen gemelnfamen Aufgabe fpVsr nJiia’ HW »und er begründet Zion als das Höchste." Als Iisroel aus Mizrajim zog, da stand es im Banne der heidnischen Weltauffaffung. In Moscheh sah das Volk den Heros, der es aus der schmachvollen Sklaverei best eite, zu av» blickte das Volk wie zu einem höheren Wesen auf. wxn NV» nT 'a. Moscheh allein war für das Volk der Monn, der einzige, der zählte und in heidnischem Wahn be- Nsigm. maste dos DM oor mm. ^sqr=! m rate m m söikll Dm© Diele ArisMuurig eimeDFiof, mie es sich nur als Mittel begreift. Diese Anschauung, birgt , auch die Gefahr in sich, daß das Volk, das sich selbst gering einschätzt, auch seine Leistung dem-- entsprechend gestalten wird. Nur wer von dem Gefühle der eigenen Verantwortung durchdrungen ist. wird seine ganzen Kräfte an spannen, um die höchst-' mögliche Leistung zrm Wähle des Ganzen stiai ü'iipsn ba laiv» m mvn- Aus diesem heidnischen VZahn nrntzte bas Walk befreit werben, es mit feie ans iew §uflan^ der SelfefierkleBrlgunft herans un^, b« waib b?m Botße zugerufeg; Dies sollen sie geben, jeder, der hinüberzieht zu den Gezählten. Ein je.der zählt und da ein jeder »ähit, hat jeder zu leisten. Dieser Ruf ist der Adelsbrief eines jeden jüdischem Menschen, der in Zion geboren und für Zions Glücks Rühm und Größe mitverantwortlich ist. Gott rechnet: auf uns - alle und darin besteht unsere Größe und Würde, isnin mal- ♦Ktpn Irans Eine schwierige Thorastelle. . Dan Prediger <t,«nef ^settnantt in Wkanen. ZU |DQm pm W ,?!!n HOT- »VA J!» bemerkt. Raschi: kVf IV lllv'V iiVao ll'liv' »1 o» nt -xun timby mnru Welche Leiden ertrugst du, wie

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