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Der Israelit · 1927-02-10 · Heft 6 (10.2.1927) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 6 (10.2.1927)
Date
1927-02-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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'Vi ' * ■•-■iv .y Sette 6 Nr. 6 Der I s raelit 10 Februar 1927 ltn$avn. Die Eröffnung des ungarischen Reichstags: Budapest, 30. Jan. Wie erwartet, blieb Herr Oberrabbiner Koppel Reich, das älteste Mitglied des neugeschaffenen ungarischen Oberhauses, der ersten Sitzung fern. Er ließ sich wegen Krankheit entschuldigen. Der Eröffnungssitzung präsi bierie als -Sttiersoorji^enber (£ug«n Sercjett^. ' j Aus Aulllß der ClöfMUg VW NeilhsiügW MMN in den Gotteshäusern der verschiedenen Konfessionen feierliche Gottesdienste abgehalten. . In der Budapester orthodoxen israelitischen Gemeinde fand ein feierlicher Gottesdienst statt, an dem der Ge meindeoorstand, die Gesamtrepräsentanz unter Führung des Gemeindepräsidenten Abraham v. Freudiger teilnah men. Vom Rabbiner Sußmann wurde das Gebet fürdie Wohlfühi't döS Gegen den berüchtigten Terroristen Ivan Hejjas fand, als er in der Sonnabend-Sitzung des Abgeotzdnetenhauses seine Mandatslegitimation auf den Tisch des Hauses niederlegte, eine lärmende Kundgebung statt Litauen. Aach rumänischem Muster. Kowno, 29. Januar. Wie schon mitgeteilt, hat der Leiter des anatomischen Instituts der litauischen Universität Prof. Szelinski denjeniM lllauWm (stuDßntßn öaa Betreten Dos Ana tomicums verboten, die sich weigerten, die Verpflichtung zu unterschreiben, an Ausschreitungen gegen jüdische Studenten nicht teilzunehmen. Ungeachtet dieser Maßnahmen besetzten die christlichen Studenten die Tore des anatomischen Instituts und liehen keinen »in zigen jüdischen Studenten ein. Alle Versuche der Uni versitätsleitung, die christlichen Studenten zum Nachgeben zu bewegen, blieben ohne Erfolg. — Am 28. Januar dauerten die Skandale fort. Das Präsidium des litauischen Sejm beschloß, . den Sejm-Berichterstatter der Tageszeitung „Mische Stime", Herrn Szofer, vom Besuch der Sejm-Sitzungen auszufchließen. Syexv (Sgofer u>ar ber SSorpi^enbe ber Sejm- Berichterstatter Litauens. Die Tageszeitung „Mische Stime" wandte sich in einem offenen Schreiben an den Präsidenten der litauischen Republik, Smetana, und den Ministerpräsidenten Woldemaras mit der Anfrage, wie sie es dulden können, daß die offiziöse „Lietuvis" unablässig eine antisemitische Hetze betreibt. ttumanian. Der Unterrichtsmirnfler für die Befreiung vom Unterricht am Sabbat. Bukarest, 31. Jan. Auf die Interpellation Cuzas im Parlament betreffend die Erlaubnis für jüdische Schulkinder, an den Sabbattagen die Schule nicht zu besuchen, erwiderte dev Unterrichtsminister Petrovici: Die Regierung ist dafür, daß man jüdische Kinder nicht zwinge, an dem Ruhetag der Juden die Schule zu besuchen. In religiösen Fragen ist flm gi&otGTii man Darf auch nicht netgesskn. daß Numättieu Mmderhsttsnaiionen beherbergt; man müsse diese Bevölkerung mit Takt und Klugheit behandeln. Italien. Schiffahrt nach Palästina. T r r s st . 4. Febr, 5er Llo^b Sriefttno schreibt uns; Infolge des starken Nachlasiens der zionistischen Einwanderung nach Palästina wird die „Palästina- Linie" des Lloyd Triestino, Triest, ihren Dienst bis auf weiteres emstellen. — Die letzte Abfahrt der „Palästina- Linie" von Triest erfolgt am 10. Februar; die letzte Ankunft in Triest am 27. Februar ds. Js. Nachbemerkung der Redaktion: Diese Mitteilung bezieht sich lediglich auf jene Dampfer der „Palästina-Linie", bfe auch rituell« Kück,e an SSorb |iitjren. fßtxt iKtn Dören Vieser Linie ist somit vw r i t u e l l e K ü ch e n e inricht u n g an Bord der Palästina-Dampfer des Lloyd- Triestino bis auf weiteres vollständig sistiert. RabbiTiat^anZewiHykel ' b Jeru.salern, 4. Febr. - Der Tod Rabbi Finkels, über den wir bereits in letzter Nummer berichteten, löst in Palästina und in Litauen, ja in der gesamten jüdischen Welt, so viel heißen Schmerz au5 wie &etm ^obe eines ©ro^en. Ohr war Modi' im sigsnttiWn ®inne, er mar wÄst d« »anl aßer WrsßMsiep. Niederstetten, 31. Jan In Künzelsau verstarb unerwartet rasch am Hirnschlag Religiönslchver . W i ß - mann im Alter voll-nur 57 Jahren. Wehr als'drei Jahrzehnte hat Lehrer Wißmann in Künzelsau ein ungewöhnlich segensreiches Schaffen im. Dienste von'"vv getätigt und auch die Gemeinden Braunsbäch und Hohebach dürften in lehverlosen Zeiten sich seiner Fürsorge erfreuen. Schöffe f liajB^rSj WN fltßt v .- r ri itihi wnnj*ifm mn uuh «n- -rn tie&eti Die MMvM.r M vem Mr., . ..... . .. t. . Wgeschiedenen ist dieses Wort .unserer Weisen zum von sicherer, dem Auge entrückter Warte hielt er treue Wahrwort, geworden. Sein ganzes Leben und sein Tod Wacht, war er die Triebfeder hes ganzen Jeschiwahappagaben Zeugnis, wie sehr er von den Geschöpfen geliebt wurde. Und wie liebte er die Geschöpfe. Dem unscheinbaren Wesen aus dem Tierreich galt schon , seine Liebe — wie viel mehr dem Menschen — jeden Standes und jeden Glaubens. Wer mit ihm in Künzelsau durch die Straßen ging, konnte sehen, wie aller Achtung , sich auf ihn vereinigte. Uüd als - er sein Lebsnsmsrk — eine Sy. nagogt in KiWelsau zn bausn _ iw bU Tzt uin\4kr nüe ließ ihn da ®oit ütebe bei allen finden, bis bas Geld gesammelt war, bis der herrliche Bau Zeugnis für ihn ablegte. In seiner Gemeinde war er beliebt und geliebt. Seine Beerdigung war eine imposante Kundgebung aller Liebe, Treue, und Freundschaft, welche er sich erworben hatte. In Künzelsau hielt Herr Bez.-Rabb. Dr. Kahn. - Mergentheim die Gedächtnisrede. Nach ihm sprach der Stadtvorstand und nach diesem widmeten dem Verstorbenen fast alle Schulvorstände und sonstige weltliche Korporationen Nachrufe. Sein letzter Weg führte durch sein geliebtes Braunsbach nach Schwäbisch Hall. Auch hier hatte sich ein unabsehbares Trauergefolge a.ngefammelt, welches vor der Stadt den Zug erwartete. Auf dem alten Steinbächer Friedhof war es Herr Be- MMEMkt Sri Le klinget, meteßer als Murr unD DorgeMier öen letzten Gruß sprach. Nach den Bertretern der Gemeinden Künzelsau und Braunsbach spra^ chen noch Vertreter jüdischer Vereine und der Schwiegersohn des Entschlafenen, Herr Dr. Lorch- Nürnberg. Wie Lehrer Witzmann es verstanden hat, durch sein ganzes Leben hindurch eine Brücke zwischen Irdischem und Himmlischem zu bauen, so ist jetzt unsere Hoffnung, daß bei seinem Hingang sein Verdienst ganz Israel zum Verdienst gerechnet werden möge: Köln, 6. Febr. Herr Rabb. Dr. Jacobs, der vier Jahre lang an der Talmud Thora in . Köln wirkte, erhielt einen ehrenvollen Ruf als Rabbiner der Synagogengemeinde Kreuznach. Herr Dr. Jacobs ist entschlossen, die auf ihn gefallene, einstimmig erfolgte Wahl anzunehmen. Wie ungern sein bisheriger Wirkungskreis ihn scheiden sieht, so beglückwünschen wir ihn zu. dem neue» Äfunprrßia linü wünschsn u»d hsfM mit fßiü* Tütigksti m Kreuznach von vollem Erfolg auch für die Gesamtjudenheit begleitet sein möge rates von Slobotko. Ein Schüler und treuer Mitarbeiter von Rabbi Israel Salanter . gründete er mit diesem die Jeschiwah nv» in Slobotko bei Kowno, baute das Werk Salanters nach dessen Tod so aus, daß heute Slobotko nicht den Namen einer Stadt bedeutet, sondern 6\m 5SMsss nicht »<tch 4-i^rtte Richtung im Thoralernen bezeichnet. Litauen ist das Land des scharfen Lernens und Slobotko ist die Seele des litauischen Lernens, deren Schwingungen im ganzen Osten, nunmehr auch in Palästina zu verspüren sind. 45 Jahre lang stand Rabbi Finkel, man kann nicht sagen, an der Spitze von Slobotko, aber in dessen Mittelpunkt, vielleicht sogar im Hintergründe, fast unsichtbar, aber seine Hand war es, die das ganze Unternehmen im beständigen Flusse hielt. Auf der Jeschiwah hörte man kaum seinen Namen nennen. Man sagte nur „der Alte", und man sprach dieses Wort nicht Ohm MtsnrlUMniW «US. JDß? Alts" lsitöts die Organisation, die materielle Versorgung, sorgte für den geistigen Aufschwung, für chiemoralische Höhe, für Rahmen und Inhalt zugleich. An der Spitze stand und teht lehrend Rabbi Mosche Mordechai Epstein, ein Gaon großen Formats, hinter ihm aber stand Finkel, der alle Voraussetzungen für die Arbeit und den Aufstieg schuf. Er pflegte auch mit besonderer Liebe die von Rabbi Israel Salanter übernommene Mufsarlehre. Wenig der Worte, aber reich .und tief und unverwischlich war die Lehre durch Bild und Beispiel, er lebte seinen 400 Schü lern, — sie zählten in den Jahrzehnten nach vielen Tau enden — das Musar des Rabb-i Israel Salanter vor. SBor einem Jcrhre Liebelte ein Teil ber ^Je^c^iroa^ nattj t) e Q i o n im heiligen. Lande Msr. Der AM. — er stantz bereits an der Grenze der Achtzig — zog mit. Die Liebe zur Thora und die Liebe zu Erez Jisroel schmolzen zu einer großen Liebe zusammen, und sie fand nun unter den 120 Jüngern in der Stadt der Erzväter ihr letztes Ziel. Rabbi Nathan Zwi Finkel hat in heiliger Erde seine letzte Ruhe gefunden. Slobotko in Litauen und Palästina hat seine festeste Stütze verloren, die thoratkßus Welt ist UM ei««« ihm y~>r- Rabbi Nathan Zwi Finkel hatte drei Söhne, von denen einer voriges Jahr als Dozent der Jeschiwah zu Hebron in jungen Jahren starb. Ein zweiter Sohn nahm seinen Platz ein und rückt jetzt an die leitende Stelle des Vaters. Der dritte Sohn ist Jeschiwahleiter zu Mir in Litauen. Die Bestattung fand am Dienstag den 29. Schwat in Jerusalem vom Hotel W a r s ch a w s k i aus. Viele Tausende gaben dem verstorbenen Zadik das letzte Gesii'ß. Mt Binliß! Der MW W siNM WttXsM gzg Düngern aus seiner Jeschiwah und aus den anderen Jechkwah und Talmud Thora-Schulen, der Stadt. Die Knaben der Aguda-Schulen beteten im Zuge Psalmen. Leider ging es nicht ohne Zwischenfall ab. Auf dem Rückwege wurden die Heimkehrenden von arabischen Rowdies überfallen und mit Steinen beworfen, auch die fahrenden Autos wurden bombardiert. Auf Anruf war die Polizei in jmet QJitnuien -auf bem Platz«, unb |ie naf/tn bi« Rul^«- stvrrr» die in übttcher Weife SehnnpieiW. die Juden Hütten angefangen, fest. Vermischtes. Frankfurt a. 2H., 4. Februar. Die „Hermon V e rl a g s - A k tie n g e s e l l sch a ft" schreibt uns folgendes: In der Ihrem Blatte beigefügten Bestellkarte befinbei sich 6«bauerIic^«rio«i|« «irr Druckfehler, ^j^ffnsgüsh Nes^anfen S svwiÄ ThrLMreu wird nicht gee Hunden, sondern steif b r o s ch i e r t ausgegeben. Die angegebenen Preise beziehen sich auf diese broschierte Ausgabe. Frankfurt a. 21t., 8. Febr. Herr David Berkovitfch aus Jerusalem, der zur Zeit im Auftrag der Talmud Thora und Jeschiwa „Chaje Olam" und der Waisenküche in Jerusalem Deutschland bereist, bittet uns mitzuteilen, daß ihm in Mannheim in der Nacht vom 30. Januar im Gasthause „Zu den drei Kronen", wo er in einem Zimmer mit einem Manne, der sich Rudolf Moser, Kaufmann aus Wolfstein in der Pfalz nannte, die Tasche mit Inhalt gestohlen wurde. Neben etwas Bargeld, Ritualien und kleinsn Gsglsnständsn mit bem Sernfalemb'M MaNiM sich Um Ltlch m Qulliungstu^ t,er Anstalt und Cmsisehlungsschpssiben von den Herren Rabb. Dr. Hartwig C a r l e b a ch, Berlin und Rabbiner S l o - nimm Hebron, Palästina. Da zu befürchten steht, daß der Dieb mit den Quittungen und Empfehlungsschreiben Mißbrauch treibt, so werden alle zuständigen Stellen gebeten, den Mann (er ist etwa 60 Jahre alt, groß gewachen mit graumeliertem Barte), anzuhalten und ihm die Schriftlichkeiten abzunehmen. Mitteilungen erbeten an Herrn Berkovitfch, z. Zt. Berlin W. 50, Passauerstr. 14 ober an bi« ©^»«bition b«s ^£5sra«fii". Briefkasten. Eine Einigung in der Schechita-Gebühren-Frage. Jerusalem, 23. Jan. Die schwierige wirtschaftliche Lage hat dazu geführt, daß zwischen dem Waad Hair Aschkenasi und dem Waad Hair lijehude Jeruscholajim bei Aüfrechterhaltung der getrennfen SiHschrta-Jnstitutianen eine Einigung hinsichtlich TchrchttÄ-TrSühttn srgisli worden ist. Die Gebühr wird fortan emheittich erhoben und verwaltet, und es fallen dem Waad Hair Aschkenasi 20% der Eingänge zu. M. O. R. Zehn Mark eingegangen und angegebenem Zweck zugesührt. Anonymus in F. Wir können Ihren Auftrag, die 10 Mark dem Waisenhause zu F. zu übex. weislN' nicht anssühren. Das Waisenhaus dür Von dem Kizzur mit punktiertem Texte und deutscher Uebersetzung, hergestellt von Rabb. Dr. S. Vamberger in Hamburg, ist jetzt im Derlags 3l. I, ^ofmann, Frdntfuit Q. SB., BlÄ & I M 4 srsctjisns» unk ^um tjlrelfe von Mk. 1.50 zu haben. Das Heft enthält die Vorschriften üebr die Segenssprüche für alle Genußmrttel, wie für religiöse Handlungen, sodann die Vorschriften für das E x ~ werbsleben. Alle elf Lieferungen, 352 Seiten umfassend, sind für den Preis von Mk. 16.50 vom Verlage zu beziehen. .

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