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Der Israelit · 1927-02-03 · Heft 5 (3.2.1927) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 5 (3.2.1927)
Date
1927-02-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Sette 4 Nr. 5 p e r I s r a e l i t 3' Februar 1927 gen die Wahrheit konsequent und hermetisch abschließen, blieb der Eindruck aus. Nun ist Achad Haam tot und kann keinen mehr vor dem „Berliner Schöffengerichte" belangen. Die Hetze ist freigegeben. Der „Völkische Beobachter" und andere Blätter dieses Genres nützen daher die Gelegenheit aus, von neuem „die Protoreue m mim m si«n" a» SkiMSM an* deren „Inspirator", Achad Haam, in ihrer Art zu würdigen. Man muß sich bei all dem fragen: Wo bleibt das Gesetz gegen Schund und Schmutz in der Literatur? Der «Ne;iw" und die Bitdungs frage in 6rez Iisroel. Eine geschichtliche Erinnerung. Von Rabb. 3. Horovicz (Jerusalem). Das in Nr. 1 des „Israelit" erwähnte Vermächtnis des „Neziw" in der Bildungsfrage, im Zusammenhangs mit der Schließung der Wolosiner Jeschiwa ist von historischer Wichtigkeit und verdient auch in Bezug auf das thoratreue Schulwerk in Erez Iisroel nähere Beleuchtung. Vor etwa 9 Jahren, kurz nach meinem Amtsantritts als Beitor Dos PalllsliiMAmtM Der bim und Amartalim zu Amsterdam und Vertreter der Palästinakommission der Freien Vereinigung, ist mir die Ausgabe zuteil geworden, ein Schulprogramm nach den Richtlinien, die von Rabbi JizchakHalewi >37 der Palästinakommission vorgezeichnet waren, für Erez Iisroel vorzubereiten. Es war mir klar und die Palästinakommission sowohl, als auch die Pekidim und Amarkalim haben den in meinem ausführlichen Referate mitgeteittert ©runb^äije« restlos ber^e^»sti«i)tel, bajj bei Errichtung von Unterrichtsanstalten in Erez Sis* roel als erstes Erfordernis gelten müsse, daß alle in Erziehungsangelegenheiten zu treffenden Maßnahmen im Geist und im Einverständnis mit den hierzu berufenen gottesfürchtigen Wortführern, den Rabbinen Jerusalems, getroffen werden. Mußten ja alle Schritte, mochten sie in noch so .reiner Absicht erfolgen, wenn sie im Gegensatz und gar im Widerspruch mit den maßgebenden JerusalßNM AuMitätßn gsschshsn mäpa«, dsn @1 mpel der Erfolglosigkeit an der Stirne tragen. Die einschlägigen Beratungen wurden mit den rabbinischen Autoritäten Jerusalems, geführt. Diese waren: Rabbi Chaim Berlin b":^ und D”nn pa Rabbi Chaim Sonnenfeld und Rabbi Sorach Bravermann UllMMßlich roßFößn mi? jß?iß KßsMßchungen mit diesen führenden rabbinischen Kapazitä- Die Annonce wurde vom Redakteur erkannt, angehalten und erscheint jetzt an dieser Stelle, um das traurige Dokument einer ti e f e rr s i tt l i ch e n G e s u n k enhe i t n i e d r i g e r z u h ä n ge n. Aber was geschieht mit den zehn Mark? Vielleicht meldet sich der (die) Anonymus auf diesen Artikel hin, damit wir ihm sein Sündengeld zurückerstatten können! Wenn nicht, dann wollen wir das Geld einem guten Zwecke überweisen. Vielleicht zur Gründung eines Abwehr-Vereins - gegen MMinhell. MW. in AßMnvllng mit Wgr hsil, in der Form des „anonymen Briefes" zur schlimmsten öffentlichen Gefahr wird. (Eine neue Urkunde zur Vorgeschichte Palästinas.) lieber Forschungsergebnisse des Berliner Aegyptologen Kurt Sethe berichtet Prof. W. Spiegelberg (München) u. a.: Durch einen glänzenden Fund Sethes wird die Hyx»c>t^,est gej’tiiijt, bajj es irr bem ältesterr S^rierr-?stastrnttWr Brvöttsrung rim MbL' völkerung, die vielleicht in den alttestamentlichen Namen der Rephaim, Enakskinder u. a. eine Spur hinterlafsen hat. Sethe hat aus 289 kürzlich größtenteils in der Nähe des alten Theben in Oberägypten für das Berliner ägyptische Museum erworbenen Scherben 80 Gefäße zusammengesetzt, die alle denselben Text tragen, der aus der Zeit der 11. Dynastie (mu 2100 v. d. g. Z.) stammend Verwünschungen der Feinde des damaligen ägyptischen Reiches enthält, der inneren wie der äußeren. Unter den letzteren erscheinen auch die Länder Palästinas mit ihren Herrschern. Während aber deren Namen semitisch sind, sind die Namen der von ihnen regierten Völker einer anderen Sprache zuzuweisen. Aus diesem Befunde hat Setk-e mit einem ^of>en ©rab non ben Schluß gezogen, daß jene Herrscher einem seinmfchen Erobereroolk angehörten. Wie weit diese Sernitisreruttg ten Jerusalems im Sommer 5668 bleiben. Aus meinen - damaligen Aufzeichnungen fsi eitriges hier erwähnt. Es handelte sich um die Feststssllung eines Schulprogramms für die Kolonien. In den sehr ernsten Beratungen ist es uns klar geworden, daß das Judentum in den Kolonien vor einer schweren Krisis stehe, die durch tat- Jfjfjtipi diBgSItfJR 88« th8i>8.' treuer Seite zur Gesundung führen könnte,, aber einer furchtbaren Katastrophe entgegentreibe, wenn wir als lässige, müßige Zuschauerden Verfall sich vor unseren Augen vollziehen ließen, ohne ein Glied zu rührerH um' ihn aufzuhalten. Die Schulen in den Kolonien standen ansgesproch-enermaßen auf bein SSoben. eines lediglich national orientierten äuöentums, während das spezifisch Religiöse, im besten Falle als Privatsache behandelt wurde/dessen vollständige Ausrottung man schicklichkeitshalber nicht ausdrücklich fordern und auch nicht auf -einmal erreichen konnte. Aber die große Mehrzahl der Lehrer begriff ihre Pflicht, die ihre Anstellung an solchen Schulen von ihnen forderte und sie erfüllten sie treulich in diesem Sinne, indem sie diesen Geist den ihnen anvertrauten Kindern berbrachten und die Keime dieses Abfalls sogar heimlich in die Kreise der Eltern trugen, die sich Mßsßm vßMMjHßN Einfluß nicht MMM konnten. Diese dem ganzen thoratreuen Jischuw gefahrdrohenden Schäden der bestehenden Schulen hatte bereits zur Gründung des Verbandes „Schomre Thora" geführt, welcher in einigen Kolonien Schulen, durchdrungen von dem Geiste des unverfälschten Judentums, schon gegründet hatten. Rabbi Sorach Vravermann, ein intimer Vertrauter des Vrisker Gaon b"xr, max der Gründer dieser Schulen. Doch fehlte diesen Schulen bie solide, gesichert? nruterielle Grundlage und noch mehr die rechte, ven veränderten, neuen Verhältnissen und dem durch die anderen Schulen aufgedrängten Konkurrenzkampf entsprechende Einrichtung und Organisation. Die genannten Thoragrößen hatten vollstes Vertrauen zur Palästinakommission sowohl, wie zu den Amsterdamer Pekidim, namentlich aber zu den illustren Führern dieser Gremien, dem Frankfurter Raw b"ST und Rabbiner Halewi b"%* Htii sie tti älter ^rsnndschcrst r>erlmn&en waren. Sie waren dessen sicher, daß diese führenden Männer nie die Hand zu einem Schritte bieten würden, der nicht den Intentionen der maßgebenden rabbinischen Autoritäten Jerusalems entspreche und nicht von ihnen rückhaltlos gutgeheißen werde. Die Rabbiner Jerusalems asluautsu zu sMsuvsr CMWWUIW „Die von der Palästinakommission der gesetzesdamals (um 2000 v. d. g. Z.) vorgeschritten war, ist heute noch eine offene Frage. Aus den ägyptischen Texten erfahren wir nur, daß der Mischungsprozeß um 2500 v.d.g.Z. begonnen hatte, und daß die Aegypter das semitische Eroberervolk mit dem kananäischen Namen Amu (alttestamentlich am) bezeichneten, während man die eingesessene Bevölkerung Mentu nannte. (Nikolaus II. der Protektor der Pogromleute.) Wie rnitgstsilt tmrb, veröffentlichten bie „Ssnefiia" in ihrer Slusgalje nom 9. 9anuar lgrrefe t>es {ediert russischen ^CT“ ren, Nikolai II., an seine Mutter aus dem Jahre 1909, in welchen sich der Zar billigend über die Pogrome und die Urheber derselben ausspricht. In einem Schreiben vom 27. Oktober 1905 heißt es: „Erstens bitte ich Dich, sich zu beruhigen. Im allgemeinen ist die Lage jetzt viel besser als sie noch vor einer Woche war, obschon sie noch immer ernst ist. In den ersten Tagen nach dem Manifest (die m s?M, KenskittMli) MM öngwff Elemente Das Haupt rryakim, Miaus emMiw -eine starte Reaktion, indem die ganze Masse uns ergebener Menschen sich auf sich selbst besonnen haben. Es kam ,wie es bei uns selbstverständlich und normal ist: das Volk geriet in Zorn angesichts der Frechheit der Revolutionäre und Sozialisten. Und da neun Zehntel der Revolutionäre Juden sind, (der Zar bedient sich der beschimpfenden Bezeichnung „Schidy"), setzten nun Pogrome gegen die Juden ein. Merkwürdig ist hierbei das einheitliche Zusammengehen, die Pogrome setzten miteinem Male (die letzten drei Worte sind vom Zaren unterstrichen worden) in allen Städten Rußlands und Sibiriens ein . . . In England schreibt man wie gewöhnlich, daß die Pogrome durch die Polizei organisiert worden sind. Nun, das ist die alte FkWW, W Misi m MöM MWM KM MMN auch zum Teil me russMen Agitatoren; Ingenieurs, Aerzte, Advokaten und andere schofle Personen . . ." treuen Judenheit in Frankfurts ch M. zu ipim* dendM'Tstsmüd-Thora^M)ütenM den K o l 0 - n i ö n haben sich äch^ die Grundsätze zu halten, welche für dieSchulen detz- VerWndes „Schomre Thora" festgelegt sind. Für den erforderlichen Reälienunterricht, wie. Schreiben, Rechnen, Landeskunde u. dgl. sollen.zwei Stünden täglich betoerben.' Für mich war der kritischste Moment erst jetzt gekommen. Rach langwierigen, zumeist nächtlichen Beratungen, war zwar in größter Einmütig k e i t ein Entschluß von größter Tragweite gefaßt worden: Wir alle fühlten bereits festeren Boden unter den Füßen. Allein sowohl für Jeruserlern als crncb, |ür Frankfurt unb Anrsierbarn, erßtnen es mir nolwenvig, vast vwso wichtige Entscheidung protokollarisch festgehalten und von diesen illustren Thoragrößen auch unterschrieben werde. Rabbi Chaim Verlinkt als ältestes Mitglied dieses nunmehr konstituierten „Waad Hachin u ch" wurde zuerst um seine Unterschrift gebeten.' Es ist nicht unwesentlich, wenn ich hier erwähne, daß der große Mann in sehr freundlicher aber ebenso entschiedener Weife verlangte, daß Rabbi Chaim S 0 nnenfeld X"v'*?V' zu allererst seine Unterschrift auf dieses Dokument fetze. Dies ist auch geschehen. Als dann <Hi<| Nabbi sorach N UN^kr° schrieben hatte, ist folgender Zwischenfall eingetreten. Der verehrte Hausherr — die Konferenz fand in engster Klausur mit noch einigen rabbinischen Kapazitäten in der Wohnung von Rabbi Chaim Berlin b"^ statt — erhob sich von seinem Sitze und sagte in feierlichem Tone ungefähr folgendes: „Bevor ich dieses Dokument unterschreibe, wünsche ich den Herrn Rabbinen Sorach Bravermann und Jonathan H0r0virg eine vertrauliche Erklärung lwzugebem" Der schnsswölß-s, shrsur'chtgsSrMnSs Msistsr führte uns in ein Nebenzimmer und von Wehmut gerührt, erzählte er uns, was ihm fein großer Vater >'3* kurz vor seinem Tode von der Schließung der Wolosiner Jeschiwah mitgeteilt hatte. Mit größter Spannung lauschten wir der lebendigen Schilderung des von innerer Ergriffenheit überwältigten Patriarchen. Es schien uns, als zogen ste vor unseren Augen, hunberts jnnge tw SrfllTrwfcfeiismten in der einen und den Wanderstab in der anderen Hand, hinaus in die unbekannte weite Welt, W 0 l 0 f i n, die alte Heimstätte der Thora m tiefster Trauer zurücklassend. Das WeseuiUch.' das Rabbi Chaim Berlin, s. A.. in jener von wehmütiger Trauer erfüllten Aussprache uns er- Mttß/Wikt sich mütsrnrnm mU im SnJjäU ler nach vielen Jahren später erfolgten Niederschrift die. Herrn Josseliowsky gezeigt wurde. In unserem Falle — fügte der unvergeßliche Patriarch hinzu — handelt es sich ja nicht um eine Jeschiwah. Wolosin wurde geschlossen, weil mein Vater 3f nicht zulassen wollte, daß profanes Wissen dort eingeführt werde. Und mein Vater b"N hat diesen Schritt nie bereut. Für uns handelt es sich um Talmud Thora- Schulen in den Kolonien. Wir müssen uns sHr beeilen. gilt' süf dl? was noch zu retten ist. Es ist ein „ G e b 0 t d s r Stunde", das uns vorgelegte Schulprogramm zu genehmigen. Das Dokument wurde hierauf auch von Rabbi Ch. Berlin unterschrieben. Auf speziellen £Mn[ör Dicfis mM URamm mußte Miß m bte\es Schrlststück unUv\4)v?\bm, sich im alten Archiv der Palästinakommission undwird noch in späten Zeiten Zeugnis dafür ablegen, daß das bekannte rabbinische Verbot bzw. die Stellung der Gedaulim zur Bildungsfrage nicht etwa eine Folge lichtscheuer, wissenfeind-- licher Rückständigkeit ist, sondern die abgeklärte Erkenntnis, daß in den zur Verbreitung und zur Vertiefung in der heiligen Lehre gegründeterr Jeschiwos und Thoraanstalten für das Studium der profanen Fächer kein Platz sei. Äm 8. Erwes {jat eine große Schulversammlung. in P ei ach T kkw ah statigefunden.

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