Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 4 (27.1.1927)
- Date
- 1927-01-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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WWWWWWMWWM^D Öette 4 Nr. 4 Der Israeli t 27. ^Zanuar 1927 ihre Berufung cruf rctt>f>tntfc!je S^ec^tf eritgurtgert meit mehr als bisher würdigte und die Slärtung ihrer Positionen gegenüber dem Liberalismus systematisch ins Auge faßte. Unter solchen psychologischen Voraussetzungen könnte die Pflicht des gegenseitigen n'3iy N3iri in offenster und doch brüderlichster Weise geübt und das Andenken der beiden Großen 7*si' die dw miteinander rangen, wahrhaft gesegnet werden. Das alles ist denkbar; aber ob die Unzulänglichkeit alles Menschlichen eine Verwirklichung solcher über den Staub des Tageskampfs hinwegschauenden Gedanken subjektiv und objektiv in ab* fc^tarer Zeit gulaffert rmrb, das scheint uns eins bange Vrage, die wir nicht bejahrn möchten. IKocfyenrunbfcfycm. Eine beherzigenswerte Mahnung. In der Schwat-Nummer des Korrespondenzblattes der Agudas Jisroel-Jugendorganisationwird ein Brief vonDr. Emil Hirsch- Halberstadt über die „Möglichkeiten eines orthodoxen Kolonisationswerkes in Erez Jisroel" veröffentlicht, der über den Kreis der Jugend hinaus Aufmerksamkeit finden sollte. In der ihm eigenen schlichten, phrasenlosen, aber klar durchdachten Weise entwickelt der Verfasser in diesem Briefe die Ideen, die ihn bei dem gemeinsam mit Sjexrre Isaak N u ß k> a u ru übernommenen Ausbau eines' lanbaunschaMchcn VcMkb^Z aus' dem Boden von M a ch a n e I s r o e l leiten und' die allgemeinen Triebfedern der gesetzestreuen Erez Jisroel-Arbeit auf wirtschaftlichem Gebiete. Allein nicht dies ists, was uns bemerkenswert erscheint. Vielmehr möchten wir folgende prägnanten Sätze unterstreichen, die sich in dem Briefe gewissermaßen als gelegentliche Gefühlsäußerung en. Es da: „Ich kami nicht unchln, auch bei Möser Gelegenheit auszusprechen, daß leider in orthodoxen Kreisen die Opferfreudigkeit für ideale Zwecke, soweit sie über lokale Interessen hinausgeht, sehr stark gelitten hat. Ich verkenne dabei in keiner Weise, daß sich Deutschland und ganz Europa seit Jahren in einer wirtschaftlichen Krise befindet, dennoch aber bin ich der Ansicht, daß die Orthodoxie in ihrer Opferfreudigkeit ihren Pflichten in den letzten Jahren nicht ger e <f) £ gern or h en t ft Wer sich für Sbenle einseht unh stsrs «nevtennt, nwjj QU «>b?!!chea Äffern bereit sein und darf sich nicht durarts beschränken, für'derartige Zwecke aus dem Ueberschuß der materiellen Mittel, die ihm zur Verfügung stehen, etwas herzugeben. Das legt dem Geber kein Opfer auf. Eiw Opfer wird die Hergabe materieller Mittel erst, wenn der Geber bereit ist, zu Gunsten seiner Ideale auf materielle Ansprüche Verzicht zu leisten, die er sonst hätte befriedigen können." Man kann dem Manne, der diesen schweren Vorwurf nach reiflicher Ueberlegung öffentlich erhebt, gewiß nicht entgegenhalten, daß er nur nss V7~n~i, aber rtid^t nü3 jei^ ob aixdj nur ein Heiner Kreis Eingeweihter darüber nnierrilhtet ist. Gerade darum sollten seine Worte in weiteren Kreisen ein zur Selbstprüfung führendes Echo finden. Wie Dr. Hirsch mit Recht erwähnt, kann man der Orthodoxie einen Mangel an Opfersreudigkeit im allgemeinen nicht vorwerfen — für lo - rare ZmMö merDen ragtllüstL M grMM mm seriellen Leistungen beansprucht und freudig gewährt. Wo aber der Anspruch höheren Ranges in die Erscheinung tritt, der Anspruch des organisierten brrnv ^3 mag es sich nun um eigentliche Organisationszwecke in ihrer alles überragenden Bedeutung oder um Thorapflege im großen oder um Erez Jisroel handeln, da versagt vielfach, ja meistens das VerständnisderBegütert e n und mit lächerlichen Brosamen werden Institutionen abgespeist, von deren Gedeihen und deren Weiterentwicklung das gefundeLeben des Volksganzen, der Sieg im Kampfe um bte e e I e bes |ilbt|i^en SSoIfes abt^äri^tm ist hsniö sin Ding Uf Unmvglichksü, daß die ausgepowerten Volksmaffen und der verarmte Mittelstand die großen Summen aufbringen, deren das Gefamtheitswirken bedarf. Wenn diejenigen Kreise, denen für ihren Lebenskomfort, für Badereisen im Sommer und Winter, für Automobile und winterliche Festveranstaltungen keine Ausgabe zu hoch ist, sich nicht auf ihre alte WWc AvcWflilU dkfimien und o o r allem am deren ihr materielles Können den Aufgaben -es großen jüdischen Klall in vollem Ausmaße widmen, dann belasten sie sich mit einer untragbaren Verantwortlichkeit vor der Zukunft ihrer Kinder und Kindeskinder. Rur der Geist, der die Gesamtheit erfüllt, erzieht ja in schweigender Allmacht die Individuen; wer darum sparen will, wo es sich darum handelt, den Geist der Gesamtheit im Sinne der Thora zu bestimmen. der schaufelt ber JübifchLeit ber. tojrtmenhett (5e.= : wuvlj wenn“'«*' nväs {ovU! tzfl der kurzlebigen Scheinblüte einzelner lokaler Institutionen beigetragen hat. Vickeavt eonäules! Belz und Munkaez. Zu dem vor zwei Wochen an dieser Stelle behandelten Thema sendet uns einer unsrer Mit? arbeiter folgende beachtenswerten Aeußerungen: Die Tageblätter in mehreren europäischen Staaten haben Schauergeschichten zu veröffentlichen gewußt, die den Anschein erweckten, als ob zw er große jüdische — oder sagen wir es gerade heraus — chassidische P a r t ei e nsich gegenseitig in Acht und Bann gelegt haben. Dabei wird der Bann der Belzer t«t± fernen iirtqüccltfigterixxr'en <Scf7mci^rmcJ-erc Q&r gen &ert ÜDlunfttcgere Öktlj&ttier <r!s mc^l rmtcgret^ ild), wenn nicht als harmlos hingkstellt, währenil der Akt von Munkacz in den grellsten Farben als finsterer Bannfluch dargestellt wird. Diese politischen Zeitungen wissen auch geheime Triebfäden zu enthüllen. Der Oberrabbiner von Munkacz hatte in „nächtlichen" Unterredungen mit dem Gouverneur von Karpathörußland einen geheimen Pakt geschlossen, laut dem Rabbi S p i r a sich verpflichtet hatte, bei den Parlamentswahlen die Listen der zionistischen Partei (sic.!) zu bekämpfen. Dieserg^eremjjatt öer a^egterupg JfJJJ °<?Ti tdt Mch flim WMÜNH, DiH Kvlslhd Par? tei des Zioniflenführers Dr. Singer ist im Parlament unoertreten geblieben. . Demgegenüber sei folgendes festgestellt: Es ist einfach nicht wahr, daß die Belzer und Munkaczer Ehassidim sich gegenseitig in den Cherem gelegt haben. Die Geschichte mit dem Cherem hat sich in Wirklichkeit folgendermaßen abgespielt: Namenlose Krakehler haben unter dem Sammelnamen „die Belzer Ehassidim von Munkacz" ein Pamphlet veröffentlicht, welches unerhörte Beschimpfungen und Flüche gegen den Oberrabbiner von Munkacz enthält. In Zeugen aufnahme stattgefunden Habe. Der B o rn b b-cr 3Ji«nJ«CÄer Iji-eXi ficfi für Der* rnji , i » « . V omm ' i 9 I S I Frrc?feif ^9crt biefe^ effMll rmgÄschrrttrn. Bin Vereine mit dem sünsgliedrigen Rabbinat — talmudische Kapazitäten ersten Ranges — wurde eine Untersuchung eingeleitet und zunächst festgestellt, daß die v e r a n t - wörtlichen Männer der Belzer Richtung diesem Treiben ganz fern stehe n und daß es sich lediglich um ein Bubenstück unverantwortlicher Elemente handelt, die es darauf abgesehen haben, die öffentliche Meinung durch lügenhafte Vorstellungen irrezuführen und die Ehassidim, sowohl die Munkaczer als auch hie fc^crmtos 51t k o m pro rrt %• £ t -t -e re n. ^Dcrs si-ll- N-rLLincri i^r Mc « " - - - - untacjer ^ro^gemeinbe .fjat eine Kundgebung erlassen, als Verweis und Warnung gegen jene namenlosen, bisher noch nicht eruierten Urheber, Drahtzieher und Handlanger dieser Giftmischerei. Der Cherem selbst, der also keineswegs gegen bestimmte Gruppen oder Personen, geschweige denn gegen die Belzer Ehassidim sich richtet, ist daher nicht als ein Akt der M u n k a c z e r C h a s si d i m anzuspvechen, sondern bildet das Ergebnis einer Amtshandlung der legalen Kultusbehörden, des Vorstandes und Rabbinats der größten jüdischen Gemeinde in der ganzen Provinz. Diese Instanzen hielten sich für verpflichtet, ihren Oberrabbiner Und gar erst, wenn, über diese Herrlichkeit die Sonne ihren verklärenden Glanz ausschüttet, und die Weiße des Schnees sich erhöht, und selber Licht und schimmernden Glanz zurückwirft und das ernste Dunkel der Waldbäume wie der Baß die Diskanttöne doppelt dunkel und schwarz Die emzullkMi? WwMiimg dlMMMschi und dllimm dar Licht lichtiger, den Glanz dsn Wsrße KlLnzen-sr macht, da möchte die Seele alle ihre Tore weit ausreißen und die. bis zum Höchsten gesteigerte Schönheit aufnehmen und fassen und nie mehr loslassen. Heil dem und glücklich der, dem der Bildner des Menschen Auge und Sinn verliehen hat, es zu bemerken und zu genießen: atto jezartoh. Du, Du hast sie, die Seele so gebildet und begabt. „Liebe und Güte hat der Schöpfer," sagt Rabbi Akiba im Perek, „dem Menschen erwiesen, daß er ihn in Seinem Ebenbilde geschaffen hat — daß er sich freuen kann der Werke Gottes, so rore Gott sick> Seiner LDerke ^rent^ jisrnad^- I^ajc^ern iemnafop. £e gur Mittqgffgssjs, WsNg hvsh ftStjt Ö61T ÄvNnenball. Einen ganz andern und besonderen, ich möchte fast sagen: einen intiinen Reiz gewährt es, wenn morgens, bevor die Sonne noch dem Talbewohner sichtbar aufgegangen ist, die Spitzen der Berge mit ihren blendenden Schneekappen von der Sonne beschienen sind und die leuchtenden Schroffen und Zacken sich in hellster Belichtung abheben von den noch im Schatten und Halbdunkel liegenden Massiven: nur hier >ein Gipfel, dort eine Nadel, alles streng durch mathematische Linien und Flächen begrenzt. Dies der allgemeine Eindruck, den die Bsrgmelt auf ÖQII MMhiM ÖBI MiÄ!UH8 «UW, UUM M |UM Male in ihre Mille llrll. Man.sucht «der, syrpell es geht, in ihr Inneres einzudringen. Und da öffnen sich überall Seitentäler, immer mehr und mehr sich verengend, immer näher rücken die senkrechten Wände zueinander/-kauny der ^agschend^. PergbaH Platz,ifür-if-eine^über Stock sind Stein brausenden'Wasser hat und nur ein - schmaler' Wegj für den Wanderer und den Schlitten des Heu aus den verstreuten Hütten holenden Gebirglers übrig bleibt. Immer enger wirds, da, plötzlich ist die Welt verschlossen — durch eine Bergwand von unendlicher Höhe und in ihrer Mitte wird sine Falte sichtbar, in welcher ein leuchtender WassMtlM hlMM MMt> r» smMchtM herllUderstürgt. Den Namen des Wasserfalles habe ich vergessen, er ist schwer zu merken, aber das tut nichts zur Sache; in Partenkirchen sagt ihn dir jedes Kind und jeder Besucher. Und du gehst nach einer andern Seite in ein anderes Seitental der Partenkirchener Talweitung, da gelangst du naturhungriger Wanderer zu einem anderen Naturwunder, zur Partnach-Klamm. Da hat sich, so sagt man, der Partnachfluß in den Felsen seinen Weg, oder besser, seinen Pfad oder Rinnsal gefressen und gebohrt, nur meterweise stehen Nie Felsen auseinanvör, so hast nur mit mm hllndlMiton StMen bei* b'lsusnds Himiml hsMni'sgt, in der Tiefe rauschen der Partnach hellgrüne Wasser über große und kleine Felsblöcke, keinen Pfad gäbe es durch die enge'Schlucht, wenn nicht die Kunst der Menschen und die Sorgen des Fremdenverkehrs-Vereins bald auf Brücken über dem Flusse, bald in dem Berge auf lange sich hinziehenden niederen Tunnels einen schmalen Weg geschaffen hätte, damit man dem Bache entlang schreiten kann. Heute gewährt die Klamm einen besonderen Reiz. All die von oben tropfenden und rinnenden Wasser sind zu Eiszapfen erstarrt, wie in einer Höhle hängen die Zapfen herab, balb einzelne Zacken, halb mächtige Tropfsternge^rlbs, beren einzelne Seile roie i>!e Ärge?^>seifen oon geringstem Ausmatze bis gur grötzten Höhe nebeneinander, herab-^ oder hinausragen. Nur zu bald und zu bequem ist das Wunderwerk der Schöpfung durchschritten und auf dem.gleichen Wege kehren wir zurück, nachholend, was das trunkene Auge etwa von Einzelheiten übersehenihatt->Wkk, unsevSlGesMchclft-'Wd-nW M'Änzigen, die hierher gewallfahrt sind, fortgesetzt begegnen uns andere Beschauer und wir müssen uns an die Felswand drängen, um sie vorbei zu lasten. An einem andern Tage trägt uns der flinke Pferdeschlitten 311m Nissersee, der mitten zwischen den Bergen ftine öotti lEnnneniiinlel öeschallelen flarert Bßa||er in unbewegter Ruhe halt. Heute ist er oon dicker Eisdecke überspannt, auf welcher flinke und gewandte Schlittschuhläufer in erhitztem Wettkampfe sich tummeln, es findet ein Eishockey statt, jede Partei sucht den Preis zu gewinnen. Tausende von. Zuschauern verfolgen gespannt das rasch bewegte. Spiel, bis sie, müde vom Schauen, das wunderschöne Restaurant aufsuchen und sich an Speise und Trank, an Musik und Tanz erquicken. Und noch ein weiteres Ziel gibt es. Droben aus der Höhe von 1652 Meter winkt der Gipfel des Kreuzeckberges- 5ßraD unD afionto blinkt dm Licht M SasMusm Ämm tSt» ML Litt LlLött, dsi? zum GiiLisLtt ttahL ist, Abäi- Ur Aufstieg wäre im Winter auf dem Schnee zu muhsäm, da lassen wir uns lieber von der so kunstvoll gebauten Drahtseilbahn hinaufziehen. Mit uns fahren Skiläufer,, deren Schneeschuhe der Wagenführer außen am Wagen,, wenn man ihn so nennen kann, verstaut. In sechs Minuten sind wir droben angelangt, schon wimmelt es dort von Leuten. Wir erfreuen uns der Sonne, welche in sommerlicher Wärme — Höhensonne — auf. uns herniederscheint, so daß wir versucht sind, Mtntel und Rock abzuwerfen und in hemdsärmeliger Gemüttichkeit uns niederznseden. Die Skiläufer uttb »Qäufertnnen schnullen ihre^ iet-enncsillnjk^nise «n wn!) ungefährlichem Lasss den Berg hinunter. Andere setzen sich auf die mitgebrachitzn-Rodelschlitten- und freuen sich der Wirkung der Schwerkraft ihrer Persönlichkeiten. Wir lassen uns von der Drahtseilbahn' sanft den steilen Berg» hinunterträgen und sind glü'ckliH,^ wieder-festen-Boden unter den Füßen zu haben^ auf welchery.wir gechgchlich)