Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 4 (27.1.1927)
- Date
- 1927-01-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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)?/. IstMär 1927: ,„ „ . . . „,,,. „.•,,..._-. M DH HKMen WDsjmnzipW ebensowohl als ein -.msriw^PerhättM '(bes.yn8erer'- Art) ^begreifen lie§e wie eine private Körperschaft, dünkt uns klar. Dis einzelnen 'O’ÖÜl» haben eben ihre Nettste Durch fre!« Ae^einkUttsi (SttötttSügD fassung) zum Teil gewissen Vertretungs- und Exekütivo.rganen delegiert, die m Vollmacht der Volksgesamtheit handeln. Die Konstruktion Unnas scheint uns daher ohne Folge für das jüdische Recht. Seinen Beweis aus o’YW hat Klein u. E. zutreffend widerlegt. ■JJljlfj ^pfieht aus ditzf^n Darlegungen/ Daß Dis neuere Mswfswn stchfo«k^ sie haläPschör Natur ist, ganz auf die Frage des "naw tv sto nh'2v und die Nuancen dieses Begriffes beschränkt. Zwischen Hirsch und Bamberger spielte aber gerade diese Frage (was Wohlgemutst in seiner Anmerkung Nr. i; letzter Satz, vielleicht übersehen : hat) eine untergeordnete Rolle — sie scheint zwischen ihnen gar nicht strittig gewesen zu fein. Was damals den eigentlichen Mittelpunkt des geistigen Kampfes bildete, war die psychologische Bewertung des n s o l o g e n G l a u b e n s f y st e m s und Der i> « k u r 4. fc I ä i?l Q t O Mlw Der KvstN??^ Fernhaltungs- und Trennungs^ Pflicht. Während Hirsch und Bamberger über die Pflicht des Austritts völlig einig waren, solange es neben den neologen Institutionen der Gemeinde keine orthodoxen gab, begann die Meinungsverschiedenheit in dem Augenblicke, in dem sich die rein n e o l o g e Gemeinde in eine religiös neutrale, orthodox-neologe, wandelte. j Motiv der Meinungsverschiedenheit war aber kkm^ÄezZ fcst pram [ $ 0 Meresseöer SMkdoxie, sondern, wie mit aller Schürfe betont werden muß, ausschließlich die rellgionsgesetzliche Beurteilung des n e o l o g e n Systems. Bamberger schloß üus der Tatsache der neologen Konzessionen, daß damit die Neologie sich innerlich wandte, daß sie aufhöre ein System des r e i n e n r\ vx’ o darzustellen, mit man auch na cf) ferner Auffassung U n b ß s stkittenermatzen nicht in einem verband bleiben darf. Er übertrug nur den Unterschied zwischen d'Svn'? und six^nb aus dem Bereiche der praktischen Gesetzeserfüllung auch -auf die Bewertung des Glaubenssystems. Hirsch lehnte diese Uebertragung ab und behauptete, daß ein System des mr» als solches, un a b hä ngig von denBeweggründ en und der psychologischen B e s ch a f f e n heit seiner Träger, ein "System des r>i3'»» bleibt und daher nach talmudi- Der Israeli!_ sehen Grundsätzen auch nicht s ch e i n b a r durch Duldung gedeckt werden darf. Wir bedauern es im Interesse der fruchtbaren geisstgen Bew.egüng der Probleme, daß die Derfrofer!6er öfciDeii mttfinsfflb?r rittgcttbGn fns schaumigen aus diessn KslMpuiM bisyer gar nicht eingegängen sind, obgleich Doch gerade an diesew Punkte die Erfahrung von fünfzig Jahren nach der einen öden anderen'Richtung manche wichtige Momente für die halachische Beurteilung gezeitigt haben könnte. Im Zusammenhang damit müßte doch auch einmal in wiflsnMlifllMr MöiMMst sucht werden, mrviewert denn bis heute Die Der dingungen erfüllt worden sind, die Bamberger als unerläßliche Voraussetzung für seinen pv3!mv>n*? formuliert hat. Für ihn spielte das psychologische Moment der Nichtanerkennung d e r n e o l o g e n G e me i n d e Vorsteher durch die Orthodoxen eine geradezu ausschlaggebende Rolle. Sowie er schon Jahre früher — in einer im Besitze des Herrn Rafael Wormser Vst in Karlsruhe befindlichen Entscheidung — dem Karlsruher Gemeindevorstand der Waf>l des ersten 022? bbtlv in den Vorstand das er CLzus? - erhebung aberkannt und den Gememdemitgliedern die Pflicht der Steuerverweigerung auferlegt hatte, fo betonte er auch in seiner Frankfurter Entscheidung die Notwendigkeit eines „besonderen Vorstand e s" für die Orthodoxen, und der Eintritt eines gesetzestreuen Juden als Kollege in einen gemeinifumen orthodox-neologen Gemeindevorstand war {für ihn indiskutabel, auch nachdem er die Neslügie von dem Makel des v'V37ib für befreit im. Jim f$mt( 8Ffabe ble Nacb^bren des Würzburger dis Pflicht hätten, ohne jeden Seitenblick auf gemeindepolitische Konsequenzen die persönliche Stellungnahme Rabb. Bambergers zu den Problemen des Austriitskampfes aus historischen Gründen genauer zu klären und vor jeder willkürlichen Identifizierung mit dieser oder jener modernen Auffassung zu schützen. Die heutige Gemeindeorthodoxie mag sich mf MM WrWlltMtktt oon arnmmm rabbimscher Gelehrsamkeit unbcrb^ stütz-n, aber das besagt noch nicht, daß nun grade die Autorität des Würzburger Raw für die Dinge in ihrem aktuellen Bestände vorbehaltlos in Anspruch genommen und dem Votum seiner großen Zeitgenossen, Hirsch und Hildesheimer, entgegengehalten werden dürfte. Neben den halachischen Momenten ist das Weltanschauliche und Pädagogische in den Una- Kleinschen Auseinandersetzungen wohl etwas zu Nr. 4 Seite 3 kurz gekommen, wenn auch beide mehr oder minder ausführlich davon sprechen. Wenn — dies im Einklang mit S. B. Bamberger — Dr. U n n> a die Unterstellung zurückweist, die Gemeindeorthodoxie erkenne die Neologie als gleichmvttZ sn und W am Me LsWA daß ja schon die pringipieM FektthaltUttg von Den liberalen Kultusstätten die Mißbilligung der „Orthodoxie gegenüber dem Liberalismus scharf zum Ausdruck bringe, so erwidert Klein in klarer Formulierung darauf mit offenbarem Recht Folgendes: Von einer Anerkennung im Sinne einer Zustim- HJUJJg jjj jff gpf keine Rei>e. Der cherzsrrsronnsch aber. daß es anders fern rnvWk, schüft, «nch ”«***« iNXtt ihn ausspricht, Anerkennung m halachischem Smn« und vor allem im Sinne psychologischer Wirkung gar nicht aus. Nicht um Billigung handelt es sich, sondern um Duldung und Mitverantwortung. Ganz gewiß würde man einen Kult oder -eine religiöse Anschauung, die die Grenzen des Monotheismus überschreitet, im Rahmen einer jüdischen Gemeinde nicht dulden, man würde mit einer aus Juden bestehenden Gemeinschaft, die solche Anschauungen pflegt, keine religiöse Gemeinde bilden. Wenn man nun mit dem Liberalismus Doppelgemeinden -errichtet, obwohl nach der oft zitierten Halacha «"5 *p rnnao die prinzipielle Leugnung auch nur -eines Gebotes unter das gleiche 'n ~i3“t ,2 fällt wie selbst: folgt aus dieser Dul- »icht Mil WlllWMr DkMiSkNist, VaD "« ßU,e: valismus nicht den Rahmen des Juvenlums Braucht er aber mehr als dieses Zugeständnis? Er sagt ja selbst, daß -er ein neues Judentum schaffen möchte. Ein Neu-es, das zugleich Judentum ist. Darin liegt die ungeheure Gefahr der neologorthodoxen Einhestsgemeinde für das religiöse Bewußtsein der Heranwachsenden Jugend, die aus der Konstruktion der heimatlichen Gemeinde sich das Bild der jüdischen Nation ßrbaut und damit letzten Endes beim zionistischen Volksbe-! griff, der Negation De5 ’^yib LS-G-dankeNK- Janbet. * i * Ist trotz alledem ein prüksifches Zufüwmett-- wirken und eine innere Annähekung von selbständiger und einheits-gemeindlicher Orthodoxie möglich? Diese Frage ist von beiden Autoren nur in flüchtigen Andeutungen behandelt worden, obgleich sie eigentlich das tfiema probandum in der Rabbiner-Versammlung bildete. £ R1 & 8 F ein Zustand, in bem bte Gsrnerndevt'thsdsxrs in Der Existenz UND in der Vlütc der selbständig organisierten Gesetzestreue nicht mehr wie heute einen Stein des Anstoßes, sondern die sicherste Bürgschaft für die eigene einflußreiche Fortentwicklung erblickte und sich — wozu 1907 Ansätze vorhanden waren — an die unabhängige Orthodoxie brüderlich anlehnte. D e nk b a r wäre ebenso, daß diese letztere, der eigenen geistigen Fundierung klar und sicher bewußt, die reinen religiösen Motive der Gemeindeorthodoxie und -Augen, die mit Blindheit geschlagen sind, unb zu befreien dietenigen, die von der Sünde in Fesseln geschlagen sind. Seine Pflicht ist es, dafür zu 'sorgen iV Kam 3ttn »daß Israel zu Gott zurückkehrt und seelisch wieder gesunde". Meines Feuilleton. Der Lebensbalsam. (Nach Midrasch Rabboh). Von David stineas -in Frankfurt a. 21t. - Was schiebt unb stößt sich denn die Menge /Dort auf dem Marktplatz? Welch Gedränge! - Sie stehen schon in dichten Haufen, Und manche kommen noch gelaufen i Aus Mrnss hh? stützt iJrs Dort Ms Dem Markt mit lautem Len Preist einer Lebensbalsym an!" „Ich kauf' — „auch ich!" — vom Wundermannl' - Doch der, umringt vom Menschenbraus, Sieht gar nicht wie ein Krämer aus: Von ehrfurchtheifchender Gestalt, Ein Weißbart auf die „Brust ihm wallt. Und unter schöngeschwungenen Brauen Zwei kluge Augen prüfend schauen. Darob die Stirn' sich hoch -erhebt, Und Geist in jeder. Miene lebt, - Eiy gütiges Lächeln um den- Mund, Kurz — alles tut den Weisen kund. 1I«& äiafß?. fifitft nun iaf® nüj um, :;öt zahlreich fei söltt Pll.WkUMj ÜHls bre gkgß g'Mg^WWIt^' ~ Da rief er über den Marktplatz hin: „Wer möchte lang und glücklich leben? Er braucht nicht viel dafür zu geben!" „Ich will's!" „Ich auch!" „Was ist derPr-eis?" So riefen wohl hundert rings im Kreis. — Doch gelassen öffnet der kluge Mann Ein Buch und hebt zu lesen an: „ W e r i st' s, der wahres Leben begehrt, iji? tie&.t, ixt -er Gates erfährt: Deine Zunstk, v oor BL heryahre, Deine Lippen, daß ihnen kein Trug entfahre! Weiche vom Schlechten, nur Gutes tu! Suche den Frieden, ja, eile ihm zu!" So sprach eindringlich ernst der Weise, Doch murrten viele in dem Kreise: „Das soll der Lebensbalsam sein, Der von uns fernhält Not und Pein?! « Mag her Betrüger sich nur hüten, (Em jiüMlasmal uns Das iu Ditfenr Unb schimpfend zügsn heim M Toren, Für sie war Lehr und Rat verloren. — Die aber Gottes Wort und Zucht Mit frommem Eifer stets gesucht, Verstanden, was der Rabbi sprach, Und handelten beglückt danach. Und ihnen ward zu ihrem Heil Der wahre Lebens trank zuteil. Brief aus Garmisch-Partenkirchen. Von Al. K. in rn. Nicht allein im Sommer, sondern auch im Winter ist Gottes Natur schön und herzerfreuend. Nur muß man sich dorthin begeben, wo es echter und rechter Winter ist, dorthin, xx>o er foaufagen Bürgerrecht hat und dies ist Wny*ens in Ucfem gatre nicht, ill Stf Msm UÜÖ HtlÜJ Deritng, sondern droben im Gebirge. Unb darum wollen wir, die wir wenig zum Reisen kommen, eine Fahrt kn die Alpen machen, wo die Täler von Schnee bedeckt, den wandernden Fuß wie auf einem Teppich nicht hart auftreten lassen, und Berge wie Riesenmauern den Spaziergänger schützend begleiten, und wo die himmelan ragenden Gipfel mit ihren schroffen, zerrissenen und klippenähnlichen Spitzen das Auge zum Blicke in die Höhe verlocken und mit unwiderstehlicher Gewalt ihm die Macht und die Größe des Schöpfers aufdrängen. Wer könnte da 0krgkffkll,.Del0llüUmö Msgttftismi m? y«b&u Haschern, „wie groß sind Deine Werke, o Eroigsr" vmb ohne es zu wollen, kommt ihm die so sinnig geprägte Berocho über die. Lippen: boruch aussei maasei ber-eisches „gelobt seist Du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der da erhält das Werk der Schöpfung." Da in dieser Wunderwelt, vor sich das dehnende und hinziehende Tal, rechts und links die in unbeweglicher Ruhe und Majestät sich auftürmenden Bergwände mit ihren Zacken und Spitzen und haarscharfen Nadeln, alles gleichmäßig mit der Ruhe und Traulichkeit atmenden Schneedecke verkleidet, auf welcher das tiefe Dunkel der Fichten und Tannen entzückenden Kontrast bildet, was könnte es Schöneres unb Herrlicheres geben? Boruch schekocho lau beaulo- ™aur „gJobt {ii Ul-, Um sgsktzgs in Seinor WM ist."