Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1927-01-20 · Heft 3 (20.1.1927) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 3 (20.1.1927)
Date
1927-01-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2446951-2450442-2450445--73781-2531210
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

I ©ctte 6 71t.3 D e r Israelit 20. Januar 1W7 Nachdem die neue Regierung schon vor einigen Tagen Dr. Friedmann seines Postens als Erster Rat im Justizministerium enthoben hat, hat nun die Amtsenthebung des Generalkonsuls Dr. Rabinowicz in jüdischen Kreisen Litauens deprimierend gewirkt. MmslsiPiHsiöM ÄamaullavK Kowno, 13. Jan. Im Gespräch mit einem jüdischen Journalisten erwiderte Ministerpräsident Woldemaras auf die Frage, ob er den Vertretern der litauischen Presse gesagt habe, der Generalkonsul Dr. Rabinowitsch sei abgesetzt worden, weil er Jude ist, wie folgt: Ich habe überhaupt ein Interview nicht gegeben. In jüdischen Kreisen verhält man sich zu dieser Antwort sehr skeptisch. Woldemms 1«gte im B«towt Verlauf des U- « M« aermil wn» limr me mmmM». föM4 er siH Lbie üäH mH! ei? MM sich jedenfalls mit den Vertretern der Minderheiten in Verbindung setzen. Lvnirkreieh freien Tagen, Sonntag und Donnerstag, gibt sich die französische Jugend ganz dem Sport und Spiele Hin, und die jüdische Jugend macht es ebenso. Das jüdische Konsistorium ln Frankreich hat sich ehrlich Mühe gegeben, in Ausnutzung der späten Rachmittagsstunden und her fdjulfreien Tage, den Kindern rnenigstens ein Minimum von re/!g!"^N ^nntni^en bs!g»br!ngen, wie die Kenntnis der Gebete im Urtexte, eine Vertrautheit mit dem Charakter der einzelnen Feste usw. Das Resultat war gleich null. Die Arbeit für die Fortbildung der reiferen Jugend im Rahmen des zu diesem Zwecke gegründeten Vereins „Schema Israel", die an sich hoch anzuerkennen ist und auch verhältnismäßig gute Erfolge gezeitigt hat, erfaßt die östliche Jugend nicht. Die neue ostjüdische Gemeinde „Ohel Jakob" sucht eine rationelle Löfung iw Fraze auf dem Kege vou eigenem jüdische» 6djulen, wo die Kinder »ach «new »niiaßende» Mrnk die Wichen ^itlräüttU utiS trttl QrtUrtjltHUt eplerrtsn fort neu wie die weltlichen und die zudem in ihrer ganzen Struktur von jüdischem Geiste geleitet sein sollen. Die Gemeinde will bei Beibehaltung ihres religiösen Charakters auch soziale Aufgaben lösen und eine Hilfsaktion zugunsten der Emigranten erhalten. Gerade in ümtvita. . Die Wadsworth-Bill. Newy ö r k, 13. Jan. Der Ausschuß des amerikanischen Repräsentanten- MtzS bchllMW HSlltlS UW AttitÄz Ue 6e„«Ws Wadsworth, der eine Verbesserung der Einwanderungsbill nach der Richtung bezweckt, daß etwa 30 000 Familienangehörige von Deklaranten (Bürgerfchaftsanwärtern) außerhalb des Rahmens der Einwanderungsquote in das Land kommen dürfen. Dieser Antrag wurde bekanntlich vom Senat in seiner am 15. Dezember v. I. abgehaltenen Sitzung angenommen. Der Ausschuß des Repräsentantenhauses lehnte die Wadsworth-Bill mit 8 gegen 2 MmmeN' ab. Las jiidifche Kongttßmtzlied jjcrlmann W »»»dafür «i», kß es lei der llfiiitiiii im Ausschuß nicht im Ve- MinDin Wm.; ' dd| w Nll m Mi PlNM öes Repräsentantenhauses zur Absümmung gelangen soll. (ITA.) Personalien. Xogung der WAN in PO. Paris. 9. Jan. AM 6. lffltD T. 3mUQF IBIIFÜB W MUsü DöF 3(101 211 Paris eine Tagung der Joint-JEA-Reconstructton-Foundation abgehalten. Die Foundation setzt sich bekanntlich aus 20 Mitgliedern zusammen, von denen 6 Vertreter des Joint, 6 Vertreter der JEA und 8 Vertreter der jüdischen Körperschaften in verschiedenen Ländern, die von Joint und JEA berufen werden, sind. Der Tagung wohnten bei: der Präsident des Hilfsvereins der Deutschen Juden, Herr James Simon, der Präsident des Verbandes Ort, Herr L. Bramson, der Präsident der Frankfurter Jüdischen Gemeinde, Justizrat Blau, Herr liefen Kreisen isl zur tzeii die M W groß. Cs roolp in Paris Tausende von Juden in größtem Elende, die Traocr in WWW m imcmircT ddifi MWmWiM im Besitze von Warnen, (Stellung und Vermögen waren. Es ist erschreckend, wie rapid ihrer viele die soziale Leiter hinuntersteigen mußten. Es gibt in Paris ein Komitee zur Hilfeleistung an die Verarmten. Aber die Arbeit kommt nicht weiter, da der Einwandererstrom und damit die Verelendung der Massen immer zunimmt. Von 1350 Akademikern, denen geholfen werden konnte, konnten sich nur 231 auf ihrem Spezialgebiet betätigen und in das gesellschaftliche Leben emordnen, in der großen Mehrheit mußten sie nach andern Professionen suchen J|1P, 16. Ä«. 1 kti W «z ansalles verstarb plötzlich in der Nacht vom 13. Januar ei"er feFrn ^kskfsgr m SüsSjMstnößk mit mm Ausweis Davm F^ldmanu aus Berlin, 62 Jahre alt. Die hiesige Kultusgemeinde veranstaltete dem unbekannten Verstorbenen ein ehrenhaftes Leichenbegängnis. Oberlehrer Freud en b erge r hielt bei der Ueberführung nach dem obw nv in Qaubenbad) eine ergreifende Ansprache. München, 16. Januar. Am Sonntag, den 13. Schwat fand im Beth Hamidrasch „Machsike Hadaß" eine Trauerkundgebung für Rabbiner Dr. H. Ehrentreu statt. Herr Abraham Schindler gab in seinem Hesped ein Lebensbild des großen .ivo». Er gedachte ganz besonders der vielen -Taten von Dr. H. Ehrentreu V'xr. Leonard Cohen-London, die Herren Dr. Klumel, Senator Schereschewski. Abg. Rosenbaum (Vizepräsident der SwveinLe) aus 5M«n, Br. Benin heimer-Frankfurt a. M., Herr B. Locker-Berlin, Salomon Reinach, V. Alter-Warschau, ferner als Vertreter von Joint und JEA die Heven Dr. Bernhard Kahn, Direktor des Europawerks des Joint Distribution Committee, Dr. Louis Oungre, Generaldirektor der JEA, Dr. D. Schweizer, Vizedirektor des Joint, Dr. Werner Senator, Generalsekretär des Joint in Europa u. a. m. Den Vorsitz führte her Präsident her 3CC9I, £>err Phrlipxi- Es wurde festgestellt, daß JCA und Joint durch die Foundation bisher in den Darlehnskassen der verschiedenen Länder annähernd zwei Millionen Dollar investiert haben. Mit diesen Ausgaben waren die Mittel der Foundation völlig erschöpft. Die Entwicklung der Kreditkooperativen in den verschiedenen Ländern macht es aber notwendig, weitere Mittel für die nächsten Jahre zur Verfügung zu stellen. Es stehen Vereinbarungen zwischen 3(EÜt unb Sotnir ttt Aussicht, rr<rch bertert fiirr bt-e rrcrchsten vw für VrrrirflcLMV ver zur Konsolidierung und, womöglich, Erweiterung der Kreditkassen notwendigen Mittel beschafft werden sollen. Der jährliche Bedarf wird mit ungefähr 400.000 Dollar veranschlagt. Eine ostjüdische Gemeinde in Paris. Paris, 10. Januar. Die neugebildete ostjüdifche Gemeinde, von der wir bereits kurz meldeten, konsolidiert sich langsam und kommt in gesunde Bahnen. Geistiger Führer der Gemeinde ist der frühere Rabbiner von Petersburg, Dr. M. E i s e nil ab 1. m ist kiM ran r«iifliofc KWllll MM. ßte aber als einziges Zentrum für die ostjübifchen Äiaffen in Paris dienen soll. Sie will für all die religiösen Bedürfnisse dieser Massen sorgen, insbesondere aber auch für die religiöse Erziehung, die in diesen Kreisen bisher sehr im Argen lag. In einer von Ostjuden besuchten Synagoge konnten von 42 Barmizwahjungen 16 nicht hebräisch lesen, 12 andere hatten zum Zwecke der Barmizwah mühsam die Brocho erlernt. Zehn Jungen hatten etwas Ehumrsch gelernt, nur 3tuet Zungen Hatten einen reg'elreltien *ße1ror{1^en unl> rett^iojen ilnterri^t <jclwssm. Die jüdischen Kinder, auch der ausländischen Familien, besuchen die französische Schule, in der sie den ganzen Tag ihre ganze Kraft den profanen Disziplinen widmen. In den Abendstunden ist aus dem geistesmüden Kinde nicht mehr viel herauszuholen. In den zwei fchul- oder als ungelernte Arbeiter in die Fabrik gehen. Jüdische Aerzte, die sich als Masseure betätigen. Ingenieure »II MHMWsljhW, Mnstmrür & UMMpN oder Weißbinder usw., bilden keine seltene Erscheinung in Paris. Präsident des Hilfskomitees ist Baron Alfred Ginzbürg, Angehöriger. der bekannten Baron Ginzburg- Familie in Petersburg. Man darf hoffen, daß mit der Gründung der Gemeinde, in die sich auch das Hilfskomitee einordnet und an der alle Männer, die bisher 3iir Abhilfe her Not ihr möglichstes taten, führend teil» 4 rt&bmett. et ne tx>e f-nstlche ®e|fe jüdischen Kolonie m Paris eintritt. ßer üa 8e PalZfti««. Waad Leumi gegen das Gemeindewahlgefeh. Jerusalem, 1. Jan. Die letzte Sitzung des Waad Leumi, der auch Vertreter der jüdischen Stadträte im Lande beiwohnten, verlief sehr fKirmtfcfj. Z>xr. SSefrtfcfytxX forberte irrt SXl^trrtert ber JQ i x> * nistcn-Ncvisloniflcn vcn Voykotl via bevorstehenden G e m e i nde w a h l e n zum Zeichen des Protestes gegen das die jüdische Bevölkerung sehr stark benachteiligende Wahlgesetz. Die Mehrzahl der übrigen Redner kritisierte ebenfalls sehr scharf das Wahlgesetz, sprach sich aber gegen einen Wahlboykott aus. Waad Leumi nahm schließlich eine Resolution an, in der die Regierung ausgesordert wird, die Munizipalräte diesmal nur für zwei Jahre wählen zu lassen. Inzwischen solle ein neues Wahlgesetz ins Leben treten, welches allen denen das Wahlrecht gewährt, die 1922 sich um die Bürgerschaft bewarben, wonach die eVrtretung jeder GemeinsMllst m m-n MilMWlliiMn im BkFWlniZ our gW tlMr Cl4itekzähUe stehM sällö itrtd die rtMM jüdlschs» Wohnviertel um Jerusalem dem Stadtgebiet einverleibt werden sollen. (ITA.) Vermischtes. ^ichNgstellung. Im Bericht über die Beisetzung des Rabbiners Dr. Ehrentreu b"sheißt es, daß Herr Jacob Heckscher, Hamburg, namens des Deutsch-Israelitischen Synagogenverbandes gesprochen habe. Es muß dies dahin richtiagestellt werden, daß Herr Heckscher namens des Vorstandes der De u tfch - I sra e litischent Gemeinde gesprochen hat. Gudensberg, 19. Dez. Der Israelitische Frauenverein dahier feierte sein 25jährige« Bestehen durch einen littfßröaffiinQoaßflnD, sMunks« Mt TMM. 3hren 88. Geburtstag beging in bester Rüstigkeit und Geistesfrische Frau Ww. Mathilde Mansbach im nahen Maden. Breslau» 22. Dez. In den alten Breslauer jüdischen Friedhof in der Claaßenstraße, dessen kultur- und kunsthistorische Bedeutung erst kürzlich in einer kleinen Monographie von Prof. Dr. Ing. Grotte gewürdigt wurde, sind in der Nacht vom 14. zum 16. Dezember Rohlinge nach Ausbrechen des Schlosses eingedrungen und haben gegen 20 alte Grabsteine umgewörfen. Rödels 22. Z>eg. Wk Dtttzg gkk ytssigsn «inst so muhenden jumslycn GeMMve wuiüe dteser Tage mit Levi Oppenheim im Alter von 76 Jahren unter starker Beteiligung aller Konfessionen zu Grabe getragen. Den Nachruf hielt Rabb. Dr. Wohlgemuth-Kitzingen. Als Veteranen des Krieges 1870/71 begleitete auch der Veteranen-Verein den Toten zur Muhe und gab eine Ehrensalve ab. Bukarest» 20. Dez. Vor kurzem beging die jüdische Gemeinde von Kronstadt (Vrasow) das Jubiläum ihres hundertjährigen Bestandes zugleich mit dem 75jährrgen Jubiläum der Chewra Kadifcha, dem 50 jährigen Jubiläum des Jüdischen Frauenvereins und dem 25 jährigen Jubiläum der Großen Synagoge. Aus diesem Anlaß fand in der Synagoge ein Festgottesdienst statt, dem ftef) tm @emetttbe^eufe «etrt-e duSelfeler anfc^lo^. Borten (Dezin CaMl), 22. Dez. (seinen 95. ©eßuTtSi tag beging in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische der frühere Metzgermeister, jetzige Rentner, Feist Rosenbusch, dahier. Vertreter der Aguda beim neuen Gouverneur von Jerusalem. Jerusalem, 1. Jan. Seitens der Agudah wird mitgeteilt: Anläßlich eines 85ntrrits5>-ssuchss. mslchsn Nabbinat -und SBorfi-anh des SS$a<zir Sjaitr und -iKc SUgubas Jisroel dem neuen Gouverneur von Jerusalem, dem Nachfolger von Sir Ronald Störs, abstatteten, versprach dieser wohlwollendste Berücksichtigung der Wünsche der unabhängigen Orthodoxile und ersuchte darum, Beschwerden ihm stets persönlich vorzubringen. Wochenkalender. vom 22. — 29. Jan. 1927. vom 19. — 28. Schewat 6887 Samsrag Jan. 22 V3V 19 •nn* SS öS IHontaa M 21 Dienstag 25 22 Mittwoch 26 23 Donnerstag 27 24 J3 D’33W 'D Freitag 28 25 & Samstag 29 26 a 3111

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.