Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 2 (13.1.1927)
- Date
- 1927-01-13
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Israelit Sette 2 Nr. 2 _ fdjiiler mill ich -gar nicht veds», Dsr Mlttslschullshr«» kä/lll fich^ sttierfeus leiaper machen: iiller mc^is tann «ni> nlcyr mutommi, rrregr Jemen oer unO Oieioi |igen. JüJ t v können bas niryr |ayen. Leoes Ml>cye normale jtmö mutz mliromiuen ooer mugejcyielsl roeroen. teine Auslese der Tucyngslen tommi für uns mcyt ui Frage. Wir wollen aucy lnryi vergeben, day die Mitteli^uie eine erheblich hoyere «siunoeuzahl für sprachen uns gegenüber voraus yai uno wouen nicyr nutzer üiaji lauen, weiche Beüeumng iLliern uno schuier vem ^ranzosisu^en uno crngiischen veime„en, aoer nur weicyer GieiGguiiigrett oder gar Zeindleugcell dem Hebräischen begegnet wird. Herr E. stellt die wirklich „kühne" Behauptung auf, eine Ursache des Mißerfolgs uegr m den Forischrttten der Merhooe. Das stimmt gerade so wie etwa die Meinung, die mooernen Berreyrsmittel gefährden die Verkeyrsfnheryeit uno find desyald aozuleynen oder wie die Mollneau'icye ülntmort: JDve ^orr,eyrttts Aer Kultur ge= Tähüöüll Äiö ÜstttM. ilöte -i^err 15, am ÜlU«n «ni> Ueoerievren ycmgi, oas zeigt sich auch in dem Urieil über die Bucyftadlermeiyode. «schon vor Jahrzehnten wurde in Baden durch Dir. Driegen f. A. uno »cou. Thalmann-Wertheim einer neuen Meiyvoe das Wort gereoei. Man empfahl damals die reine «vprechmelyode i^n 'svon Jeun). Seiidem find eine ganze runzayl neuer Hilfsbucher erschienen, aber sie enifprechen mchi oen gewunschien Ansoroerungey. Einestells mocyie ich hier deionen: Leder Berfuch ist zu begrüßen und lragl fruchte, denn er zeugl von einem srreoen nach Umiteuvng. non einer Setznjucyt zum ^ortjWlll. E6 göMl mna BrotJfi Ullsopfökung uns HingsvL an Gut und Blut dazu, Neues und Besseres zu verteiolgen und ihm zur Anerrennung zu verhelfen, Zu den Atuugetn der neuen Hussoucyer, die ihre augemeine Verwenoung unmvguch machen, gehören m. E.: Berechnung für östliche BerhUimiue, zu ftartes Hervortreten des Neuyedrai,cyen, elNsemge Beionung der 'Sprechmetyode, Beginn- Mil avstrarien Begriffen, zusammenhanglose Satze, Nlchtberucrtzcyiigung der Druafchrifi, Mangel an kunstieri- : scher Ausgesiaitung nicht genügende Beruuflchtigung des > allgemeinen Lehrzieles und dergl. Dazu kommen noch leioer peisvniiche Einflüsse, über die ich aber hier nicht sprechen will. Weil nun M neuen Dü Der NND ntcot llllgöMin nlö braukyvar befunden morden smd, will man die neue M e - thooe in Verruf bringen. Wenn es auch immer wieder . bei Neuerscheinungen heißt: Das ist das Buch, fo ist es dennoch wayr: Das Buch fehlt noch und es mutz und wird kommen. Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Herausgeber der Hilfsbucher gute Erfolge mit ihren eigenen Erzeugnissen haoen, aoer das liegt vor allem an ihrer ' PerfoNiia-keit. Ein guter Geiger kann selbst einem schlechten Instrument die schönsten Töne entlocken. Wir . benötigen ein Buch, das Mer Lehrer mit Erfolg verwenden kanu und ich bin mir klar darüber, wie dieses Buch be- . schaffen sein muß. Ttotz aller Hindernisse und Gegenströmungen bin ich ötr itmii litBtrMiiQm öal Das miDöiem Düs mm schen — wenn nicht endgültig gelost — so doch durch Schaffung eines brauchbaren Schulbuches der Lösung nayer georacht werden kann und muß. Das Neue ist der Feind des Alten, und die Alten find oft die Feinde des Neuen. Auch unser Ladenburger Ehrenbürger Dr. Benz hat diese Wahrheit erfahren, als. er.vor 50 wahren sein erstes Automobil durch die Straßen steuerte. Damals sagten viele: wir bleiben bei unsetem Gaul, der ist sicher. Möge Herr Kollege E. in seinem „Schulwagen im llllkll Mir MN IlltWM. Nil WM M MlllZ mobil! UMbhängiger Verein isr. Lehrer im Freistaate Hessen. .Generalversammlung vom 31. Oktober 1.926. Die Versammlung fand in der Aula der israelitischen Volksschule, Barenstratze in Frankfurt a. M., statt und mar pon L2 SDüiglieöern^. tKirunter Syta&öineir Jor. 23oizt>i= Mainz, besucht, brach oorausgegangener Dorstandsfitzung wurde dieselbe von dem Vorsitzenden, Kahn-Alsfeld, mtt herzlichen Begrüßungsworten eröffnet, denen leider die Mitteilung folgte, daß er fein Amt als 1. Vorsitzender niederlege und die Neuwahl eines solchen vorgenommen werden müsse. Aus Vorschlag des Gefamtvorftanües wurde hierauf einstimmig Kollege Sulzbacher-Groß- Bieberau zum Vorsitzenden ernannt. Selig-Friedberg trat freiwillig aus dem Vorstände aus; an dessen Stelle trat Kaufmann-Sprendlingen, der das Schriftführeramt übernahm, während der Unterzeichnete in das seither von FiWWkf MtzM MllWiim MtM, iff MWllS setzt sich nun wie folgt zusammen: Vorsitzender: Sulzbacher, Groß-Bieberau; Schriftführer: Kaufmann, Sprendlingen; Rechner: Kahn-Höchst i. O.; Beisitzer: Ehrmann, Friedberg, Lebermann, Darmstadt; Kahn, Alsfeld; Bick, Michelstadt; Stern, Lauterbach. Der von Sulzbacher vorgetragene Rechnüngsbericht für die Zeit vom 1. Mai 1925 bis 31. Oktober 1926 ergab eine Sinnabme son 3?it. 711.90^ J>enen «in« SJtnsgabe in Sjötje »ott: üßf. 706.24 g«g«nnberfteh«n. vÄosi'äöenttüjen .bes betragt g. ^Jt, ms, K,? ^?«)n«08 WHVÖ? von ^jooi£=«auoa(g uno Hetz-Dudelsyeim geprüft und nchug oefunoen. Dem Rea-ner wurde Enitaslung erteilt, btacy längerer Debatte, die im wohltuenden Gegensätze .zu oer am 16. Mai d. L. von dem Geiste der Frieoferttgkett uno gegensemger Ruapchtnahme getragen war, wurde oie Ge,u-usissUhrung des seilyerigen Borstandes durch ttverwuiigtenoen Musoriiatsoeicyiutz gebilligl. . Der „Unaoyunglge Leyrerverem" wiro, wie ^eliyer, auch in Zurunfi, iiumenliich im Hinblicr auf. die in Hetzen veftehenoen Gememoeoervanoe keinerlei Politik treioen, fonoern geireu semer Devise, nur der Pflege der orthoooxen Weltanschauung göienen, zur Verbreitung von nun und Festigung der >ni0K innerhalb des ihm auch für die Folge die ^.reue haltenden orthoooxen Teiles der hessischen Leyrer- .wett. Mir diesen, allen Teilnehmern aus dem Herzen geivrocyenen Worten twtotz der neue VorUtzenüe die ruyig m gMössM mrlüllsMü Uörsammlung. Nicht schllDM noer tonnen wir unseren Bericht, ohne den seitherigen Borsitzenoen, Äayn-A.isseld, für' seine stets in olferiivsrer Weise geführte Beremsieliung den innigsten Dank ausgesprochen zu haben mit dem Wunsche, dag er auch fürderhin seine geschätzte. Kraft:.und.seinen weisen.Rat m den Dienst unseres Vereins zum Woyle der gesamten Lehrerschaft stelle. H.. Kahn. Entwurf eines Arbeitsplanes für die Esra-Gruppen. Der Entwurf gilt den Bildungsgang - einer jüdischen Erziehung an. Drei Bildungsstufen fuhren zu einer viel- ,ertlgen jüdischen Weltanschauung. Gleichzeitig wird eine ,eyr eingehende Literatur — vom gesetzestreuen Standpunkt aus — für den Bildungsstoff gegeben. Diese ist besonders zu begrüßen, da eine solche Zusammenstellung bisher noch nicht besteht. Im einzelnen ist zu bemerken, daß die Literaturanül^lszch bebnrfen; srnerferls lst oie Lileralur doch wohl zu weit gefaßt — eine Beschräncung wäre zweifellos besser gewesen — andererseits haben ,»ch auch einzelne Fehler eingeschlichen. Für die Weiteroearbeitung, die Wertung des Stoffes und der Literatur oringen soll, wäre die Errichtung von.Fachreferaten — falls solche nicht bestehen — sehr zu empfehlen. Zu becjrußen ist hingegen, daß im Stoff selber eine Befchränrung'nicht stattfand; es. wird jeder Esraführer das ihm entsprechende, aus der. Fülle herausnehmen. können. Eine Durcharbeitung des gesamten Bildungsstoffes, der Welt- WsüsssüüüZl miWsNsüjHtti mwm u, »t mmi NMk .mr güttZ Wenigen gelingen. In einzelnen Teilen läßt oie Systematik zu wünschen übrig, doch ist dies schließlich nur ein Schönheitsfehler. , Im pädagogischen Teil ist die spezifisch jüdische Literamr gut angegeben. Eine eingehendere Kritik ist noch nicht möglich, weil diese erst einsetzen kann an der Bewertung oer einzelnen Gebiete für die jüdische Erziehung. Diese erfolgt im zweiten Teil, der noch nicht erschienen ist, der \tm M MWM8 WMlM i üM \]h M B!f 8«: oei erfolgenden Gliederung wird wohl auch die — bekannte — lebendige Art der Esra-Erziehung mehr heroorleuchten als aus der etwas trockenen Stoff- und Literatur-Aufzählung. Es wird wohl auch die Schaffung einer Bibliothek nötig sein, die die teilweise recht schwer erhalt-. oaren Bücher und Artikel ausleiht. Wir wünschen dem Werk eine günstige Weiterentwicklung und werden nach Erscheinen der andern Teile noch, einmal ausführlich darauf zurückkommen: der guten LilNlllllkPsllMMDllMz.MgW Ist 8!p Ml sehr zu empfehlen. Eine Bewegung, die aus der Jugend selber heraus unsere Bestrebungen in solch aktiver Weise unterstützt, dürfte jedenfalls unseren Kollegen zur Mitarbeit, sehr empfohlen werden. . . M. Seelsorge. Mf m ift mm in a\mm . in Baden. Unsere Ueberlieferung kennt keine Seelsorge, wie sie heute von den Geistlichen anderer Konfessionen ausgeübt wird; das Judentum der ältesten Zeiten hat noch nie von einer rabbinischen Tätigkeit in diesem Sinne geprochm; ich wüßte überhaupt nicht, welchen jüdischen Namen ich jener übrigens unjüdischen Uebung verleihen ollte. Wohl gab es in.früheren^Zeiten Propheten/ die das Volk zur Rückkehr und Einkehr ermahnten, ihre Erma^nun|tn unb .Qured^tEoeiJungen ubey galten bem ge» _ 3. MSrz 1927 Tarnten Me in Teinem MW. MM ä Dem ein« zelnen Mann!m Volke. ' Das Christentum nennt seine Geistlichen Seelsorger, weil dieser Ausdrück mit der betreffenden Art ihrer geistlichen Tätigkeit in Einklang gebracht werden kann. Die Beichte, das Abendmahl, die persönlichen «Sterbegebete in ihrer individuellen Art mit jedem Einzelnen verlangen ein Eingehen auf die Psyche eines jeden Individuums und erheischen eine gewisse Seelsorge in jenem Sinne. Hier bildet der Geistliche den Mittler zwischen seinem Gott und dem Menschen. / Das Judentum kennt keinen Mittler zwischen Gott und dem einzelnen Menschen »üeöeraü, wo Ich meinen Namen rufen.höre, werde ich zu. dir kommen — zu jedem Einzelnen — und dich segnen." Unsere Gebete sollen von vornherein, in einer Versammlung von nicht weniger , als 10 Männern verrichtet werden. ' . Diese Versammlung wird bnp, göttliche Versammlung oder auch?ny — my Zeugnis — genannt, weil sie von einer Berherrlichung Gottes Zeugnis ablegt- Auch Ml wllD lein jiibifcDcr fflgiTtlicDer CDtnöBiner) Dorlonot! aber auch der. Einzelne kann und. darf zu seinem Gotte gehen, er bedarf in allen feinm Gebeten keinen Mttier oder Seelsorger. Das jüdische Gesetz kennt in / seiner Ueberlieferung keine spezielle Zurechtweisung durch einen Rabbiner ceine Predigt. Ein J e de r soll und muß ermahnen und Moral predigen, wo sein Auge Unrecht und Unbill ervlickt. .«vn i'bs rrvh vü. n'2-m n2in „Zurechtmeisen, ermahnen foIIJlbu b-einen 3lä«^Jten Md die Sunde iMhi de! ihm belassen." , Unsere Rabbiner sind nichts weniger als geistliche Seelsorger, sie sind oder gelten vielmehr als Thoralehrer unserer Gemeinden, -unseres Volkes. In dem Ausdruck Lehrer — reich an Wissen — wird ihre Bestimmung oder Eignung zum Ausdruck georacht. Das Judentum verdankt seine Erhaltung nur der Verbreitung seiner Lehre, in ihr liegt die Bürgschaft für unfern Bestand. .. ’ ’ — Rur Der vermag gMlWsiMg zu leveu, welcher seine Gesetze, feine Thora kennt t>wi pari asr sin- „Ein Unwissender in der Thora kann nicht fromm sein." ’ Die Thora bildet den Wegweiser durch unser religiöses Leben. , Als einst unser Heiligtum, das n'a in Trümmer ging, unser Volk der Auslösung nahe war, zerstreut .n aue itßinDe, i>a arurtbete tKabbi Socöanain b«n <V«eai .. i.,.( ... fl Oit.j.. «tll ttiil) ^reyryäuser. Dort versammelte, einigte er das Volk. — Rur die Thora, unsere heilige Lehre vermochte noch die Reste des zerstreuten Volkes zu sammeln. Das Judentum kann nur durch Ueberlieferung seiner Lehre oom Vater auf den Sohn erhalten werden.. Und diese Ueberlieferung zu erhalten, zu festigen ist Pflicht und Gesetz unserer Rabbiner: Lehrhäufer zu gründen und zu erhalten. (Das Wort Gottes zu preoigen.) . „O, wäre unser Volk lauter Propheten" rief i[t lp is. Dönn nur im jüdischen Wissen liegt die Bürgschaft für das Halten der Gesetze Gottes. - Nur durch eine „derartige" rabbinische Tätigkeit können jüdische' Seelen gewonnen und erhalten werden. - Sie richtet sich an das „gesamte" Volk in seiner Einheit und läßt nicht kostbare Zeit und Kraft an einzelne Unwissende und Unwürdige verlieren, und garantlüttt ben „emigen" i&eftanb imferias Bc>rk«s. T Rabbi. Chananja, Sohn Akaschjas, hatte. folgenden Grundsatz: „Israel reicht begnadigen. wollte der Heilige, gesegnet ei er, deshalb hat er ihm in reichem Maße Lehre und Gesetz verleihen. Denn es heißt: Gott will es um seiner Gerechtigkeit willen, daß er der Lehre Größe und Machtherrlichkeit verleihe.