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Der Israelit · 1927-01-13 · Heft 2 (13.1.1927) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 2 (13.1.1927)
Date
1927-01-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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13. Januar 1927 Der I s r a e l L t preußischer Landesverband» gefehestreuer . Synagogen. S) a l b erstadt, 10. Jan. Der Vorstand des P reußi scheu L än-de s o e r - nb & g g es stzs S'tr eus r <5 g n a fl o fl « n (B e mein Dien Hnlberstndt hnt 'xn n"4f^er jeit in Berlin eine Verbands-Versammlung abzuhalten, lauf welcher die ernsten und dringenden schwebenden Fra- Igen, die die jüdische Gesamtheit betreffen/ wie das Juli) e n.g e s-e.tz, L e h r e r a u s b i l düng und andere zur ^Besprechung kommen sollen. , Als ungefährer Zeitpunkt ist die zweite Hälfte des 'gUt««r. in LnsstHi MZMMLtt. SUg jJMfiüB Termin wird nach Erledigung der Vorarbotten bekannt I gegeben. Die Oberhausvertretung der jüdischen Gemeinden Ungarns. Budapest, S. Jan. Heute vormittag. 11 Uhr sind die Präsidenten der acht israelitischen Gemeindedistrikte, drei delegierte Mitglieder des Landes-Rabbinervereins und zwei delegierte Seell'OröCir mr MV NMWNWMkMk MM WM Vf? Königs. Rates Dr. Franz Mezey zusäMMMKötkStStt, UM die drei Kandidaten zu nominieren, aus deren Reihe die Wahl des Oberhausvertreters durch 180 Elektoren morgen stattfinden wird. Die Abstimmung hat das folgende Resultat ergeben: Von den 13 Stimmen des Kandidierungsausfchusfes find entfallen: Bei der Kandidatur aus der Reche des neologen Budapester Rabbinats auf Dr. Julius Fischer 8, auf Dr. Simon Heoesi 5 Stimmen; aus der Reihe der Provrnzrabbiner auf Dr, Immanuel Löw (Szeged) 11, ^(fegunber Situier i^-etip^ 9 Simtni^tt* AlU der Reihe der Statusquo-RabbiMr aus Dr. Bela Bernstein (Nyiregyhaza) 13 Stimmen. . ' Demgemäß werden die Elektoren morgen zwischen Dr. Julius Fischer, Dr. Immanuel Löw und Dr. Bela Bernstein zu wählen haben. Die orthodoxen israelitischen Gemeinden Ungarns haben in ihrer heute hier abgehaltenen Sitzung zu Mitgliedern des Oberhauses den Budapester Oberrabbiner König!. Rat Koppel, Reich, den' Debreciner Oberrabbiner Solomon Straffer und den Oberrabbiner von Kisvarda Moritz Rosenbaum kandidiert. der Budapester orthodoxe Oberrabbiner Koppel Reich, seitens der Neologen der Szegediner Oberrabbiner Dr. Immanuel Löw gewählt. Der Budapester Oberrabbiner und Präsident des ungarischen Rabbineroerbandes, Herr Dr. Simon Heoesi, hat auf eine Kandidatur verzichtet. Mahl der Vertreter Der ungaNMen Iudcnhcik für bas Oberhaus. / Budapest, 6. Jan. Heute wurden die Wahlen der Vertreter der jüdischen Konfession für das ungarische Oberhaus durchgeführt. Dem Ausgang dieser Wahlen wurde überall mit großer Spannung entgegengesehen. Die Elektoren entschieden sich für die folgenden Kandidaten: seitens der Orthodoxen wurde Es gibt solche Männer, die — wenn der Vergleich nicht zu kühn ist — wie Engel des Dienstes einer bestimmten, zielgerichteten und doch umfassenden Sendung nachgehen, still und tätig zugleich, niemals singen — unb niemals be|ungen werben. Ein bejonberer Anlaß ist es Dann, Der Die Mitmenschen veranlaßt, bM«? anzustimmen, rückblickend aus das Vergangene, Geleistete, an einem Tage sich seiner Größe bewußt werdend — einmal im Jooel. Ein solches Fest feiert Jerusalem. Es hat als eine selbstverständliche Tatsache hingenommen, was in diesen Tagen ihm als ein Geschenk, dessen Wert nicht abzuschätzen ist, bewußt wird. Das Schaare Zedek-Hospital feiert sein 25jähriges Bestehen. Eine Doppelfeier: der Mann, dessen Wirken von dem Segen, den seine Institution, seine Gründung seit -einem viertel Jahrhundert verbreitet, nicht zu trentttn itft: Dl- M- Wüllüch MM M Mi Wollte man, röte 4L fcfe Pflicht dSS B-MchtSüdöN wäM, die Geschichte des Mannes und seines Werkes auch nur in wenigen Strichen zeichnen, man müßte ein Stück Geschichte der heiligen Stadt, des Landes, der Beziehung zwischen ihnen und dem Auslande schreiben. Es kann sich also nicht um Würdigung dessen handeln, was bisher geleistet worden ist, was uns zu Dank verpflichtet, wenn wir nur einige Daten angeben in der Absicht, das konkrete Geschehen für sich sprechen zu lassen. Dr. Wallach kam als 23jähriger praktischer Arzt auf Initiative der Pekidim und Amarkalim in Holland nach Palästina. ' Die -Verhältnisse im Lande, deren beste RTif~ 5t? ^erujalemer a-njju||nred^en ijij waren WMnisch, fMMMll, wMchüftlich ss, tznß nllein See Aufenthalt in ihrer Atmosphäre ein vollkommenes Sichaufopfern bedeutete. Unter diesen Umständen war es sin wenn gleich naheliegender, so doch , geradezu kühner Gedanke, hier in großzügiger Form helfen zu wollen. Die Woche. Berlin. Die Goethegesellschaft hat den völkisch gerichteten Jenaer Professor Max Wundt ÄS mftrmtr für mt fflmsmtammiung verpflichtst. Wundt wird von Theodor FNlsltz als „Katechet der Hakenkreuzphilosophie" gefeiert. —7- Die Jüdische Gemeinde beschloß, zur Linderung der Not unter den jüdischen Künstlern den Ankauf von Gemälden, Graphiken, Skulpturen für ihre Sammlungen und Gebäude. — Die völkisch« Presse greift -den Kultusminister Becker wegen judenfreundlicher Aeuherungen in einem Weihnachtsgruß an die deutsche Jugend an. — Oberbibliothekar Dr. Moritz Stern hat das einzige noch vorhandene Exemplar des 1779 von Moses Mendelssohn und David Friedländer herausgegebenen ersten Deutschen Lesebuchs für jüdische Spulen auj^ejutiben uni» . oeröffentlick^t barüver eine intereMnte Studie im „Skmeind?- Blatt" der Indischen Gemeinde. Bingen. In der Weihnachtswoche wurde der hiesige jüdische Friedhof von bisher unbekannt gebliebenen rohen Burschen geschändet. Bayreuth. Der „deutschvölkische" Engländer Houston Steward Chamberlain, der seine ganze Schriftstellertätigkeit in den Dienst des schlimmsten Judenhasses stellte, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Bukarest. General Rischcaun, ein ausgesprochener Gegner der antisemitischen Umtriebe, ist zun» Oberfommtffar für Sß«|are. i (c n unt H&uiotoina ernanni Worten. Daris. Der zweite Kongreß der Zionisten- Revisionisten (Jabotinsky) tagte hier; -er sprach sich gegen die Erweiterung der Jewish Agency, für Wirtschaftsarbeit nach Soskin und für intensive hebräische Kultur aus. Jerusalem. Der neu gebildete Advisory Council enthält ausschließlich Regierungsbeamte. — Amerikanische Kreise haben vom Griechischen Patriarchat ein großes Grundstück zur Errichtung.der ersten modernen Synagoge in Jerusalem gekauft. Das Ganze soll. y2 Million Dollar kosten. Warschau. Der bundistische Stadtrat Alter, der die Beschneidung seines Sohnes verweigert, aber nicht aus dem Judentum austreten will. M ruf IüuhS Mf kMWiiltWN MiMli äüerorbrtung von ber Äehörbe belang! merb^H. Die Entscheidung ruht beim Innenministerium. Unter den von den Mittelstandskurien, wie z. B. den Kreis- und Stadtausschüffen, der Advokatenkammer, usw. gewählten Kandidaten befinden sich -einige Juden. Ober- Es bestand -ein, selbst den primitivsten Forderungen nicht genügendes Krankenhaus, dem Dr. Wallach zunächst feine Kräfte widmete. Diese Tätigkeit überzeugte ihn von der, unweigerlichen Notwendigkeit, -ein Krankenhaus zu bauen, wie es die Wer hä-ltnisse «-erlangten. Was einen» unteren bestenfalls llllenflhen^slichi geworben wäre, wurde ihm Ausgabe, die -er in Reifen, bi-e den Zweck verfolgten, ein modernes Krankenhaus zu errichten, betätigte. So kam es zur Gründung des Komitees in Frankfurt a. M., zur Grundsteinlegung für den Bau, der noch heute vorbildlich, ja fast unerreichtes Muster ist. Wir können es uns an dieser Stelle nicht versagen, aus der Menge derer, die sich aufopfernd für Gründung und Erhaltung des Schaare Zedek-Hospitals einfetzten, jener Männer zu gedenken, die füll aber stetig unter bewunderungswürdiger Hintansetzung von Rücksichten sich dem Werke gewidmet haben.: Dr. Sajyjjiyyj Breuer unb Dr. Roos. So entjlcmD Das GößlliM. Mtz mit seinen TO Zirn; mern, seinem Personal von 50 Köpfen bald mehr als ein -Zufluchtsort für körperlich Leidende wurde: der Stolz der jüdischen Einwohnerschaft der Stadt und die Stätte einer impulsiven Hilfstätigkeit. Das war der Ort von Dr. Wallach. Hierher kam man, wenn man mit' der herrschenden Macht, mit einer Behörde, einer hochstehenden Persönlichkeit Verbindung brauchte, hier war der Fürbitter. Durch Jahre des Kr-ieges, der Epidemien, der Hungersnot, der Verwahrlosung durch Nöte des Ganzen und des Einzelnen flüchtete man sich hierher zum Rat, zur Tat des stets Bereiten. 8V-er nach ihn» ins Qanb kan», wer fefien (Tnfj fgffen Wollte unb wer auj einen» ooruberge^enben Besuch jemanden kennenlernen wollte, der die üeöersicht und die ruhige Urteilskraft über das Land in sich vereinigte, kam zu Dr. Wallach. Die, die das Glück hatten, kleinen Teil zu haben an der Arbeit, die Dr. Wallach Nr. 2 Seite. 5 vabbiner Koppel Reich ist über 90 Jahre alt und wird daher das Oberhaus als Alterspräsident eröffnen. Neben ihm wird als das jüngste Oberhausmitglied Erzherzog Albrecht die Funktionen des provisorischen Schriftführers versehen. Erzherzog Albrecht ist bekanntlich der WMr Der UIMNsMll «MsklMsM BMiliWlM Oberrobtzkner Dr., Jmmanus! ü ö w hät sich Mit Buche „Die Flora der Juden", von dem bis jetzt drei starke Bände erschienen sind, einen Namen -erworben. Es ist noch in Erinnerung, daß Dr. Immanuel Löw im Jahre 1920, in der Blütezeit des „christlichen Regimes", auf Grund der Denunziation -eines obskuren holländischen ^ournal-ij'ten bes -S^odjwerrats unb ber ÄNa^estätsbeleibigung bezichtigt würbe unb 13 Monme (23. April 1820 bis 3. Juni 1921) in Unt-erfuchungshaft zubring-en mußte, bis dann die Anklage schmählich zusammenbrach. nitmSitUtt. Die Antwort des Generals Averescu an den jüdischen Soldaten. C z e r n o w i tz, 3. Jan. Ein jüdischer Soldat in Rumänien hat an den Ministerpräsidenten General Averescu ein Schreiben. gerichtet, in welchem die folgende Stelle vorkommt: „Ich. Min Mr UM MM Sorrntrn marrn Tost baten In Ihrer Armee. Wie mürbe es Ihnen zu Mute fein, wenn Sie an meiner Stelle wären und Zusehen müßten, wie Ihre ei-gen-en Volksgenossen die schwersten Ungerechtigkelten erdulden müssen, ohne daß Abhilfe geschaffen wird?" In dem nunmehr bekannt gewordenen Wortlaut des Antwortschreibens von General Averescu ist u. a. zu lesen: „Die Juden -genießen in diesem Lande Gastfreundschaft und müssen alles tun, um sich dieser Gastfreundschaft tnürbts zu -ermetfen. Sie müssen sich loyal mit iben1»^igterenf in tem sie stiese Äasisreuntsthusi genießen. Es besteht sonst keine Hoffnung, die Gunst der die Gcrstfveundschast gewährenden N«tion zu erwerben." Die Antwort des Ministerpräsidenten, der in allen Kreisen der rumänischen Judenheit als Staatsmann und Mensch von starkem echischen Empfinden große Achtung genießt, hat in jüdischen Kreisen Befremden, ja Konsternation heroorgerufen. Aber auch in fortgeschnttenen nichtjüdifchen Kreisen wird die Antwort mißbilligt. Das in deutscher Sprache erscheinende „Czernowitzer Morgenblatt" schreibt: „Die Juden sind in Rumänien eine nationale Gsmamschaft. 8i.e unlöslich mit dem rumänischen uerinii^>s^ ist. -Sie sin!» in eihischern unt geschichtlichem Sinne Bürger dieses Staates, sie fühlen sich als solche, sie identifizieren sich mit diesem Staate und erfüllen ihm gegenüber ihre Pflicht. Und es widerspricht daher der geschichtlichen und ethischen Auffassung von der Stellung des Staatsbürgers zum Staate, wenn man ihn als Gast qualifiziert, weil er einer anderen Natron angehört, als der herrschenden . . . Die Juden werden führend während all der Jahre geleistet hat, können nicht aufhären, Einzelheiten, bezeichnend für seine rastlose Tätigkeit zu erzählen. Wir, die wir heute nach einer so umfassenden Umwälzung im Leben der palästrnsnsischLn Juden die Dinge sötzen. bewundernd die MiMuns füg m JßnfMmn. MaltM eine Vorstellung von der unschützbaren Ver^ichörittig, die seine Kollegen, seine Patienten und seine Freunde durch den Konnex mit ihm erhalten haben. Wenn man heute durch die Straßen der Stadt geht, dann sieht man wohl öfters die Gestalt, die allen wohl bekannt ist, schnellen Schrittes irgendwohin eilen. Irgendwohin: denn es kann zu einem Bri-th, zu einem Kranken, zu einer Behörde, zu einem Konsulat ... es kann -eigentlich überallhin sein, wohin er eilt, stets aber mit derselben Absicht: zu Helsen. Sollen wir noch von der tiefen Religiosität Dr. Wallachs sprechen, seiner gleichsan» überzeugenden 8Ne^-enstraft??8ir wissen^' es wäre nl-chi im Sinne bes Jubilars. Ohnedies fürchten wir, mit diesen Zeiten feiner bescheidenen Wesensart nicht -entsprochen zu haben. So müssen wir uns, wissend, was wir an ihm haben, um dessen Erhaltung flehend Beschränkung auserl-egen. Wir könnten -erzählen, müßten aber — und wir fühlen -diese Pflicht — von jedem Tage 30 jähriger Arbeit sprechen. Wir tun -es nicht, auch weil wir die Feder zu schwach fühlen, den Eindruck wiederzug-eb-en, den der Schreiber dieser -Zeilen -in längere Zeit zu -empfangen das Glück hatte. Wir wissen uns eins in diesem von Dank und Verehrung getragenen Gefühl mit all denen im Lande imü in m Mrftwimng, Dia »Ißn [mm.

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