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Der Israelit · 1927-01-13 · Heft 2 (13.1.1927) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 2 (13.1.1927)
Date
1927-01-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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i3. JÜÜW 1927. MAfieMm, dMHWert den „Hadäbar" nicht, die mutige. Tat. der Ansiedler, die den Rosch Haschanä mit d.erFundamentierung ihres Kuhstafles feiern, als ob sich gär kein geeigneterer Tag dafür sanüe, in die Welt hinauszüposaunen, auf daß es kund und öffenbar wird, wie sich hier der Aufbau nur auf den Trümmern des Heiligsten abspielt. Mit wehem.Herzen nehmen und geben wir BteTB LMSst m miv f^attlctt UNS fih* diö, die leider das MHsHinnen dereils verlernt haben, wenn ein.judenfeindliches arabisches Blatt aus diesem und anderen Anlässen schreibt: „Die Juden waren von jeher von uns ob ihrer. strengen Einhaltung der Sabatheiligung geschätzt und bewundert. Wie erstaunt sind wir nun, wahrzunehmen, daß Juden in H a i f a ihre Geschäfte am Sabbat offen halten und ungehemmt tme bis nichtjüdischen Bewohner ihre helvexben, ohns Rücksichtnahme aus die Nachbarn und die Mahnungen ihrer Rabbiner. Es scheint, daß sie in der Erkenntnis, daß Palästina kein Land von Milch und Honig mehr sei, sich auf diese Weise unschädlich zu machen suchen." ' Die Kenntnis dieser arabischen Zeitungsnotiz danken wir dem „Doar Hajom", der sie an ausfallender Stelle in hebräischer Sprache wiedergibt. Gewiß nicht aus Freude an dieser „Anerkennung". Er läßt es sogar gelegentlich an Mahnungen rttc^>± ^e^Ien. Qtben töttr iniiffen miedsrhvlen, was wir schon so oft gesagt haöen. religiöse Nihilismus, dessen Tatendrang sich m solcher Art entlädt, ist keine Ueberraschung, bildet keinen schroffen Uebergang. Eine Entwicklung von Jahrzehnten hat dieses traurige Ende gezeitigt, das jetzt die Gemäßigten auch im nationalen Lager mit Grauen und Sorge für die Zukunft erfüllt. -x Unser Anspruch auf Erez Jisroel ist in der heiligen Schrift begründet, mit den heiligen Urkunden belegt, Man kann aber nicht die Thora öffentlich verleugnen und verlachen und zugleich aus ihr sein Recht auf das Land der Thora aMetieit- Die feindliche arabische Presse hat allen ®nmf), sollte §r§che!nungen mit SwEel gü begrüßen. An der. Grundmauer des Kuhstalles von Beth.Alpha, wurde am letzten Rosch Haschana von den sogenannten „Männern des Aufbaus" eine Demonstration gegen unser heiliges Recht auf Der ausführliche Bericht über die üeren hakhora-konttummer der „Blätter". eridicinl in ber äirr ‘otqenben drohendem Untergange — dem Strafgerichte, der Strafe, die seine Feinde ereilte. Wir sehen es bei Pharao in Aegypten, der erst von zehn Plagen heimgesucht werden mutzte, bevor er sich entschloß, Israel aus seinem- Joche zu befreien; wir sehen es später bei Sancherib, dessen ungeheures Heer vor den Toren Jerusalems in einer Nacht ausgerieben wurde, wir sehen es bei Haman und bei allen, die sich gegen Israel erhoben. Nun ist aber ovn gleichbedeutend mit v'vni, ö; h. Gott ist die Liebe und feine Äiebe erstreckt sieh oiif alle in feinem Ebenbilde gesHAnm Ms;-. WM mzu« rm FMWWk adgehalten wird, so geschieht es nur, um das Unheil von Israel abzuwenden, das seine Feinde mutwillig herausbeschworen haben. Einst wird aber die Zeit Kommen, da . alle die Wahrheit erkennen und den Gott der Liebe als den Allvater aller Menschen anerkennen werden. Dann werden Haß und Feindschaft schwinden aus Erden, die Liebe allein wird herrschen und regieren und das Strafgericht wird dann von selbst aushören. Dies verkündet der Prophet Und darin besteht auch die Hoffnung Israels für sich und die ganze Menschheit.- öit RHllstsHssst Xowtef audj die j^Igenbe Erklärung. DÜ vlclrn Deünb Drrbolkn Thora finden wir Strafandrohungen für den. der sie Übertritt. Es gab und gibt auch noch immer sehr viele, die Gott dienen, seine Gebote befolgen seine Gesetze beobachten — nicht aus Liebe zu Gott, sondern aus Furcht vor seiner Strafe. Die wahre Frömmigkeit besteht aber nicht in der Furcht (nrri'), sondern in der Liebe (mns). Es wird aber der Tag kommen, so alle Menschen zur währen Erkenntnis Gottes Und seiner geoffenbärtek Thora gelangen werden; dann werden sie Gott dienen nicht äüs Furcht vor seinem GlMaMlüll Tmtößiii mm iDaörer onmntms. am - D e r I s r a e l i t. Oberrabbiner R. Mosche Sah Vst Neutra. Don Rabbiner Dr. Klein in Nürnberg. (Zum Ende der am 12. Schewat). Vor wenigen Wochen noch war es mir vergönnt, ihn, meinen verehrten, mir väterlich gesinnten bn *ri in Gesellschaft eines fnnaus Deuts hlsull zu össuchM unll frouDio ßoiuunMnD aus dem Munde des Hochbetagten stundenlang nniv- Worte zu hören. In der Frische seines Geistes schien uns die ehrfurchterweckende, hohe, ganz ungebeugte Gestalt noch für lange Dauer mit voller Lebenskraft ausgerüstet. Er gehörte zu denen, die schwer aus dem Leben weggedacht werden können, weil sie Unentbehrliches zu geben haben. n"'vn hat es anders gefügt. Sein Bild soll festgehalten werden. Es dient der jüdischen Gesamthfsst stt esf bafj id? irt fei«cm Kreise lebte, daher kann das Bild nur unvollrvnnnen sein. Aber die Dankbarkeit des ToVn möchte dazu beitragen, daß sein Andenken auch außerhalb seines Landes, der Slowakei, werde. Durch drei Geschlechter ragt sein Dasein. Die Lehrer seiner Jugend waren v"nn -Schüler. In seinem Mannesalter wirkte er hervorragend in allen ^o-Fragen mit seinen Altersgenossen zusammen und im Greisenalter war er der verehrte Führer des Geschlechtes seiner Schüler und ihrer Jugendfreunde. m hllttö Boi fomom MW togl Mn mm lingsschüler des V"rcrnri' beim „Zehlemer Raw" b"i gelernt, dann beim b"r nsio nno nachdem er die r>iT»w> des onnziK und des späteren Krakauer Raw bn besucht hatte. Ihre Tradition war die Grundlage seines Wirkens, in ihrer Gedankenwelt wurzelte seine Kraft. Die in einer einzigartigen Auseinandersetzung mit der Reform herausgebildete stahlharte Prinzipientreue, der entscheidende Wert, der dem Lernen auf rva'W' beigemessen wird, die streng am v"W orientierte Art der „aschkenasischen" Lebensführung waren Leitsterne seiner Arbeit. Er gehörte dem „oberländischen" Typus mit seiner großen OpferjraiDipir innö MMZMjM an unß Akk m ihm auch, in Tokaj, in chassidsicher Umgebung, auch von ihr anerkannt und geehrt, fest. An persönlicher Begabung brachte er Führereigenschaften in seltenem Ausmaße mit: Ueberragende Klugheit, durchdringende Menschenkenntnis, unbeirrbaren Charakter, verbunden mit großer Tatkraft, mit einem Herzen voll Güte allebem f am nocf> eine nngewohnliche Rednergabe. §r war als unübertrefflich. Alles, was zu sagen war, wußte __ Nr. 2 Sette 3 er in einem „guten' Wörtchen", in einer feinsinnigen Deutung zu bieten. Schlagender Witz und liebenswürdiger Humor standen ihm zu Gebote. Mit manchem Witzwort bahnte er ernsten Gedanken den Weg. Einmal war die Rede davon, wie man sich gewissen Plänen der Abgefallenen gegenüber zu stellen habe. Da sagte er gegen die Schwankenden, die die Pläne nicht durchschauten, gewendet: pv« i2ivni tpytzn sn K3 im’ : Wenn nur das Schlechte lev Aeöleö schztt I» Esschm: nung getreten wäre!'Dann würden die Gerechten ihren festen Standpunkt haben und nicht mehr schwanken! In seiner Arbeit für min bereiteten ihm einmal neolog Gesinnte große Hindernisse, während es unbedachten gut Meinenden nicht rasch genug mit der Besserung vorwärts ging. „Jetzt verstehe ich das jow noin "irnnxai sagte er: „Schaffe hinweg das Hindernis vor uns und hinter uns". „Bor uns lllrmm Die Qtgnet Stiim Ms S?u Wksti hisste uns drängen und stoßen unkluge Freunde und bringen zu Fall. Schaffe das Hindernis vor und hinter uns weg." Seinem klaren Denken entsprechend, zeichnete sich das Lernen dieses b"i brw durch lichtvolle Darstellung aus. Ein besonderer noonn no war ihm eigen. Jeder.Gedanke wurde plastisch herausgearbeitet. Er war sehr darauf bedacht, das Verständnis „auf dem Blatt" zu vermitteln. Manches „Verhör" ist mir in Erinnerung geblieben, bei dem er nicht eher ruhte, als bis einer Der mm Den WMstami mit nuarTTtcr -Den vorhebung der Pointe wiedergegeben hatte. Gekünsteltes lehnte er scharf ab. Seine O'wrm waren geistvoll und gerade, in den Grundgedanken eindringend. Die markanteste Eigenschaft seines Wesens war die zu jeder 'TO» bereite Entschiedenheit seines Charakters. In Wien, wo er als junger Rabbiner lebte, ließ ihm Güdemann einen Rabbinerposten bei der Kultusgemeinde anbieten mit einer nach seinen Wünschen erbauten Synagoge und Freiheit in der Amtsführung. Er lehnte selbstverständlich ab und sagte zu dem Vermittler: „Güdermann möchte das Prestige meines WkkZ M \tim MlkMkMilM ggMii Ä lasse ich mich nicht mißbrauchen". Kennzeichnend für sein Denken ist eines seiner Worte, das ihm Oberrabbiner Schreiber in Preßburg im noon nachsagte: Im Berichte über den zweiten Schöpfungstag fehlt bekannfiich das Wort riv '2 „daß es gut ist". Man begründet das mit dem bio'i. mit dem Vorgänge, des Scheidens zmischen Wasser und Wasser, das am zweiten Sage fiailfanL. fflo gefc^ieten wir!, fehlt das m das Gute. Liebe zu Gott, wie es der Prophet verkündet mit' den Worten "i 22128!» i!»in -o. Eine scheinbare Schwierigkeit bietet folgender Ausspruch der «2^2» zu diesem unsern Wochenabschnitt. Dieser Ausspruch lautet: «!»« nun si» 'i>2irr!» „Die Thora ist nur denen gegeben worden, die Manna atzen". Das Manna hat längst zu fallen aufgebört, die Thora besteht und wird bestehen in aller Ewigkeit. Ist der Ausspruch der «0^2» nicht rütselhaft? Und haben wir. die wir nicht mehr mmm W«. m Mnsn iniüti an m Tvnia nna keine Verpflichtung gegen die Thora? In Wirklichkeit will die damit sagen.- Die Thora erfordert den ganzen Menschen, die ganze Persönlichkeit. Nur der kann sich ganz dem Studium und der Pflege, der Thora hingeben, der so bescheiden und bedürfnislos, aber auch so stark und unerschütterlich in seinem Glauben ist. wie diejenigen, die aus die Himmelsgabe, das Manna in der Wüste, angewiesen waren, die sich mit einem Maße täglich begnügten und die des Abends nicht wußten, ob sie am folgenden Morgen ihre Nahrung finden rniirden- Alii andern ODarten: Ä?er sich der Marä mit fistete Mfcmin Will. «M MVVUHSISL. einfach, in seinen Ansprüchen an bas Leben bescheiden, -im-Glauben aber stark und unerschütterlich fest sein. Dies lehrt auch die Mischna: "121 ^2«n n!»»2 N8- Der viiin vip!" bringt folgende nniv». Dreimal kommt der Ausdruck ai> 01» vor. In unserm Wochenabschnitt heißt, es 21' 21' 12^' in nbv heißt es 21' und -ein drittesmal heißt es psii' 21' 211 Wenn ein Scherz gestattet ist, so möchte ich diese mi8» auf eine sonderbare Erscheinung in unserer Bauern IHM Dranaenocn öett DtitEDEHi am die: jenigen, die „im Drange der Geschäfte" keine Zeit finden, ihre Pflichten als Juden zu erfüllen und deren ganzes Judentum darin besteht, daß sie je einen Tag im Jahre (tuv!» 2t nie?!» uv), am Dersöhnüngstäge. das Gotteshaus besuchen. In ihrer Sucht und ihrer Gier, täglich immer mehr und mehr zu erwerben (21' 21' ivp!" ivrr ^), beschränken sie sich daraus, nur einen Tag im Jahre das Gotteshaus zu besuchen ('i'3i na»i> 2t). Damit erfüllen sie ihre Pflicht als Juden noch lange nicht. Der wahre Jehudi weiß, daß es seine Pflicht ist 21' 'wrn iTODu „mn üDin Tüll aniuDEioi“: & um bi' 21' 'mjät, jeden Tag das Gotteshaus zu besuchen und täglich sich auf Gott zu verlassen und ihn zu preisen "ui di» 21» "i 1112. Dann wird ihn auch Gott nicht verlassen. kleines Feuilleton. Persönliche Erinnerungen an Dr. £j. Ehrentreu V'ST* Ss fini> <xrrrtüf,em!> 88 3ä|te l^r, Ich unfil-ö Naw zum ersten Male sah, und es find 20 Hahre, daß ich ihn kennen lernte. Seit ich ihn sah, wurde mir das Wort des R. Cleafar b. Asarjah verständlich: Hare ani K'wen schiw'im schonoh usw.; denn der nun Verschiedene machte schon mit 50 Jahren den vollständigen Eindruck „K'wen schiw'im". Sein intensives Studium, die wörtliche Befolgung des Satzes: wehogifo bau jaumom welojloh hatten Bart und Haar frühzeitig'erbleichen lassen- und sein Aeußeres wie die Würde seines Auftretens war das eines Siebzigers. Aber bis in die letzten Jahre D8k M MM fish stillt UstMMk üü?

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