Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1927-01-06 · Heft 1 (6.1.1927) · page 21

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 1 (6.1.1927)
Date
1927-01-06
Page
– (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2446951-2450442-2450443--73752-2531179
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

. ' r ■;-# -'i;' rziefyumj und i>enre Pädagogische ßeilage 2um„3sraclif Organ -es Kun-es geseyestreuer jüdischer Kehrer Dentjchlan-s c.v-cx. Materialien zur Verwendung jüdischer Mssenselemenke im chöttiischöti Aüköeeichl. Von Dr. Willy Halberstadk in Berlin. . (Fortsetzung). ,111. Sehr viel Stoff für die Erörterung von jüdischen Dingen bietet die Durchnahme des Kochsalzes. (Lehrbuch, Kap. 13). Abgesehen davon, daß Salz in ■'»hzt sehr häufig und das Tote Meer m, das beste Beispiel für die Bildung eines Salzlagers ist, kommt Salz auch als Symbol in y'm häufig vor, als Symbol der Ewigkeit (4. B. M. Kap. 18, V. 9, Chronik 2, Kap. 13, MH kr Zr KW, ij Z, ägji ferner als Symbol Der Zerstörung (ö. D. M., Kap. 23. . V. 22, Richter, Kap. 9, B. 45). Vielleicht ist in mpn Kap. 2, V. 13. Salz auch Repräsentant des Mineralreiches (vgl. ‘"en zur Stelle). Die Schüler sollen dann selbst finden, warum Salz in dieser Weise als Symbol Verwendung finden kann. Bei der Besprechung der Salzgärten (Lehrbuch S. 33) wird auf Josua, Kap. 11 B. 8 hingewiesen, wo unter den v'v n z-vn sicher Salzgärten zu verstehen sind. Ferner kommen Salzgärten im Talmud, Traktat Kethuboth 79b vor an der Stelle nna m mh m-m (vgl.'"vi zur Stelle). Die Stelle wird entweder vom Lehrer vorge tragen ober, mertrt mögltcf), von entsprechend »orge- LilMM U8Z kmMm CHülZM ZliMsuHt llllB ZzMLS Äerrchi erhältst. fy! rtodj ectväijnl, }nt Buch der Könige II, Kap. 2, 23. 20 und 21 Salz ein Mittel ist, um schlechtes Wasser in Gates zu verwandeln, und daß diese Verwandlung uns durchaus erklärlich erscheint. Schließlich wird es notwendig fein, bei der Erklärung der Bildung der Salzlager, wie sie die Geologie gibt, (Lehrbuch S. 31—32) das 1. Kapitel von N'rm-o zu berücksichtigen. Das. ist um so notwendiger, als solche Hypothesen bei dem heutigen Unterricht immer tm-eber . Folgsnbs OCv^itttvenhe ftttb 511 Bringen: 1. -^le Srllorimgerr Ler S^oIo^L jlnlv mir o » the fen, aber keine bewiesene Tatsachen. Sie sind nur unter der Voraussetzung gültig, daß die wirkenden Kräfte und Verhältnisse stets dieselben waren, wie heute, diese Voraussetzung ist aber durchaus nicht bewiesen. Insbesondere hat sicher die Veränderungen hervorgerufen, die von der Geologie nicht berücksichtigt werden. 2. Die Erklärung, daß das Wort dt> im 1. Kap. von irpx-a „Periode" bedeutet, ist aus naheliegenden Gründen abzulehnen. Dagegen ist: - 3.' Darauf hinzuweisen, daß vielleicht der erste Satz die Ueberschrift darstellt, der zweite Satz dagegen Zustände schildert, deren Zeitdauer nicht begrenzt ist (pgr. ixj ii ist Darauf MgumrlsM) Daß selbst; menn du offc* n-e r, aus den ersten Blick nicht zu lösender Widerspruch vorläge (er liegt nicht vor), dies uns nicht berechtige, an der Wahrheit der mm zu zweifeln, der Widerspruch ist dann aufunsere mangelhaften Kenntnisse zurückzuführen. In dieser Weise.wird es gelingen, gerade den Chemieunterricht zur Festigung der rni.-n zu benutzen. IV. Die Besprechung der Natronlauge und der‘ Seife (Lehrbuch S. 36) gibt Gelegenheit zur Erörterung der in der Bibel erwähnten Worte ->m und n-vo Man wird die verschiedenen Stellen, wo *im vorkommt (Jirmijahu, Kap. 2, 23. 22, Sprüche, Kap. 25 V. 20) u. a. m. nachschlagen und vergleichen und an Hand von ssstsikffkil, i^ß ™ fin SF fl f?? n $H Ist s?gl, ’tti ou Der ’etEüjE in ’Tyb'j Sie EMärang »KrriDc", Die in paßt nicht zur Stelle in Jirrnijahu. Deshalb bleibt nur die auch sprachlich begründete Erklärung „Natron"-Natriumcarbonat (Soda) übrig, ein Stoff, der schon im Altertum in Aegypten gefunden wurde. Dazu zieht man die . mm in nar 89b heran, wo rni als rm-iioj^R „alexandrinische Soda" erklärt wird. Zur Erklärung non.fma kann man außer den Erklärern die erwähnte Stelle aus dem Talmud heranzieben, wo nrnm als rhnrr erklärt wird. Datz eine THfönn iift (Mßitfraua folgt Mraus. M M Talr muh in diesstn Zusammsnhsng von amm» spricht. Ddn» darf man annehmen, daß zur Reinigung die Pflanzenasche (Pottasche,. Kaliumkarbonat) benutzt wurde. Diese Auseinandersetzungen, wobei selbstverständlich die Schüler veranlaßt werden, die betreffenden Stellen in Bibel und Talmud nachzuschlagen und darüber zu berichten, dienen — nebenbei — auch zur Erweiterung der chemischen Kenntnisse. V. Bei der Besprechung von Salpeter (Kap. 20) kann man darauf Hinweisen, daß von einigen Erklärern als Salpeter (nitrum) erklärt wird, daß aber die sprachticfjs Q2ex-rr>cirtb*rfcf^crft mit ID^crtr-on c^einHc^er ifi. vi. srnnnnng’ (Kap, 84) wird man aus entsprechende Stellen in Bibel (Psalmen, Kap. 83, w-i und Talmud eingehen. In Betracht kommt vor allem die nrv» in «3 101b, wo sowohl von tierischem als auch von pflanzlichem Dünger die Rede ist (vgl. die mm 102a), ferner die mwj in mi miay III, 8, wo welkes Laub als Dünger auftritt, ferner III, 2, wo Metallstaub düngend wirkt. Zu der letzten navv ist ein interessanter wsmn auf "t1 »t der unbedingt zum Verständnis heranzuziehen ist. Cs dürften in jüdischen Schulen stets Schüler vorhanden sein, die gern solche Stellen nachschlagen, wenn man sie ihnen angibt. Auch die Mischnah in kjji» V. 6, wo das Blut der Opfertiere als zur Mauna WiMl MlWM. maa MUMMM mgrögn, fflflMi ms» bssMdsks auf Mh E i f b n ZBhalt Bbs TllltBS Hinweisen wird. VII. Bei der Besprechung des Vorkommens des Schwefels wird auf. Kethuboth 79b verwiesen, wo die Schwefelgrube mi bv mg erwähnt wird; ferner auf &'*m Kap. 29, V. 22. An der Stelle in warn? wird auch Alaun erwähnt. (Vgl. •>"tm zur Stelle.) (Lese buch, ©! 80.) VIII. Die Holzkohle (Lesebuch, S. 91) wird so oft in b-er' Q$t£>ef ertoä^ni, bcrD unfc^xner Stellen grt ftrtbert ftnb, Lie kem' Stiller ancyegeken toerSwn lonnerr. 'S- Sl. Kap. 16, 12, Sprüche Kap. 25, V. 22, Jesaja Kap. 6, V. 6, Könige I. Kap. 19, Vers 6). Jes. Kap. 44, V. 12 und Kap. 54, V. 14 geben ein Bild des Anblasens des Kohlenfeuers mittels Blasebalg und des Schmiedens. Schließlich sei noch auf den Talmud, mais 28a verwiesen, wo das Handwerk des Köhlers ('»ns) vorkommt. IX. Aehnliche Erörterungen, wie bei der Entstehung der Salzlager (vgl. Abschn. III), sind auch bei der Erörterung der Kohlenlager angebracht. Die Jahrmillionen, mit denen die Geologie bei der Entstehung aus Pflanzenresten rechnet, (Lehrbuch S. 91) sind ja wohl vom jüdischen Standpunkt aus nicht zu rechtfertigen. Die GeffchtsxfliMk, pik ffn Mlllksli glim AtikglM pikst? Wipkswruchks au Dic HauD gegköm lueiDeu, MD slyöu Döcu geklärt. Mir scheint es möglich und für Schüler sehr einleuchtend, an dieser Stelle einen kurzen Abriß der Katastrophentheorie zu geben, wie sie Ahron Marcus in seinem „Barsilai" und seinem Vortrag „Die moderne Entwicklungstheorie" entwickelt. Der Ausgangspunkt für diese Darlegungen ist einerseits die 2. Mischnah im 2. ms von -ran? andererseits der Midrasch Rabbah: rnrmi na rram, Es wird nun gezeigt, wie die Paläontologie uns die Uebereste dieser unvollkommenen zerstörten Welten zeigt, und daß es sehr wohl denkbar ist, daß auch die in den Kohlen gefundenen Pflanzenreste aus solchen zerstörten Welten stammen. Diese Erklärung, die den Erscheinungen am meisten gerecht wird, scheint mir fkvkllsflll? für MAks flkMMkf flif fllMk »gffitfr ucisulyd (DtäDcrcs im Darsilui unD Türacr in Der Srae schüre „Die moDerne Eutwilklungsihearie" non Ahran Marcus). X. Bei der Besprechung des kohlensauren Kalks (Kap. 35) ist die Erklärung von -"<m zu Kap. 19, V. 28 heranzuzichen, wo das Brennen des Kalksteins lo^arr) zu gebranntem Kalk hm) geschildert wird. Aehnlich Kap. 9, V. 8 und 10, Kap. 19, V. 18. Der Gebrauch des gebrannten Kalks zum Einreiben des Körpers, der recht gefährlich rosrden form, mirb im lalimiD gaßßaü) 766 ÜMsiMn. Rgl. Gkttö und «im auf 8ö£>. Bei der Besprechung des Mörtels (Lesebuch S. 104) ist die Beziehung zum 1. B. M. Kap. 11, V. 13 gegeben, wobei allerdings dem Worte n in statt der Erklärung von '"«n die des j?~n zu Grunde zu legen ist. Dieser schildert die Bereitung des Mörtels durch Brennen des Kalksteins und Vermischen des gebrannten Kalks >n'v) mit Sand und Wasser sehr anschaulich. (Vgl. auch Hirsch zur Stelle). (Schluß /olgt.) Dis Sltbdtß^dfulmetbobe im hebräischen Unterricht der Unterstufe. (Eine Entgegnung). Der Verfasser der „ketzerischen Ansichten über den hebräischen Unterricht", Herr Mittelschul-Konrektor H. Eintädter, ist sich glücklicherweise von vornherein darüber klar, daß ein großer Teil der Lehrerschaft seine Ansichten nicht teilen wird, ja, er ruft bewußt die Gegner auf den Plan. Eine gewisse Schwierigkeit für die AuseinanderaUerbmgs aus her £&aifac{?e, bexfb OS. bie ll3er|>ci||nif[e icr i>er|c^iel>enen Sc^uJuni ^ttersgru|i|7en nicht klar genug «useinandcrMN u legi eben Die Lee» hältnisfe des Elementarunterrichts dar und kommt dann ganz unvermittelt auf den weiterführenden Unterricht für die Heranwachsende Jugend zu sprechen. Daß diese beiden Gruppen, ebenso wie Stadt- und Landschule, recht verschiedenen Gesetzen unterliegen, steht wohl außer allem Zweifel. Der gut gegliederten Stadtschule mit ihren meist sehr stark, besetzten Klassen und dem allerverschiedenartigsten Schülermaterial, steht die wenig gegliederte Qcirrdfchuls gegenüber, bie ein im roejjentlid^en gl'eid^mäjji= 9e& finf in ms iß Hfsßtsn ASMlangen aufweist. Der genauere Vergleich dürste gewiß nicht immer zum Schaden der Landschule ausfallen. — Der Klarheit wegen müssen wir uns zunächst mit der Methodik des Elementar Unterrichts befassen, der ja das Fundament ist, auf dem jeder weiterführende Unterricht ausgebaut werden muß. Sich jetzt noch mit der Buchstabiermethode auseinanderzusetzen, bedeutet wirklich eine Zeit- und Kraftverschwendung. Wir wollen doch ja nicht verkennen, daß nicht Niederreißen heute nottut, sondern A u f b a u e n und daß den ganz anders gearteten Verhältnissen auch durch andersartige Arbeitsmethoden Rechnung getragen werden muß. ' W«r»rn «ber LfMl?N'kisM pks mrpkssikll THiilk stik Den ykbiMWcu Uuucräyi aDlcym — Toitrn er selbst sie jemals auf der Unterstuse erprobt hat — ist mir unverständlich. Ob Lautierob Wortbildmethode erscheint zunächst nicht als das wesentlichste, wenn ich auch nach meinen Erfahrungen der letzteren das Wort reden möchte. Was wir aber alle ohne Ausnahme erstreben, ist doch dies: den öden Drill des ersten Leseunterrichts aus der Schulstube zu verbannen, schon den Kleinsten jede hebräische Unterrichtsstunde zu einer Quelle der Freude zu gestalten, und das kann nicht geschehen, wenn wir nur lesen, nichts als lesen. Die gelesenen Wörter müssen — zum größten Teil wenigstens — Leben gewinnen. Bei dem gedruckten oder „gemalten" Wortbild muß die Sache, für die es die Bezeichnung ist, vor dem geistigen Auge ves ffstsstfg, Kgx ist skkkllpigkf Kksk°» Bas ist aufBauinDir ®pratfjumerritf)t; Bei Dem Dir stärlstc Klasse säst ausnahmslos mittut, bei Dem, gefördert Durch die Erinnerungsbilder, auch die Schwachen ihr Pensum ohne wesentliche häusliche Nachhilfe erreichen. Es liegen;ür diese Art des Anfangsunterrichts verschiedene neuartige Lesebücher, vor, von denen ich nicht alle genügend

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.