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Der Israelit · 1927-01-06 · Heft 1 (6.1.1927) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 1 (6.1.1927)
Date
1927-01-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Nr. t De r . 3 s r a e l L t 6. DcmpMMM Frankfurt a. M., Rathenau platz 8 (Theaterjplatz) ca.' lOO.OOO Bände — TelefonHansa 9365 — ca. vlOO.OOO Bäiide Alle Neuheiten Elniriö täglich Abonnement pro Monat M. 1.50 - Abonn. für Neuheiten pro Monat M. 3 - D as Abonne men t berechtigt zum einmaligen Umtausch an jedem Tage, ausgenommen Sonn- und Feiertage Die neue litauische Regierung und die nationalen MNZHÄM. Kowno, 2tz. Dez. In einem Gespräch mit dem Chefredakteur der offiziösen Zeitung „Ritas" erklärte Ministerpräsident Prof. Woldemaras u. a.: Die Regierung führt eine staatlich nationale Politik, ihr Ziel ist die Schaffung eines litauischen nationalen Staates, sie wird nur mit jenen Parteien Zusammenarbeiten, die das gleiche Ziel verfolgen. Von einer Rache-Politik kann nicht die Rede fein, die Regierung wird aber von jedem Achtung vor dem litauischen Staat verlangen. Der Umsturz, setzte her SBHtttfierpräftb-ßni föri, hie Rechte her £DHttbernicht WnifjFh öir Nsgirrung wirtr üisfs Nichts in einem Gesetz festlegen. Die Minderheiten sollten deshalb kein Interesse daran haben, in eine Opposition zur Regierung zu treten. Rumänien. Rabbi Zirelsohns letzte Senatsrede. Bukarest, 27. Dez. Die Rede Rabbi Zirelsohns im Senat liegt nun im Wortlaute vor, und man begreift in der Oeffentlichteit nitöt. miofo of Dufcö faino mM tzMtMnöL» LllErungen ken Zorn ker Wie'tjvifeit des Senats und, insbesondere der Vertreter der übrigen Kirchen im Senat erregen konnte, die ihn durch den kränkenden Beschluß, seine Rede im „Monitorul Osficial" nicht zu veröffentlichen, zum Rücktritt bewogen haben. Rabbi Zirelsohn führte aus: „Im Gegensatz zur Kuloir des 20. Jahrhunderts, die jeden Menschen ohne Unterschied von Nationalität und Religion respektiert, ist bei uns eine Partei am Werke, die den Juden alle Rechte versagt. Ebenso wie man im MittßlüftiÖF Ö8Q Mm kW Magre wnk her ritueüen Verwendung von Christenblut bezichtigte, so erfinden die Antisemiten von heute das Märchen, daß die Juden während des Krieges mit Gold gefüllte Gänse nach Deutschland expediert hätten, daß sie Bolschewisten seien, obwohl die Juden als Handelsvolk . natürliche Gegner des Bolschewismus sind. Unter nationaler Flagge wird hier die Losung ausgegeben: „Rieder mit den Juden,. Tod den Juden!" Ganz richtig hat Karl Ludwig Börne den zeitgenössischen Antisemiten zugerufen: „Ihr habet den Juden die glommenWffff M fff m ZklKksUNS MlSWj ihr habt ML Salz her MnkWnft in ih? Hs?z gsfchüUst, das hat ihr Herz, frisch erhalten." Die große Dichterin Carmen Sylva, die verstorbene Königin Rumäniens, hat in ihrem Memoirenbuch „Mein Penatenwinkel" geschrieben: wir leben und wir nähren uns alle von der Bibel, und wir verhöhnen ein Volk, welches das Buch der Bücher hervorgebracht hat." Solche Zitate und Feststellungen riefen besonders unter den rumänischen kirchlichen Würdenträgern Aufregung kkkFöllF: Der Metronom Dtr MolkM Flöh bas FllMllNlsiA 8)afl! ln her Moldau und ln SBejjaraklen fühle sich unter den Juden als fremd im eigenen Lande. «Die Juden haben angefangen . . Bukarest, 19. Dez. Unterrichtsminister P e t r o v i c i beantwortete in der Kammer verschiedene Anfragen betreffend die jüngsten Studentenunruhen in Kischinew und in anderen Orten. Zu Beginn seiner Ausführungen drückte er den Stuhe«iert ferne Sympathie aus urti> verfilterte fie der ffür» forgs Der Dttgtcramj. Cr sei. sagte er. van Der tiefen Vaterlandsliebe der Studentenschaft vollkommen überzeugt; große Fragen seien jedoch nichtdurch gefühlsmäßige Kundgebungen, sondern nur durch methodische Arbeit zu lösen. Die Studentenschaft möge sich an der Armee ein Beispiel nehmen, die zu Kriegsbeginn, da sie nicht genügend vorbereitet war, Niederlagen in Kauf nehmen mußte, später aber durch systematische Arbeit in Ausrüstung und Technik den Endsieg errang. Die jüngsten Demonstrationen hätten ihn mit tiefem Bedauern erfüllt, Dae ßhtaüitesrej* 1« 9a(j?r Minister Petrovici weiter, sei in vollkommener Ruhe verlausen. Erst nachher, in Kalarasch, hätten die ersten Demonstrationen stattgesunden, und zwar seien dieselben durch eine Gruppe Mitglieder der jüdischen Kulturliga hervorgeruf n $8M_ M MZmrmZ imi MmlMiMMr: rrihk billigen, mögen sie von welcher Seite immer kommen. Es fei Sache des Innenministers, gegen die Schuldigen vorzugehen. Er, der Unterrichtsminister, werde für die Aufrechterhaltung der Ordnung und Disziplin in den Schulen sorgen. Der Abgeordnete Madghearu unterbrach die Rede des Ministers mit der Feststellung, die Studenten seien bei ihren grauenvollen Excessen durch die jüngste Rede des Innenministers Goga ermuntert worden. (ITA.) Schwere Ausschreitungen auch in Llausenburg. Nutsssst. M. Mzznms, polifütia. Die Siadlrakivahlen in paläsüna. Jerusalem, 24. Dez. Die Stadtratwahlen in ganz Palästina werden im Verlauf des Monats März 1927 vor sich gehen. Laut der Wahlordnung wird überall ein Munizipalrat für die Dauer von drei Jahren gewählt werden. Die Regierung hat das Wahlkomtiee für Jerusalem bereits ernannt. Es besteht aus fünf Moslemiten, fünf Christen und fünf Juden. Die Namen der jüdischen Kommissionsmitglieder find: D- Amdursky. Abraham (EhaiBi j\m%M9, Söii, Mm üirmkr IM Z. BÄ! Aus mehreren Städten Siebenbürgens langen hier Nachrichten über schwerste Ausschreitungen der antisemitischen Studentenschaft gegen die jüdische Einwohnerschaft ein. In Klausenburg (Cluj) und in Großwardein (Oradea Mare) wütete die Studentenschaft gegen die jüdische Bevölkerung dieser Städte in der brutalsten Weise. Der Klausenburger jüdische Wohltätigkeitsverein veranstaltete eine Wohltätigkeitsfeier. Während der Festlichkeit drangen etwa 120 Studenten in den Saal ein und schlugen auf die anwesenden Festgäste los. Ein Ml das fflsffi UMz W MS MH" m Schrsgereken. Pvligei erwies sich als machtlos. Nach gsraumer Zeit kam Militär herbei und drängte die Studenten aus dem Saal hinaus. 20 Gäste erlitten mehr oder weniger, schwere Verletzungen. Von den studentischen Exzedenten wurden 25 verhaftet, aber nach Abnahme der Legitimation wieder auf freien Fuß gesetzt. - Sööth of 'öeptlfles titih hie Cagc her 3 uh er» iw Wi\U London, 21. Dezember. Die letzte Sitzung des Board of Deputies, die hier unter dem Vorsitz von d'Avigdor G o l d s m i d stattsand, war der Erörterung der Lage der Juden in Rumänien und Polen gewidmet. Es lag ein Bericht von Lucien Wolf vor, in dem gesagt wird, aus Rumänien, das immer eine Quelle der Sorgen gewesen sei, liege auch heute nichts vor, was befriedigen könnte. Das Komitee befaßte sich mit dem Telegramm des Außenministers Mitilineu, wonach in den letzten zwei JabFöll von 10 M WvöllöN öülFüffQnB StsMNfM. schast S §5§ bereits geprüft und von diesen 4 644 positiv erledigt wurden. Wieviele von diesen bewilligten Appellen Juden betrafen, wird nicht gesagt, aber anscheinend waren unter der genannten Zahl von Applikanten 6 930 Juden. Die von dem Minister genannten Zahlen' stimmen mit jenen nicht überein, die das Komitee aus anderen Quellen empfing. Offenbar werden .noch zwei Jahre vergehen, bis die Frage der Staatenlosen in der Bukowina erlediat sein wird: in den anderen mir& kte Srlektgiin^ n>cif,re!n?!noJlj m«? länger aus sich warten lassen. Die Presse weiß über das Vorkommen antijüdischer Exzesse in verschiedenen Teilen Rumäniens zu berichten. Seitens der rumänischen Juden ist diesbezüglich kein Appell an das Joint Foreign-Committee gerichtet worden, dennoch besteht kein Grund zu glauben, daß die ernst klingenden Nachrichten im wesentlichen nicht zuträfen. Das Komitee habe genug Beweismaterial in Händen, um der rumänischen Regierung eine gegen die Juden gerichtete Pofmr MtfpÄit; rnoraus Dte WayF WlWl. Dal ö8 zu Bruch der Mlnderhelisv ertrüge kommen könne. Erfreulicher find hie Nachrichten aus Polen. Der polnische Außenminister Graf, .Z a l e s k i hat dem Joint Foreign Committee mitgeteilt, daß die Probleme der Staatenlosen und des Numerus clausus in Polen in zufriedenstellender Weife der Lösung zugeführt werden. Die Antwort des Grafen Zaleski hinsichtlich des Numerus clausus ist nicht weniger zufriedenstellend. Das mißverständliche Zirkular, das eine Handhabe für dis praktische Durchführung des 9tumsFus tiaufus gtßtn tonnte, tft zninltMWgen. Das Komitee drückte Herrn Zaleski den Dank aus und lenkte seine Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit, auch weiterhin wachsam zu sein. Zwi. Der Diflriktskommissar für Jaffa hat eine aus sechs Juden bestehende Wahlkommission für Jaffa ernannt. Vom Vetter und anderem. T e l - Ä v i v, 15. Dezember. Vorigen Mittwoch brach ein Sturm aus, der fünf Tage dauerte. In der Nacht von Donnerstag zu Freitag wuchs der Sturm zu einem Orkan aus. Es war ein ununterbrochenes/ sich überstürzendes Geheul. Erst am Sonntag kamen hie Regengüsse, Der Sturm hat z>ieXe ^er|törung-ert r>-erur|cit^t. er irr ber Pflanzenwelt gewütet. In ven Otangengärten wurden die Orangen heruntergeschüttelt. Seitdem der Sturm ausgewütet hat, sind am Tage wieder sämtliche Bänke im Rothschild-Boulevard besetzt. Des Abends wird es freilich kühl. Trotzdem kennt man im allgemeinen keine Federbetten. Zwei wollene Decken müssen zum Zudecken genügen. Hier sind jetzt auch die kürzesten Tage; sie dauern aber immerhin von 6 bis 5,15 Uhr. Der Frührsgen Hut bereits über 200 SOiilltmeier 5nieberfcf^C<ig gebraefjt^ - UUÖ es Bald werden wieder die Wiesenblumen blühen und junge Gemüse emporsprossen. ümtvila. Große Ehrungen für Louis Marshall zu seinem 70. Geburtstag. Newyork, 18. Dez. Die Adresse, die Louis Marshall aus Anlaß seines 70. Geburtstages bereitet worden ist, trägt die Unterlüniifn rsli tssö ismiören üHnraonare in mg SiDD* tan M» Dseslniztru Etaakn uud Mn 519 Repräsentanten aus Deutschland, Frankreich, Dänemark, Rumänien/ Italien, Schweiz, Oesterreich, Ungarn, Jugoslavien, Argentinien, Südamerika, Kanada und Kuba, sowie ferner von 427 Repräsentanten der jüdischen wissenschaftlichen und philantropischen Institutionen. Die künstlerisch sehr fein ausgestattete Adresse hat die Form eines antiken jüdischen Buches und enthält eine Anzahl Illustrationen, die die jüdische Kunst im 13., 14. und 15. Jahrhundert im miitMalMißm BmMlmi), 3Mim unk ZWNNN. charakteristisch wiebergeöen. Die Unterschriften gingen natürlich über den Rahmen eines einzigen Bandes hinaus, es mußten vier weitere Bände in Quartformat hergestellt werden. In der Adresse wird u. a. „Gott dem Allmächtigen der Dank ausgesprochen, daß er dem jüdischen Volk in dieser Zeit einen Kämpfer wie Marshall geschenkt hat." In der Adresse wird auch der Rolle Marshalls beim großen Werk des Joint Distribution Committee gedacht und sein Verdienst als Mitschöpfer des amerifianifc^-en Rechtes geroürtngt. Präsident Coolidge beglückwünscht Louis Marfhall. Newyork, 16. Dez. Der Präsident der Bereinigten Staaten, Coolidge, sandte Herrn Louis M a r f h a l l zu dessen 70. Geburtstag ein herzliches Glückwunschschreiben. Zur Annahme der Zsamilienvereinigungs-Bill hmrdrj her» ameritenif^en rfffHffr N4»lin 90. Dszambrr». Bekanntlich hat der amerikanische Senat die von den Senatoren Wadsworth und Dickstein eingebrachte Bill wegen Einreiseerlaubnis für Frauen und Kinder von/ .

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