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Der Israelit · 1927-01-06 · Heft 1 (6.1.1927) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 1 (6.1.1927)
Date
1927-01-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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-kr. 1 Sette s 6. Januar 1927 Der I s r a el r l liefern wir einen eleganten Kneifer mit Glitten), Double ohne Fassung, der eigens für Nase und G esichtsbildtwg hergerichtet ,wird. Es ist nicht mehr nötig, daß Sie sich mit schlechtpassenden GlSsern, falsch und schief sitzenden ' Kneifern-behelfen* die Atigen dadurch vernachlässigen und schädigen. Besprechen Sie sich mit unseren Fach* letzten ohne Kaufverpflichtungj wir beraten Sie gut und bedienen Sie sehr preiswert Lieferung für alle Kassen. Orthözentrische Kneifer-Gesellschaft, Opernplatz. Für die R?e£ae Felds'teteherJOperngläser /von 20.— Mk.an. Schutzbrillen und Kneifer in allen Farben Auerbach, Berlin, Rechtsanwalt Dr. Jsak Breuer, Fvank- S ich.el, 2,. Sally . Hirschmann, 3.- Rechtsanwalt Ma^ Moritz. ' , - ■ surt a. M.> Dri Ist Grünfeld, Hamburg, Rabb. DrUNeü^ bauer, Würzburg, -'Dr. David ' Ochs, Köln-Berlin, Dr. Simon Schlesinger, Köln, und StMenrat. Dr. Spier, .Hanstmrg,! Daneben wurden noch wichtige 'Beschlüsse hinsichtlich de? m^dem^sten?Echnester zu betreibenden Ärbeikskurses süx.'Se jüngeren.Bbr. gefaßt. Die Notwendigkeit^ den junaen Studenten auch wirtt pr §?{|? gn fielen, Mi tcrcils? in W schiedenen örtlichen Dereinigungen die Schaffung . eines Wirts chaftsamtes gezeitigt. Es wurde nunmehr .ein Zentralwirtschaftsamt unter Leitung des Bbr. Dr. K l i ba-n s k y, Frankfurt a. M. geschaffen, dem in den verschiedenen Vereimgüngen örtliche Vertreter.zur^S'eite- Kehem . - - .; - .v:V^-' - ' ' •' i i i.T ' > . , ' , I 'r ' : Tagung der süddeutschen Esragruppen. Ansbach, 3. Jam Am oi»v haben sich - in AnSbach die? süddeutschen 'Esragruppen getroffen. Die Tagung wollte in erster .Linie den persönlichen Konnex der/Esräer untereinander .enger gestalten und hat dieses Ziel in hohem Maße erreicht. Es wurden einige Ansprachen und Referate gehalten. •,Freitag Abend begrüßten die Herren Rabbiner Dr. ^K o h n' und 'Dr. Elie M u n k die Tagung. Schabbos Morgen beschäftigte sich ein? Dröschoh von Rab- 'biner Dr. 'Munk mit dem Thema': "ivp obi?" dem Ver- .hältnts des menschlllHen Geistes zu seinem Körper, aufnL Jn mihi non gne ffiUl, Dem *vb trtiy. Am Schabbos abend spmch der Bundesweiter Louis Levinger,, München, in Anwesenheit der jüdischen Gemeinde Ansbach über Wesen und Wollen des Esrw Wenn auch, so wurde ausgeführt, im Esra oft Meinungsverschiedenheiten geherrscht hätten, so sei darüber die Einheit des Bundes doch erhalten geblieben, weil allen das Ziel gemeinsam und nur der Weg umstritten' sei. Im Weg der Arbeit liege das Spezi- MA des esra. denn „MgenMMguiig ist rein Ziel. .sondern eine Ar t." Im Anschluß hieran wurden noch die - Bildungs- und Erziehungsziele des Bundes weiter ausgeführt. — Der nächste Referent, Heinrich Lamm, 'München, 'behandelte den erzieherischen Wert des RaturstudiuiNH in intellektueller, ethischer und ästhetischer .Hinsicht Di-ire längere Diskussion ergab Uebereinstimmung mit den wesentlichen . Grundgedanken dieser Ausführungen. Der Sonntag war, nachdem die TeilnehmerzahA^guf ca. 140 gestiegen war, der Besprechung von Bundesfragen g-etoibtnei. 55 er 95unb steht »or her ^roge, ob er fciuc SorDenmQtn aus Dem Mbictc des Mischen Wissens zu detaillievten Formulierungen verdichten soll, um durch die Aufstellung eines festuinriss---nen Bildungszieles die Leistungen' der Esräer auf dem Gebiete des jüdischen Lernens zu steigern. Rach der sehr ausgedehnten Aussprache über dieses .Thema und einigen kurzen Worten von Rud.. Herz, München, über die Bedeutung des Wanderns für den Esra wurde noch die Erez Jisroel- Arbeit des Bundes von den Vertretern der hierbei schon' mehrfach aufgetretenen beiden Richtungen einer Kritik unterzogen. Während man auf der einen Seite eine Vertiefung der Sehnsucht, nach Erez. Jisroel erhofft von w W M «nftsf chSiM MlHwrfüllung meMns tSMSMkk D, öötz p'f .m föni religstssen Zentrum zw lebendigerer 'Gestaltung gelangen könne, daß dort erst die von UNS ganz vergessenen sozialen Gebote der Tauroh. verwirklicht werden können, glaubten andere,, über eine gewisse, kontemplative, die Alioh weniger , fordernde Einstellung zu Erez Jisroel nichthinausgehen zu. dürfen. Rach kurzen Begrüßungsworten de? Herrn Rabbiner Dr. . Mannes aus Schwabach schloß Rabbiner Dr. Elie Mr Forderung des Ptmdesgrußes: ~prr:~ i . rvayl^ der Gememdeälteslen.?' ' . 'H an a u ä. M., 3. Jan. Herr Rechtsanwalt Max Moritz wurde zum Gem e i U d e alte st e n unserer "Gemeinde ernannt und für ^in Dnt Verpflichte^ Das Kollegium der Gemeinde- .ültested.besteht nynmtzhr aus deu.Herren: 1. Nathan w'' ' . ' . " V. .:. -Nv ■ Landesversammlung der israelitischen Gemein- . den-VürllembergL Stuttgart, 31. Dez. "?Ende November, fand in den Räumen der früheren Ständekammer die Tilgung der Israelitischen Landes- MMMMlUWM MMMMSM 11IH ftatl Dtr Präsident des Jsraslitischey Oberrats, Negierungsrat Dr. Nördlinger, konnte mit Genugtuung feststellien, daß im Berichtsjahr der innere und äußere Frieden innerhalb Württembergs gewahrt wurde. Rur einmal mußte der Oberral gegen das aütisemitische Treiben eines Pfarrers emschveiten. Per Etat der Israelitischen Zentralkasse weist ün EtnnavMn 116 M Mt:: M liiatei 6KlM Mark. auf, der ungedeckte Admangel von 166.000 M?. wird durch eine.Landesumlage von 33U% auf Grund der Roichseinkommensteuer 1925 und der zweifachen Vermögenssteuer auf 31. Dez. 1923 aufgebracht. Aus der Zentralküsfe werden die Gehälter der Rabbiner,' von denen einer in Gruppe XII, 7 in Gruppe XI, 2 in Gruppe X emgestuft sind, die Gehälter der Lehrer, von denen .einer in Gruppe- IX, 13 in Gruppe VIII und 7 in Gruppe VII eingestüft sind und die Bezüge von 17 Pensionären und Hinterbliebenen bezahlt. Für Unterstützungen an leistungsschwache Gemeinden wurden 30 000 Mark, für Fortbildungszwecke (Seminarien, FortßttöUngltHFif UM ffii 8888 Ws W Mi. — DrZ LHriiäM Uv ®»uw3ung mu MMoerbands auf Grund der oorgelegten Verfassung wurde allgemein bedauert. Man ist bereit, weiterhin an dem Zustandekommen mitzuarbeiten, aber nur auf der Grundlage der bereits bestehenden Verbände, die z. B. wie Württemberg und Baden auf eine nahezu 100jährige Erfahrung zurückblicken können, während' der Preußische Verband noch keine Beweise seiner Lebensfühigkoit geliefert habe. Bedauert rvurds ferner das > Di? tungen Dr. Freunds wurden mit Entschiedenheit zurückgewtesen. — Die Rabbiner rücken nunmehr nach 26 Dienstjahren nach Gruppe XI vor. Sämtliche außerhalb Württembergs, aber innerhalb Deutschlands zugebrachte Dienstjahre der Beamten werden voll auf das Besoldungs- und ruhegehaktsberechtigte Dienstalter angerechnet, solche außerhalb Deutschlands ganz oder teilweise.— Die Gründung des Stuttgarter Jüdischen Lehrhauses wurde freudig begrüßt. Die größere Anzahl der Abgeordneten befürwortete den Gedanken zur CrMMng/iMilLör. MiMWim. M M MIM m Nelrgionsunterrichts und die Z^otTtbikbung her Naödiner und Lehrer soll weiterhin gesorgt werden, ebenso sollen Kurse für Laien zu Erlernung des VorbetenS und Latenens wieder stattfinden. Die-Jahrtagsstiftungen aus der Vorkriegszeit sollen weitergeführt und die Verpflichtungen größtenteils erfüllt werden. Rach zweitägiger, friedlicher, anstrengender Arbeit wurde die Versammlung, die wesentliche Beschlüsse gefaßt hat, mit dem Dank an. dje Abgeordneten und an den Oberrat, geschlossen. Felix Fechenbach rehabilitiert. .... . .. ... LLivZiÜ, 27. Mb \ Las Neichsgericht hat das Ürtetl des Volksgerichts München, gegen Felix Fechenbach, den einstigen Privatsekretär. Kurt EisNers, soweit es sich auf die Veröffentlichung des Ritter-Telegramms bezieht, ohne erneute Hauptverhandlung a u f g e h o b e n. Die Kosten hat der bayerische baat zu tragen. Durch das Urteil des Münchener Volksgerichts vom 20: Ott. 1922 war Felix Fechenbach weg^en. -vollendetem Verbrechen des Landesverrats zu 10. Jahren-Zuchthaus verurteilt worden. Nachdem Xlm 005# DcrDüit! Dattt; - wllM u. DtnnaDiaL rnr jetzige Reichs Asrrchls dedeulel ferne oo!lkommene RehabiliHrung. . . Dttgutüt. Dsr Rabbiner im Magnatenhause. ... Budapest,'19. Dezember. . Der hauptstädtische Abgeordnete Paul Sandor. hat, dieser Tage den. greisen Obevrabbiner der orthodoxen Gemeinde,/, königl. Rat Koppel Reich, besucht und mit ihm über feine eventuelle Wahl zum Mitglied des Magnätenhaufes eingehend verhandelt. Die Voraussetzung liegt nahe, daß. diese Fühlungnahme vorher mit dem Ministerpräsidenten. Graf Bethlen vereinbart war. Abgeordneter Sandor war von dem Ergebnis seiner Unterredung mit dem verehrungswürdigen Rabbi überaus zufrieden. Bekanntlich wird Oberrabbiner Reich berufen foiii, Di lonfmiMimQ dbi: \mm vAMusös an M terspräsident offiziell durchzuführen.;; Als interessantestes Gegenstück fei noch verzeichne^. daß der unter merkwürdiger Zufälligkeit neu gewählt« , . Reichstagsabgeordnete, der durch seine Gewalttätigkeiten , unrühmlich bekannte 30jährige Rässenschützlek? Hwan Hejas, als jüngstes Mtglied des Äbgeoräneten- Daufis ötBriftniDrer [ein miiD: Antijüdische Exzesse in Städten des Kreises Posen. Warschau, 28. Dez. Der Zentralverband jüdischer Kleinhändler erhielt von seiner Ortsgruppe in Kalisch Mitteilungen über stattgefundene gefährliche Exzesse gegen jüdische Händler, die zu den Jahrmärkten nach Astszeszow und Leschno gereist waren. In Astszeszow wurde ein Marktplatz für die christlichen Händler im Stadtzentrum und einer speziell für jüdische Händler in der Peripherie angelegt. Als trotzösin dis Käufer d>sn iiibifdjen Marktplatz aufsuchtsn. ffTT? gw|-arrimeTT ü&ev|i«t bi« jübischen Händler, mißhandelte sie und warf die Waren durcheinander. Die Polizei, die um Intervention ersucht wurde, lehnte jedes Einschreiten zugunsten der Juden ab. Eine Abordnung des Zentralverbandes jüdischer Händler in Warschau intervenierte beim Innenminister und ersuchte um Bestrafung der Schuldigen und Schadenersatz für die jüdischen Händler. Der Warschrruer 2ftagijftaf für jüdische WoifU fahrls-Inslilulionen. . Warschau, 28. Dez. Der Magistrat hat in seiner letzten Sitzung 300.000 Zloty für Vollendung des Baues der Anstalt für heimatlose kranke Juden und 300.000 Zlaty für den Bau eines Erziehungsheimes für jüdische Findlinge bewilligt. Jüdische Schulkinder verurteilt. 1 Lodz, 23. Dez. Vor bam Lobzsr Krelsgsricht mürben brat jübischa $n«$?ir im Mt????n ii—Ü fj«t)V?n g« gwtl ^?gwi einer Woche Gefängnis verurteilt. Die Sache hat einiges Aufsehen erregt und das „Lodzer Tageblatt" nimmt den Anlaß wahr, in die unhaltbaren jüdischen Schulverhältnisse rn Polen, speziell in Lodz, hineinzuleuchten. Es wird den Knaben zur Last gelegt, daß sie in einer von der Regierung unterhaltenen „jüdischen Volksschule" das Kreuz von der Wand heruntergerissen hätten, weil sie als Söhne frommer jüdischer Eltern das Symbol einer fremden Kirche in ihrer Schule nicht dulden wollten. Die Verhältnisse, so sagt das „Lodzer Tageblatt", haben sich so entwickelt, daß man heute kaum rcoef) . einen Unterjc^iebgn>i|d^en den allgemeinen unb jüdischen DoMchuM hernllsslnvm limn. Sogar Die antisemitische Einstellung der nichtjüdischen Lehrer ist in den sogenannten „jüdischen Volksschulen" in vollem Maße vorhanden. Wiederum ein Beweis, von welcher vitalen Bedeutung für die Juden Polens es ist, eigene Schulen zu gründen, und in diesem Lichte gesehen, wird man den Segen der Bnoth Jacob-Arbeit für die Erziehung der Mädchen erst richtig zu würdigen wissen. Todesurteile des Feldgerichtes. , K o w n o, 27. Dez. Von den vom Kownoer Feldgericht ausgesprochenen Todesurteilen gegen eine Reihe Arbeiter, die der Organisierung eines kommunistischen Widerstands beschuldigt waren, wurden soeben die Todesurteile gegen vier Arbeiter vollstreckt. Unter ihnen sind drei Christen und ein Jude./

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