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Der Israelit · 1927-01-06 · Heft 1 (6.1.1927) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 1 (6.1.1927)
Date
1927-01-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Sette 2 Nr. l Der Israeltt 6. Januar!W7 Städten des alten und neuen Rumänien an der Tagesordnung. Der Regierung fehlt es am guten Willen oder an der Kraft, durchgreifend einzuschreiten. Die Lokalbehörden zeigen noch weniger Lust, das Minimum des von oben gewährten Rechtsschutzes zur Wirkung zu bringen. So steht die Sache, die nun mit oder ohne Wischss Zulun nach inlöMülmnalsr Losung schreit. In Amerika und in Jerusalem gab es Demonstrationen vor den rumänischen Konsulaten. Der Jüdische Sejmklub, in Warschau wandte sich mit einer Interpellation an die zuständigen Instanzen des Völkerbundes in Genf. Es kam höflich ablehnender Bescheid, unter Berufung auf die bekannte „Kompetenzgrenze". Unverbindlich wurde von Genf eine Einflußnahme auf die rumänischen Kollegen in der Jnterparlamentari- | c£^ e n Union gugun|ten bcr Suben oer|j>rochm. Trotz Der schönen Neben Der rumänischen Konsuln in Amerika und Palästina und ungeachtet des wohl erfolgten gütlichen Zuredens in Genf wird die Situation auf der Straße in den rumänischen Städten für den Juden immer gefährlicher. So hat es denn der Jüdische Klub in Warschau bei dem Bescheide von Genf nicht bewenden lassen und in einem zweiten Schreiben, das.Abgeordneter Kirschbraun an die Interparlamentarische Union in Bukarest richtet, bittet er im Namen der 34 Deputierten und 12 Senatoren, üe iiejem Ü?{üf>e emge« hören, nicht zuletzt aber im Namen der Humanitätsidee und der Völkerversöhnung um eine schnelle Intervention für die bedrängten Juden in Rumänien. Wir haben uns bei andern Gelegenheiten gegen internationale Einmischung in jüdische Rechtsfragen eines Landes ausgesprochen, in der daß in folgen Bingen eine friedliche Lösung im Lande selbst stets aussichtsreicher und weit erfolgverheißender sei. Aber auch hierin muß es eine Grenze geben. Es geht hier nicht um eine soziale Entrechtung, die Einschränkung einer Bildungs- oder Verdienstmöglichkeit für Juden. Das primitivste Recht von Menschen auf Leben, Gesundheit und Eigentum wird in bestialischer Weise von losgelasfenen Horden buchstäblich mit Füßen getreten, mit Knüppeln niedergeschlagen. Selbst wenn wir keinen Völkerbund und kein Minoritätenrecht hätten, dürfte die zivilisierte Welt zu dieser Schmach nicht schweigen. Nun hat aber RllmmkM pmip WrpsHchtUliM nach Diofor Richtung hin übernommen, es hat die Ehre, Mitglied eines Völkerbundes zu sein, der die Völker auf Grund des Menschen- und Völkerrechtes versöhnen will. Hier scheint uns das'Lärmschlagen von Seiten der jüdischen Stellen, die in der Politik ihrer Länder ein Wort mitzureden haben, sehr am Platze. Problematisch bleM die Wirkung dieser Alarmierung auf das noch nicht genügend erwachte „europäische Gewissen". Herr Dr. Paul Nai'Jj c* rt j. ein Äunbtger in Jotc^en Dingen^ glaubt in einer längeren Ausführung in Der „C. B.-Zeitung", daß schon die Möglichkeit einer Intervention des Völkerbundes auf die rumänischen Politiker ernüchternd und abschreckend wirken würde. Man würde es dort nicht darauf ankommen lassen, sich von dem Areopag der zivilisierten Mächte zur Ordnung rufen zu lassen. Ein zweites wirksames Mittel, Rumänien zur Vernunft zu bringen, sei, ihm den Geldbeutel höher zu halten. Kein Land ist heute so geldbedürftig und so anleihesüchtig wie Rumämm. — ShtymM spässiSttZttMll IU$ unseres Erachtens nicht in Mischer Hand.'sondern, in der Hand der europäischen und amerikanischen Hochfinanz, die heute, wie man weiß, lange ni ht mehr als die jüdische Finanz angesprochen werden kann. Wie dem auch sei: Die konzentrische Abwehraktion von Amerika, England (Board of Deputies), Palästina und Warschau begrüßen wir und wünschen ihr vollen Erfolg. Der alte 3ifr0uro in fdjroeret Zell. Ein beachtsames Ehrenzeugnis wird den Institutionen des alten Jischuw für ihr tapferes Verhalten in der schweren Zeit des Krieges und Nachkrieges im „Doar Hajom" ausgestellt, doppelt beachtsam, weil „Doar Hajom" gewiß nicht zu den Freunden und Lobrednern der alten Schule in Palästina gehört. Bei Kriegsausbruch, so schreibt BlaHy oerftcrnden es dis Äölalrrn nnch dslll ersten Schrecken, sich in erstaunlich rascher Zeit auf die neue Lage umzustellen. Es wurden Gelder aufgebracht, Hilfsaktionen gebildet, Institutionen ins Leben gerufen, eine grandiose Brotverteilung organisiert und der Not in jeglicher Art und Weise an den Leib gerückt. Die Parole wurde ausgegeben und eingehalten: Jeder jüdische Bewohner Jerusalems spendet, sofern er nichtEmpsänger ist! Besonders gut bewährte sich die hergestellte Verbindung zwischen Stadt und Land, die Heranziehung der Kolonien zum Hilfswerke, die mit Lebensmitteln aushelfen konnten. Ein besonderes Kapitel bilmq Die Dom allen IWuw lNMNWM maitmn tretung für die jüdischen Militärpflichtigen und Ausgehobenen, die in erster Reihe darauf bedacht war, daß keine Einberufungen zu Unrecht erfolgten und die Privilegien der einzigen Söhne usw. gewahrt wurden. Ungeachtet der kritischen Lage wurden immense Summen aufgebracht für die jüdischen Kriegsteilnehmer. Von den Jefchiwajüngern, die selber darbten, wollte sich keiner von der Beteiligung an dieser Kriegshilfe ausschließen. Es lag aber in der Natur der Sache, daß die des neuen Vst^urr» in ber Organisation^“ knnst Den Männern Der allen Schule überlegen waren. Und mittels dieser Kunst gelang es ihnen, als später das amerikanische Hilfswerk einsetzte, die amerikanischen Gelder vollkommen in und durch ihre Hände zu leiten. Die Folge war, daß der alte Jischuw bei aller entfalteten Energie und bei allen ungeheuren Opfern sich nicht aus Eigenem erhalten konnte. Die Meistbetroffenen waren die Gelehrten und Lernenden, die buchstäblich Hungers starben, deren Kinder auf der Straße das erschütternde Lied, bestehend aus einem WgM. MYmjmmivkm ..Mzh SBiufF Damals, in Der Stunde Der äußersten Not. war die Amsterdamer Chaluka, die deutsch-holländische Palästinaverwaltung unter ihrem rührigen Vertreter, Herrn Rabbiner I. H o r o v i c z, der einzige Rettungsanker für die um ihr Leben Ringenden. Sie war es, die Mehl und Brot verteilte und zu zivilen Preisen Lebensmittel an die „Wohlhabenden", auch auf Kredit, verkaufte. Erst im letzten Kriegsjahr änderte sich die Sache, als das amerikanische Hilfswerk in die Hand des Herrn MßWM MM MM bkr es als Gehst der Lieb^ und Gerechtigkeit erachtete, such das religiöse Element vor dem Hungertods zu schützen. Es war höchste Zeit, da das Hilfswerk der deutsch-holländischen Palästinaverwaltung bereits am Ende seiner Kräfte war und die Not sich wieder zu verschärfen begann. — So weit „Doar Hajom". Die Gesetzestreuen brauchen |it^ gtoar i^re *j$atäytinatiebe nic^ erjt von anderer Seile attestieren zu lasten, aber Diese objektive Beurteilung ehrt in. erster Reihe das Blatt, das die übliche Diskreditierung aller außerzionistischen Arbeit in Palästina nicht mitmacht. Registratur. Eines der wesentlichsten Kennzeichen für die Partei-Scheuklappen innerhalb der zeitgenössischen Judenheit dürfte die Tatsache sein, daß fast in allen jüdischen Fragen man mit apodiktischer Gewißheit die Bewertung der einzelnen Fakta durch die respektiven Parteibonzen und Partei- MM vüillumükst mim Mv m niimimDnomgia Prozent Recht behält, wenn man ohne weiteres das Englische „right or wrong my country" aus die Partei überträgt. Trotzdem gibt es Dinge, ZU K2- Kurze Betrachtungen zum Wochenabschnitte. Von Rabbiner Dr. Jelig Kanter in Iwitlau (Mähren). '•ui li-uv'i os?n ■unu tu 121- Bekannt ist der Ausspruch unserer Weisen, den auch Raschi zu diesem Verse zitiert, p’m min nan' ui-v '-ui nwpa rVr si p« dm o”p xb 'in irr?' pnnRi dm o"p aniR ias?i ovayv Ebenso bekannt ist die Schwierigkeit dieser Stelle, mit der sich alle cmd nn beschäftigen. Auffallend ist auch folgender Vers in diesem Wochenabschnitte i-rrnm »mi- '121 onstaa. Mia tos?» Warum wird in der S^oro gerade dieses besonders betont^ als ob das ©sToigsn iöss Wvrlr Mssss" sin DsünDsiss ®wr dienst wäre, das besonders hervorgedoden zu werden verdiente? Worin bestand tatsächlich das große Verdienst der Söhne Israels, daß sie taten, was Moses sprach? Man könnte die Fragen noch sortsetzen, die in den diversen d’idd leicht nachzuschlagen find. Eine in jeder Beziehung befriedigende Antwort fand ich im *pv nai zu diesem Wochenabschnitte. eine Antwort, die es verdient, hier in den Hauptzügen, wiedergegebenzu werden Vor allem mutz, der Unterschied zwischen rüwp und — sägen wir — nwpa oder nana festaestellt wer- Dgn. ißro DM ..Domen' . ..lelüen'. .enllMen" etc. in der AdM! und DorauesOung, das Geborgte oder Ausgelichdne wieder zurückzüerstatten. n«?pa Ist eine Bitte um etwas, das nicht unbedingt zurückerffattet werden mutz, ähnlich wie nana,, für die man sich gelegentlich wohl revanchieren kann, aber nicht muß. In unterem M)o«chenabs<hnitt kommt nur ber vor, d V sie fallen sich anslelhen, borgen. Die Aeaypter sollen glauben, daß es sich blos um die leihw eiseUeberloffung der/121 -102 ^2 handelt, die ihnen nack einer bestimmten Frist zurückerstattet werden. Von dieser Annahme ausgehend, werden sie gerne und auch viel leihen uvd borgen, da sie das „Geborgle" zurückerhalten werden. Für die Israeliten, aber involvierte diese Art des „Borgens" eine große Gefahr und auck — eine schwere Probe in Bezug aus ihre nainR. Borgen sie sich etwas von den Aegyptern aus, dann werden diese aus das „Geborgte" sicherlich nicht so leicht verzickten und sie wären imstande, sie zu verfolgen, um ihnen das ..Geborgte gewaltsam zu entreißen, weil '121 iaiaa bv *>ma ms. Ferner die Israeliten glaubten jet^on an tiie enbpiittige unb ooHflänbipe <£rloluna ans ügumtTsijfi ffntfbftfaTtr V« wWVMiimn DefoDIen, sich anszn borgen ">ui eine Form, die doch auf die Rückkehr nach Aegypten schließen läßt. Und nun verstehen wir den zitierten Ausspruch unserer Weisen: Ick bitte dick, dafür zu sorgen, daß Israel sich nur des Ausdruckes von ni-st? b ediene (nicht etwa nppa und nicht nana). Dieses Wwi) wird zur Folge haben, daß die Aegypter ihnen alles und leichten Herzens überloffen werden, was bei einer nvpa nicht der Fall sein wird, Denn nur aüß diese Weise, wird Israel das Land seiner InMfllt iraroi MMm. M es uimem Stammvater AvMom verveißen würde Daßunter v'21 nicht irdische. Güter ,»jbv V yi2i zu verstehen sind, weiß jener p>ix bestimmt, ebenso dürste es ihm höchst gleichgültig sein, ob seine Enkel viel r,v2 'So besitzen oder nicht (da unter i»ii2 vian die nun zu verstehen ist). Aber er, der in jeder Beziehung streng geregte, könnte immerhin bie Einmenßun^ ersireßen ann n^->p am» las-i unaj». ^sie roerien sie Knechten and peinigen" — dies ging an ihnen, den Ae yptern. in Erfüllung. D. h. die Aegypter haben die Israeliten weidlich ausgenützt, sie in geistiger und körperlicher Beziehung ausgebeutet; DM D"P xb i-112 V12M iks1 p ,*insi, daß ftc dann dafür reichlick entschädigt werden, dies ging an ihnen, den A egyptern. nicht in Erfüllung, d. h. sie (die Aegypter) haben für die viele Arbeit etc. keine Entschädigung geleistet. Deshalb sollen die Söhne Israels sich des Ausdruckes li-rrv'i bedienen, um auf diese Weise eine große materielle Entschädigung von den Aegyptern zu erzielen, wenn auch in diesem Aufdrucke für sie (die Israeliten) eine gewisse Gefahr enthält und wenn er auch geeignet ist, tie mit Besorgnis zu erfüllen. Srofebcm, fn berichtet VW üj taten Ite ^siaelllen^ rote fflojes geiolen '.'cp-mm WkV llnd Dieses Moment verDient in Der Tat besonders hervorgehoben zu werden, denn es zeugt von der großen naiaR und dem großen pnva unserer Vorfahren in Aeoypten. Bemerkungen zum Wvcheuabschnilk.. Von Hauptlehrer Zs. Wolff in Aurich, tt: rUft - Wochenabfcknitt beginnt: .'an '2 ns?is -» Rar nay 27 :iri ia7 m ’maan löTonnne Zu PMsv, rosll W sein Dein nnD Dns Herz seiner Diener neisloück m l macht habe". Zu dm Anfangswortenr »« «r.

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