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Der Israelit · 1926-12-30 · Heft 53 (30.12.1926) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 53 (30.12.1926)
Date
1926-12-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 53 &m s 10 DW«»S IM Korrespondenzen « ßaebriebten.; Ve«ts«he» Rei«tz Konferenz der Landesverbände «Ose". Berlin, 22. Dez. 'Der „Verband „Ose", der sich bekanntlich der Gesundheitspflege in den osteuropäischen Ländern erfolgreich widmet, hielt hier seine Bertreterversammlung ab. Dr. Gurwicz erstattete Bericht, über die Tätigkeit im 1925 »nb 1926f ZW m MgrunöSten hygienischen Institute, schulmebizlmschen «Stationen, Tüberkülöse-Heilanstalten und Kinderverpflegungsanftalten hat sich stark vermehrt. Auch die Aufklärungsarbeit auf hygienischem Gebiet ist ausgedehnt worden. Sie erstreckt sich auf die ostjüdische Bewölk erung von Berlin und London: Vtim «uw MvMüMM jüDiföjcn M\mm* sorgnttg. > . ' , Berlin, 13. Dez. Am SonnÄrg wurden im Hause der Frau Minister -a! D. Preuß, der Witwe des verstorbenen früheren Reichsministers Hugo Preuß, 'eine Beratung von Mieschen Persönlichkeiten,. die auf dem, Gebiete der sozialen Fürsorge führend sind, abgehalten.. Die Zusammenkunft galt dem Ziele, eine großzügige jüdische Altersfürsorge ..zu begründen, und. zwar soll die kleine, von Dr. Arthur Kahn gegründete „Esrath. Sekenim" (Altershilfe) in eine umfassendere Organisation umgewandelt werden. >"Es handelt sich um die Unterstützung bezw. Versorgung von einigen tausend alten Leuten, die infolge der wirt- . schaftlichen Katastrophe in der Nachkriegszeit ihr gesamtes. Vermögen.eingebüßt haben und jetzt schwere Not leiden -müssen. Dr. vaors eraomiMig. . . Berlin, 26. Dez. Auch im Preußischen Staatrat kam die Ernennung des- Ministerialdirektors ^D'r. BÄ dt zur Sprache. Vertreter der Rechtsparteien kritisierten diese Ernennung. Ihnen gegenüber erklärte ein Vertreter der ‘ Regierung, daß alle Kritik unberechtigt sei, da es sich um -Bitten in jeder Hinsicht ausgezeichneten qualifizierten Beamten handelt. Auch Minister, die ihrer Gesinnung nach den rechten Parteien angehören, konnten, so sie dienstlich mit Herrn. Dr. .Badt in Berührung kamen,?.ihm ihre Hochachtung nicht versagen. -LonfMnz tvssteuvopaischer agudistischer Jugendorganrfakionen. Köln, 27. Dezember. Gestern fand im Hause des Herrn Leo Munk, hier eine. Zusammenkunft der westeuropäischen Jugendorganisationen der Agudas Jisroel statt, um die in der praktischen Arbeit gemachten Erfahrungen auszutauschen. An den Beratungen nahmen teil für Belgien: Geiger-Antwerpen, .für. Deutsch-Oesterreich: Bondi und Stroh-Wien, für Deutschland: Max Guttmann-Nürnberg. sowie Heri iponn Sine unD 3dqi für Bvedenburg-Är-nh-eim, und für öit Schweiz: M. T. Lei wenstein und David Ullmann-Zürich. Als Vertreter des Geschäftsführenden Ausschusses der Agudas Jisroel wohnte der Präsident der Agudas Jisroel, Herr Dr. Pinchas K o h n - Wien der Sitzung bei. ~f Die' Herren Lewen st e i n - Zürich und Guttmann-Nürnberg! entwarfen ein Bild von der derzeitigen Lag>e der Agudas .Jisroel im allgemeinen und ihrer Jugendorganisationen uw besonderen und forderten eine erhöhte Aktivität auf allen Seiten and einen engeren Zusammenschluß aller agudistischen Jugendverbände. Es wurden zu. diesem. Zweck nach mehrstündigen Besprechungen die.Herren M. T. Lewenstein und David llllmann mit'der Gründung einer Zentralstelle mit hem Sitze in Zürich beauftragt, die den Zweck hat, die in der praktischenArbeit der/ Jugendorganisation gemalte« ■■•„Ln - 3l<yriUnken UNIMtÄNschLN öegw. gu verwerten,MgunWn einer Stärkung der Gesamtorganisätion. - - h t y k t ti tut; Bundestag des Bundes Jüdischer Akademiker. Leipzig. 29. Dez. (Vorläufiger Bericht.) Der Bund Jüdischer Akademiker sammelte sich am letzten Sonntag in Leipzig zu seinem Bundestage. Die Tagung wurde vormittags 11.30 Uhr im großen Saale des Kaufmännischen Vereinshauses in öffentlicher Versammlung eingeleitet. Nach der Begrüßung durch den Präsidenten, Herrn Dr. Jacob Levi, Berlin, übernahm Hxrr Dr. D. Dzialowski als Leiter des Leipziger' Stammtisches das Präsidium und erteilte Herrn RaÄbiner Dr. Carlebach das Wort zu seiner warmen Begrüßung im Namen der Leipziger V. I. A. Es folgten dann Begrüßungen von Seiten aller gesetzestreuen Vereine Leipzigs, sowie auch im Na« MM W LSiWW K U l t UI5 S!»I ist Ä1 ®U Mff. nungssitzung schloß mit einem Referate des Herrn Rabbiner Dr. Merzb ach,, Darmstädt, über das Thema: „ Z w a n z i g I a h r e B. I. A." Der Leipziger Oberkantor, Herr W i l k^o mi r s k i, trüg dann mit seinem Chore Psalmen vor, und man begab , sich , zu gemeinsamem Minchogebet in die Synagoge, Otto Schildstraße. Am Sonntag nachmittag wurde der wissenschaftliche mi mit einem MMte Des flerrn Dr. ® m i q H n o & i. Köln, ÜW Bedeutung der tatmuöi* sch-e n W e n dung en ^rr ,»12 eingeleitet, dem sich eingehende Diskussion anschloß. Es folgte eine medizinischhalachische Aussprache unter Vorsitz des Herrn Rabbiner Dr. Eduard B i b e r f e l d, Berlin, und am Abend waren wieder die Bundesbrüder mit vielen Gästen bei einem herrlich verlaufenen Festabende im Kaufmännischen Vereinshause vereinigt. Der Dienstag war dem geschäftlichen Teil gewidmet. Näherer Bericht folgt noch. Die Bonner Studentenschaft gegen die völkische Verfassung. Bonn, 22. Dez. Die Bonner Studentenschaft hat in ihrer letzten. Sitzung mit 15 gegen 7 Stimmen beschlossen,- dem § 1 der Verfassung der-'Bonner Studentenschaft eine ein-', deütitze Formulierung zu geben, die eine endgültige Absage «n bu Bit. neue Fassung lautet: § 1. Mitglied der Bonner Studetttönschaft ist jeder immatrikulierte Studierende deutscher Staatsangehörigkeit. Die Studentenkammer richtete hierauf ein Telegramm an die Deutsche Studentenschaft in Berlin mit der ' Anfrage, warum das pom damaligen Vorsitzenden der Deutschen Studentenschaft am 17. Dezember 1923 gegebene Versprechen, die Verfassungsfrage betreffend, noch immer nicht eingelöst ist. Der Vorstand der Deutschen Studentenschaft wurde ersucht, bis Sonnabend, den 18. Dezember, mittags 12 Uhr, Antwort zu geben. Der Vorstand der Deutschen Studentenschaft, hat hierauf der Bonner Studentenkammer mitgeteilt, daß sin UWZ liffiiMiDes Xßlösrnmm MvMpi nIP böüttitvorten werde. Aus dem Breslauer Gemeindeleben. Breslau, 17. Dezember. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurden dem Waisenhaus und dem Darlehens-Institut Subventionen bewilligt. Zu einer kleinen Auseinandersetzung kam es wiederum über den Vorstandsantrag der vielumstrittenen jüdischen Schule, eine Beihilfe von 10 000 Mark fürdie Kosten des Religionsunterrichtes zu ge- TM lMrslk MMM gal m mmm Lszu Derjtaitöen, dör gefährlichen jüdischen <§chute wenigstens nach den gleichen Grundsätzen eine Subvention zu bewilligen, wie sie andere Schulen für den jüdischen Religionsunterricht erhalten. Darnach wurde eine Beihilfe von 982,40 M. genehmigt, die der Vorstand in unbeschreiblicher Großmut mit 17,60 M. auf 1000 M. erhöht hat. Trotz einer eindrucksvollen Rede des Rechtsanwalts Jacobson blieb es bei dem Vorstandsantrag. Das Krankenhaus wird anläßlich seines 200jährigen Jubiläums durch einen hochherzigen Wohltäter aus Berlin die Mittel erhalten, um ein großes, den modernen Anforderungen entsprechendes Röntgen-Institut zu errichten. Mesterreiel». Das Budget dee Tttiener israefiiij^eri . racinöci Wien, 23. Dezember. Der Vorstand der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde beschäftigte sich in seiner gestrigen Plenar- Seidenu. Garn-Handelsges. rn.li.IL 47 Bleidensfraße 47 (früher: Grosse Eschenheimerstrasse 3) SPEZIALHAUS In Näh- und Stick-Seiden Handarbeits-Garnen jeder Artsitzung mit dem Budget für das kommende Jahr. Der Referent, Regierungsrat Dr. Oppenheim, gab zunächst eine Uebersicht über das Ergebnis des laufendst» Jahres. Veranschlagt war ein Defizit für 1926 vourund 300 000 Sch. Es hat sich -ein Plus »o» 254 904- EAÜmg rrgsbrn, so daß das rfsettwe DeWt nmd' 45000 Sch. betragen dürfte. Für das Jahr 1927 sind Einnahmen von 4 773171 Schilling vorgesehen. Die Ausgaben sollen dagegen 5 012 729 Sch. betragen, so daß mit einem Defizit von 239 58 Sch. zu rechnen ist. Für 1927 find Eingänge an Kultussteuer in Höhe von 2 000 000 Sch. vorgesehen. Die Zahl der Kultussteuerträger fvelfiuft sich KZZMÜiai?l!g aus 81ÜÜ8 w« UM¥ 30W mehr als 150 Sch. Kultussteuer zahlen. Für das nächste Jahr rechnet man mit einem Zuwachs von 5000 bis 6000 Steuerträgern. ' Die Zionistische Fraktion brachte in der Sitzung einen Äringlichkeitsantrag ein, in welchem die sofortig« Einsetzung eines Wahlrechtsreformausschusses gefordert wird. Dieser Ausschuß soll innerhalb einer zu bestimmenden Frist dem Plenum Vorschläge über die zeitgemäße Verallgemeinerung des Wahlrechts erstatten. ttn$actt. Zehn Inden im ungarischen Parlament. Budapest, 22. Dezember. Das neue ungarische Parlament wird 10 Juden als Mitglieder zählen, unter ihnen das erste und einzige jüdische Mitglied der „Vereinigten christlichen Partei" MnßkisKjUiViäi). Br, Äsza Äss!. Sie übrigen jüdischen Parlamentarier sind: die Mitglieder des Linksblocks Dr. Marcell Baracs, Ernst Vrodym, Dr. Bela Fabian, Dr. Eugen Gal und Paul Sandor, ferner die Sozialdemokraten Emmerich Györki, Daniel Varnay, Emmerich Szabo und Moritz Rothenstein. Der als Jude geborene sozialdemokratische Abgeordnete Alexander Propper ist^ konfessionslos. VolEBL. Aus der Lodzer kehillah. Lüüz, 18. Dez. In einer großen Dersammlung wurde über die Tätigkeit der Verwaltung unter der Leitung der Agudamänner Bericht erstattet. Die neue Verwaltung hat ein trauriges Erbe von ihren zionistischen Vorgängern übernommen. Die Rabbiner und Gemeindebeamten bekamen ihre Gehälter nicht und der ganze Finanzbetrieb stockte. Der neuen Verwaltung ist es aber gelungen, das Budget in befriedigender Weise durchzuführen und die Institutionen musterhaft auszubauen. Es konnten Steuerausstände noch von 1924 und 1925 eingebracht MM MWe WDMl nmn. iMor üll Wfs D'ttZL dörichtetön in öingsh^nden Neferaten Herr F. Liebermann und der Präsident der Verwaltung H. Berger. Der Verwaltung wird das Vertrauen der Versammlung ausgesprochen. £ett(a««e>. Rabbiner Jturotf und bas Kabine«. Riga, 24. Dezember. Während die jüdische Presse die sensattonelle Nachricht in die Welt hinausposaunte, der Deputierte. Ravv. N u r o ck sei vom Staatspräsidenten mit der Kabinettsbildung beauftragt worden, scheint man in Lettland und in Riga selbst nicht allenthalben einverstanden zu ein mit der Art, wie Rabbiner Nurock seine Aufgabe löste. Zunächst sei bemerkt., daß hn DJKnhe*- jensDIOff, Dor Dom 3JMJMllrock mürbe unb gekettet wird, nicht alle jüdischen Deputierten Lettlands vertreten sind. Die populärsten jüdischen Vertreter im Sejm, Mordechai Dubin und Rüben Wittenberg, waren der Meinung, daß dieser sieben-

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