Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 52 (23.12.1926)
- Date
- 1926-12-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Dezember 1926 -V e c l i t i e I Vl Nr. 52 Seite 7 von I. M. L etoi n, der wünscht, - daß,■ ungeachtet der Verschiedenen Einstellung der Parteien, der Protest einher t l ich ergehe. Die Protestresolution wird darauf «l-rt i m ro 1 g «« g « Ü.A Ut U4 i ü. . Ei- UMÄ ÄÄÄÄ ßiE bunvlstischer Antrag aus Mißtrauensvotum für die Verwaltung abgelehnt. Cs kommen noch Fragen der Sch echita und der 6pitalverwaltung zur Sprache. Äon der Budgetkommission. ' Warschau, 18, Dez. In der Budgetkommissionhielt bei Beratung des Etats des Kriegsministeriums Deputierter K i r f chbraun eine große Rede, in der er sich grundsätzlich für die Erhaltung und Unterstützung der Armee aus Gründen der Landesverteidigung ausspricht. Um so mehr müsse er Protest einlegen ge g e n den Terror, dem die jüdischen Soldaten in der Armee ausgesetzt sind, wofür er viele Belege anzuführen imstande ist. Es fehlt auch an jüdischen Armeerabbinern. Die-- Rede Kirschbrauns wurde vom Kriegsministerium zur weiteren Beachtung uriö S&eratima eirtg«f oirl>exr- HUI) AfelMtMllg tillQiU > i i n Fortdauer der Iudenhetze in der Provinz Posen. P o s e n , 24. Nov. Im Gegensatz zu der Darstellung der „Frankfurter Zeitung", daß sich die aus Kongreßpolen in die polnischen Westprovinzen. .einryandeMden Juden der besonderen Protektion der polnischen Behörden erfreuen' und daß sich diese Juden als Sturmbock gegen die angestammten deutschen Juden verwenden lassen, treffen immer wieder Nachrichten aus den westlichen neupolnischen Provinzen ein, die von grausamen Verfolgungen neu zugewanderter Juden zu erzählen, wissen. In dem Städtchen Gdyni a , wo vor kurzem drei jüdische Handwerker aus Kongreßpolen zugewandert sind, demonstrierte auf dem am. Markttags «ine rrrcchrtaufendköpflge Menge, t < »I ti ä-•••♦••>.. a«^ge^egir> gegen Die ^uroaniwrimg »an Juden aus Kongretzpoken. Der Antiftmit Tgmuvzynski erzählte der Menge, die Juden brauchten Chriftenblut nicht nur zu Ostern, sondern, jedem neu angetrauten Paar gebe man Wein mit Christenblut vermischt zu trinken. Er ließ die Menge schwören, die Juden wirtschaftlich zu boykottieren. Die Menge versuchte, in. die Wohnungen der Juden einzudringen, wurde aber von der Polizei zurückgehalten. . (U--Um die jüdischen Leichen. W'i lna, 12. Dez. Man. sieht die Juden auf der Universität nicht gern, in Polen so wenig wie in Ungarn und Rumänien, und ryan weiß, mit oder ohne Numerus clausus ihre Zahl einzufiHranken. Dagegen sind hier wie dort jüdische Leichen für die Anatomie sehr erwünscht, und es wird den fiÄigutt MM-lM ESfüfion Mfi le sich MS FMMll Motiven der Sezierung widersetzen. In Wilna hat es aber der L^ltek der jüdischen Spitals, Dr. Wirfchupski, dennoch gewagt, die Leiche eines itn Spital verstorbenen frommen Juden, ungeachtet der Proteste der Verwandten, zur Sezierung herauszugeben. Das Komitee der Chewrah Kadischah, das im Einvernehmen mit dem Rabbinate sofort "eingrifs, wurde so lange hingehalten, bis sie vor der vollzogenen Tatsache standen. Da die Sache über den Einzelfall hinaus von prinzipieller Bedeutung ist, würde in einer von 3000 Personen besuchten Versammlung flammender Protest gegen diese Leichenschändung^ die von großer Ttagweite sein kann erhoben. .Es.herrscht in Wilna berechtigte. Aufregung. .. ' Die Bukarester Studentenexzesse hören nicht auf. Bukarest, 14. Dezember. Die Zeitung „Adversul" teilt mit: Am Sonnabend und am Montag setzten sich die atisemitischen Studentenausschreitungen fort. Än der medizinischen Fakultät kamen umfangreiche Schlägereien vor. Heute morgen wurden während der Vorlesung des Professors Vladescu die jüdischen Hörer von ihren nichtjüdischen Kollegen überfallen, mißhandelt und hingeworfen. Dabei wurden auch die jüdischen Studentinnen in - keiner Weise geschont. Dies geschah vor den Augen von Vertretern der Behörde. Den. Mißhandelten Juden wurde zugerufen: Wir bleiben bei der Forderung.nach Numerus Clausus nicht stehen, wir fordern schon den Numerus * Was Mn AUMiuu Nuusus uuvrMM so ist ftibe schon in der Praxis zum Teil verwirklicht worden. Zu dem 'ersten Jahrgang der miöizinischen Fakultät der Bukarester Universität inskribierten in diesem Jahre rund 400 Nichtjuden und 40 Juden., Dr. S. Ehrmann in Jugoslawen. Subotica, 10. Dez. Auf Einladung des gesetzestreuen Kolbnisationsvereins „Moriah" sprach hier Herr Dr. Salomon E h r - m a n n, Frankfurt a. M., in einer aus allen Schichten der jüdischen Bevölkerung besuchten Masserversammlung über Agudas Jisrvel im allgemeinen wie insbesondere über die P a l ä st i n a - A r b e i t der Organisation. Die Ausführungen ernteten begeisterten Beifall. Mehrere Herren der Gesellschaft boten sich Herrn Dr. Ehrmann zur Mitarbeit an. Am Freitagabend sprach Herr Dr. Ehrmann speziell für die Jugend. Die Droscho des Oberrabbiner Moses Deutsch am Samstag vormittag war der Aguda unb 9£rtwstt ttt (Eres Äisvosl QfrtöthttlßL 2£ttt Saby > <*».«* ii Qi t-X >j| bat nachmittag hatte der Gast wieder GelsgMMl, eine grohangelegte Rede über die Ziele und Zwecke der Aguda zu halten. Nach Sabbatausgang fand im Haufe des Kultuspräsidenten Wilhelm Glied eine Feier zu Ehren Dr. Ehrmanns statt, wobei der Entschluß gefaßt wurde, die „Moriah" zu einer Ortsgruppe der Agudas Jisrvel ümzügestälteti. ''Interne" P'erütungen fanden statt und brachten erfreuliche prakttsche Erfolge. Mit gleichem Erfolge sprach und wirkte Herr Dr. Ehrmann in V i n k o v c e. Eine Masserversammlung führte dort zur Gründung einer Ortsgruppe der Agudas Jisrvel. Am Donnerstag den 9.' Dezember referierte Herr Dr. Ehrmann in Belgrad, wo er von der Gemeinde unh ®ranb^5Rabf)tn 911marm begrübt wurde. ,5>ie H3eiran|iaXirmg rorrüe üll^eest!»e!e!»en^ Def auf Die JugenD. Auch ln Zagreb wurde nach einem Referate des Herrn Dr. Ehrmann eine Aguda-Ortsgruppe gegründet. Einberufung der orthodoxen Delegierkenversammlung in dexLlovakei^; . .. . . tislay.a^ Die gewählten Bertretßr-der orthodoxen GtzchMden in der Sloyakei gemeinsam mit ihren Rabbinern -wurden für den 22. und 23r Apbeth zu., einer: Delegiertenbersammlung einberufen,, mm Präses.-..uyd ViMpräfes^ der Landeskanzlei, sowie.Deorthodoxe Landesrepräsenkan^ zu wählen. Der -rstg- Des-egfertentag im Jahre- 191S.hckt' die LandesorgapiWon neu geschaffen, der zweit-L im- 1920 i*ie amttcrcnb^ öetiurtg -S*e=.fwählt. Da Das MMÜaz^yer Wrang mir Jahresende abläuft, ist statutengE^^M. Neuwahl erforderlich. Das- Zentralbüro in BraHlava haf, dieser Tage demgemäß die Delegiertenversammlung i.für den 22. und -23. Tebeth nach Trencianske Teplice einberufen. . . 1 -> Oberrabbiner Moses Katz, Nitra. Bratislava, 21. Dez. Freitag den 12. Tebeth verschied Oberrabbiner Moses Katz in Nitra im Alter von 86 Jahren. Oberrabbiner Moses Katz war einer derä ltesten und hervorragendsten Rabbiner der Slooakei, der sowohl durch seine große Gelehrsamkeit wie fast sprichwörtliche Klugheit über die Grenze des Landes bekannt war. Der MerU4OTe e,ar eL Öl eULff4<Pkr Ul Lrfrs in Pretzburg. Nach seiner Heirat lebte er zunächst als Privatmann in Wien. Er wirkte sodänn als Rabbiner in Magendorf und im Tokay und in den letzten Jahrzehnten in Nitra. Oberrabbiner Katz war Mitglied des Rabbinischen Rates der Agudas Jisrvel. LiiAlaiid. Stürme über dem Kanal. Fraucnwahlrecht. — Rabb. Kuks Stellung. — United Synagogüe uud Palästina. - Synagogen-Skandal. London, 19. Dez. Der Beschluß der großen Vertreter-Versammlung der „United Synagogue" vom Oktober, durch den das Frauenwahlrecht für die Sesfelinhaberinnen der Synagagsa mit gratzsr Mshrhsrt abgslshnt ronrds. hat. wie ga W engti|:c4"jübi|c4ert Blättern LI. hafte Stürme hervorgerufen. Es regnet 'Einsendungen aus dem Publikum, in denen gegen die „reaktionäre" Einstellung der Dertreter-Mehrheit der „United Synagogue" in allen Tonarten und mit allen möglichen aus llM MM llkk lsks-UMyslffll Sturm gelaufen wird. Nicht nur die Liberalen, sondern auch die Führer der in England besonders stark entwickelten Halborthodoxie, die von jeher eine starke Sehnsucht nach resormierenden Rabbinerversammlungen und scheinbar orthodoxer „Fortentwicklung des Thoragesetzes" empfindet, benützen die Gelegenheit, uni den Chief Rabbi und das Londoner Beth Din einzuschüchtern und sie zu Konzessionen an die öffenüiche Meinung zu bestimmen. Dabei wird auch wieder mit einer Aeußerung Rabbiner K u ks Fangball gespielt, obgleich dieser sich in der Frage des Frauenwahlrechts ziemlich eindeutig * als Gegner bekannt hat. Sturm hat es aber nicht nur in der Presse gegeben, sondern auch in der Sitzung des Council, in der die Beschlüsse der Dertreter-Versammlung erst noch einmal legalisiert werden mußten. . Hier war es nicht r»as Frauisamahlrscht. düsssn Ablehnung durch die De- " * * * > cc u - -rn ---> - 5...^..... puties widerspruchslos den Council papitc, sondern der sonderbare, offenbar von zionistischer Seite inspirierte Beschluß, die Wirksamkeit der „United Synagogue" auch auf die Mandat-Gebiete, d. h. also a u s Erez Jisrvel auszudehnen. Dieser Beschluß ist von der.."staatlichen Aufsichtsbehörde fürvurtgülttjj1 erklärt, wokden; daß der Vorsitzende des Council'aber die ganze. Frage überhaupt ohne vorherige Beschlußfassung' des Plenums der Aufsichtsbehörde unterbreitet hatte, bot Anlaß zu erhitzten Debatten und zü'einem Antrag auf ein Tadelsvotum gegen den Vorsitzendech"das allerdings mit großer Mehrheit abgelehnt wurde!-' 1 In dem benachbarten B 0 u r nem 011 th' M sich am letzten Sabbat ein in den Annalen mindestens der rnsstjüd-ischen GöMöindsn zrveifellos unerhörter Vorfall Ar\rLll §n tz Mnrä örMtzk Wf ffisl; vertu Monaten starke Mißstimmung gegen ven Predige Hirsch, einen Sohn des bekannten Lews College- Dozenten Samuel A. Hirsch s. A. wegen einer angeblich allzu scharfen Predigt, die Reverend Hirsch vor längerer Zeit gegen die Sabbat-Entwechung in Bournemouth gehalten hat. Am letzten Sabbat 'wurde der Prediger, als er im Begriffe war, das Königsgebet zu sprechen, tätlich angegriffen und es wurde versucht, ihn, mit Gewalt von der Kanzel herabzuzerren. Es ist begreiflich, daß die Angelegenheit lebhaft erörtert wird und zu einer Untersuchung durch das Londoner Beth Din geführt hat. Die Paläftina-Anleihe-Bill vom britischen Oberü . Haus in erster Lesung angenommen. . rwit London. 15. Dezember. Die von Unterhaus Derer ls Jtt ßl|Ufl§ verübsMedete Vorlage betreffenb die englische Garantie für die Anleihe der Palästina-Regierung gelängte im House os Lords in erster Lesung zur Annahme. Palästina. Die Wahlen in das Stadtparlament. Tel-Awiw, 8. Dez. Gestern fanden die Wahlen in das Stadtparlament statt. Es wurden 7525 Stimmen abgegeben. Die Wahl ergab, wie bereits gemeldet: Arbeiterpartei 15, Vereinigung der Einwanderer aus Polen 6, Revisionisten-Zionisten 5. Zentrum 5' oder 6, orthodoxe Parteien 4, Poasei Zirll 8 I MMS-LMiMUNg I IßHFßtQF. Die Liste ber ^innjanicerer aus Polen hat in weiten Kreisen der Bevölkerung Befremden erweckt. Leider fehlen Per führende Persönlichkeiten, die die Einsicht und die Kraft haben', die Träger des öffentlichen Gewissens zu sein. In Palästina ist eine politische Organisierung nach Landsmannschaften ein schweres Unrecht gegen die jüdische Einheitsidee. — In Tel-Awiw sind gegenwärtig ca. 13 00 Zimmer und 200 Läden unvermietet. Bon dem Neubau der Tachkemonischule sind bis jetzt nur Keller- und Parterrestock gebaut und ihrer Bestimmung übergeben worden. Das Gebäude und der Hof nehmen ein imponierendes Terrain ein. Die Einrichtung ist nach zweckmäßigen und hygienischen Gesichtspunkten geradezu vollendet. Die Kosten betragen aber auch bereits Mehr als 20.000 Pfund. Zur Einwei- ^un g halten sich ianfenDe SßenfcDen «ingej-nn&ett; es sprachen u. a. Di« ODerraDöiner Kuk und Meir von