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Der Israelit · 1926-12-23 · Heft 52 (23.12.1926) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 52 (23.12.1926)
Date
1926-12-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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eene 8 m. 5' L kt n=r «S X \ I 23. Dezember 1926 Jerusalem und Aronsohn und Ben Usiel von Jafsa- Tel-Awiw. Seit vergangener Nacht wütet -ein heftiger Sturm. Zwei von Europa gekommene Schiffe konnten heute im Hafen von Jaffa nicht stoppen und mußten nach Haifa weiterfahren. Heute abend hat ein kräftiger Regen begonnen. Da im ganzen November nur ll1/» Millimeter Niederschlag fielen, so wurde er sehr herbeigesehnt. Der Dwinsker Gaon und der Zionismus. 3-erufafem. 10. QVgegen Ln Süeifauptungen gi?mstisstl?r Blätter, DCI verstorbene große Rabbi von Dwinsk habe zum Zionismus gestanden und den Keren Hajeffod propagiert, ist der „Kol Jisrael" imstande, einen Brief von Rabbi Meir Simcho abzudrucken, in dem er sich von 36 Jahren Abraham Jakob Slutzki gegenüber über die „Chowawe Zion" geäußert hat. Er warnt in dem Schreiben vor der Illusion, als könnte Erez Jisrael mit Menschenhand und Menschenhilfe erlöst und anders als auf der Grundlage von Thora und Mizwaus aufgebaut werden. — Es ist einfach unmöglich anzunehmen, daß der Gaon gegen den politischen und Kultur-Zionismus von heute eine andere Stellung eingenommen hatte, als damals gegen die Chowawe Zion-Organisation, die doch in der Hauptsache nur philantropische Ziele auf nationaler Grundlose nsrfolgts. . . für Serujölemer §5cr^atirm||<p yjf fTTlS ÜtlBgf der jüdischen Postbeamten, daß Juden, und auch viele fromme Juden; ihre Geschäftsbriefe am Freitag nachmittag zur Post bringen und dadurch die jüdischen Beamten in die Gefahr bringen, bis hart an Sabbat zu arbeiten. Jerusalemer Zeitungen empfehlen die Bitte der Beachtung des jüdischen Publikums. Ttmevita. Annahme der Aamilien-E'rnigungsbill im Senat der Vereinigten Staaten. ül-erorfort, IS. tDegember. &er 4en«t B?s?migirn 'StaötEn verhandelte heute über die von Senator Wadsworth eingebrachte Bill, die eine Abänderung der jetzt geltenden Einwanderungsvorschriften in der Weise vorsieht, daß der in der ganzen Welt als grausam empfundenen Trennung von Familienangehörigen in einem gewissen Grade abgeholfen werden soll. Der Senat nahm die Vorschläge des Senators Wadsworth im Sinne der Botschaft des Präsidenten Coolidge mit 39 gegen 37 Stimmen an. Sobald das Gesetz in Kraft tritt, werden etwa 30 000 Gattinnen und Kinder unter 24 Jahren von Deklaranten (Personen, die um die Einbürgerung angesucht haben), die vor Juli 1924 nach Amerika .eingewandert waren, außerhalb, des Mhmens der LMDsijühköLgllLks zu ilMtt lüost-s». Vätern oder Müttern, kommen dürfen. Henry Fjords antisemitische Hehtätigkeit. Washington, 16. Dez. In der heutigen Sitzung des Kongresses der Bereinigten Staaten brachte das jüdische Kongreßmitglied Bloom eine Resolution ein, in welcher die Einsetzung eines unparteiischen Komitees seitens des Kongresses zwecks Untersuchung der vom Automobilkönig Henry Ford erhobenen Beschuldigungen gegen die Judenschaft und jüdische Persönlichkeiten Amerikas vorgesehen ist. In der Resolution wird insbesondere auf Fords Beschuldigungen bezüglich der neuen Methoden im Geld- und Banksystem der Vereinigten Staaten hingewiesen, das laut Ford von Juden erdacht worden ist, um die amerikanische Wirtschaft in jüdische Abhängigkeit zu bringen, Nrsvlutivn Blooms wurde einer Kommission des Kongresses überwiesen, die demnächst darüber Bericht erstatten wird. Der bekannte jüdische Philanthrop Nathan Strauß hat am 22. November in der Versammlung der Funktionäre der United Palestine Campaign zu Boston, von der öffentlichen Tribüne herab an Henry Ford die Aufforderung gerichtet, zuzustimmen, daß Fords Anschuldigungen gegen das Judentum von einem eigens zu diesem Zwecke eingesetzten unparteiischen Zehnerkomitee prominenter Amerikaner geprüft .werden sollen. Henry Ford hat nun erklären lassen, daß er Nathan Strauß' Aufforderung nicht annehme; er wolle fein Material.nicht einem unparteiischen Komitee zur Prüfung überlassen. Personalien. Zum 60. Geburtstage Rabbiner Dr. Königsbergers Be r l i n, 15. Dezember. Am 13. Tewes (18. Dezember) beging der in weiten Kreisen über Deutschland hinaus, durch sein tiefes talmudisches Wissen angesehene Rabbiner Dr. Bernhard Königsberger seinen 60. Geburtstag. Wenn es auch seinem augenblicklichen Bedürfnis nach Ruhe und Abgeschlossenheit und vor allem seiner Gesinnung nicht entspricht, das von diesem frohen Gedenktage, den '"v einem würdiger Führer der jüdischen Gemeinschaft Le MM, üBtrDaupi utottt MMMN UM. M l&k oic OrssenLilMit Davon Kenntnis ethalien, damit sie sich des Mannes erinnert, dem sie bisher die verdiente Beachtung versagt hat. Als Sohn des durch feine Frömmigkeit gut be kannten und hochgebildeten Herrn Salomon Königs berger in Kattowitz in Oberschlesien geboren, hatte er von früher Jugend seinen Eifer dem n-nnn n»’i> und der Uebung der n*->» gewidmet, ging dann nach Ab solvierung des Kattowitzer Gymnasiums nach Halberstadt und lernte eifrig auf der dortigen Jefchiwah bei Dr. Sg. Auerbach, Rabbiner Nobel und Salomon Cohn nachher auf dem Berliner Rabbinerseminar das er im Herbst 1890 verließ. Von da an schon begann seine journalistische selbständige Tätigkeit auf ethischem, pädagogischem und talmudischem Gebiet. In allen Zeitschriften Deutschlands und zum Teil des Auslandes wie „Jüdische Presse", „Israelit", „Allgemeine Zeitung des Judentums", „Rahmers Wochenschrift und SitsrnturßlM", ..WMWS MtWist W MssLllschMV 2^ iDQtß , „Zöikfchkkft fÖ-r prolestanlische Rheologie in München"^ „Monatsschrift für Geschichte und Wissenchäft des Judentums", Markons „Hakedem", „Zeitschvift ür Volkskunde", „Jüdisches Volksblatt" u. a. hat er aufs regste mitgearbeitet. Von selbständigen Zeitschriften und Arbeiten seien genannt: „Quellen der Halacha", (Der Midrasch), „Monatsblätter für Vergangenheit und Gegenwart des Judentums", 3 Hefte des von ihm bearbeiteten und hebräisch kommentierten halachischen „Sifre Suta" zu „Bamidbar", „Hiobstudien", „Aus Maforah und Talmudkritik"' „Fremdsprachliche Glossen bei Rabbi Gerschom", 3% Jahrgänge feiner noch heute geachteten Wochenschrift „Jeschurun", „Ueberfetzungen für Religionsschulen zu Siddur und Pentateuch", endlich -k, eine SSiogra^ $ff Mtztzj DSMkl Uli MM Iosö. (jflt sich aber auch, was den wenigstm bskannt jsin dürfte, als Ueberfetzer der französischen Sprache bewährt. In Hchem Zusammenhänge sei erwähnt: „Das neue Jerusalem'", ein aus dem Französischen übersetzter Roman der spanischen Jnquisitionszeit. Von Kennern geschätzt werden auch, stilistisch fesselnde min nem’n und talmudische Miszellen unter dem Titel nav 221s. Zurzeit befindet.sich,-" ein- Beweis für die hohe Reg ämkeit - des Jubilars, dank der Munifizenz eines Freundes eine neue Wege gcchende, mit außerordentlich anregenden Erklärungen aüsgestattete Psalmenüberfetzung' im Druck. Auch eine erstmalige Uebersetzung des Traktates „Berachoth" aus dem'^j erusalemischen Talmud mit vielen großartigen eine große dreiteilige Arbeit über das na und eine solche umfangreiche über den griechischen' MyHos im Talmud und Midrasch liegen aus der Hand des Jubilars druckfertig vor. Wo M ft? AkNSMi Die DßB Mul Men. Disss Tchätzr her OcfskMlilNM zugangig-ÄU machen? Ich bin uberzeugt, daß sich der Mut bezahlt machen würde. Die reiche wissenschaftliche und talmudische Tätigkeit hat Rabbiner Dr. Königsberger, der vom Februar 1895 -bis Juli 1898 in Pafewalk, von da bis September 1912 in Pleschen und Umgegend und dann in der Synagoge „Ahawas Scholaum" zu Berlin amtierte, nicht gehindert, sich im weitesten Sinne charitativ und für das Religionsgesetz in Vereinen und Gemeinden, besonders in den letzten Jahren als reges Mtglied der Kafchruth-Kommifsion der großen Berliner jüdischen Gemeinde, wie ich schon eingangs ausgeführt habe, anregend und zum Teil führend sich zu betätigen. Gerade jetzt, wo zu unserem tiefem Bedauern unser hochgeschätzter Jubilar durch ein hartnäckiges Leiden in der Ausübung seiner rabbinischen und talmudischen Tätigkeit so ganz gegen seinen Willen stark beschränkt ist, fühlen wir uns doppelt veranlaßt, ihm für seine bisherigen reichhaltigen Leistungen aufrichtig und bewegt zu danken, und zu dem Dank gesellt sich der Wunsch, daß '"vn. dem verehrten Jubilar mit «in« DalDiaen nm MM ein sm w» mm mV 1-ryy Markus May V"T- Danzig, 15. Dezember. Einen großen Verlust erlitt ie jüdische Gemeinde in Danzig durch das vorzeitige Hinscheiden von Mordechai Löb May. War es ihm doch in nur sieben Jahren gelungen, einen echt jüdischen Geist in die Gemeinde hineinzutragen und einen frommen Flügel zu chaffen, mit sämtlichen Institutionen, die eine fromme Gemeinde benötigt. Im Jahre 1919, zur Zeit der polnischen Invasion nach Westpreußen, verlegte M. L. May seinen Wohnsitz nach Danzig. Zu jener Zeit fehlten in Danzig fast alle Einrichtungen, die zu einer frommen Gemeinde gehören. Es gqb ipphl eine,Mikwah, ,die wurde aber wegen KohlenWngel nicht.jMHt.'' Die jüdisM Jugend Wi^t kerne rEgiöse MziehüNg^ weit es firn geeMeM ' Lehrkraft 'mangelte; Die Schechitah konnte^ gleichfalls nicht den Ansprüchen der Frommen: genützem So entschloß er sich, die Mängel, vielfach auch. durch enormefinanzielle Opfer, und.Hintanstellung feinet' peMnÜHxn'^Anteressen zu beseitigen. Da die Gemeinde fiNäNzielle Opfer scheute, stellte er zur Heizung der Mikwäh, zwei Jahre läng, zur Zeit der größten Kohlennot, Material zur Verfügung. In derselben Weise würde die SHechitah- Frage gelöst. Es wurde ein Schachet berufen, der von rabbinischen Größen Kaboloh hatte und einen frommen Lebenswandel führte, der Schachet, der heute in der Berliner Gemeinde Adaß Jitzroel tätig ist. Dieser wurde jahrelang vom. Verstorbenen aus Privatmitteln unterhalten, bis ihn die Gemeinde, in der infolge des guten Belfplsls bcrs Önier«ff« fürjilbifc&e ÜbLMzgttüE Uxuij für rEliglöfcn Uns lerrrcht wurde aus Prwakmitteln unterhalten. Um dem religiösen Leben , in Danzig eine Dauer zu sichern, suchte er Gleichgesinnte auf, die sich in einem religiösen Verein sammelten. So entstand unter dem Vorsitz von M. May der rnrrsn -Verein, eine religiöse Gemeinschaft innerhalb der jüdischen Gemeinde, die im Laufe der Jahre sich die zur Einrichtung und Erhaltung jüdischer Institutionen nötige Autorität erwarb. Auf Betreiben des Vereins entschloß sich der Vorstand der Gemeinde einen o r t h o dö x e n Rabbiner anzustellen. Das Verdienst des ivm ist auch die Errichtung der nun Tmi>n, die gute Erfolge verzeichnen kann. - Dts religiöse Leben in.Danzig ist somit eng verknüpft mit dem frommen Hingeschiedenen. Aber nicht nur auf religiösem, sondern auch auf humanitärem Gebiet hat der Heimgegangene Großes geleistet. Als treuer Mitc>r-bsrts-7 »ort. bem furg voxt^ex oerß^s^H^g^li atU«er 5>r. Mt k Ällch iui öaörc 1321 zu? gunsten der Emigranten aus den östlichen Staaten mitgcarbeitet und viele Hunderts Familien erinnern sich dankbaren Herzens der Wohltaten, die sie durch ihn erähren haben. , Seit Jahren zehrte eine tückische Krankheit an seiner Lebenskraft. Das hinderte ihn ' aber nicht, bis zur letzten Stunde sich für andere einzusetzen. Vielen hat er zur Existenz, nw zur Heirat verholfen. Viele außer seiner Familie haben in dem Verblichenen ihren Ratgeber und Beschützer verloren. Sein Andenken wird auch außerhalb Danzigs in dankbarer Erinnerung bleiben. .. - rraxin* Berlin, 20. Dezember., Am 13. Dezember verschied der irr 5B-erfirt öllfetfctg beliebte Äantor unSe^rer 5 I k t f m <x n n \m?6. . Et ÖIAS) Ws 'jem- Wege zur Synagoge am frühen Morgen auf der Straße zusammen und wurde nach seiner Wohnung zurückgebracht. Dort lebte er noch eine halbe Stunde, ohne jedoch sein Bewußtsein nochmals zu erlangen. Seine erste Stelle fand er in den siebziger Jahren des abgelaufenen Jahrhunderts in Buttenwiesen (Bayern), wo sich damals noch eine große Kehilla und viele 'romme Balbatttm, Mit dem gelehrten Rabbiner Jonas Sänger Vst an der Spitze, befanden. Nach fünfjährigem Wirken verzog Fleischmann nach Pfungstadt und wirkte dort über sieben Jahre segensreich. Dann übersiedelte er ins Posenfche, wo er in mehreren Gemeinden — teilweise unter Trennung von seiner Familie,7welche, um die Kinder leichter ausbilden zu können, in Berlin Fuß gefaßt hatte —, eine in weiten Kreisen unvergeßliche Tättgkeit ausübte. Speziell. wurde sein pädagogisches. Tlrlsrrt rrrr T«rlmuburrterri«yt Einige Üor b-cm Krieg lam nqch P«rlin, i und wirkte ' uls Chafan an der Synagoge Rykestraße. ein Amt. das er bis zu feinem Tode versah, und durch welches er sich viele Freunde erwarb. Ein mühseliges, aber erfolgreiches .Leben hat seinen Abschluß gefunden. rraWn.' ' Neustadt a. Aisch, 13. Dezember. Ein alter Lehrerveteran, der Nestor und Mitbegründer des Israelitischen Lehrervereins in Bayern, Lehrer M>. Mayer, verchied im hohen Alter von beinahe 87 Jahren in Themar Thüringen), wo er. seit 1914 im Ruhestande lebte. Cr lammte aus Afchbach in Oberfranken und erhielt seine berufliche Ausbildung in Höchberg und Würzburg. Nach mehrjähriger Wirksamkeit in den Gemeinden Oberthulba und Giebelstadt wurde er nach Schnaittach bei Nürnberg berufen, wo er beinahe 50 Jahre in vörbildlicher Weise egensreich sich betättgte. Im Jahre 1914 trat er in den wohlverdienten Ruhestand, gleichzeitig nach Themar übersiedelnd. An dem stets lebensfrohen Greis, der 'tets in den Wegen der Thora wandelte, erfüllte sich des Pfalmisten Wort. Bis zu den letzten Tagen seines Schalt-Uhren für Schaiifensier und reppönbeleüclifung' auch für1 ' ' bestens^ edipfoUett schon von Mk. 18.— an ßrfOQkenH€i|mer^tr.J? -^lefo.n tyans£j>079 Bei.Bezug aiif .diese Anzeigewextra Rabatt

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