Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 52 (23.12.1926)
- Date
- 1926-12-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nr. L2 j) e!c. S * c a e i i t der Söhne des Jochanan Hyrkan, es kam Lee vernichtende Bruderkrieg unter der nachmakkabäischen Epigonenherrschaft, es führte dazu, daß Pompejus in Jerusalem einzog und damit die erste Bresche in die immer brüchiger werdende Mauer des jüdischen Staates gerissen wurde. Mit dem Zerbrechen des äußeren Rahmens durch Titus war nun. Glück im Unglück, auch diese Periode des Kraftjudentums überwunden. (Fortsetzung folgt.) lVochenrundschau. Ein österreichischer Gemeindebünd ohne Wien Wie bei uns in Deutschland hat in den Jahren vor dem Krieg auch in Oesterreich der Versuch, die einzelnen Kultusgemeinden ohne Rücksicht auf ihren religiösen Charakter zu einem einheitlichen Verbände zusammenzuschließen, wiederholt zu erbitterten Kämpfen geführt, bei denen die Gruppterung ber Parteien tn ber Stege! jo rooyj auf der einen Seite die liberalen Führer ber Großgemeinden, auf der anderen die orthodoxen Minoritäten Westösterreichs im Bunde mit einer Reihe orthodoxer galizischer. Gemeinden standen. Dem Widerstand der Orthodoxen gelang es schließlich immer, die Versuche auf Zusammenschluß, der in Wirklichkeit Oberherrschaft der liberalen Großgemeinden über die orthodox gerichteten mittleren und kleineren Gemeinden bedeutet hätte, zu verhindern. Die nunmehr nach. eineinhalb Dezennien rmeber auf genommene« ZasämrnensHlußbeskeeHungsN htLtLN, IfltC stlh aus den Mitteilungen im Nachrichtenteil ergibt, ein ganz neues, merkwürdiges Bild. In dem zu einem Kleinstaat zusammengeschrumpften Deutsch-Oesterreich haben sich am 12. Dezember die Vertreter der israelitischen Kultusgemeinden der Provinz im Rahmen einer in Wien stattgehabten Versammlung zu einem Verband zusammengeschlossen, der die österreichischen Kultusgemeinden in ziemlicher Vollständigkeit umfaßt mit Ausnahme der 7 orthodoxen burgenländischen Gemeinden (Eisenstadt, Deutsch-Kreuz usw.) und mit Ausnahme ber g e -rt m a t jo oiy{ M f gHeöer als alle GemeNiv en zusammen umfass end en Metropole Wien. Zu mar Kurze Betrachtungen zum Wochenabschnitte.*) Von Rabbiner Dr. Felix Kanker in Zwittau (Mähren). Iisroel sollte eigentlich in Asgytsn »rerhnnbert IllM8 VMM: öS üliöb sß» mrr Mälhür.r»w nnb zehre (VS). Disfshlötrden hundert und neunzig Jahre wurden durch die „Schwere des Dienstes (najrcm 'vx>), durch die übergroße Strenge und Härte der Aeqypter und die übergroßen Leiden und Qualen der Israeliten ersetzt und wettgemacht. Dies, so meint der Wilnaer Gaon, V-xr mH« ist schon in der na’aa angedeutet. Die Worte vw'n m i-nwi sind mit «anp versehen. Dies will andeuten: Dadurch, daß sie ihr Leben verbitterten, bewirkten sie, daß die Erlösung viel früher (vor der Zeit — ssip) erfolgte (kam — rr^rrri). Interessant ist auch, daß der Zahlenwert von «m? hundert und neunzig beträgt. Ebenso ist es auch in man aufzufassen: am n~apnr *1 Folgende Betrachtungen sind dem -vor kurzem erschienenen oorgügli^sg WKÜ8 FlITH Bljfi? (II. Töll) enMvmmBN, Dasf^lbc uiufaßt vieeiflöUvMWvHmadschniile des II. B. M. und ist zu beziehen durch den Herausgeber: Rabbiner Sch. I. Lewitan in Oslo (Norwegen). Der Vorstand der Wiener Gemeinde hat mit einer Mehrheit von 15 Liberalen und Orthodoxen gegen 13 nationalistische Stimmen beschlossen, sich dem Verbände nicht anzuschließen. Bei der Beschlußfassung sind, wenn wir recht unterrichtet sind, die Vertreter der Mehrheit von zwei verschiedenen Beweggründen bestimmt worden. Auf der einen Seite hat man sich zweifellos gesagt, daß der Zusamenschluß der Wiener''Gemeinde mit einer großen Zahl um ihre Existenz ringender kleiner Gemeinden erhebliche finanzielle Opfer für die Wiener Steuerzahler bedeuten würde, auf der anderen Seite aber war es auch die loyale Rücksicht auf die Meinung der im Vorstand vertretenen kleinen orthodoxen Minderheit, laß diese loyale Gesinnung der Wiener Liberalen mit besonderem Nachdruck betont und anerkennt, so wollen wir dieser freundlichen Note nicht widersprechen, glauben aber um der Wahrheit willen doch auf das hier sicherlich mitwirkende finanzielle Motiv ebenfalls Hinweisen zu sollen. Wir zweifeln nicht daran, daß, wie die Vertreter der Wiener Gemeinde mit Recht hervorhoben, in allen Fällen, in denen ein solidarisches Vorgehen nach außen notwendig ist, auch ohne das Vorhandensein eines festen Verbandes sich die österreichischen Gemeinden zusarnrnsnsrnben werben, ohne ba| M* Gernrfsensfrer^est Wv kingstnkn Körperschaft ten oder der Individuen durch statutarische Bindungen beeinträchtigt wird. Die Vorgänge in Litauen. Mählich dringt die Wahrheit über die Vorgänge in Litauen durch. Erwiesen sich auch die polnischen Berichte über Unruhen und Pogrome als falsch, so ist es auf alle Fälle klar, daß eine gsrvaltsame Ummälzung in Litauen nikHf kann, ohne auch die Juden irgendwie zu treffen. Schon der Gedanke eines Straßenkampfes in Kowno oder in einer Stadt der Provinz kann für den Kenner der Verhältnisse unmöglich von dem Gedanken an die Juden, die zum überaus großen Teile die Straße bevölkern, an die jüdischen Geschäfte, die der Straße die Physiognomie geben, losgelöst werden. Will man hoffen, daß die Juden heil davon kamen, so muß man schon den Glauben der litauischen Gesandtschaft teilen, daß die Umwälzung in der Tat mit rein friedlichen Mitteln vor sich gegangen ist und keine tiefgehende Gärung hinterlassen hat. LkMftar wäre es schon, oatz M Putschists» von gsstsm und Herrscher von heute und ihre Hintermänner in den Juden, die der neuen -Ul fpn mt ..Gott hat die Zahl XP (— 190) abgezogen von den Jahren, die er unserem Stammvater Abraham verheißen hatte". Daher ">ai aipan ^na. «... und es starb der König von Aegypten". Raschi (ebenso der Midrasch) bemerken dazu: Der König ist in Wirklichkeit nickt gestorben, sondern er wurde mit Aussatz getroffen. Diese Deutung stützt sich auf eiuen anderen Ausspruch des Midrasch. Von David heißt es in der Heiligen Schrift la-ipi -m'»» „Es näherten sich die Taoe Davids zum Sterben". Es heißt nicht: des -Königs" David, weil man nva rroVr r« „Am Tage des Sterbens hört die Macht auf; im Sierben sind alle aletck. 3» «ustsm MvWillwschMlle Mt ßß: @s flaiB Uv »König von Aegytm. nicht &Uv slnlach Pharay. Daraus schließt der Midrasch (ebenso Raschi), daß er nur aussätzig wurde und in Wirklichkeit nicht gestorben ist. „Und er sprach: Ich werde mit Dir sein, und dies diene dir zum Zeichen, daß ich dich gesandt habe, wenn du das Volk aus Aegypten führest, werdet ihr Gott an diesem Berge dienen". Dieses Zeichen, das als Beweis dienen sollte, ist eigentlich schwer verständlich. Ein Zeichen, das erst eintreffen wird, kann doch unmöglich im voraus als Beweis dienen! Und dock galt der Hinweis „auf diesen Berg" als der schlagendste Beweis, daß a-'vn nur Moses zu dieser Aufgabe, Israel aus Aeavvten AU befreien, ausezfeben fiqf. ©Ott, fg IüBm« UHfeie Welfen Mtzgillä sä a u. a. Dl. W? offenbarte sich auf dem Sinai, gerade weil er der niedrigste unter den Bergen und Hügeln war. Moses aber weigerte sich in seiner allzugrotzen Demut und Bescheidenheit, nach Aegypten zu gehen. liberalen Regierung nach Jahren der Reaktion: vor Monaten zujubelten und, wie. die anderen. Minoritäten, treu zu ihr hielten,, die eigentlichen -Nutznießer der liberalen Aera sehen und nun den bislang machtlosen Zorn gegen sie entfesseln.. In Straßenpöbel, in zaristischer' Roheit und- Knechtschaft großgezogen, werden sie immer ein. williges und billiges Instrument finden, egal gegen wen es losgehen soll. Doch wollen wir auch bezüglich der Begleiterscheinungen und ^unmittelbaren Folgen des Staatsstreiches nicht allzu, schwarz sehen, so wird dort für die nächste Zukunft die politische und Rechtslage der Juden vom neuen Kurse zweifelsohne bedingt sein. Wir sprachen es neulich in anderem Zusam- 88Zr StC DrtDflDDIß IÄMM itt ÖL lauen (und mm%\& Prozent ln Land und Stadl halten treu zum Gesetz) steht dort zwischen zwei. Feuern. War einereaktionäre Regierung am Ruder, so wirkte sich dieses in einer Politik des politischen Druckes, des wirtschaftlichen Boykotts,, der Beamtenschikane, besonders aber des unerträglichen Steuerdruckes aus. Bekam der Liberalismus Oberwasser, so war der äußere Druck gemildert, statt dessen setzte aber, auf Betreiben, der den maßgebenden Instanzen nahestehenden jüdischen Kulturfanatiker, die allüberall bekannte' Methode der r e l i g i o s e n U n d u l d s a m k e i d urtier berrt 2>ectrnatfft ggf LkMilltlM SM. war es IMpielswmsö Der mm gestürzten liberalen Regierung Vorbehalten, die Zentrale, die ttr Kowno alle jüdischen und religiösen Belange im Lande regelte und die die religiösen Elemente umschlingenden Bande straff in der Hand hatte, als „reaktionär" aufzulösen. Was hat die litauische Judenheit von der neuesten Wandlung der Dinge zu erwarten? S m e t o n a, der von neuem an die' Spitze des Staats gesetzt wurde, war bereits. Staatspräsident na<ä> Gründung bgf (it8lliflh>kll NefubM qntz als gerechter mw Wöralör Msmr hach geschätzt. Er scheint im Laufe der Zeit eine kleine Schwenkung nach Rechts gemacht zu haben. Er ist aber im männerarmen Litauen einerder Gezählten, die geistig und wissenschaftlich interessiert, von einer etwas höheren Warte die Dinge sehen und die Politik leiten. Man darf überdies hoffen, daß er sich noch einen genügenden Rest an Liberalismus für die Zukunft gerettet hat, genügend, um auf der einen Seite Sachwalter des übernommenen Minderheitsrechtes zu sein, auf der anderen den religiösen Wünschen und Ansprüchen Andersdenkender gerecht zu merbe«. Vieltes wfr fW VpNlMstM M MW unicr öer neugn Negierung Ns Synthese gegeberr von politischer Freiheit und religiöser Toleranz^ Tr sprach .Wer bin ich. daß ich zu Pbarao gehen und die Kinder Israels aus Aegyten führen sollte". Seiner Ansicht nach gehöre zu dieser Aufgabe, ein Mann von ganz besonderen Qualitäten. Darauf erwiderte ihm fr»rn: »Dies diene Dir zum Zeichen, daß ich Dich gesandt habe: Wenn du das Volk aus Aegypten führest. werdet ihr Gott an diesem Berge dienen" — am Sinai, obgleich es viel höhere Berge und Hügel gibt. Das ist eben ein Beweis dafür 'lai tvn ^svi «an n«i pav« V11P1 nnauuu er , „ - - uuuuis zu lernen Vruoern usw." Dazu bemerkt der Midrasch: „Zweimal ginn bieder Gerechte jAroses) YßiNM Hilft ft kt DktlW. flßl fittejen fv, vnzeichnttr ts tn ftei Tvma. Das erste mal ging er hinaus zu seinen Brüdern und" das zweite mal ging er hinaus und sah zwei hebräische Männer mit einander streiten". m«’r 0>awn ai’a «x>i 'arm an« inr rrapn lamavp'ns im«. In diesev Kurzen Bemerkung des Midrasch ist ein tiefer Sinn enthalten. Moses wahre Größe, seine seltene Ge» rechtigkeitsliebe — man erkennt sie erst an den ver» schiedenen, ja entgegengesetzten Handlungen, die er bei seinem jedesmaliaen Ausgehen begeht Er geht: zuerst hinaus und sieht die Leiden feiner Brüder^ er steht auch, wie ein Aegypter einen seiner Brüder schlägt. Seine Empörunq und Entrüstung über diese ruchlose Tat — man könnte sie vielleicht als eine übertriebene Voreingenommenheit für seine Volksaenosien und als eine arotze Abneigung gegee bre Mgyvter allMsm mb auf Qlrt MW -HgWlungAvsisö ßsuvlsilSn. Deshalb srzahlt die Thora, was bei seinem zweiten Ausgang geschah. Da sah er zw ei Hebräer mit einander streiten und auch darüber ist er empört und entrüstet, obgleich beide seine Volksgenossen, seine Brüder sind. Da»