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Der Israelit · 1926-12-16 · Heft 51 (16.12.1926) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 51 (16.12.1926)
Date
1926-12-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Nr. 81 WWWWSWWWWW D er -er a e I li Dezember 1926 tywfidfiHe'WM %Mtr \2 ^5iHejtymnt' M. 50.- 'ÖUWI' national-jüdischen Schulen jüdische Kinder Aehnliches erleben müssen? Die Jüdisch-nationale Handelsschule gestattet den Schülern auch bei den religiösen Disziplinen nicht, das Haupt zu bedecken. Ein vierzehnjähriger Junge, der sich kategorisch weigerte, einen Satz aus Chümifch mit dem Gottesnamen barhäuptig auszusprechen, wurde von der Lehrerin und darauf vom Vizedirektor beschimpft und war, da sich die Sache zu einem kleinen Skandal flUSfflllCÖi WlllUlWII, Qli£ W EWU Aü^uUU. M«n foll sich danach über Unduldsamkeit in den Regierungsschulen nicht aufregen. Citautn, Ein Jude Bürgermeister von kowno. K o w n o, 9. Dez. Zum Vorsitzenden des Stadtrats von Kowno wurde mit den polnischen und jüdischen Stimmen der bekannte jüdische Politiker Dr. Meschulsru Wolf geo-ählt. ö«r IÜauif&<i blieb tn is-er Laut Dem zwischen Juden und Litauern geschlossenen Uebereinkommen sollte in diesem Jahre ein Jude Bürgermeister von Kowno sein. Die Litauer hielten sich aber nicht an das Abkommen und stellten einen eigenen Kandidaten auf, der nun aber nicht gewählt worden ist. Sturz der lettischen Regierung. — Ursache: Bürgerschaftsfrage. Riga, 8. Dez. Das Kabinett Alberings ist heute zurückgetreten, da es bei einer Parlamentsabstimmung in der Minderheit blieb. Den Ausschlag gaben die jüdischen und die deutschen Abgeordneten, die mit der Haltung der Regierung m faer fjwjgj -ks MMWllg M DllrMSlW ükl AkWhdl'igö der Minderheiten un^ufrieben sind. Zehntausende Juden in Lettland bleiben weiter rechtlos. Riga, 8. Dez. Der lettländische Sejm hat alle von den jüdischen Deputierten vorgeschlagenen Abänderungen zum Bürgerschaftsgesetz abgelehnt. Auf diese Weise bleiben Zehntausende in Lettland wohnende Juden weiter rechtlos und werden als Staatenlose behandelt. Die Lage dieser jüdischen Mitbürger ist eine recht unsichere, sie werden als Ausländer behandelt, unterliegen einer höheren Besteuerung, und bei dem geringsten Vergehen droht ihnen Landesverweisung. Tausenden in Lettland geborenen Zu- Skll, M lllllgrenü Des MM5;£üük4(4*« Maßnahmen nach Rußland verschlagen worden sind, ist nun die Möglichkeit genommen, in ihre Heimat zurückzukehren. Der „Kampfs der Rabbiner in Rußland gegen die Sowjetschulen, :■ Riga, 8. Dez. Die Sowjetpresse greift scharf die grthodoxen Rabbiner in Rußland an, weil diese einen intensiven Kampf gegen das Sowjetschülwesen angeblich führen. Einige Rab.biner sollen die Losung ausgegeben haben: Kein jüdisches Kind darf eine Sowjetschule' betreten. Wie die Presse weiter mitteilt, soll diese Propaganda schon das Resultat erbracht haben, daß in diesem Jahre in itm WllWtslUlM in ÄßH -klLiNWll llüL EMM iS—so Prozent dxr jüdischen Kinder angutrxffey sind: die übrigen besuchen die jüdischen Chedarim. Die Presse fordert die Oeffentlichkeit in Sowjetrußland auf, dieser 'Erscheinung 'ein besonderes Augenmerk zu Widmen. SumSttiett. Judenverfolgungen in kischinew. Bukarest, 3. Dez. Nach einem Telegramm qus Kischinew stand gestern, während des ganzen Tages die JudeMit dieser Mäöt unter dem Terror von etwa 200 Studenten, die an dem itöifpr EiuDL»tö»?»llzrLß h«h-u urrh nun als Gäste des Bischofs Gurie in Kischinew weilen. Aus dem Wege zwischen Jassy und Kischinew veranstalteten diese Studenten an allem Bahnstattonen Ausschreitungen gegen Juden. Die Ausschreitungen in Kischinew nahmen fast schon den Charakter eines Pogroms an. Die Studenten demonstrierten in Den Straßen, veranstalteten, unterstützt vom Ortspöbel, ein Steinbombardement gegen jüdische Wohnungen und jüdische Geschäftsläden. Unzählige Fensterscheiben ginegn in Trümmer, Wohnungseinrichtungen und Warenlager wurden stark beschädigt. In den Straßen wurde jeder jüdische Passant, der den Huligans begegnete, schwer verprügelt; zahlreiche erheblich verletzte Juden mußten ins Krankenhaus geschafft werden. Eine Abordnung der jüdischen Bevölkerung wandte sich an den Armeekömmandänten in Kischinew um Hilfe. Dieser ließ dis Straßen mit «tn«n Sftegirrterrt Srcjrrriterie uni» einem Regiment Kavallerie besetzen, so Latz für kurze Zeit Ruhe eintrat. Rach dem Bankett bei dem Bischof Gurie wiederholten die Studenten ihre antijüdischen Kundgebungen, dabei kam es zu Zusammenstößen zwischen den Demonstranten und dem Militär. Vier Studenten und eine Studenttn wurden von den Hufen der Kavallerie verletzt und mußten ins Spital geschafft werden. Auch in Kaläräsch kam es zu schweren Ausschreitungen gegen die Juden, die von einer anderen Gruppe aus MO MlMWMDöki UU wurden. Dort wurden säst alle Fensterscheiben der jüdischen Wohnungen und Geschäftsläden zertrümmert, mehrere Juden würden 'blutig geschlagen. Jassy, 3. Dez. Der vor einigen Tagen in Jassy zusammengetretene Kongreß des rumänischen Studentenverbandes hat soeben eine Entschließung angenommen, von der Regierung den Numerus nullus, d. h. den vollständigen Ausschluß der Juden vom Hochschulstudium zu fordern. In dem weiteren Teil der Entschließung wird erklärt, die rumänischen Universitäten seien nationale Einrichtungen, und deren nationaler Charakter müsse gewährt werden. . Auf ber merje gum MjMMltktt Ölt 6tlltrenten M jüdischen Mitreisenden schwer und warfen sie zum Teil aus dem Kupee hinaus. Auf diese Weise wurden Jtzig Chaimovici aus Hufchi, A. Chaimovici aus Vaslui und I. Brnjamm aus. Jassy schwer verletzt. An der medizinischen Fakultät kam es zu turbulenten Szenen. Die jüdischen Studenten, die das Kolleg des Professors Dladescu besuchen wollten, wurden von ihren nichtjüdischen Kollegen schwer mißhandelt und die Treppe heruntergeworfen. Demnach bestehen die ungehörigen Zu-, stände an der medizinischen Fakultät fort. Reue Ausschreitungen in Rumänien. Bukarest, 11. Dez. SSerWfe beS gejirigen Sngff sfjssj ff kll DllMM öH schweren AllssWeiLngW DM SiÄ gegen Me jüdische Bevölkerung. Eingeschlagene Fensterscheiben, zerstörte Läden und blutig geschlagene jüdische Passanten sind das Ergebnis der studentischen Aktton. Dreißig Studenten wurden sisttert, aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein Telegrammwechfel zwischen Board of Deputtes und rumänischer Regierung. London, 15. Nov. In der gestrigen Sitzung des Board of Deputies berichtete Herr' Lucien Wölf, daß das Joint Foreign Committee (Komitee für auswärtige judrfths SlngÄegenh^itßrtj DUf® IBSl?ö?illLtrxg ies rxtmaitijcljfff TdsÄstDIdst tl\ London, Herrn Titulescu, -ein Telegramm des rumänischen Außenministers erhalten habe, in welchem auf die Versprechungen, die Herr Titulescu Herrn Wolf in Genf gegeben-hat, Bezug genommen wird. Herb Titulescu stellte für Mitte November' eine Mitteilung Mer die Maßnahmen der rumänischen Regierung zur Wiedereinsetzung der entrechteten jüdischen Bürger in ihre Staatsbürgerrechte in Aussicht; In detst ^Telech:aistm werden stun die folgenden Ergebnisse mitgeteilt: Bvtn Mginn des Jahres ' 1924 bis 'Oktober 1926 "hat die ruistäUifche Regierung 10.602 Appellattonenübör 'ödrenlhaltenes Bürgerrecht empfangest; ' VE" den ' Appellanten waren 6930 Juden. 568^ SlppeU-atiortan xmx-cbert e-rtebiert. 4ß44; .. i i -t r. ' II . J . U 1 sind noch jn Schwebe. Herr Lucien Wolf gast zu diesen Ziffern einen Kommentar üstd führte aus, im Telegranust feien nicht die genauen Zählen der jüdischen Appellationen registriert. Die Juden bilden drei Fünftel aller entrechteten Bürger in der Bukowina. Man nimmt an, daß 3700 jüdischen Appellen stattgegeben worden ist. Die im Telegramm angegebenen Zahlen stimmen mit den von Herrn Wolf erhaltenen Zahlen nicht überein. Das Joint Foreign Committee muffe sofort Schritte unternehmen, UM beglaubigte Zahlen zu erhalten. Der Deputiertenrat müsse jedenfalls der rumänischen Regierung und Herrn Trtulescu den Dank für die prompte Antwort aussprechen. Hinsichtlich der entrechteten jüdischen Bürger in Polen stellte Herr Lucien Wolf fest, daß Ser Außenminister Graf Zaleski bis heute fein Versprechen, die genauen tm IM erfüllt W. Annahme des Palästina-Anleiheprojekts im britischen Parlament. London, 2. Dez. Das Parlament beschäftigte sich heute mit der Vorlage über die geplante öffentliche Anleihe der Palästina^ Regierung unter Garantie Groß-Vritanniens in der Höhe von 4% Millionen Pfund. Die Vorlage wurde angenommen. » Dü? Hns3kskZäf^se?t-siarfür i>!e üoibntelT, ffifty, LrmIby Gore, der die Vorlage vor dem Parlament vertrat, erklärte bei dieser Gelegenheit, es werde keine Aenderung der britischen Politik in Palästina stattfinden. > Die Regierung halte nach wie vor an der Balfour-Deklaratton fest. Die Annahme der palästinensischen Anleihe. London, 3. Dezember. Der Minister für die Kolonien, Amery, hat gestern dem Unterhaus eine Resolution unterbreitet, in der vorgeschlagen wird, die FinaNzkamMer zu ermächtigen, die Garantie für eine Anleihe zu übernehmen, die vdn der Palästina-Regierung in der Höhe von 4,5 Millionen Pfund ausgenommen werden soll. Die Vorlage stand bekanntlich schon am 21. Juli zur Verhandlung vor bem »mrrMI MD murDe Damals um$t sv. Inngle sie nad) längerer Debatte zur Annahme. Ein „Alasel-low" von Lloyd George. London, 1. Dez. Bei dem Festdiner, welches Das Komitee für das jüdische Hospital gestern im Savoy-Hotel gegeben hat, wurden Ansprachen von Lloyd George, Marguis v. Reading, Dem Präsidenten Des Königlichen Aerzte- Kollegs Sir Berkeley Moynihan, Sir Robert Waley- Cohen und Bernhard B a r o n gehalten. Den Vorsitz führte Baron James de'Rothschild. Lloyd George führte u. a. aus: Mit Freude und Stolz weile er in einer Versammlung her jüdischen Semetnbe, er Jei iimuer liß üei JlldM Mivtzsm. Würde man von Der westlichen Zivilisation den hebräischen und den griechischen Einfluß subtrahieren, wir würden noch heute in -einem Zustand der Barbarei verharren. Das jüdische Duld'ervolk hat Männer Heroorgebrächt, die anderen Nattonen zu großem Ruhm verhälfen. Das JuDenvolk hat viele Reiche überlebt: Das Assyrische, Das Babylonische, das Aegyptifche, das Persische, düs Griechische, das Römische; vielleicht wird es auch das British Empire überdauern. Im Verlauf der Jährhunderte wahrten die Juden mit beispiellosem Heroismus ihre nationalen Traditionen, ihre nattvnale Literatur arid ihren nationalen Ruhm. Durch die Jahrhunderte hüben ie ihre Vitalität durch ihre Schriftsteller, Philosophen, G«lehet«u ixttb Staofemänner bargettm. 88fftzsaasi3! «Rtir SMMll PrMjsrs roa? MtzjätzlA raeli, Kind der jüDifchest Raffe, und in unserer Mitte weilt jetzt der größte Statthalter' unserer Zeit, dbr ^bE- Ms em Kind Zhrer efn M 'klM» 'ten und ältesten "Rüsie, der chalifßchen, fühle er 'Pitz glücklich, iik'M-'Mtte'"der 0 weilest iiftb West 'zu' Der wohlMgest? EinNchtUng Anes jüdischest HbMM ein''''''' ' ' ' Es'sprachen noch Dör'PtHldent des Hospitals Dr. U GoüdmüN töSsty,' der GönioräHt DesDnHütGs Purnford, Bernhard^Bst'tbn, ^MchMbbiÄr Dk. Hertz u. a. m.

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