Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 51 (16.12.1926)
- Date
- 1926-12-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 51 Sette 5 M Dezember 1926 Die von den berühmtesten rabbinischen Autoritäten und unter ihnen von Rabbi Eleasar abgegebenen Gutachten übten eine bedeutende, nachhaltige Wirkung aus. Zwar vermochten sie nicht, diejenigen Männer in Hamburg, die vom Geiste Der Reformsucht ganz erfüllt waren, von ihrem Vorhaben abzubringen; sie hatten aber unstreitig Len Erfolg, daß sehr viele, die schwanken Sinnes leicht der Reformpartei sich angeschlossen hätten, über die schwebenden Fragen aufgeklärt und DM gkskMMWN erfTttert ~wbe**- JDdi* Einfluß, Den Diese GuttMeu ausüMen, erstreckte sich aber noch weiter. Die von den Parteien in Hamburg angeregte Kultusfrage hatte die .weitesten Kreise des Judentums interessiert und in Bewegung gesetzt. Die Stellung, die der fromme, treue Bekenner des Judentums zu den neuen Bestrebungen zu nehmen habe, war nun ein für allemal von autoritativer Seite konstatiert. Die Anschauung, die damals zur Geltung gebracht wurde, verbreitete sich allenthalben und verpflanzte sich in den frommen Kreisen bis auf dis Gegenwart fort. Die Fünftage-Woche in Amerika. Von Dr. Vernarb Drachman. Vorsitzender der Jewish Sabbath Alliance für Amerika in Rervyork. Ich stelle mit großem Vergnügen den großen Fortschritt fest, den der Gedanke der Fünftage- Arbeitswoche anscheinend in Amerika Macht. Als Präsident der Jewish Sabbat Alliance hatte ich den Vorzug, diese Idee viele Jahre zu vertreten und meiner und unserer Ueberzeugung dahin Ausdruck zu geben, daß in dem Wirken für die Fünftage-Woche eine endgültige und dauernde befriedigende Lösung des schwierigen Ruhetag- Problems in unserem Lande sowohl vom religi- -öfsn als vow wirtsiHaftlliHen Standpunkt gefunrv^besl wirb. Sie QSeo&ctc^lung gmeter Ruhelage M Der Woche wird alle Förderungen befriedigen, die von religiösen Körperschaften oder von -sozialpolitischen Organisationen erhoben werden um der physischen und geistigen Wohlfahrt der ganzen Bevölkerung willen ohne Unterschied der Masse oder des Glaubens. Die letzten wenigen "Wochen haben Zeugnis davon abgelegt, daß der Gedanke in den Gemütern der Besten unseres Landes und der wärmsten Freunde unseres Volkes ebenso fest Wurzel schlägt, wie bei den leitenden Persönlichkeiten der industriellen Welt. Die Arbeiterorganisation, obgleich sie keine absolute Anhängerin der Fünftage-Woche ist, hat sich doch für die allmähliche Reduktion der Arbeitsstunden ausgesprochen, was schließlich zu mm mmti fllkukn wirb. M MMüMUll Der Fünftage-Woche durch Henry Ford für feine ungeheure Armee von Angestellten ist ein großer 'Schritt vorwärts in dieser Richtung. Obgleich Henry Ford zu unserem Bedauern wohl kaum als Freund unseres Volkes angesprochen werden kann, so müssen wir gerechterweise seine jetzige Aktion von seiner sonstigen engherzigen und illiberalen Politik trennen und hoffen, daß sein Beispiel: Einführung der Fünftage-Woche, durch andere Arbeitgeber im Lande befolgt werden wird. Ich freue mich auch, daß die Presse im ganzen Lande der Idee günstig gegenübersteht und in vielen Fällen sie als wohltätig und praktisch durchführbar ansieht. Das Ideal, dem wir züstreben müssen, ist natürlich die Fünftage-Woche nicht nur für die Industrie, sondern auch für den Handel, sowohl denEngrosals den Detail-Handel. Sobald dieses Ideal erreicht ist, wird Amerika ein glorreiches Beispiel liberaler und zu gleicher fßShÜP für» &te gärige Sßeli felii hinsichtlich Des. Arbeitsproblems Der ganzen Bevölkerung und hinsichtlich der Einrichtung des Rechtes für Jedermann, genügende Zeit für Erholung und für intellektuelle Weiterbildung zu erlangen. Diesem Ideal strebt die Jewish Sabbat Alliance entgegen und wird ihm fortgesetzte Unterstützüng und Mitarbeit leihen.. I i * a 114 Korrespondenzen « fiäcbricbten. Korrespondenzen « ßacbricbten. fSBSS Ottttfcb« Jtetd*. Schächtdebatte im Münchener Tierschutzverein. Seidenu. Garn-Handelsges. m. b. H. 47 Bleidenstraße 47 (früher: Grosse Eschenheimerstrasse 3) SPEZIALHAUS in Näh« und Stick-Seiden Handarbeits-Garnen jeder Art M ü tt tf) e tt. 10. Dez, Uttfcerfd)t.ehft"_ Für diesen Unsinn den orthodoxen Mobbt* (On &SF öikftr SrWg? jcrrrtmlurtg des Münchener Tierschutzvereins bildete den Hauptgegenstand der Debatte die Schächtfrage. Regierungsrat Dr. Scheibenpslug betonte als Vorstandsmitglied des Vereins zur Bekämpfung der Vivisektion, daß der Verein mit seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem betäubungslosen Schächten eine antisemitische Einstellung durchaus weit von sich weise. Cs müsse aber betont werden, daß die Anhänger des Schächtens dem Judentum keinen Dienst erweisen, da sich eine grausame Schlachtmethode mit dem heutigen Kulturempfinden nicht vertrage. RWMnwllll Dl. Ollllllv uejtrat mn treö .rituellen Judentums. Er BBBIÄBi'B, daß M? MB 3HÜDH die der Verein in der Schächtfrage unternommen habe, nicht billige. Die jüdische Gemeinschaft lehne es ab, als eine Gesellschaft von grausamen Tierschindern hingestellt zu werden. Es gab und gibt keine Religion, die so stark den Tierschutz als sittliche Pflicht ihren Mitgliedern auferlegt. Eine große Gutachtensammlung, mit Hunderten von Gutachten erklärt sich durchweg dafür, daß das Schächten keine Tierquälerei darstellt, sondern eine humane Schlachtung ist. Auch der Direktor des Physiologischen Instituts der Universität Kopenhagen hält das Schächten für eine einwandfreie Schlachtmethode. Der Tierschutzverein müßte sich hüten, ein Verbot zu verlangen. Die Anti-Schächtbewegung ist doch zweifellos von der antisemitischen Bewegung ausgenommen worden. LZ liäLthiSt> mMsstillUNM Ml» Mills BO?, M? Wischen Gemeinschaft eine sittliche Minderwertigkeit «nguhängen. Wenn man auf jüdischer Seite auf Grund religiöser Ueberzeugung und einer Jahrtausende alten Uebung am Schächten festhält, so tut man das nicht in der Meinung, daß es gleichgültig sei, ob ein Tier Qualen erleide oder nicht. Wir sind überzeugt, daß das Schächten als alte religiöse Handlung den Schlachtmethoden bis vor kurzem überlegen war und heute den anderen Schlachtmethoden ebenbürtig ist. Syndikus Dr. Einhauser berichtete über die Eingabe des Tierschutzvereins an den Landtag und über den Beschluß des Landtags vom 8. Juli 1926, wonach die Staatsregierung ersucht worden ist, gesetzliche Anordnungen über den Vetäubungszwang vor der Blutentziehung zu treffen. r*er Seirccen n-e r n n 1 tt»oir 11!th gu tzllill?- iich nicht an. Falls er überhaupt gesprochen wurde, kann es nur von Seiten des neologen Geistlichen geschehen sein, der damit in eine längst überwunden geglaubte Untugend der 'vergangenen Generation der ungarischen Neologie zurückverfallen ist. P«l(tt. Die Schechitafrage in Warschau. Warschau, 10. Dez. Die jüdische Oeffentlichkeit in Warschau wird von der S ck) e dp fici f r a g-e .ttn Q£±ettt Q'efKtfie/tt. S3tö .©öljtföf) will Die Lchcchiln in ihr? N?8i? bas des Vertrauens, das in religiöser Beziehung der Kehilahverwaltung entgegengebracht werden kann, reicht aber nicht aus, um die Orthodoxie für diesen Plan zu gewinnen. Sie wünscht, daß in Sachen der Schechita nach wie vor einzig und allein das Rabbinat, unabhängig von der Kehilahoerwaltung, dys erste und letzte Wort behalte. Am Mittwoch den 8, Dezember wurde die Frage auf einer von tzv Aguda einberufenen Massenv e r s a m m l u n g in der breiten Oeffentlichkeit behandelt. Die Herren I. M. L e w i n und der derzeitige Vorsitzende, des Kehilahrates, Sejmdeputierter Kirschbraun, stellen in längeren Reden den Sachverhalt dar und zeigen die Unmöglichkeit des von der Kehilahverwaltung geplanten Unternehmens. Ein dritter Redner, Herr S. FNkllMllNIl) M 88 MH MM «ÜtsHMMn GchchiZMkMn für» mm UnzshsnMchksit, daß durch das neue System den Kehilahmitgliedern neben den Steuerlasten auch noch die Schächtgebühren aufgebürdet werden und die orthodoxen Mitglieder durch doppelte Besteuerung zur Erhaltung von Kulturinstitutionen herangezogen werden, die gegen ihr jüdisches Empfinden verstoßen. Es wird dann eine Resolution angenommen, in der ein Protest gegen den Plan der Gemeindeverwaltung eingelegt wird und die orthodoxe Fraktion gebeten wird, an der von der Gemeindeverwaltung in die Wege geleiteten Aktion nicht teilzunehmen, Die Stellung der Fraktion sei von der Entscheidung des rabbinifchen Rates bedingt. Eine Kafchruskommission, zusammengesetzt aus allen anerkannten rabbimschen Autoritäten Warschaus, soll baldigst ins Leben gerufen werden. Drs srthadaxs 0rra££tort trt etrt-ernoef) am ltngtwn. Die Vertreter der ungarischen Hudenheil im Oberhaus. Budapest, 8. Dez. , Im Rahmen eines in der Pester Redoute stattgefundenen Kulturabends sprach Paul Sandor auch über die Vertretung der jüdischen Bevölkerung im Oberhause und sagte, 'daß bei der Auswahl der Delegierten nicht so sehr die Gefühle der Sympathie in Betracht kommen, als vielmehr die Vergewisserung- Männer zu entsenden, die über genügend Autorität und Energie verfügen, um die Interessen des Judentums in jeglicher Beziehung würdig vertreten zu können. In dieser Hinsicht könne die jüdische Bevölkerung Ungarns dank der getroffenen Wahl Dr. Simon Hevesis und Rabbi Koppel Reichs vollauf beruhigt fein. Graf Rekhlen und die Rabbiner von Debrecen. gleichen Wenv einberufenen Sitzung, vie MMmwn als Richtschnur, für ihre Haftung anzunehmen. Die Massenversammlung gestaltete sich auch zu einer ManifestatkonfürdieTageszeltung„Der I u d ", dessen dringliche Notwendigkeit für die Sammlung der polnischen Orthodoxie einmütig anerkannt und dem weitgehendste Unterstützung in Aussicht gestellt wird. Von der jüdischen Erziehung in Polen. Lemberg, 12. Dez. Man hörte jüngsthin von dem Gewissenszwang,- der in Lodzer Schulen auf jüdische Kinder ausgeübt wird und der sogar zu einer Verurteilung von jüdischen Schülern, die das Symbol der christlichen Kirche in ihrer Schule nicht duldeten, führte. Dieses ereignete sich doch immerhin in Schulen, die von der Regierung erhalten und von christlichem Lehrpersonal geleitet werden. Was soll man abc dazu sagen, wenn hier in Lemberg in Budapest, T. D?g, Unter dieser Spitzmarke wird ein Bericht über die Unterredung verbreitet, die der Ministerpräsident anläßlich der Wahlbewegung in Debrecen mit den beiden Rabbinern der orthodoxen und der neologen Gemeinde geführt hat. Dabei dürfte dem Berichterstatter offenbar das Mißgeschick unterlaufen sein, daß er Aeußerungen des neologen Rabbiners dem weltbekannten Debrecener Raw in den» Mund legte. Dieser soll nach dem Bericht beiTt EtJltrtxfier^.räj'iberti^rt erffärt fja6«rt, jc^eTt bert jübischen religiösen Richtungen gäbe es leine bogniuiifchen Wochenkalender. vom 18.—23. Dezember 1928. / vom 13.- 20 Tkweth 5687. Samstag Dez. 18 13 MB Sonntag 19 14 Montag 20 15 Dienstag 21 16 Mittwoch 22 17 Donnerstag 23 18 31 1? tzamstag 25 20