Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 50 (9.12.1926)
- Date
- 1926-12-09
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Zusammenschluß. -> Die in der vorigen Nummer der „Mitteilungen" gegebene Anregung zur Gründung von Ortsgruppen ehemaliger Hirschschüler in deutschen und ausländischen Großstädten sowie die Aufforderung zum Zusammenschluß der in Frankfurt Ansässigen sind erfreulicherweise nicht unbeachtet geblieben, Folgender Aufruf geht Uns zu: Liebe Mitschüler! Bedurfte es wirklich erst einer Anregung aus dem Auslande, um uns alte Schüler der Hirschischen Schule zu einem engeren Zusammenschlüsse zu veranlassen? Habt Ihr nicht gehört, daß allenthalben alte Schüler von Lehranstalten sich zu Vereinigungen zusammenschließen, nicht gelesen, daß von Zeit zu Zeit sich alte Gymnasiasten und Realschüler an ihrer ersten Bildungsstätte wiedertreffen? Und das sind Männer verschiedener Konfessionen, gegensätzlicher politischer Richtungen, sich befehdender Weltanschauungen! Und. wir, die wir im ganzen uns doch als eng zusammengehörig fühlen — wenn auch im einzelnen unsere Mei- NMgkN MöMll — ffiiF, Dklikü allen Dach Das Heiz warm wirb, wenn wir an unsere Äugend in der Hirschischen Schule Am Tiergarten oder gar noch in der Schützenstraße denken, die doch/ mit so vielen Fäden mit der Gemeinschaft,- die sich urn? die Schule schart, verbunden sind, wir sollten da zurückstehen, sollten ans nicht solcher Stunden des Wiedersehens und gemeinsamer Erinnerung freuen? Die ideelle Bedeutung solcher Zusammenkünfte soll gar nicht sroMrt mgkDön. Ms viölö Nlü'M'tsiss lamm Ss hesektrgt werden, wenn man einem alten Kameraden, der einönt im Kampf der Meinungen vielleicht entfremW ist, wieder in die treuen Augen hlickt! Wie manchesGlite kann Ungebahnt wer- Len> wenn wieder Fühlung genommen ist! Wie töricht ist es, in Uüserer sorgenvollen, freudearmen Zeit, sich eine strlchö Freude, wie es Stunden gemütvoller Erinnerung utiö; harmloser Fröhlichkeit sind, entgehen zu lassen! Also yuf denn! Mögen Die „Mitteilungen" durch eine Rundfrage festft&IIeri; tu er hott bßh idustbävis Ansässig en (©airtert ' :«• gl r :i i! - n )' INS 1 Und Herren) sich bei der Gründung einer Ortsgruppe beteiligen würde — gewiß tut es jeder gerne. Den Frankfurtern sei vdrgeschlagen, daß ZUliächst einmal diejenigen, die vor 40, 30, 25, 20 und 10 Jahren die Anstalt verlassen haben, also Die. Abiturienten vdn 1887, . 97, 1902, 1907 und 1917 sich in den ersten Monaten des Jahres 1927 jhhrHhngwejse zü einMi zivänglosen gemütlichen Wend -7hfwck. irh Schulgebäude — einfmden. Weser: Anregung werden sicherlich detailliertere Vorschläge von anderer Seite folgen. Auf gemütlichFs - rr lnrn nj 1 1 ■ Al.n alter 8chtusr Und Freund der ... S ch u l e. / NachschrP: Wir Mn hankensrten Anrpnitnttifrt ♦ n&ff fttfi -1* tbiriä Zwecke dieser Nummer für die Auswärtigen eine Karte bei, um deren Rücksendung wir freundlichst bitten. Was die Zusammenkünfte der Frankfurter betrifft, so werden wir uns mit einzelnen Herren und Damen der obengenannten Jahrgänge in Verbindung setzen, ihnen, soweit möglich, die Adressen ihrer Mitschüler zur Verfügung stellen und sie bitten, die Zusammenkünfte in die Wege Qit leticrtsraelttlMeir N«nMnsgrsellsch« Adolf Stern als Mensch. Zum Iahrzeitstag am 12. Tewes. Eine Skizze. Naturgegebenes und Selbstausgebautes schloß sich in Adolf Stern zu wundervoller und fugenloser Einheit zusammen. Da war eine ursprüngliche sanfte Heiterkeit und stete Milde des Gemüts, die schon seine Jugend durchsonnte und, bewußt entwickelt, ihn alle Begegnisse und Zustände des Daseins ruhig überwinden ließ. Da war eine starke gedankenhafte Kraft, mittels deren er, losgelöst von Milieu und Zufälligkeiten, Menschen -und Verhältnisse von hoher Warte aus betrachten konnte. Und da war schließlich von den Eltern empfangener, von ihm selbst zu reicher Blüte gebrachter tiefwurzelnder Gottesglaube, innerlich leuchtend und alles Aeußere «m mm fr lMN öslfi ölWMMk MvlllinlgMt: Mc) virfc MgeillMvtk MvillmigMi, war die SchrMmachsr'm für seinen Lebensweg. Cie hieß den Mann, der sich auf den Parketts der -Großen mit leichter Selbstverständlichkeit und völliger Ungezwungenheit bewegte, in einer seiner klassischen Aphorismen, die Jose p h W o h l g e m u t h der Veröffentlichung im „Jes chu r u n " ^würdigte, das schöne freie Wort prägen: „Je höher die Berge, um so niedriger und verkrüppelter die Pflanzen. Das Judentum gedeiht leider bester in den sozial tiefer, als in den höherstehenden Kreisen." Sie erzeugte in ihm ein ungeheures Verantwortungsgefühl, an öem er uner&itttid^ unb bottj rot^Jey lilflfjf SH? st MMr, vschts, lat. Me Bemirlic eine tn vielem llmr fange, in dieser Peinlichkeit fetten vorhandene ängstliche Bedachtheit in seinen weitreichenden geschäftlichen Unternehmungen.. Mit ihr machte er sich die Erschütterung des Gebetes nicht minder zu eigen wie dessen jubelnden Aufschwung. Aus dieser Harmonisierung, aus dieser von rechtswegen selbstverständlichen, de facto leider nicht stets erlebten Verschmelzung und Vereinheitlichung von Glauben — Wissen — Leben entfaltete sich für ihn selbst eine Ebenmäßigkeit und Ausgeglichenheit des Wesens, Die-von tiefstem Eindruck und von stärkster Wirkung auf seine Umgebung — das Wort in weitem Sinne genommen — war. Trat ihm dieser Eindruck, diese Nah- und FernwikWg WM MMsliMik m §«k«r Y8K WM llttr. entgegen, so berauschte ihn das nicht. Er blieb sich. h»er Grenzen seiner Eigenleistungen immer mehr als , bewußt, er schob feinen Dräng zum Wohltun — guch dieses Wort im umfassendsten. Sinne genommen —, schob ,die Möglichkeit der Betätigung dWs. Wanges den Näturänlagen, dem für ihn günstig gestalten Geschicke .und 'letztm Endes Gott zu^ ' Gott, .dW er sich haftbar fühlte, als dessen Sachwäster^er, sich., empfand mit seinem Reichtum, mit seiner ZntMgeüz,. Mit. seiner ErfähküM. Äämit überwand, er die große und gefährliche Bersüchüstg der irdischenGlücksgüter: E i n ihm gewörbenes Glücksgüt allerdings, däsWm seelisch, verkettet, und voll astßerordentlich großem Cinflüß auf ihn wär. schätzte adligen Ursprung -WWsweitkrttutz-'Svschlötz stii imM,d ü l.st-Sl er-st ^fWneWMW,Ms sonst auf Mle.verteiltest--wäD föttstMMi^eWgen'-'tzlefKE^Mn, den .dritten, den vierten krönt/und Bedingungslose.ziert: UntePwurstgkeik, uWrk. GtstteS ^MÜeü,') destep/Meisheit MneWWettsÄMdWMMüMen' sflffll Ss'lWlyMj' «WNM M As MMeMnMrWM'MD PehÄibeW ließ. r iisi 'w Das Judentum auf der Frankfurter Polizeiausstellung. Die Frankfurter Polizeischau am Platz der Republik hat eine Abteilung „Polizei und Judentum", die die Zeit vom 14. bis zum 18. Jahrhundert umfaßt und die jüdischen Belange dieser Jahrhunderte in Bild und Urkunde festhält. Die (Sammfring beginn^ mit bei: faijertii^en UrJunbe aus Dem Jahre 1303, Durch Die Die QtaDt Frankfurt a. M. die Erlaubnis erhielt, Juden gegen Zahlung eines Zinses in die Stadt aufzunehmen. Bon dem Zins mußte die Stadt an die Edelherren, von Eppstein und Sachsenhausen „soviel zahlen, wie der Kaiser ihnen einstmals zugestanden". Den verbleibenden Rest bekam nun nicht die Stadt Frankfurt, sondern sie mußte ihn zur Hälfte der Kaiserlichen Kammer abliefern. Erst, was dann noch übrig blieb, stand der Stadt zur Verfügung, und zwar zur Erhaltung der damals schon verfallenden „Alten Brücke". Durch die'Ansiedelung der Juden in der Stadt wurde der Senat von Frankfurt manchmal in recht unangenehme Situatic»nsn gebracht. Das bearsist bi« ausgestellte 8lsibullv dM Papstes ans Dcm'Lahrc 1842, dis sich darüber beschwert, ^aß die Juden in der Nähe der Bartholomäuskirche wohnen und dadurch den Gottesdienst stören, daß sie ihn von außen mit anhören können. Der Papst fordert in der Bulle die Entfernung der Juden aus der Nähe der Kirche. Die nächsten Urkunden und Bilder zeigen schon die Frankfurter Juden in der Judengasse — im Ghetto. Beim bekannten 8sttmiiör8fi*fTt8iiD gegen Die Men im Lahre 1614 mutzten auf Gshsiß SKsEsnatsdisKsnst a b l e r, die/ damals die Exekutiopolizei in Frankfurt ausübten, gegen die Plünderer Vorgehen. Die Konstabler, Die eigentlich Militärs waren, sollen zwar nach der Ueberlieferung nicht energisch genug eingeschritten sein, doch der Senat hat ärp Ende seinen Willen, die Juden zu schützen, durchgesetzt. Aus der Darstellung der ausgestellten wertvollen Holzschnitte sieht man, daß die Konstabler am Tage nach der Plünderung eifrig bemüht sind, die Juden vor der andrängenden 8Ü8UA8 zu fchäheN nü& iit Zähnen auf Dein SDIatn nach dem nahen K e l st e r b ach in Schutzhaft zu bringen, bis die Stadt , sich, beruhigt hat. Auch sonst chat in.diesem Jahr der Senat versucht, der Judenh>eit Genugtuung für die, Untat der Handwerksgesellenzu verschaffen. So wurden auf Befteiben des Senats Die .WdelsMrer Des Aufstandes ist.die Reichsycht getan und, spater auf-dem Poßmarkt Hingerichtete (We Stiche und Holzschnitte . hierüber zeigen Die Reichsexekution in Drastischer Deist'): 'Ausiexdein, fordert der Seyat durch, öffentliche Bskanntmächiing auf, dis in.der B¥i?ivints¥tva Gsgsn- Mrche, unverzügM bei Vermeidung schwerer Strafen zurückzugeben. chsMeüDerorMuMsiberöieSMßWreinigunä, beMKesiMWmmmmmmLmmti WH, Mwern llMvem MyergeMMN F r e i stSG Ke Straßen und Bürgersteige zu reinigen haben.