Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 50 (9.12.1926)
- Date
- 1926-12-09
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 1 Nr. 4 Die Gott ihm auferlegt, das Zeichen seiner Würde. Drum darf der Anblick, Freunde, nimmer euch MliMlli Fürwahr I Es mutz dsr Frsmms — lLchmerz auf Erden lieben!" — Und Rabbi Eliefer, der es wohl vernommen, Hieß freundlich den Akiba an fein Lager kommen, Und winkte auch den Andern, sprechend: „Ihr Getreuen! Gar süß war euer Trost, euch möge Gott erfreuen; — Jedoch Akiba nur nahm mir die Last vom Herzen: Beweis des ew'gen Lohnes sind die ird'fchen Schmerzen!" — Das Gotteshaus. Der Herr zu seinem Volke spricht: Ein Heiligtum für mich erricht', Dnß ich in öeintr MM ruf)'. Und wende dir mein Auge zu? Du bist die Herde — ich der Hirt; — Dem Hirten sich ein Zelt gebührt, Daß er verweil' in ihrer Näh', Und immer sie vor Augen seh'. — Der Weinberg du — der Wächter ich: — Dem Wächter ziemt 'ne Hütte sich, Daß er die Früchte nehm' in Acht, Und treu beschütz' sie Tag und Nacht! Ich bin der Vater — du der Sohn: — Sorg', daß bei dir Vater wohn' — Des Sohnes Stolz ist Vaters Blick, Des Vaters Lust ist Sohnes Glück! Ein Sadduzäer sprach zu einem Weisen: „Weh' euch, ihr Toren! Wie? ihr wollt beweisen, — Daß die Verstorb'nen wieder lebend werden, Obschon sie längst verwest im Schoß der Erden? Erst sollten, die da leben, müssen sterben — — Und die gestorben — dann das Leben erben?" „Weh', Sünder, euch!" — Der Weise spricht dagegen; „Die Allmacht Gottes leugnet ihr verwegen! Wenn Er ein Wesen, das einst nicht gewesen, Durch sein Geheiß zum — Dasein auserlesen; Kann denn nicht Er — so ’s scheidet aus dem Leven " DüS Neue Leben ihm dann wiedergeben?" — Korrespondenzen « nacbricbten. Aachen. Am Sonntag, 16. Kislew (21. Nov.) trugen wir einen Mann unter allgemeiner größter Beteiligung zu Grabe, der sechzig Jahre hindurch mit der Gemeinde verbunden und doch ihr innerlich wesensfremd gewesen ist. Ein edles Herz hat im 90. Lebensjahr zu schlagen aufgehört, das stets dem Judentum und der Menschheit, allem Guten und Schönen gehörte. Man mußte Zeuge seines Gebetes gewesen sein, um seine Jüdischkeit werten zu können. Man mußte das freundliche Strahlen seines gütigen Antli^es anf wirken gefühlt haben, roenn er von Wohltun und persönlichem Liebeswirken erzählte, um Samuel Saul als Mensch zu schätzen. Stets gesund bis in die allerletzte Lebenswoche, ein Freund der Natur und des Manderns, unternehmend als Kaufmann, korrekt in seiner äußeren Erscheinung, wahrhaftig und aufrecht im Handel und Wandel, liebenswürdig und heiter im Verkehr, war er eine selten harmonische Persönlichkeit, die jeder liebgewann und verehrte, der in ihren Bannkreis trat. In den letzten Jahren hatte er das Glück, in seinem Hause eine Schwiegertochter wälteu zu sehen, in der er Trost fand über sein langes Witwentum. Sie weckte in ihm die ureigentliche Natur, die der Gewohnheit der Umgebung und der Schwierigkeiten der Verhältnisse ZU ersiegen broJjie. 9Tm Som M MW langer im Tempel äußerster Reform. Er fand DerJsraelit in Köln Zuflucht, wo der Hochbetagte den Mitbetern in Andacht und Willensstärke ein Vorbild war. öm must sprach mrr MPMi Di. Jaeob^-Köllt ttütnens des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands dem Verklärten Worte des Nachrufs. Während der Trauertage sprach noch Herr Dr. Wolf-Köln Worte innigen Gedenkens. Eine weiche doch markante Persönlichkeit ist von uns geschieden. Ihre Kraft wäre der weiteren jüdischen Öffentlichkeit nie nutzbar geworden, wenn der Verein für die jüdischen Interessen Rheinlands nicht seine Fühler überallhin ausstrecken würde, um zu sammeln, was noch Herz und Fühlen für das Judentum sich bewahrt hat. Möge er manche mehr oder weniger schroffe Absage erhalten; aber es ist sein Streben und sein Verdienst, die einzelnen Funken, wo immer sie unter her Asche glirninsn. ausgsfundsn. erhalten unb angehcruchi gu haökn. Unk wenn nur erst ein Licht in einem Hause brennt, dann können und werden sich an ihm andere entzünden, dann geht es vielleicht vorwärts und aufwärts im Heiligen. Eleve. Am 17. November hatte der hiesige jüdische Frauen-Verein zu einem Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. Wolf eingeladen. Frau Bernhard und Frau Kiefer vertraten gemeinsam die Vorsitzende Frau Neugeboren, die verhindert war, die Versammlung zu leiten. Die Diskussion gestaltete sich recht anregend und wenn muntere Reden sie begleiten, munden die berühmten Gocher Bolchen aus der Konditorei G. Bruckmann, Goch, ausgezeichnet. 1?6irw6fiffeii Sie Bei freudigen Anlässen unsere Tetegvamm- 88tefungS'§ormn(dre Preis pro Stück Mark 1.— zu beziehen durch unser Büro —:— Cöln Hohensfaufenring 14 —:— Postscheckkonto Cöln 50 648. Herein für üdiscben Interessen Rheinlands. snnnmnHHunraran Kalkar Um ö. Dkzemlm MM unfero Meittde düs Fest des 100 jährigen Bestehens der Synagoge. Es soll nur eine synagogale Feier stattfinden, da ide Zeitverhältnisse keine größeren Festlichkeiten gestatten. Aachen. Im hiesigen Jugendverein sprach am 23. November Herr Rabbienr Dr. Wolf, Köln, vor vollbesetztem Hause. Die Diskussion erstreckte sich in der Hauptsache auf die Frage der praktischen Durchführbarkeit der Sabbatheiligung in der heutigen Zeit. Eine Jugend, der diese praktische Frage als einziger Hinderungsgrund erscheint, verdient die hilfreiche Unterstützung aller der Einzelnen und Organisationen, denen Schabbos heiligste Lebensfrage ist. Das ist ein Punkt, über den zu viel zur Tagesordnung mit der Marschroute nach Osten gsschvittm rnstd. SOU? haben nicht das Recht, die Flinte ins Korn auf den heimatlichen Gefilden zu werfen. Mit Geld kann man bei geeigneter Verwendung auch in Deutschland noch Jüdischkeit und Taurohwissen anbauen. Das können freilich nur Kreise beurteilen, die auch mit Außenstehenden Berührung haben und viele Perlen unter dem Sand entdecken konnten! Man versieht sie aber konsequent nicht mit Kapital, das notwendig wäre, um den Schatz zu heben und die Diamanten schleifen zu können. Es g i b t e i n e W estjud enfr äg e! Sie ist brermenher denn je, weil es eine Jugend gibt, die wissen'will, helfen wir ihr nicht, Wstn ist sie und'wir sind' mst ihr verloren. iT rx;T rnr*! :'lmo v r. _ >. 9. Dezember 1926 Spendenliste. Bedenket unsere.Kassen! Verein für die jüdischen Interessen Rheinlands: ab 19. Oktober gingen an Spenden ein: Herm. Wolf, Dietzenbach 5, Siegmund Weil, Düsseldorf 5, Manfred Katzenstein, Frankfurt a. M. 10, Ludwig Jacobsen, Hamburg 6, Dr. Satomon Manes, Schwabach 10, Dr. Auerbach, Halberstadt 10, Felix Müller, Kettwig 5, Max Hirtz, Grevenbroich 5, van den Bergh, Berlin 200, Sigmund Philipp, Köln 5, Synagogen-Gemeinde, Gürzenich 10, Dr. med. Rubens, Gelsenkirchen 20, Siegfried Kahn, Stuttgart 1, Markus, Köln 2, Oberrabbiner Akiba Schreiber, Bratislava 12.20, Frau Stock, Köln 5, Synagogen-Gemeinde, Gemünd 5, Abraham Kohn, Kalkar 5, Oberlehrer Oberndörfer. Niederstetten 10. Gebr. Kaufma n. ÜllvWtzM'Z lr M Wlü ß.£0r Aron Wolst Mülheim 20, Frau A. Horn, Köln 5, Geschwister Brünell, Vliesheim 6, Albert Kaufmann, München 20, Rechtsanwalt Wilczeck, Krefeld 10, M. Pohoryles, Köln 10, E. Gumprich, Vorghorst 5, Jonas Berg, Dirmerzheim 3, Neuster Oelmühle Simons, Neuß 100, W. Birnbaum, Amsterdam 30, Gottfried Buchbaum, Goch 5, Felix Loeb, Vallendar 9, Spier u. Co., Kalkar 10, Israel. Kultusgemeinde, Tann (Rhön) 10, N. Simons, Walzenmühle, Neuß 50, David Koppel, Jülich 5, Frau I. Levy, Siegburg 5, Jul. Oppenheim, Biebrich 20, Leop. u. Simon Schneider, Köln 10, Markus Schmitz, Commern 2, Oberlehrer E. Badrian, Hamburg 5, Lehrer I. Jacob, Ludwigshafen 2, Jonas Roer, Untermaubach 3, Philipp Cohen, München-Gladbach 10, Max Mayer, Köln Tr, Hkymrnm, Rhkyök sv- Gevr. Loev, Ballendar 10, <srmagDgen48emßmDß, Grevenbroich 10, S. Wißmann, Künzelsau 10, Möses Morgenroth, Gersfeld 11, S. Rosenzweig, Köln 5, Ungar, Köln 1, Carl Schwarz, Lüxheim 20, Josef Strauß, Siegburg 5, Frau Th. Breitenbach, Köln 5, Siegmund Kallmanny Bittburg 18, Jüdische Gemeinde Dormagen 20, Moritz Levy jr., Köln 2, Moritz und Josef Jacobs, Trier 20, H. Katz, Langenschwalbach 3, A. Löwenthal, Ronsdorf 4, M. Topilowsky, Köln 5, Emil Preuß, Düsseldorf 10, Israel. Gemeinde, Kirf 8, Frau A. Simon, Mechernich 15, I. Goldschmidt, Neuwied 30, Max Sichel, Düsseldorf 5, Jul. Bier? Köln 10, Js. Weißmann, Köln 1, Sam. Oettinger, Köln, anl. mit fjfl, Fkll» SvWkchkl öO; Blllest Nippes 5, Stern, Mülheim 1, B. Levy, Elberfeld 2, Jos. Weinberg, Köln 5, S. G., Köln 5, Synagogengemeinde Jchenhausen 20, NN. 5, Artur Weiß, Flammersheim 10, Jüd. Gemeinde, Niedermendig 23, Synagogengemeinde, Dinslaken 20, Hermann Lifmann, Dinslaken 10, Mendel Seligmann, Dinslaken 5, Leo Moses, Stadtlohn 5, Sally Moses, Dinslaken 2, Hellmann, Dinslaken 2, Dr. Rothschild, Dinslaken 2, Kultusgemeinde, Buttenwiesen 25, Orth. isr. Kultusgemeinde, Bratislava 48.80, Israel. Gemeinde, Kettwig v. d. Bkücke 50, Kultusgemeinde, Burgkunstadt 5, Israel. Gemeinde, Gr. Krotzenburg 14, Jacob Anschel, Schermbeck 5, Siegfried Bier, Köln 1, NN., Leer (Ostfriesland) 20, Gottfried Loewenftein. Köln 3. St>nagog<mg<mteinbe, Cnslirtyen 90 f ö. (Hahn), M. Moses, Hermann Moses 15. Zur freien Verfügung: für wohltätige Zwecke: Moses Heymann, Ahrweiler 25, S. .Gottschalk, Mülheim (Ruhr) 3, A. Kaufmann, Drove 10, Jacob Schwarz, Köln 10, Frl. Elise Schönbach 5, B. Walserstein, Siegburg 50, Frl. Frida Schönbach 6, Louis Cohen, Cleve (Erez Jisroel) 8.50, Frau Katz, Köln 10. Talmud-Tauroh: M. Schweitzer, Euskirchen 10, Ernst Schwarzschild, Köln 100, Aron Birnbaum, Fulda 15, Jonas Haas, Borken 50, Fritz Hirsch, Köln 40) Herr Schönbach, Linst 6, Rudolf Lqewenstem 2.' '; ' ' ' Bibliothek des Jüdischen Volksfreundes: Moritz Mhl,'ZulpW 50) v ‘ - : i N7 .