Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 50 (9.12.1926)
- Date
- 1926-12-09
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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ÄeUe 2 Nr. 4 35 * t Kititlii 9- ©escmber 19Ä. j . in Chrlichkeii versochien unD ihre Waffe dem Gottesstrerte weihten; sie unterlagen, wenn es eigene Ehrsucht galt. Oder war der Sieg an das Hasmonäerschwert geheftet? War der Stahl der Hasmonäer aus besonderer Schmiede, war das Erz, das Hasmonäerbrust gepanzert, nur für sie gegossen? Warum erlagen denn Juda und Jonathan im Kamps, siel der Bruder Simon durch Meuchelmord des Tochtergatten? Es ist ein seltsames Zusammentreffen, das wir als deutlichen Fingerzeig auf dem Weg der jüdischen Geschichte erkennen, furchtbar in seiner Wiederholung, gewaltig in seiner Erhabenheit, lehrreich in seinem Wesen, trostspendend zugleich in seiner Wirkung. Stets siegten so lange die Hasmonäerwaffen, nach dem Bericht der Makkabäerbücher, bis daß der gleiche Schritt allen drei Brüdern Juda, Jonathan und Simon die Un- MüMkkkit skkMkü Alle Brei Btrrait Das Kriegsglück im Augenblick, da sie eine Gesandtschaft nach Rom beordert hatten, um die Freundschaft der hohen Roma zu erbitten. Sie fallen, Juda und Jonathan im Felde, Simon kläglich durch Hinterlist. Wuchtig trifft der Schlag des göttlichen Gerichts und verfehlt nicht den Eindruck auf uns, die Spätgeborenen. Hat Juda das Recht, die Waffen, die ihm Gott gesegnet, dem römischen Senate feil zu bieten? Braucht Juda, der sich höherer Gunst rühmen durfte, um Romas nichtssagendes Bürgerrecht sklavisch sich zu bewerben? Hat Rom denn ihm Unterstützung gesandt, ja hat es ihm den Sieg gegönnt, daß Juda sich ihm verpflichtet glaubt? Darf der Sieger von Emmaus und Bethzur, der Held vom Nikanortage nicht auch gottvertrauend, in die Zukunft schau-n, braucht er Fleisch und Blut zum Arm der Macht zu wählen, der in Gott untrügliches Vertrauen sich erprobt? O, tief gräbt da der Genius der jüdischen Geschichte auf den Gedenkstein der Maki\Vi m mmMk ökkKMkkllkkn öflgen: 'W (Jerem. 17, 7.) Gesegnet nur, wer Gott vertraut, Verloren, wer auf Menschen baut. Das war der Erfolg des Kampfes! Er lehrte in seinem Ausgang gerade die Welt, daß die Stärke nicht in Menschen macht besteht, daß Menschenhochmut vor Gottes Allmachtsstärke in Ohnmacht zusammenbricht. Daß „auch der Hasmonäer Arm und Mut entbehrlich, wenn er nicht Priester sein will, sondern König." So legt auch Bor Difp? (DßB WWW BSffl SüBa Bll MM in den Mund: „Er braucht den Etarksn nicht, <n* haucht die Schwäche Mit seinem Odem an und sie wird Sieger; Es überhebe keiner sich vor Gott Sein Priester will Ich sein, doch König ist allein der Herr." Lhanukkah und Sport. Seit Jahren, wahrscheinlich seitdem eine gefetzestreue Presse besteht, wird anläßlich des Chanukkah-Festes alljährlich auf den Gegensatz zwischen Makkabäergeist und modernem Sport hingewiesen. Es taucht darum die Frage auf, ob man ferner auf dieses Kapitel eingehen soll, da doch nichts neues gesagt werden kann. Leider ist aber dieser allem Religiösen und Geistigen fremd gegenüberstehende Sportkultus so in die Reihen M\mi jÜlWW MMSMiUtt 9U}e«B eirtge» drungen, daß mit stets erneuter Kraft der Kampf des Wortes und der Feder dagegen einsetzen muß. Es erübrigt sich, festzustellen, daß auch wir den Kindern ein frohes Spiel der Körperkräfte gönnen, daß auch wir uns freuen, wenn sie mit natürlicher Sicherheit und Frische auftreten, die sich von Keckheit und Anmaßung weit unterscheidet. Schwimmen und Turnen, Bewegungsspiele und rhythmische Uebungen kann ihnen die Schule beibringen: auch gegen einen freien Nachmittag, der nur der körperlichen Uebung gewidmet ist, können wir nichts einwenden. Aber wogegen wir uns wehren und wehren müssen und alle Getreuen zur Unterstützung in diesem Kampf um Beistand rufen müssen: das ist das große Maß an Interesse, das ihren eigenen sportlichen Versuchen und den großen Sportsverbänden gewidmet ist. Wir sind in diesem Falle jener Kreis von Jehudim, die bestrebt sind, die wenigen freien Stunden im 3M82WS J«? jjw Aneignung möglichst großer Gebiete im Talmud auszunutzen. Mit 8—9 Jahren, da der kindliche Geist noch unbeschwert-und unverbraucht ist, wollen wir beginnen, alle seine Kräfte dem „Lernen" zuzusühren. Und gerade in diesem Alter setzt dieser unselige „Sportrummel" ein. Wer die gange Woche den Kopf voll mit Sorgen über den Ausgang des Fußballwettkampfes der nächsten Woche hat, kann nicht leicht ein Blatt Talmud lernen. Wer sich wiederholt in der Woche „trainieren" must, kann nicht Üben und sich »orberetie«. felfcfi ÖSiaU Sv noch jo «uffajt. öehren muß das Chanukkahlicht, daß des Judentums Ehrgeiz nicht Im Wettkampf auf dem Stadion liegt, daß sein Ziel und Streben der Erringung der Gotteserkenntnis gilt. Es darf nicht jüdischem Geschmack entsprechen, der Lektüre von Sportblättern Zeit zu widmen, bewandert unter den Namen der Helden von Europas und Amerikas Sportplätzen zu sein. Haus und Schule müssen dagegen kämpfen, müssen durch richtige Belehrung zu erreichen versuchen, daß den Schülern „der Geschmack an solcher Lektüre verdorben wird", wie ein bekehrter Schüler einst sagte: Man freut sich, wenn man von schönen, jüdischen Chanukkah-Feiern in der Schule, Religionsschule oder Vereinen hört. Aber die Jugend muß auch wissen und empfinden, daß er mit dem Anzünden des Chanukkahlichtes ein Bekenntnis ablegt, ein Bekenntnis zu jenen Männern, deren Wahlspruch war: Nicht mit Macht und nicht mit Kraft, mmm Mist SSM MW Der Herr der Heerscharen. Hak der Deuksche Jude ein Her; für Tauroh? . Von Rabbiner Dr. Iacobs in Köln. Ein Großer der Jetztzeit erklärt einmal einen schwer, verständlichen Midrasch am Anfang der Sprüche Salomos. Zwei Gesetzeslehrer Rabbi Elieser und Rabbi Josua streiten über den Sitz der Weisheit. Der eine meint: der Kopf ist der Weisheit Sitz, der andere: das Herz. Der da meint, dem Kopf gebühre der Vorrang, der halte es mit David, der sein Psalmenbuch mit dem ersten Buchstaben des Aleph Veth beginnen ließ. Es schließt mit einem mittleren, Kaf. Aber der andere folgt den Spuren Salomos, der seine Sprüche beginnt mit einem großen Mem, dem mittelsten Buchstaben und sie schließt mit bem Senn jo hah? Ms«Zt« ich will nicht tun, was mein Vater tat, er begann mit dem Kopf, weil dort die Weisheit heimW ist, ich beginne mit dem Herzen, dort muß sie ihren Ausgang nehmen. Zwei verschiedene Zeiten sprechen uns aus den beiden Büchern an. Die Psalmen sind die natürliche Reaktion auf das Kriegsgeschlecht. David hatte ewig Kämpfe, wo bleibt da die Thora? Nichts ist eindringlicher, als die schlichten Worte edr hl. Schrift, daß nach Josuas Tode sofort bie Störet bem SSergejjen an^eimpef. Sie SSäter im Kriege, vie Lehrer im Kriege, wo blieb der Unterricht der Jugend? Darum verlangt David Verlag <Ier 8!hl!othek des Jüdischen Volksfreundes Cöln: Hohenstaufenring 14. Postscheckkonto 50648. rmnn *?y-wrr „Uebersetzungen und Bemerkungen zum Pentateuch“ von Rabbiner Dr. B. ^olf-^olgj Der Commentar erscheint in einzelnen Wochenabschnitten. Preis jeder Broschüre Mark 1.— - Soeben neu erschienen: 2^1 —- Im Druck: yp/E) Ferner ist bei uns erschienen HXl Unentbehrlich für die Lektüre von Zu haben in allen Buchhandlungen und direkt beim Verlag des Jüdischen Volksfreundes. m *