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Der Israelit · 1926-12-09 · Heft 50 (9.12.1926) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 50 (9.12.1926)
Date
1926-12-09
Page
– (sequence 13)
Language
German
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o-o ll o—o Ifo c) 3ücfiscftcv Cd öl o—o H Q-Q ||fE5 Doffesfreund Organ dcsDarains für die jüdifchan 3nfereffen jRhcinfands c.D. nsn Dv. lP«lf in Esln <*. Rtz an ■ö][o: ■o o- Hlo; -olsZ 3[ö; 20. Jahrgang Frankfurt a. A7., 9. Dezember f9^6 / 4. Teweth 5687 Nr. 4 Chanukkah oder Makkabäerfest? Gegensatz von Idee und Material nennt sich die Formel, auf die der Kampf des Judentums mit der Umwelt feit dem Sinai gebracht werden kann. Das Donnerwort der Gesetzgebung ließ den Ruf vernehmen: Du sollst dir keinerlei Bild und Gestalt machen. Die Umwelt konnte und kann auf Symbole nicht verzichten. Jeücs Sinnbild ist ein Vergleich. Mit der geistigen Urkrafl der Schöpfung läßt sich aber nichts verglichen. Alles Körperliche ist erzeugt. Alles Ergte muß einen gleichartigen Erzeuger haben. Und an der Wiege der Urzelle des Geschaffenen stünde das Fragezeichen? Und dieses Fragezeichen durchzog alle Generationen mit Zweifel und gestattete kein heiteres Vertrauen zum Leben. Denn Tod und Fäulnis winkt am Ende des Lebensweges alles Erzeugten. Und nach diesem Leben? — — Fragezeichen am Beginn und Fragezeichen am Ende, Fragezeichen vorn und Fragezeichen hinten. Das läßt auch die Bahn in der Mitte nicht frohgemut wandern. Wozu? wenn alles vergebens. Du sollst dir kein Bild und keine Gestalt machen, ruft es vom Sinai. Denn Ich war ppn Anfang. iJJlein Uöovl war uni alles wÄ). Zu mir strebt alles zurück und hinauf. Da ward es licht, licht auf Erden, licht im Menschenherzen. Gotteskraft ist nicht erzeugt, immer Zeuger. Wort und nicht Materie am Anbeginn, geistig erstrahlend, durchflutend, unteilbar, unvergänglich, weil nicht Stoff. Diese Kraft erzeugt Kraft, Mut, Hoffnung. DsMausn. LMn. ewiges Leben, bauern? des Sein. Alles für dieses Sein, diesen Inhalt, alles lohnend, nichts umsonst, unverloren jede Mühe und Qual, jede Zähre und Arbeit wandelt sich zur Befriedigung und Beseeligung. Chanukkah und Makkabäer! Wie nennt die jüdische Weisheit das Fest? Chanukkah! Denn als aufstand die schlechte griechische Regierung gegen Dein Volk Israel, es Deine Lehre vergessen zu lassen, es zu verleiten, die Gesetze Deines Willens zu üben, da standest Du in Deiner großen Gnade ihnen bei zur Zeit ihrer Not. Du strittest ihren Streit, Du richtetest ihr Recht, Du nahmst Rache für sie, Du liefertest Helden in die Hand Schwacher, Viele in die Hand Weniger, Unreine in die Hand Reiner, Frevler in die Hand Gerechter utti i^o^müiige tn ile i^otti ierer^ ite Seine Lehre pflegen — und Dir hast Du einen großen Kämen in Deiner Welt gemacht . . . Sehet, die Mische Weisheit betont die Idee. Die Menschen, M. sich ihr als WrKeuß boten, hasten nur den Wert geschichtlicher Zeitangabe. Es galt den Sieg -es^HDMÄMetMn^MMrjHsRüs^ier'D-' Haltung des Geistigen über das Vergängliche, des Sittlichen über das Unreine, des Idealisten über den Egoisten, des Unzeitlichen über das Begrenzte, des Ewigen über das Sterbliche, des Lichtes über das Dunkel der Erde. Darum gingen ein Deine Söhne in die W 0 r t st ä t t e Deines Hauses und räumten die Sinnbilder des Körperlichen aus der Stätte Deiner Macht der Geistigkeit und reinigten Dein Heiligtum und entzündeten Lichter in den Höfen Deines Heiligtums. DrZ Licht Mb bm üsbsn wamn goreitoi. dr? leuchtet war aufs Neue der Lebensweg zur Höhe. So denkt und dankt die jüdische Weisheit den Sieg des Judentums. Das geistige Ideal, die Unsterblichkeit hat gesiegt und ist fortan Sieger geblieben. Doch aus dunkler Erdentiefe erheben sich Erdengeister, mit Erdgeruch behaftet, und wollen nicht schauen in des Lichtes Sonnenmeer, in das Israels unzeitige Gestalt getaucht, leuchtet am Firmament der Weltgeschichte. Ausgehende, strahlende Sonne verdunkeln die Pfeilgeschosse von kraftgerüsteten, muskelstarken Armen — und Menschenkrieg und Menschensieg reckenhafter MlMaMwuiM mm mm rarnriDi mao. was in Himmelshöhen und Zeitenweiten sich gerettet hat. Was Menschen erfochten haben, können physische Kräfte entreißen. Siege und Niederlagen sind wechselndes Schicksal auf Erden, und mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund ffl fttHttn, Makkabäer-Kampf, Makkabäerfest, Makkabäersieg ist der Name unjüdischer Vergänglichkeit. Müßte für unsere kriegsentwöhnte Jugend Lippenverbot werden. Friedenserziehung darf an Waffengerassel nicht denken, zu Kriegsbewunderung und Schlachtenerinnerungen nicht erzogen werden. Arme unzeitgemäße Makkabäer, ihr habt ausgespielt. Völkerbund und Friedensschalmei rüstet euch ab und wirft euch in die Rumpelkammer der Vorkriegszeit. Nicht einmal als Bleisoldaten im Sack des Chanukkahmännchens habt ihr mehr euren Platz. Arme Kinder, ihr dürft nicht mehr das Siegeslied der Makkabäer singen . . . doch nein, halt! ww» tix nsra'. KMkss HM. D11 UKfss Hilft D i r Lob zu singen ziemt es noch! Gott sei Dank! daß jüdische Weisheit das schöne Lied erdacht und gedichtet hat. „Söhne her Einsicht" haben ja für hie acht Tage festgesetzt Lied und Jubelhymnen. Darum ertönt es zu Wren * her G o {t'e'S wundes des ewig starken, ewig §c!eul>en, ewig üöer ftm Ävll Israel Wachenden, nicht abhängig von Menschenschwäche und Menschenstärke. Chanukkah! Tempelweihe heißt auf ewig unser Weihefest. Und Völkerbund und Völkerfriede, ja Völkerfrühling ersehnen nur den neuen Wahrheitstempel und warten auf den neuen Menschen mit altem, edlem Gottesstempel! Aus den Büchern der Makkabäer. Man überträgt so gern Begriffe, die anüerswo gang und gäbe sind, auf das Judentum, ohne in Wirklichkeit die Sache damit zu treffen. Es ist das ein Ueberbleibsel des hellenischen Geistes. Man scheut sich, die erhabenen Begriffe des Judentums zu nennen, aus Furcht, man würde verlacht, weil jüdische Gedanken unter dem Bann der Unwissenschastlichkeit schmachten, und wer könnte die Schmach ertragen, von Zeitgenossen als „unwissenschaftlich" bei Seite geschoben zu werden?! Ob das Judentum dabei verflacht, ob die realistische Anschauung dabei die Ideale verdrängt, ob die Gottesidee dabei verkümmert, das Gottesbewußtfein völlig verloren geht, was kümmert das den „Wissenschaftler"? An der Hand statistischer, nationalökonomischer, hygienischer usw. Materialien will man des Judentums Zukunft berechnen IM& MWNWhLit MfIgPIR, UHÖ jjMt ÖSP Mjg lebende Gott werde sich von der toten Ziffer vorschreiben lassen, wie Er zu handeln habe, damit die Wissenschaft sich nicht, beschämt, nachträglich werde korrigieren müssen. So ist man auch bestrebt, den Kampf, den Juda und seine Brüder führten, in ein Nichts zu verflüchtigen. Einigkeit habe Juda und die Seinen stark gemacht!! Einigkeit^ getm^ etn ijotjes <Sui! ^ibt keinen um» fallenderen Segen als Einigkeit". Einigkeit aber habe Judas Waffen den Sieg verliehen? Mit der Niederstoßung des nichtswürdigen Feiglings, der des rasenden Syrers Befehl in Modin ausführen wollte, begann der greise Matithjahu den Rettungskampf. Wahrlich einig — aber einig nur mit f i ch! Ganz Israel bebte vor dem Wahnwitz. Einigkeit wäre es gewesen, die Judas Heldenmassen segnete?! Wo blieb die Einigkeit im Anblick des Feindes? Seine kleine Schar verringerte sich noch mehr, als sie dem Feind unter Demetrius Aug in Aug gegenüber stand. Verzagtheit beschlich die zitternden Herzen! Juda allerdings mit seiner winzig kleinen Mannschaft blieb einig. Doch in ihr hätte Einigkeit gesiegt? Warum denn blieb denselben Waffen das Glück nicht treu, da Juda mit seinem Bruder Jonathan nach Gilead gezogen und andern Leuten Josef urtb aus cmberert ^amiliert bert öuDm5 anmrtrauiET Gegen Judas hinterlaffenen Befehl wagten sie einen Angriff auf die Syrer und wurden zurückgeschlagen. Sie waren einig, einig darin, es den Hasmonäersöhney gleich zu tun, ihr eigenes HäUpt ' crüch mit Lorbeer zü ümkranzen! NW Uneinigkeit brachte Niederlage, nicht Einigkeit den SW! Sie sietztN s o l Ü si tz sti e'Oö4'tW^ä ch e

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