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Der Israelit · 1926-12-09 · Heft 50 (9.12.1926) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 50 (9.12.1926)
Date
1926-12-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Der ft * r aVf 11 Kehillo, die den Lebensnerv des religlösen Judentmns Veite 8 Nr. 50 Seidenu. Garn-Handelsges. m. b. H. 47 Bleidenstraße 47 (früher: Grosse Eschenheimerstrasse 3) SPEZIALHAUS in Näh- und Slick-Seiden Handarbeits-Garnen jeder Art Uumänuit. ®** fHiamfff w kn» VarMmnib In der heutigen Parlamentssitzung brachte der Antisemit C u z a seine Interpellation über hie Czernowitzer Ereignisse ein und erklärte, das inländische Judentum bilde im Verein mit dem Lluslandsjudentum eine große Gefahr. Cuza sagt, der Abgeordnete Dr. Ebner trage die moralische Schuld an den Czernowitzer Ereignissen. Dr. Mayer Ebner wies in scharfen Worten diesen Vorwurf zurück und sagte, die bedauerlichen Vorgänge seien durch Cuza und seine Partei verschuldet worden. Cr wiMryolle seine DerMwilljgM, aus seine 3mmu* nitüt zu verzichten und sein Verhalten durch bas Gericht oder eine parlamentarische Kommission überprüfen zu lassen. Der Redner fragt die Regierung an, was für Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung ergriffen wurden. Innenminister G o g a erklärt, er mißbillige die Handlungsweise des jungen Menschen, der in seiner Ueberspanntheit geglaubt habe, die verletzte nationale Würde durch einen Myrd zg sächeg. Er (önne «her andererseits die in Czernowitz heroorgeryfene und künstlich genährte Erregung nicht billigen, Die Beschuldigungen der Juden gegen das rumänische Stuhententum, fährt Goga fort, seien ungerechtfertigt. Der Jgffyer Studenrenkongreß habe gezeigt, daß die rumänischen Studenten in ihrer ungeheuren Mehrheit rechtlich denkende und twMrianbsßefcenbe jung« Heute finb. Stucf, ne Änb?nfch«ss NuMimns gutüsntenD unö unter« werfe sich in jeder Beziehung den Gesetzen des Landes Rabbiner Zirelsohn legt sein Mandat nieder. B u k a r e st, 1. Dez. Im Senat verlas Präsident Eognda ein Schreiben von Senator Rabbiner Zirelsohn, in welchem dieser erklärte, seine in der letzten Senatssitzung gemachten Ausführungen seien mißverstanden worden und die an ihm so scharf geübte Kritik sei ungerecht. Er habe nicht dem rumänischen Volke als solchem Intoleranz vorgeworsen, sondern habe lediglich das Vorgehen der Antisemiten verurteilt. Er erklärt gleichzeitig, daß er infolge dieser Vorfälle sein Mandat niedssrlegt. — Der Senat nahm diese Rücktrittserklärung mit 80 gegen 17 Stimmen zur KennMis. Rabbi Zirelsohn, der jüdische Senator aus Beßarabien, im -3nfammettf)crtt<J mit |-etrrer |s> rrti^xf ev^iandenen Rede Gegenstand einer rMstHlswfen Hetze der rumänischen Presse und der rumänischen politischen Kreise. Die Terrorisierung jüdischer Städte. K i s ch i n e w, 5. Dezember, lieber die pogromartigen Geschehnisse in Kischinew ist noch zu melden: Die Zahl der antisemitischen Studenten, die als Gäste des Erzbischofs Gurie vom Jasiyer Studentenkongreß hier eintrafen, betrug mehr als 300. Nachdem diese Studentengruppe während des ganzen Reiseweges von Jassy nach Kischinew die jüdischen Mitreisenden und die Juden auf den Eisenbahnstationen schweren Peinigungen unterzog und mehrere Juden aus dem Zuge hinauswarf, begann sie gleich nach dem Einzug in Kischinew mit einem unerhörten Terror gegen die jüdische Bevölkerung. In den Hauptstraßen wurden alle jüdischen Passanten angehalten, beschimpft und mißhandelt. Polizisten und Soldaten nahmen die Studenten in Schutz gsgen 3 üben, bis (ich tf,rer •ert»ef,ren roottierx. Dis Radausgrnc steigerte sich Immer mehr, sv dllst ln her Mittagszeit in der ganzen Stadt eine wahre Pogromstimmung herrschte. Die jüdischen Geschäftsinhaber schloffen die Läden, die Juden vermieden es, die Straßen zu betreten. Nun begann die Studentenschaft mit einem Angriff auf die jüdischen Wohnungen und Gsschäftsläden. Planmäßig wurde in den hauptsächlich #on Suben betoo^nien ©offen ein Sieinbom&arbement gegen die Wohnungen und Geschäftsläden durchgeführt. Die Einwohnerschaft mußte zum großen Teil in die Keller flüchten. Besonders sahen es die Huligans auf die Synagogen ab. Einige Synagogen wurden erheblich beschädigt, so u. a. die Haber-Synägoge, die Heker- Synagoge und die Synagoge „Beth lechem". Einzelne jüdische Paffanten, deren die Studentenschaft habhaft werden konnten, wurden gepeinigt und meist erheblich verletzt. Die Polizei verhielt sich die ganze Zeit passiv. Mehrere Juden, die Anstalten trafen, sich der Huligans zu erwehren, wurden von der Polizei verhaftet. Erst als eine Abordnung der Judvnheit sich zum Stadtkomun? um MMr in hie tztatzl gelegt. Gegen i Uhr nachmittags begaben sich die Studenten, von Militär begleitet, zur Rückreise auf den Bahnhof. Aus Bender traf gerade ein Zug mit mehreren jüdischen Reisenden ein. Diese wurden von den Studenten umzingelt und unbarmherzig verprügelt. Die Zahl der jüdischen Verletzten in Kischinew ist sehr groß; im Spital wurden etwa 20 Schwerverletzte ausgenommen. Gegenwärtig herrscht in Kischinew Friedhofsruhe. Die von Juden bewohnten Straßen bieten ein Bild der Zerstörungleine Nnsterslyem blieb gang. Die Stirn? mung ist eine »sezwöifslts. In jüdischen Kreisen wird jetzt darüber beraten, daß man eine siebentägige öffentliche Trauer anordnen solle; der Kaufmännische Verband erwägt eine eintägige Schließung sämtlicher jüdischer Geschäfte zum Zeichen des Protestes. An der Bahnstation K a l a r a s ch zwischen Jassy und Kischinew erzwangen die Studenten ein längeres Halten des Zuges. Sie begaben sich ins Städtchen, wo sie eine sehr große Zahl jüdischer Einwohner schwer verprügelten und fast sämtliche Fensterscheiben zertrümmerten. Man zählt mehrere Schwerverletzte unter der jüdischen Einwohnerschaft. „Dimineatza" Meldet: Die vom Jassyer Studentenkongreß zurückkehrenden Studenten veranstalteten in 3Tb f f cf) a n i, SS u 3 e u , P l 0 öschtl unb in nnb^ren <5iäi>Aen ani4|ent{it|d^e Q=ggej{e, tpo&ei (reifte fghisUf? Passagiere aus den fahrenden Zügen geworfen wurden üsih m den Äädten selbst die Juden terrorisiert und schwer mißhandelt wurden. Besonders turbulente Szenen spielten sich in dem Zug zwischen Kischinew und U n gen i ab. Auf der Station K r a s n a wurden die jüdischen Passagiere Feiwel Wechsler, Emil T s ch e r n e r und andere blutig geschlagen und ihrer Barschaft beraubt. Bei W a s l u i wurden der Jude Rosenberg und der Nichtjude P0p0vici, den man für einen Juden hielt, grausam verprügelt. In Jassy spielten sich sehr wüste Szenen ab. Zahlreiche jüdische Passanten wurden beschimpft, bespien und schwer verprügelt. In jüdischen Wohnungen wurden zahlreiche Fensterscheiben eingeschlagen. In B u k a r e st selbst veranstalteten die aus Jaffy zurückkehrenden Studenten in der Calea Grivizei schwere Exzesse, £ou*,fet<riuffI<tftb. Erste Konferenz der Rabbiner in Sowjetrutzland. Warschau, 1. Dez. Am 26. Oktober fand zum ersten Male seit Bestehen der Sowjet-Republik eine öffentliche Zusammenkunft der orthodoxen Rabbiner in Ka rasten Wolhynien statt. Die Versammlung fand in der Orwiczan Schul statt und war von 30 Delegierten aus.den drei Kreisen Wolhynien, Sitomir, Sepetowka und Karasten beschickt. Bei der Eröffnung, bei welcher viele Gäste aus allen Teilen Wolhyniens erschienen waren, wurden Begrüßungstelegramme aus ganz Sowjetrußland verlesen. Die Versammlung eröffnete Rabbiner L e w i tz k y (Olewsk). Er betonte in seiner Eröffnungsrede, daß nicht nur die von der Sowjet-Regierung verbotenen religiösen Institutionen allenthalben vernachlässigt würden^ sondern &afj audj die gfstMfffg MssMMIl nicht immer Me nmwmmgö Unterstützung finden. Ci' fordert auf, Komitees zusammenzustellen, deren Aufgabe es ist, geschloffen bei der Regierung für die jüdischen Angelegenheiten' zu intervenieren. Es wurde ein achtgliedriges Präsidium für die Tagung gewählt. Den zweiten Tag eröffnete Rabbiner. L e w i n mit einem Referat über die Notwendigkeit eines Gemeindeoer&anbe*. ©r ejflgffjfflj jMl ffö&EUtUIlg M sei. Er weist darauf hin, daß es ganz besonders in Rußland notwendig sei, die verschiedenen Synagogen, die bisher ein Eigendasein führten, eine Kehilla zusammenzufassen, da nur auf diesem Wege die Sicherung der Gemeinde und ihrer notwendigen Institutionen zu erzielen ist. Die Diskussionsredner unterstützten alle die . Forderung Rabbiner Leryins und Rabbiner Cheins. Dieser bringt eine Resolution ein, wynach bei der Regierung die Anerkennung der heute beschlossenen Vereinigung der Einzelsynagogen beantragt werden soll. Ein lyichtiges Peferat hielt noch arg dritten Tage Rabbiner Lewin über dib KinvcpdhMMffffgH M ri? 1 ftlif ttfiftf Sir knffilm anschlotz Rabbiner Mattersdorf plädiert für die Festigung der Stellung des Rabbiners in der Gemeinde, der die unbedingte Oberaufsicht über alle Kaschruthfragen haben müsse. , Nach lebhafter Diskussion wurden am Ende der Tagung folgende drei Punkte zur Abstimmung gebracht: 1. Sämtliche Bethäuser einer Stadt sollen das Recht haben, sich zu einem gemeinsamen Waad zu vereinigen, um die sie bewegenden Fragen einheitlich zu lösen. 2. Ltt BokstMv m Lllgung wirv erstichtan Die Regierung mit dem Ersuchen hersnzutreten, für i>U spezifisch jüdisch-religiösen Angelegenheiten ein Reglement herauszugebech in dem genaue Anweisung über alle Kaschruthsragen festgelegt sind. 3. Die Regierung soll ersucht werden, falls, es sich als notwendig erweisen sollte, einen Kehi lla h0 erb an d der drei Kreise Wolhyniens zu gründen, um Fragen, die alle Kehillos in gleicher Weise betreffen, gemeinsam zu regeln. OMMßO- . Bewerber um die palästinensische Bürgerschaft sind wahlberechtigt. Jerusalem, 1. Dez. Colonel <Sxjroes^b-er -fjaupi^efretärb-er ^Aolöstino-3Pegietuug; empfing heule eine tlDnrönnng Des Wnnv ßeumt (Jüdischer Nationälrat Palästinas) und teilte ihnen den schön bekannten Beschluß der Regierung mit, die Wahlordnung für die Stadtverwaltungen unabgeändert zu lassen. Nur in einemFalle habe die Regierung einem Vorschläge des Wagd Leumi stattgegeben, daß nämlich Personen, die noch nicht Palästinabürger sind, aber ihr« Bewerbung um die Bürgerschaft eingereicht haben> wählen dürfen. Als Grund für die Ablehnung der übrigen Vorschläge führte Colonel Symes an, die Regierung mußte darauf sehen, daß die Gemeinderatswahlen sobald wie möglich durchgeführt werden, damit die Stadt- und Dorfverwaltungen noch rechtzeitig das Budget für 1927 aufstellen und verabschieden können. Sir Ronald Slorrs verläßt Palästina als Indenfreund. Lernfolsrn, 36. hjoriemsier'- Die jüdische Gemeinde von Jerusalem gab zu Ehren, des scheidenden Jerusalemer Gouverneurs Sir Ronald Storrs, der sich nach Cypern begibt, um Hort sein neues- Amt als Oberkommiffar anzutreten, einen Abschiedsempfang. Ansprachen hielten Vertreter des Waad hair,. des Waah Leumi und der Sephardischen Gemeinde. In seiner Dankrede sagte Sir Ronald Storrs, ein britischer Beamter in Palästina steht neben den sonstigen Verwaltungsproblemen einem ganz einzigartigen Problem gegenüber, und da seien Fehler nicht zu vermeiden. Er wünsche aber, daß die Anwesenden es wüßten, daß. er Palästina als ein Freund verlasse. Er wünsche der jüdischen nationalen Idee den besten Erfolg und werde,, wo immer er sei, an ihrer Verwirklichung mittun. Um das Grab Rahels. Tel-Awiw,1. Dez. Vor dem Jerusalemer Grundbuchgericht ist in einem Progest gwiMn einem Mer unD Der Oteoitnina. bte Tho ra a!s Beweismittel angeführt worden. Araber und Regierung streiten um ein Stück Land, das dem Grabe Rahels sich anschließt, und das die Regierung als Weg beansprucht. Der Anwalt des Arabers führte aus, daß dort nie ein Weg gewesen sei;, der Vertreter der Regierung dagegen zitierte die Bibeltelle: „Rahel starb und wurde auf dem Wege nach' SfrotiD; Das ist MtMkim BiaraDin. Mob rtoirtt linra

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