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Der Israelit · 1926-12-09 · Heft 50 (9.12.1926) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 50 (9.12.1926)
Date
1926-12-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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mH um n i,i, 11 ,,D,ffWWW»dWWG Seite 2 Nr. k.0 BjSBBlSISiHitSBR <5 j-.-^*3Sp( v^rSwipacKv^r^f^^r Der 8 »r aeiit 9. Dezember ISA. des Menschen- und Völkerrechtes verstoßen, mit die Verantwortung zu tragen. Die Nachrichten über Ueberfälle auf Juden im alten und neuen Rumänien überstürzen sich. Der akademische Mob in Bükarest, Czernowitz und mm roßt in lmiwer Wul. JtircDtngm, Dem nsch dep Mul^rach von 1905 anhastet, war wieder Schauplatz wüster Ausschreitungen gegen Juden. Damals war es gekaufter Pöbel, willenlose und wildgemachte Soldateska als Instrument in der Hand politischer Drahtzieher, heute ist es akademische Jugend, Vertreter des neuen freien Geistes, die den Pogromen im Kleinen und im Großen den Glanz verleihen. Wir glaubten bislang trotz allem und allem an den neuen freien Geist und hielten die traurigen Vorgänge für Einzelfälle, bedingt durch den Uebergang in die neue Zeit, der sich nirgends ganz schmerzlos abwickelt. Die Sache steht aber, alles zusammengenommen, leider nicht so. Es ist regelrechter Rückfall in die alte rumänische Schreckenszeit, wenn eine vorübergehende Besserung überhaupt als Unterbrechung Diese? PggpüMpMik werden konnte. Negierung, Parlament und Senat sind, wie damals, an erster Stelle verantwortlich, für die Ausnahmebestimmungen sowohl wie für die Ausschreitungen. Lokalbehörden und Polizei tun, so weit sie nicht selbst beteiligt sind, nicht ihre Pflicht und haben auch keine Weisungen von oben, diese zu tun. All dieses mußte zum Rücktritt Zirelsohns führen. Wenn schon schutzlos, so soll wenigstens dieser Zustand der Schutzlosigkeit nicht durch einen Wächter, dessen Alarmruf nur Hohn und Spott auslöst, nach außen gedeckt werden. Das ist richtig, aber damit ist unseren Brüdern in Rumänien noch nicht geholfen. Lik Sache verhall sich in mimmii so, Daß sich' dort zwei Partner gegenüberstehen wie die zwei Teile einer Schere, die sich gegenseitig nichts antun, ober, von verschiedener Richtung kommend, das, was dazwischen liegt, gemeinsam zerschneiden. Regierung und Parlament behaupten, das Volk verlange die Judenentrechtung und es gehe nicht an, gegen den Volkswillen anzukämpfen. Das Volk, oder sagen wir das Volk der Straße, zu dem auch die Jungbürger der Akademien zu zählen sind, ist der Meinung, daß durch die Behandlung der Juden von oben deren Minbertöerttgfeti unb arnttictj ski, und so hüll sich ver Pövkl, auch Der im Frack und Studentenwichs, berechtigt oder gar verpflichtet, als Exekutive den Willen der Obrigkeit mit Faust und Knüppel durchzuführen. So treffen sich Straße, Parlament und Universität — in der Judengasse. Rumänien braucht Geld und tut im Auslande sehr^judenlieb. „Kein Engel ist so rein!" Die Königin von Rumänien hält sogar judenfreundliche Reden in amerikanischen Synagogen und die Menge jubelt ihr gläubig und entzückt zu. Mr die Dauer rann aller llav wahre Gesicht Niu maniens nicht vsvbvvgsn Weifte»-. DsZ in Bukäbest, Jassy und Kischinew vergossene Blut schreit aus der Erde, und dessen Stimme muß gehört werden, muß auch im Völkerbundppalast am Genfersee, wo jetzt der Völkerbundsrat zu seiner Dezembersitzung unter Beteiligung von sieben oder acht Außenministern Europas und Südamerikas Zusammentritt, gehört werden. Nicht eher darf die Welt von Völkerrecht, Menschenwürde und Minoritätenschutz sprechen, als bis diesen himmelschreienden Zuständen in Rumänien ein Ende gemacht ist. , Die Münchener Universität und die Juden. Die Münchener'Universität beging dieser Tage it>re Sa^r^nbertjeur, nutz Wfffll j?1 sr hat sich hier Das Wort bewahrheitet, daß man den wahren Charakter von Menschen, — auch Institutionen — an der Art erkennen kann, wie sie Feste feiern. Die Feier Hatte einen Juden- Punkt, um den man nicht ohne. Schmerzen herum konnte. Weite Kreise der freien akademischen Republik, bis hinauf zu maßgebenden und leitenden Stellen, konnten es nicht verwinden, daß jüdische Korporationen und jüdische Fahnen den Festzug und die Festversammlung mit zieren sollten. Die Jüdische Gemeinde als solche erhielt aber eine Einladung, in ihren Gotteshäusern des Ehrentages der Universität zu gedenken und geriet dadurch in eine etwas präksre Lage, da SslbstgHtlln.Z Df Aaüe mu^ik, was sonst als selbstverständliche Pflicht zu erachten wäre. Der derzeitige Rektor der Universität, ein turmhoch über dem geistigen und polnischen Niveau seiner lieben Zeit- und Ortsgenossen stehender Mann, suchte zu vermitteln und bewirkte es, daß die Einladung an die jüdischen Studentenverbindungen in Zwölfter Stunde doch noch erging. Diese aber mußten mit Rücksicht auf das Vorangegangene dankend ablehnen. So wurden die Feierlichkeiten vom langen Schatten der Judenfrage begleitet, die Feierlichkeiten haben ihr Ende tmtöft Die MlleiMlllM Mt Mim. Ma Dan* llöltö es sich Nicht iiHt das Judilärnn der ersten bayerischen Universität, sondern um dieHundertjahrseier des Münchener und bayerischen Antisemitismus. Es muß gerechter Weise festgestellt werden, daß die hundert Jahre Münchener Universität keineswegs hundert Jahre akademischen Antiserstitismus bedeuten? Tausende von. jüdischen Studierenden haben auf der Münchener Ludwig Maximilian-Hochschule ihre Ausbildung erhalten und haben von dort den Weg ins Leben gefunden, als SpenDer unfi nßoDIiätor Der Menschheit. Eine Reihe von jüdischen Lehrkräften, N^änUkr PPH großem Namen, waren und sind an an der Universität tätig, die den Ruf der Münchener Hochschule in die Welt hinaustrugen. Auf den Listen, die zur Stützung der bedrohten Hochschule-nach, dem Kriege zirkulierten, waren die jüdischen Namen mit den ansehnlichsten Summen vertreten. Wie in anderen Städten verdanken auch in München viele wissenschaftliche Institute ihre Entstehung und ihre Forterhaltung der jüdischen Munificenz. ■ ~ ' Erst in den letzten Jahren wurde — tief betrübend festzustellen — auch diese höchste Bildungsstätte in die politische Kriegszone der Münchener Straße hineingezogen. Es gab und gibt antisemitische Gehässigkeiten auf Katheder und in Hörsälen. Noch ist Deutschland. ' und auch IBapyn ßenug, lafj M? n!A in bestimmte Gesetze — wie Numerus clausus — nach ungarischem und rumänischem Muster gefaßt werden konnte. Aber wo das Gesetz irgend eine Lücke ließ, da brach die.Flut durch. Das mußten die jüdischen Studierenden r r e mderStaatsangehörigkeit erfahren, die, im Gegensätze zu den keiner Aufnahmebeschränkung unterworfenen nichtjüdischen Ausländern, überhaupt nicht oder nur in seltensten Ausnahmefällen zum Studium zugelassen werden. Die Jahrhundertfeier der Münchener Universität wäre Anlaß genug, daß sich die f r e i e n Geister zusammentun, von der Gasse emanf^pimn nnß wmgcrcDrt; mir es MW kiim WiA bürg Der Bildung und Freiheit ist, erzieherisch und veredelnd aus diese einwirken und so zur Entgiftung der Atmosphäre in Bayern, als die berufensten geistigen Führer der Nation, zuerst die Hand bieten. Wir wollen es hoffen! Vom Esra. Die Führer-Zeitschrift des Esra-Bundes wird, wie wir hören, jetzt unter der Schriftleitung von Dr. Ernst Fr ei mann und A r n old Merzbach in neuer Form auf Brerirerer Bcrsrs er jefj einen. ' 235ix- 1 Cajjen desneue ’f ÜJ)5r ttjlt Pläne sich äußern. > Wenn unser E s ra-Führerblatt jetzt in ein neues Stadium seiner Entwicklung tritt, so heißt das nicht, daß sich an der Einstellung oder an der Erziehungsarbeit unseres Esra etwas geändert hätte. Dem stillen Schaffen unserer Füh- Drei Fragen ilüö ihre Beantwortung. Von Rabbiner Dr. Mix Kanter in Zwltkau (Mähren). Außer den im „Israelit" bereits veröffentlichten Antworten der Herren Rabbiner Dr. Frankel und Dr. Bamberger-Kiffingen (vergl. „Israelit" Nr. 47 und 48) find mir direkt von verschiedenen Seilen Antworten zugekommen, von denen die wichtigsten hier in aller Kürze wievergegeben zu werden verdienen. Was meine erste Frage in Nr. 45 dieses Wochenblattes anbelangt: Wo die von Toffaphot Ioma 20 b zitterte Pijut-Stelle sich befinde?, verweist auch Herr Rabbinals.Assessor M. Glaser in Brünn aus den von Herrn Dr. Frankel zitierten aita bva. ml Ssn -Ti morftn uhd auf auni, Der non neun DcrTtoUDenen nwa» fpifQf, Die es ursprünglich gab. In einer dieser jrniajr dürfte die von Toffaphot zitierte Pijutstelle sich befunden haben. Im selben Sinne schreibt auch Herr Joseph Benzion Babad aus Mikulince in Polen, der auch auf Rappaport (hebr. Biographie des Kälir) und auf ’wi «yifna (ei). Hurwitz) § 354 verweist. Derselben Ansicht ist auch ein nichtgenannt sein wollender nur, in Zürich, der großes mjrpa verrät. Originell ist der Vorschlag des Herrn I. Zoller in Berlin SW.: Anstatt bt>b,"i ntiw pi soll die Toffaphotstelle v"sn NVS spi lauten. Vergl. aber 'oin o'W» z. St.) Auch die zweite Frage (warum wir im tpvrp" Gebete am Sabbat nickt mit 'i*i im -,m atfx beginnen) hat Herr Rabbiner Dr. Frankel bereits beantwortet. Ergänzend seien noch folgende Antworten angeführt. f>err Rabv-Assessor HMs, MM Tnnl VrIslsuer in Breslau nnv MiD Mnwn Ascher (z. Zt. nt Telfch) weifen mit Recht daraus hin. daß in sephardischen Gebetbüchern (ebenso in dem Gebetbuch von Rabbi Jakob Emden) der Passus baa mna m '2 überhaupt nicht vorkommt, wodurch die Frage als gelöst erscheint. Der ersai (vergl. v"2 rntf hingegen schreibt den nvli von 'ui mm im '2 vor. Nach Ansicht der Herren I. Zoller und Simon Ascher bezieht sich dieses m mna ua auf das vorhergehende vnp -»mp» (worunter die Feiertage zu verstehen sind, die als...) onx» nx’X’V aat festgesetzt wurden. D le s e (die Feiertage nämlich) verdanken wir dem Umstande, daß fr'W.a uns auserwählt hat v'vvn 'tesi Der Herr Anonymus aus Zürich verweist auf v'aia3 naia tll. 31) und meint: Wer diese Stelle vor Augen bat, fiann lmfgrai mm .»wip Mts Auch die Antwort des bereits erwähnten Herrn Babad ist sehr interessant, doch kann stein gedrängter Kürze, nicht wiedergegebew.werden. ,; UDOS das Wort xnönn im Kaddischgehet bedeutet, hat Herr Rabbiner Dr. Bamberger-Kisfingen beantwortet. Herr I. Bulka in Nürnberg und Herr A. Bömberg in Zutphen (Holland)-verweisen noch aus-ni7»v (Seite 63). Herr I. Zoller zittert den fr? von y.t xdo’^b apsr n, wo es heißt 'ui mam am1»-narm Herr Emil Breslauer in Breslau verweist auf den .a^apm ana zu a"a t^a ri'Vxaa ("w anina)- amna übersetzt er mit „sich rühmen" und das xnanii im Kaddisch hat nach dem jpap.ai anan dieselbe Beil eutuna : Gott ist erhaben über jeden Ruhm. Herr R.-A. M. Glaser verweist auf Zunz (Die. gottesdienstl. Vorträge S. 885) und Elbogerr (Der jüdische GlllMdiöNst W. 03) Mälut Si«ne gnaiandäß dieses sich auf die Trostworte beziehen, bestehend in Lobpreisungen des.Heimgegangenen je höher das Lob, desto größer der Trost. Auf diese Trost- und Liebesworte folgte das Kaddischgebet mit der Betonung von xnami. Herr M. Glaser entfaltet ein großes jnx'pa in v"V und apoiö' seine Ansicht zu begründen. -- Allen Herren Einsendern gebübrt herzl. m at?" für die Mühe, deren sie sich zur Beantwortung der drei Fragen unterzogen haben. Itokzen zu Raschi. Don Rabbiner Ar. Winkler in Aopenyagen. den Nvtigen in M, MöM iE bMlklk?n, Saß sie Seide nichl MS NichllW geirossM Hatzen. M. I. Herr Hauptlehrer Wolfs hätte doch , besser fragen können: Warum R-aschi erst'hier in *pn?s, die angeführte Bemerkung machtz nachdem-das Wort .^.2. schömd r-e'LÄi'äs.'f.rü'ünd^ 16, 3).worg«!kommen. ist? ' Allein, eL handelt. M hi^r gqr' nicht um has - andern' darum, daß . eth einer änderen. u. z,. I irM i.fy-h st 34,14; (vgl. vML2l),'yüH am HrW n Ende»-. also. a;rp. -.3$h n gr,bedeuten,, kann.

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