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Der Israelit · 1926-12-02 · Heft 49 (2.12.1926) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 49 (2.12.1926)
Date
1926-12-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
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2 Dezember 1926 in Genf dargelegt, daß der Numerus clausus bloß eine Ilebergangsinstitution sei, die lediglich eine momentan bestehende wirtschaftliche und soziale Lage notwendig gemacht hatte, die aber nicht ständig bleiben könne. Er fügte noch hinzu, daß diese Einrichtung, die infolge einer momentanen Gestaltung der Lage entstanden ist, mit der Aenderung dieser Lage ihre Geltung verlieren werde. Damals sagte man, der Minister spreche in Gens so, in-JBiibüpefi ab&v nrtbers. fel>e micf) nurtmefjr oeran- X ci p i, f,ier ble ertoa^nle ^rllartmg etc ^errn Julius. Ministers mir zu eigen zu machen und ich übernehme auch die Verpflichtung^ in diesem Sinne vorzugehen. Jawohl, der Numerus clausus ist nur eine Uebergangsinstitution . . . Andererseits aber darf niemand glauben, daß diese Institution bloß die Ausgeburt eines unsinnigen und zwecklosen Antisemitismus sei. Wäre dem so, so wäre diese Regierung über diese Frage schon längst zur Tagesordnung geschritten. Aber da ist eine gequälte, ihres Vermögens verlustige, in Massenquartieren zusammengepferchte, eine aus allen Landesgebieten verjagte christliche Mittelklasse, die mit vollem Recht und in der schwersten Weise um die Zukunft ihrer Kinder besorgt ist. Diese Mittelklasse fürchtet endgültig unterzugehen, wenn man ihr im Daseinskämpfe nicht dadurch zu Hilfe kommt, daß man Schranken in der Richtung derer aufstellt, von denen sie für ihr Brot fürchtet. Auch diese Besorgnis kann grundlos sein oder auch' nichtaber auch sie ist eine Tatsache, die jeder, der aus meinem Posten stsht^ berücksichtigst) tvuß, glet4)öiel, ab er Vethlsn beißt ober anbers. Wo liegt da die Lösung? Sie liegt gewiß nicht in einer Intervention des Auslandes, wie ja die ungarische Judenschaft dies, Gott sei Dank, klar erkannt hat. Eine solche Intervention könnte ja nur noch mehr Giftstoff in das Problem tragen. Die wirkliche Lösung kann nur auf dem Gebiete des Wirtschaftslebens gefunden werden. Der? »r«fft t Die Regierung muß in Gemeinschaft mit den führenden Kreisen der Gesellschaft eine Aktion einleiten, mit deren Hilfe alle Fragen gelöst werden. Das Kultur-Budget der Warschauer jüdischen Gemeinde, Warschau, 12. Nov. MknMö Mim döi MtMDMwiQ Der Warschauer jüdischen Gemeinde hielten eine außerordentliche Sitzung ab, in der das Kultur-Budget der Gemeinde festgesetzt worden ist. Auf Vorschlag der Orthodoxen wurde beschlossen, 300.000 Zloty für Kulturzwecke auszugeben: unterstützt werden aber nur solche Institutionen, die unter Kontrolle der Gemeinde stehen. Die Orthodoxen stimmten auch dem Antrag der Zionisten zu, 20.000 Zloty für Ausgestaltung der Handwerker-Schule der Gemeinde in das Budget einzustellen, davon 15.000 Zloty für die Angliederung einer technischen Anstalt zwecks Ausbildung qualifizierter Arbeiter für Palästina. Die Mischen Judengesehe in Polen autzerkraft gesetzt. W a r s ch a u, 5. Nov. Vor kurzer Zeit wählte die Bauernschaft des Dorfes Irena den Juden David Rubinstein einstimmig zu ihrem Bürgermeister. Der Starosta des Stadtkreises Pulowa annullierte diese Wahl auf Grund des von der russischen Oleglerung!m 8aJ,re I lll i>o11 C,t’C,t’L>II c’rr über die Selbstverwaltung der Gemeinden, laut welchem die Wählbarkeit von Juden in die Dorfverwaltungen stark eingeschränkt ist. Der Starosta führte an, daß dieses Gesetz noch nicht offiziell außerkraft gesetzt worden, sonach noch heute gültig ist. Der Präsident des Jüdischen Parlamentsklubs Abg. Nr. 49 Seite 7 Hartglaß wandte sich in der Angelegenheit an das Innenministerium und erhielt vom Minister Skladkowsky die Antwort, der Wojwode von Lublin sei angewiesen worden, den Beschluß des Starosta von Pulawa für ungültig zu erklären und die Wahl des jüdischen Bürgermeisters als gültig zu betrachten. Die Antwort des Ministers enthielt noch die folgende prinzipiell wichtige Erflörung; „Die Bestimmungen des Gesetzes von 1864 über Drrrf.LMMMZffuuzz» &mm m M MMM jsm? Vorschriften, die nicht erst offiziell abgefchafft «erben müssen; sie seien schon laut der Verfassung der polnischen Republik, die keine Beschränkungen von Bürgerrechten nach Religion und Nation kennt, als nicht existierend anzusehen." Im Zeichen Sarrasanis. Europas größter Zirkus in Deutschlands größtem Hallenbau! Frankfurt hat seine Sensation ersten Ranges, Frankfurt strömt zur Festhalle, aber die Zehntausende, die den Riesenraum füllen, sind zum geringsten Teile die Einheimischen. Die Sarrasani-Besucher kommen zu 60 Prozent aus der Nachbarschaft, aus der nahen und weiten Umgebung. Die Anmeldungen ganzer Schulen und vollständiger Schulklassen treffen selbst von der Fuldaer und Heidelberger Gegend ein, unser Hauptbahnhof gleicht nach Schluß der Sarrasani-Vorstellungen dem Brennpunkte eines Maffenverkehres. Sarrasani-Begeisterung herrscht allerwärts, wirkungsvoller als die Bilder- und Schriftreklame ist die Mgndrsklams. die von Mensch zu Mensch das belle Lob isarrainni lim. m Minen m ZnrilMni'MWM in dot FklMsMM MWlls ni®i nur Das gilW runjls lerische Ereignis, als das es in der ganzen Presse gefeiert worden ist, es ist auch eine Attraktion für Frankfurt von besonderem wirtschaftlichen Gewinn. Denn die Menschenströme kommen unserer Geschäftswelt zugute, da sie sich ja auf den Sarrasani-Besuch nicht beschränken. Für die kurze Zeit der Sarrasani-Saison heißt jedenfalls die allgemeine Parole: Auf nach Frankfurt, auf zu Sarrasani! Im Anschluß an unsere Ankündigung des Ausverkaufs wegen Aufgabe der Abfeilungen Konfektion, Putz, Wäsche, Trikofagen machen wir außerdem darauf aufmerksam, daß wir augenblicklich größere Stoffen ßedeufend im Greife ermäßig fee Seidenstoffe, Samte, Wollstoffe und viele sehr billige Reste anbiefen. Sitte üöerous günstige Sefegewheif für den iPeiftnacftfeöedorf! ROB INSOHN Zeil 127, gegenüber der Hauptwache

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