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Der Israelit · 1926-12-02 · Heft 49 (2.12.1926) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 49 (2.12.1926)
Date
1926-12-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 4 Nr. 49 _ aus Händlern zusammensetzt, sondern daß -sie aus Arbeitsmenschen besteht, die, wenn man sie in die ihnen HemäHe Sphäre «Jf fff Wtttz sehr gut ausMen. Herr Marburg vsrichtöte auf Grund der Angaben von Dr. Rosen, wie die Gelder im einzelnen ausgegeben wurden und stellte fest, daß mehr als. 80% der Ausgaben als eine Form von. Darlehen an die Siedler gedacht sind. Unter normalen Bedingungen kann erwartet werden; daß diese Vorschüsse in drei bis fünf Jahren rückgezahlt werden, so daß sie einen Grundstein zur Fortführung des Werkes auf kleinerer Basis bilden werden. Dr. Rosen erwartet, daß schon in diesem Jahre aus den alten jüdischen Kolonien und von den neuen Siedlern des Jahres 1923/24 rund Doll. 100.000 Rückzahlungen geleistet würden. Was Palästina betrifft, erklärte Herr Marburg weiter, so wendet Joint dem Aufbau dieses Lmivcs mwklkN ein rßßes Unlorop zu. Wir tnibmen mei Zeit den Angelegenheiten der Hebräischen Universität und waren bei den Zusammenkünften in Paris und London vertreten. 50.000 Dollar widmeten wir der Waisenerziehung in Palästina und stellten auch dem medizinischen Werk Summen zur Verfügung. In diesem Jahre wenden wir der Palestine Economic Corporation Doll. 500.000 zu und werden in den nächsten zwei Jahren wieder je Doll. 500.000 beitragen. Herr Marburg berichtete über die Jnvestitionsziele der Corporation und erwähnte insbesondere die Stützung der Ruthenberg-Gesellschaft. Wir hoffen, sagte er, auch in Bananen-Pflanzungen Summen anlegen zu können, auch das Hotel- Problem behalten wir im Auge. Das Problem, das in nächster Zukunft der Lösung harrt, ist die Linderung der Arbeitslosigkeit in Palästina. Herr Bernard Flexner und einige Herren vom Joint werden dafür Sorge tragen, daß ein Teil bes für Palästina rejer»ier= Ln QMWf? Wir öösung dieses Problems grants met wird. Herr Marburg kam nun auf die nötigen Fonds zu sprechen ^nd sagte, Joint benötige für die Arbeiten, für die ser noch verpflichtet ist, Doll. 9.000.000 netto. Das Rußland-Budget erfordere Doll. 2.000.000 im Jahre. Herr Dr. Bernhard Kahn benötigt für die Arbeit in Osteuropa im Jahre 1927 weitere Doll. 2.900.000, davon Doll. 600.000 für Wiederaufbauarbeit, Doll. 500.000 für Kinderfürsorge, Doll. 250.000 für Gesundheitswesen, Doll. 500.000 für kulturelle Zwecke, Doll. 750.000 für dringende Hilfe, ferner Doll. 200.000 für Flüchtlinge und Doll. 100.000 für verschiedene andere Zwecke. Wir haben Verpflichtungen weiterer Art in Höhe von eima Doll. 2.000.000. Der größere ober kleinere Teile unserer vordersten Linie in die Luft fliegen würden. Wir mußten uns völlig lautlos verhalten, denn auch die feindliche Sappe galt als besetzt. Zwischen den Stellungen starrten im fahlen Dämmerschein der Mondsichel die zerfetzten, astlosen Baumstämme gefpensterhaft wie eine stumme, Körper gewordene Klage in die Nacht; abgestorbenes Hartgras, zwischen den Stümpfen emporgewuchert, hatte sich zwischen die dichten Reihen des verrosteten, undurchdringlichen Drahtverhaus dem Lichte entgegen zu arbeiten versucht. Entsetzlich waren sie immer, diese toten, entästeten Wälder, die, von Stacheldraht durchschlungen, eine hoffnungslose, niederdrückende, unheimliche Zone des Todes bil- Unaufhörlich zuckte der Himmel im Widerschein der abfeuernden Geschütze; es sah aus, als sei er von den Menschen gepeinigt, als könnten sich diese nicht daran genügen, die Erde zu zermühlsn und zu &erf«£en, nein, Q[§ IDDlItßn fifi 811$ XlU Bimmel zerfurchen um in fein« Riffe ihVS Willige ©ififaal zu streuen.- Jäh endet der Ablauf der Gedanken. „Horch? Hat sich da nicht etwas gerührt?" Stille. — Fester umgreift die Hand den Kolbenhals des Gewehres. Wieder ists hörbar. Ein leises Tappen und Schlurfen, jetzt ein feines Zischen. Ein scheuer Blick streift rasch den erfahrenen, älteren Kameraden. Der ist still, starrt mechanisch in das Dunkel. Angestrengt lausche und luge ich in die Nacht hinaus, kaum wage ich zu atmen, das Herz schlägt bis zum Halse. Etwas kommt auf uns zu geschlichen, ganz deutlich höre ichs näher kommen. Schon will ich in höchster Erregung den anderen anstoßen, um ihn aufmerksam zu machen. Da sehe ich den Feind: eine riesige Ratte, die sich auf der Brustwehr herumtreibt. Befreit atme ich aus. Ein rascher Blick auf den Kameraden, der mit mir Doppelposten steht: „Gott sei Dank, _Ser IttnIU Palestine Economic Corporation müssen wir im Jahre 1927 Doll. *600.000 geben. So sind von den wn mb Qcfomvtm Dollar 8.000.000 Dollar 7.500.000 zur Verwendung gestellt. Der Rest wird benötigt, um die weiteren Erfordernisse für 1927 zu decken, wie z. B. die Zuwendungen' für Ort, für die von Dr. Adler geforderte Kulturarbeit, für medizinische Tätigkeit, Waisenfürsörge, Notstandsarbeiten in Palästina ufw. Darauf gab Herr Paul Baerwald den Kassenbericht, aus dem hervorgeht, daß Joint gegenwärtig nur über etwa Doll. 40.000 verfüge, weshalb es notwendig sei, bis zum Ende' des Jahres Doll. 2.000.000 heranzuziehen. Herr Joseph C. Hyman, der Sekretär der Vereinigten Kampagne, teilte mit, daß in den verschiedenen Orten Amerikas 1200 Aktionen durchgeführt worden sind, und daß in diesem Herbst weitere 500 Aktionen zur Durchführung kommen werden. Vis heute sind voll, llio.000 i« B» ri«z;zäng,n> Mr Ausgaben für die Vereinigte Kampagne in Verwalt tung usw. betrugen nur 1,8% der gezeichneten Summe von Doll. 15.000.000- Nunmehr erhob sich Herr Louis Marshall, dem eine langdauernde Ovation bereitet wurde, zu einer Ansprache, in der er zunächst einen historischen Rückblick über die Arbeit des Joint seit Kriegsbeginn gab. Oktober 1914, vor zwölf Jahren also, berief das Amerikanisch-Jüdische Komitee die erste Hilfskonferenz in den Tempel Emanuel ein. Dort wurde der Grund zur. Vereinigung der jüdischen Hilfsaktionen in Amerika gelegt, und fo entstand das Joint Distribution Committee. Als man mich damals fragte, wieviel Geld wir brauchen werden, erwiderte ich: ungefähr eine Million Dollar. Diese Million kam bald ohne besondere Anstrengung zusammen. Aber es kam anders. Die Million zählte nicht mehr angesichts der großen Erfordernisse. Ortho- »fff, HitrKBFtfiBBorc, relifliOle Mnrmer. Sozialistsu UHÖ UltkckfdZtckOstön arbeiteten gemeinschaftlich mit dem einen Ziel vor Augen: Rettung der Juden und Erhaltung des Judentums. Der Krieg ging zu Ende, fuhr Herr Marshall fort. Dem Kriege auf den Schlachtfeldern folgten andere Kriege, die für die Juden noch schlimmer waren, als der Völkerkrieg. Es folgten Pogrome, Wirtschaftskriege, es folgte ein neuer Ausbruch des Antisemitismus, die zerstörende Geldinflation. Und dann stand das Problem vor uns: was können wir tun, um unsere notleidenden unglücklichen Brüder nicht nur am Leben zu erhalten, sondern ihnen zu helfen, ihr Leben neu aufzubauen und sie wieder auf die Höhe der Selbstachtung zu bringen, die sie sich «ls Msst mit einer Hier lau« _ 2: Dezember 1826 sendjährigen Geschichte schuldig sind? Wer mit Ausdrücken von Mißachtung und Spott von DiBfßR MSNNSM sMA hät hme Ahnung was Mut bedeutet: denn in der ganzen Welt gibt es keine tapfereren Seelen, als diese Juden in Polen und Rußland, die, während wir uns jedes Luxus erfreuten, gelitten haben, wie noch kein Volk der Welt gelitten hat:. Die Juden Rußlands waren es selbst, die die Notwendigkeit der Stunde erkannt und den Versuch unternommen haben,, aufs Land zu gehen und sich dem Ackerbau zn widmen. Diese Juden haben eine ungeheure Vitalität und Widerstandskraft aufgebracht, wie sie: nur wirkliche Männer und Frauen besitzen- Sie' wollen nichts als Gelegenheit zur Arbeit undschrecken auch nicht vor der härtesten Arbeit zurück. Sie wollen kein Almosen, sondern Kredite, die sie zurückzahlen wollen. Sie haben auch schon mit der Rückzahlung, begonnen, so ba|j Ulejeroen iWiLire Siuf&autatigteit tu Bildung begriffen sind. Das Ausbauwerk wird eine neue Generation von Juden heranbilden, die, wie die Erfahrung zeigt, ihrer alten Religion treu bleiben und ihren Ertrag eher vermindert sehen würden» als den Sabbat zu verletzen. Ich habe von Rußland gesprochen, weil es .dort so dramatisch zugeht und Hoffnung auf bessere Tage besteht, so daß wir vergessen, daß es dort auch ein Problem der Stadtjuden gibt. Wir haben aber noch Probleme in Polen, Probleme in Rumänien. Auch dort ist das Volk besten Willens, sich selbst zu helfen. Auch dort steht einer für den anderen ein. Wegen dieser Solidarität und Menschenliebe liebe ich die Juden mit all ihren Fehlern, ihrer Diskutierwut, ihrer Philosophie und all dem, was sie zu wirklich menschlichen Menschen mit Hirn und, was noch wichtiger ist, Herzen macht. Nach der Ansprache MarshaUs und der d«r--- ailffßl§&Hta 8!sEussivU tUUl Die fvle gende Resolution zur Annahme: 1. Wir hegen das volle Vertrauen zu den Beamten und Vertretern des Joint Distribution Committee und geben der Erwartung Ausdruck, daß Joint und die zusammenarbeitenden Organisationen die heroischen Anstrengungen in der großen Aufgabe des jüdischen Aufbaues im europäischen Rußland, in Palästina und iw jedem anderen Lande der Welt, wo Juden Hilfe brauchen, fortsetzen. 2. Noch einmal nehmen wir an und ratifizieren wir die Beschlüsse, die im September 1925 von der Konferenz der Vereinigten Jüdischen Kampagne zu Philadelphia einstimmig gefaßt wurden. 3. Wir weisen alle diejenigen, die sich bereits in die Zeichnungslisten der Vereinigten Jüdischen Kampagne eingetragen haben, auf die dringende Notwendigkeit hin, die Barzahlungen auf die übernommenen Verpflichtun- 6.^. «Ä« »rammelt jju leisten, W WklfllM runa des Werses megKdj gn NMchMl er hat Nichts von meiner Erregung wahrgenommen. Aber nun stehen zwei hinter uns im Graben. Ablösung! Lautlos steigen wir mit Hilfe der kleinen Leiter in den Graben zurück, damit jene unseren Platz einnehmen können. Dann tasten wir uns durch die Sappe in den Graben zurück, tappen vorbei an der Tafel am Mauerwerk mit der knappen, schicksalsharten Aufschrift: „Hier ruht ein tapferer Held vom 8. bayer. Infanterie-Regiment". Einen Augenblick durchgraust mich das Weh, namenlos in fremdem Lande verscharrt zu sein, dann kriechen wir befreit aufatmend in unseren Stollen zurück. Ununterbrochen grollen in der Ferne die Verdun-Geschütze; doch uns umfängt ein Gefühl der Geborgenheit. Beim flackernden Schein einer Acetylenlampe suchen wir unser ärmliches Lager auf. In wenigen Stunden wird uns der diensttuende Unteroffizier ja schon wieder wecken. Verstohlen irren die Gedanken in die ferne Heimat zurück, bis Mor- MM um umfangen. Nur einmal in meinem ganze» gmlUbw habe ich wieder eine so ruhige Stellung angetroffen. Man konnte sich sogar gegenseitig besuchen. Ein Landsmann, Unteroffizier in der 5. Kompagnie, hatte mich aufgesucht und ein paar Tage später, als es sich mit der Postenablöfung gerade günstig einrichten ließ, ging ich zu ihm in seinen Unterstand; in dem er gerade das Mincha-Gebet still verrichtete. Auf dem Rückweg verirrte ich mich in dem Grabengewirr, so daß ich mich schließlich sputen müßte, nach „Hause" zu kommen, weil um diese Zeit ein lebhaftes Minenfeuer des „Franzel" einzusetzen pflegte. Wenn die schweren Flügel- oder Flatterminen auf die Stellung niederplumpsten, dann dröhnte die Erde, als wäre tze mit dumpfem Schlag ins Mark getroffen. Regelmäßig verlöschte dabei das Licht der Lampe. Die „alten" Krieger fühlten sich im Bewußtsein der Sicherheit der Unterstände nicht im Geringsten unbehaglich. Dagegen muß ich gestehen, daß ich jedesmal gleich den anderen „Rekrum" aufgeregt das Ende der Schiößsrsi abwarteten. ®<*r oft habe ich damals an jene Stelle aus dem Müsfaf- Gebete des Versöhnungstages gedacht, die den Gottesdienst im Tempel schildert, wo der Hohepriester für die- Bewohner von Saron die besondere Bitte anfügte, „daß ihre Häuser nicht ihre Gräber würden." Wochenkalender. vom 4.-11. Dezember 1928. / vom.28. Kislew bis 6. Teweth 8887. Samstag Der 4 28 n Sonntag 5 29 1 n rNsntss 7 Z { würg. J 2 Nhr 54 m, " S. Mittwoch 8 2 Donnerstag 9 4 Freitag 10 5 Samstag 11 6 N"> Seidenu. Garn-Handelsges. m. b. H. 47Bleidens«raße47 (früher: Grosse Eschenheimerstrasse 3) SPEZIALHAUS in Näh- und Slick-Seiden Handarbeits-Garnen jeder Arll

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