Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 49 (2.12.1926)
- Date
- 1926-12-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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2. Dezember IE iN' RlltzMd 'gebraM Hat. Der Präsident der RegierUntzskömmMon für Wische Landansiedlung, L'artn,'schilderte, wie die jüdischen Kolonisten die.Stepp e derRordkrim in einen blüh end en G ärt en. verhandelt hätten. Dabei stellen sich infolge der kooperativen Zusammenarbeit die Produktionskosten auf ein Viertel der Kosten in deir nichtjüdischen Siedlungen. Diese hatten bereits von den neuen Wischen Kolonien ungömein viel profitiert, ums feinest erfreulichen ^ttsbrütf trt ben ' i8e3tef).Ütt961l zwischen den russischen rW Wissen fiWe! Die Krim hätte heM noch Platz für hundert taüs e nd Wische Ansiedler, ohne däß damit der Entwicklung' der nichtjüdischen Kolonisation irgendwie Abbruch getan würde. Eine Spitze gegen'den Zionismus hätte das russische KoldUisationswerk Nicht, wolle aber die zionistische Organjsätiün den Kampf haben, so sei. man gewappnet.' / ' 'Herrschte auf der Konferenz volle Einigkeit über Mn Wert und dett Zukunftsfegen des rus- MüMUiMtionsrvsrkvs. so, ergab sich mil dkr bov j ü d i sch 6 n Territorien der Punkt, an dem sich die Geister scharf schieden. Die sogenannten Unparteiischen verlangen' sogar eine eigene jüdische Republik in Rußland, in der Art, wie sie die Kaukasier, Georgier und die anderen größeren und kleineren Polksstämme erhielten, ein Plan, dem sich aber die jüdischen K o m m u n i st e n und ihre Leitung in der „Jüdischen Sektion" mit aller Energie widersetzen und dafür den Vorwurf einstecken müssen, daß sie, im Gegensätze zu den nichtjüdischen maßgebenden Männern in der bolschewistischen Partei, sich über alle nationalen Aspirationen ihrer Brüder hinwegsetzen. Die Vertreter der jüdischen kommunistischen Sekttonen verteidigen ihren Standpunkt, der in der Ablehnung aller nationalen Tendenzen begründet ist, übM'iöL auch mit opportsmiMlM. Gründen bekräftigt wird. Die Anhänger der „jüdischen Republik" erhalten Hilfe von der Londoner Gesellschaft zur Förderung der jüdische n Ko lon isation in Rußland, deren Präsident, Dr. I o ch e l m a n n, sich in Moskau für' die jüdische Autonomie im weitesten Mnne einsetzt. Es wäre das erste Mal, daß wir uns eine Ansicht der Jüdischen Sektion, dieser sehr scharfen Spitze der jüdisch-kommunistischen Partei in Rußland, zu eigen machten. Aber wenn diese fymvt, &w, ah Uv Krippe sitzend, es doch am besten wissen müssen, neben ihren antinationalen Motiven auch noch manches andere, was einleuchtend und vernünftig anmutet, gegen die Re- D er Israelit publik anzuführen: wissen und nach Lage der Dinge in dieser Bedingung sogar eine schwere Gefahr für die weitere Entwicklung des Siedlungswerkes sehen, so sollten sich doch die Änderen dreimal überlegen, bevor sie durch Verharren auf einer weitgehenden Forderung ein großes Werk, das unermeßlich viel Segen für die Zukunft in sich birgt, schwer gefährden! D.er Kampf gegen Schmutz- und Schuirtzliteratirr. ... .U'.ji m y jjfji , Die Bewegung, die jetzt zur Bekämpfung der das Lastd NeWteMen Schund- und Schmutzliteratur geM Edlent dw vollste ÜNterftützüng aW, die es mit her Msundstng und Reisthältustg UnMrss" öffentlichen LMnh evnst meinest, vor allem aller relkgiösen Wenschen^die anstößige und siitenverderbendö Kunst- ' und Literäturerzeügmsse wie' ein" Attentat' auf die Vo.lkssedle empfinden? ''; ■ 1 ' ■ ■ ' Rur sollte man wünschen, daß die EntrüstunWwelle, die hoffentlich "bald in kläre Gessßssksstirnrnungsn gsfatzt wird. sich auch auf die ' ^bsspz^i und die Pretzorgane, die mit'Lügenmärchen und perfiden Verleumdungen skrupellos für Verhetzung und Verdummung des Volkes arbeiten, erfaßt. Und wir Juden hätten das meiste Interesse an einer solchen Erweiterung des Gesetzes. Was da täglich an Haßerzeugnissen in Druckerschwärze dem Volke aufgetifcht wird, schreit zum Himmel. Ein Kalender 1927, der den Namen „Hindenburg" trägt und sich außerdem großtuerisch „Vaterländischer Almanach für das deutsche Volk" nennt, erzähll seinen Lesern, wie „im Jahre 1918 das Judentum sein Streben nach Herrschaft in die Tat umgesetzt, das internationale Judentum die politische Gewalt auch» in Deutschland in die Hände bekommen hätte." Man darf wohl annehmen, daß der Staatspräsident von dem Mißbrauch seines mumme, für diese patriotische Schmutz-- mW Schundliteratur nichts weiß. Es ist aber dies noch nicht einmal das Schlimmste. Eine Zeitung, die sich als „anerkanntes Wochenblatt der nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei" rühmt, stellt in ihrer Totensonntags-Predigt eine Betrachtung darüber an, was für einen Landesverräter bester sei, von einem nationalen Femegericht niedergemacht zu werden oder vor ein „jüdisches Tribunal" gestellt zu werden. Unter einem „jüdischen Tribunal" versteht das Blatt ein deutsches Gericht unter Mitwirkung deutscher Richter jützMen Mmwens. Das „lluerkanme MlilMttlsozialistische Arbeiterblatt" sagt noch Mehr, was wir nicht wiedergeben möchten, und es ist nicht das einzige Preßerzeugnis dieser Art, das täglich Nr- 49 Seite 3 die Juden und das deutsche Volk mit Schund und Schmutz bewirft. Wird pun mit dem zu erwartenden Gesetze auch eine Handhabe geboten, unser politisches Leben von diMn ubMen Auswüchsen jju befreien? Jüdische Dhilankrovie im Großen. Zur großen IointkonfyMz in Lhicagö. Ende Oktosiex'wurde in Chicago die große nationale Konferenz für die Vereinigte jüdische Kampagne Leg Mm DWitzMion Wmmmee eröffnet, zu der Hunderte Vertreter aus allen Teilen der Vereinigten Staaten, unter ihnen viele hervorragende Führer der amerikanischen Judenheit, erschienen waren. Rach der Eröffnungsansprache von Julius Rosenwald gab der Präsident des Joint, Herr Felix W. W a r b u r g, einen Ueberblick über die Arbeit hes Joint in den letzten Jahren und skizzierte die Pläne für die kommend en Jahres ' ' ' ' Laut seinem Bericht wurden im Jahre 1926 bis September verausgabt: 2lxrt>eit - iit Doll. 2.450.000 ÄrvM im nötigen Europa Doll. 1.7V2.ÄV Kinderfürsorge in Palästina Doll. 50.000 Palestine Economic Eorporation Doll. 500.000 Kulturarbeit ’ Doll. 338.000 Ort (von insgesamt zugebilligten Doll. 300.000) Doll. 150.000 Verwaltung in Rewyork, Berlin usw. Doll. 150.000 Doll. 5.340.500 Voranschlag für das Jahr 1927: Arbeit in Rußland (Doll. 2.000.000, minus Doll. 450.000, die 1926 ausgegeben wurden) Doll. 1.550.000 Palestine Economic Corporation Doll. 500.000 Ort (Beisteuer zu den Ausgaben von Doll. 300.000) Doll. 100.000 MeMzinWe TlWM m Ws lästina Doll. 37.500 . Doll. 2.187.500 Herr Marburg fuhr fort: Von dem Erfolg der Geldeingänge in den nächsten Monaten wird es abhängig sein, wie weit wir den dringenden Ansprüchen aus den verschiedenen Teilen Europas werden Nachkommen können. Zum ersten Mal seit dem Bestehen des Joint ist es vorgekommen, daß wir eine Anleihe in Höhe von einer Million Dollar machen mußten. Wir erwarten, daß die Z«hltmgk0 m NäWM Monaten Yvomfi geleistet werden. Wir sind stolz auf unser Werk. Wir waren in der Lage, die Welt davon zu überzeugen, daß sich die Judenschaft Osteuropas nicht . O'inan *nw w ’d 'n*nn 'ixi irnm na^ miarri '12 bx mrrnp nnai nsrin prr M2a^ an bk titkb '2na m vi!7K K^n a'inan titkh pnt> 2ffK2i a'a^n ja ntsr pmx p ■piaa 7n aty 'rr gez. Moses Mendelson, Hamburg. Januar 1859. Nur zu Beginn? In den Blättern des Jüdischen Frauenbundes, No. 2, November ^926, die fast ganz dem Chanukka gewidmet sind, findet sich an erster Stelle ein Artikel, .gezeichnet Bertha Falkenberg, Berlin, mit einem Satz folgenden Inhalts:.Die Feier im Gotteshause beim Beginn des Festes war und ist auch jetzt noch uns gekennzeichnet durch das Anzünden des Chanukkalichtes, durch das Chanukkalied und eine Ansprache; aber die Liturgie ist die des Alltags und harrt noch immer der festlichen Aus- Gestaltung." Die verehrte Dame scheint keine regelmäßige Besucherin des Gottesdienstes zu fein, sonst müßte, sie doch wissen, daß das Anzünden des Lichtes nicht ma Bei Beginn m WM. smmrn um laa m Festes geschisht (diä GSßkSttÄS SA BöMNSI RWIMU lyuagogen sind uns allerdings nicht bekannt; vielleicht wird in der Fasanenstraße nur einmal entzündet) auch sind der Dame das Gebet „Al hanissim“ sowie das Hallel-Gebet an allen acht Tagen augen- Icheinlich nicht bekannt, lieber die erhoffte Ausgestaltung der „Liturgie" wird uns leider nichts verraten; erwartet die Dame vielleicht eine Art Megillath Chanukko, oder wird das neue Gebetbuch des Herrn Seligmann ein besonderes „Muffas" für Chanukka" bringen, nachdem der Hohepriester Matiljahu es unverzeihlicher Weise unterlassen hat, seinerzeit besondere Mussofim für Chanukka anzuordnen? Cs wäre zuviel verlangt, von der Verfasserin zu verlangen, daß sie etwas von den „Iozeroth" den mittelalterlichen Festgesängen für den ersten und zweiten Sabbat Chanukka wüßte; wir erlauben uns am mc CMnz Dielet Besänge tzNWwemn, Men. Dal ne net Dem gegeaammgea tnutitfit mi die hebräische Sprache auch einmal Herrn oder Damen finden, die sich mit diesen Poesien beschäftigen. Wir hoffen mit diesen Ausführungen allen, denen einen vergnügten Augenblick ^zu bereiten, denen die bestehende „Liturgie" des Chanukka — auch ohne „Ansprache" — genügt. B. E. erschienenen hebräischen L o t t o s p i e l, auf welches hier die Aufmerksamkeit von Eltern und Kinderfreunden gelenkt werden soll. Herausgegeben ist das Spiel von der K u n st g e w e r b e st u b e I. W e st h e i m, Frankfurt a. M., Schwanenstr. 6. Die Bilder sind, hübsch, deutlich und farbenfroh dem kindlichen Empfinden angepaßt, gemalt von Fritz S ch a m e s. Sie umfassen das ganze Jahr, den Festkalender, und spielend lernt das Kind dabei die Feste, ihren Charakter und ihre Gebräuche kennen, nebenher aber auch die hebräischen Begeid^nimcrcrr ^xir £ne einzelnen b-ic bert jtlbtfff)eti fchMWsN? Mis xvevten m't eUm H«. schenke unseren Kindern, den älteren wie auch den jüngste»!, eine Freude bereiten, aber auch großen Nutzen bringen. Die Wirtschaftsbeihilfe suchte mit gutem Erfolg das Spiel für ihre, sozialen Zwecke auszuwerten und kann es bei ihr (Langestr«ße 30) bezogen werden. Ein jüdisches Lottospiel. Daß mit der Erweckung des jüdischen Sinnes und jüdischem Gefühls schon in der K l e i n k i n d e r st u b e angesangen werden muß, das könnten und sollten wir von den Anderen lernen, die dem des Lesens noch nicht kundigen Kleinsten schon im Bild, Form und Farbe all das zu vermitteln suchen, was bei ihm Liebe zur Gemmmm sum WM, m MkMjoUtrr untere SinDer ifi in Dieter Dezichung mchr viel %r chehen. aber es hat sich wesentlich gebessert. In den jüdischen Kindergärten und Spielkreisen werden hebräischem und Synagogenlieder gesungen, wird von' den Festtagen gesprochen, wird auch zu Zeiten ein jüdisches Spiel aufgeführt. Einen schönen Fortschritt nach dieser Richtung ^b^grühen wir in dem gerade recht zu Chanuka Aus meinen Kriegserinnerungen. Das erste Mal auf Posten. Von Jakob Blum in Jchenhaufen. Als ich das erste Mal nachts auf Posten stand, war mirs doch eigen zu Mute. Der Unteroffizier hatte mir eingeschärfr, wie ich mich zu verhalten habe. Wir standen in eine.' Lappe, die bis auf etwa 10 Meter der feindticken Sappu ettigegengeirtefeett mar. Durch ein GuBloch bes SorJelLcs ÜLex-|c^aiiert. llnjer Graben war angeblich nur 40—ioo Meter Pom ^-einU entfernt. Ein Minietftollen führte von der Sappe unter das Zrvifchengelände. Er war mit 2 Horchposten besetzt, um etwaige feindliche Minierarbeiten zu erkennen, bevor unsere Stellung gesprengt werden konnte. Die schlimmste Gefahr drohte uns hier in der Möglichkeit, daß eines