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Der Israelit · 1926-12-02 · Heft 49 (2.12.1926) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 49 (2.12.1926)
Date
1926-12-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 49__ den ist: '*dt jvs nnn v'V'Via *62 1 „Und es steigen die Erretter den Zionsberg hinan, um Gericht zu halten über die Höhe Esaus". Esaus Höhen sind nicht im Ganzen und an sich durchaus schlecht, Edoms Kultur ist nicht in Bausch und Bogen zu verwerfen, es fehlt nur diesem Turmbau die Seele, die Wärme und Weichheit, es ist zuviel „Turm aus Stein und Mörtel", an dem der hochauf strebende Menschengeist emporklimmen kann, bei dem aber das nach Glück, nach Wärme, nach Ruhe und innerem Ausgleich lechgerrde Sjerg leer au^etjt. Sffflf flfft FfrffiifTT von Sklaven, aus den Galeeren des Altertums wie in den Schwitzbuden der Gegenwart, sind diese ragenden Höhen errichtet. Darum schaut der Mensch zu ihnen hinauf und findet den Blick mm Himmel durch sein eigenes Werk verbaut. Es gibt Gutes und wahrhaft Hohes in der Weltkultur, das zum Segen gereichen wird, wenn es mit dem Geiste des Zionsberges durchdrungen wird. Darum endet der Prozeß nicht mit Verdammung und Vernichtung, sondern damit, daß dem Ewigen das Reich wird: '‘ib .“in1».*7i lVochenrundfchau. Der zionistische Sauerteig. Der Verbandstag des „Landesverbandes Preußischer Synagogengemeinde n", der letzte Woche in Berlin stattfand, hat an positiven Ergebnissen wenig oder nichts gezeitigt — die gefaßten Beschlüsse sind entweder negativer Natur: Ablehnung eines ^Mißtrauensvotums ejegen ben antigibnifti“ schrn Vorsitzenden, Ablehnung des Beitritts zum „Reichsverband der deutschen Juden", A b - lehnung der vorgeschlagenen Verfassungsänderungen, Ablehnung der dritten, zionistischen „Konfession"—, oder sie haben, wie die Annahme eines vorerst lediglich papiernen Voranschlags, rein formale Bedeutung. Dennoch dürfen die moralischen Wirkungen der Tagung, so wenig sie infolge des Fehlens der unabhängigen Orthodoxie ein lückenloses Bild der in der preußischen Judenheit lebendigen geistigen Strömungen darbietet^ nicht verkannt G^den. Die brutale Macht des zahlenmäßigen Uebergewichts gehört nun einmal auf diesen Tagungen Bemerkung zu fpü nuns. DM LlMvtlMtt Ä. D. U. M-M i» D'ö' pp» 'N'i Es mar nach Verlauf von zwei vollen Jahren'. Raschi bemerkt zu diesen Worten: xi.2 -pv pnvp pp?fpoa iai32na- Warum verweist Raschi aus den Targum und meint pp» sei »jioa? Wie ist die zweite Bemerkung zu verstehen pp tev hätte es nicht heißen müssen xin ppi? .Zur Beantwortung dieser Fragen heben wir zunächst hervor, daß pp ein 222 vV ist, und jedes Hauptwort kann wie der 2ipa eines Zeitworts mit den Bedienungsbuchstaben v»722 verbunden werden, sodatz man sagen kann ppa 'ppa ,ppp und pp», oder tra'2 ,v'aw ,v'a^ und o’a'a* Hinsichtlich des Bedienungsbüchstabens a aber muß festgestellt werden. mn mm immer iDcmirrD mir» _doit odoi *nQtO"; irt» iwnvein in. Der EMM oft SSM1S ssvisl als .bedeutet, mm das in der «schristftelle y'VN^a nyp^> wozu Rafchi bemerkt -2 ti'vrri, also das « habe hier die Bedeutung von .einem-Teil" und nicht das Ganze. Wenn nitt nstn auch unser Textwort pp» in der Bedeutung von D e r S» r a ei i t 2. Dezember 19A. den großen städtischen Gemeinden,, das heißt: den Liberalen, aber man kann bei unbefangener Betrachtung nicht behaupten, daß dieser Majoritätsstellung auch die geistige Ueberlegenheit im entferntesten entsprochen hätte. Ebensowenig sind die ziffernmäßig von vornherein zur Ohnmacht verurteilten wenigen Konservativen rednerisch stark zur Geltung gekommen. Das große Wort und die Leidenschaft der politischen Tat gehörte vielmehr der zionistischen Volkspartei, die all die kleinen Gruppen von Konservativen, Mittelparteilern wft Will? iQisn «ls treue MfWMfl mit still fuhrt und ihnen die Linie ihres politischen Wollens mehr oder minder vorzeichnet. Die Volkspartei hatte durch den schwer verständlichen taktlosen Schritt des Justizrats Sonnenfeld beim Minister des Innernein außerordentlich dankbares Stichblatt für die praktische Betätigung ihrer Führerrolle erhalten. Men mag verstehn, daß die Liberalen einen von stärkstem zionistischem Enthusiasmus beseelten Mann wie Dr. Badt nicht gerade für den Berufenen erachten, in einer spezifisch lib.eral-zionistischen <Strei±jVage (bas i|| schließlich di? nntr Wahl-Angelegenheit) als unparteiischer Richter zu fungieren, man mag auch der wenig erhebenden Rolle gedenken, die Herr Dr. Badt seinerzeit spielte, als er in seiner Doppeleigenschaft als Zionist und sozialdemokratischer Abgeordneter der Berliner Jüdischen Gemeinde die Durchführung einer höchst unschuldigen und notwendigen Satzungsänderung vereitelte — aber all das durfte nicht zu der unerhörten, geradezu offiziellen Denunziation eines eben erst unter dem Wutgeheul der antisemitischen Presse vom Staate wir dem höchsten Vertrauen beehrten jüdischen Bruders führen. Das hat man sicherlich auch auf liberaler Seite vielfach empfunden, und es war nur die Parteidisziplin, die zur absoluten Solidarität mit Herrn Sonnenseld zwang und die Niederstimmung der zionistrsch-konjervativen M'^b'lllgttngsclvträgy herbeisührte. Eines soll bei dieser Gelegenheit allerdings ausgesprochen werden. Herr Dr. Badt, dessen gesetzestreue jüdische Lebensführung uns gewiß ebenso sympathisch ist, wie seine Verdienste um die wohlwollend gerechte Haltung des preußischen Innenministeriums gegenüber den Ostjuden dankbare Würdigung verdienen, hätte sicherlich klüger gehandelt, wenn er äußerlich der bescheidene Ministerialrat geblieben wäre und auf die Herausforderung der leider recht einflußreichen völkischen Kreise in Prsssßsss kMkN jüdischen Ministerialdirektor gerade an dieser zentralen Stellung im preußischen Verwaltungsapparat verzichtet hätte. Dies nur in Parenthese; das Urteil über die Extratour des Herrn Sonnenfeld wird durch diese Erwägungen natürlich nicht beeinflußt. Das Scheitern des R eich s v e r b a n des durch das ablehnende Votum des preußischen Landesverbandes stellt eine Ueberraschung für die jüdische Oesfentlichkeit dar. Hier hat. sich das „preußische" ^Selbstgefühl der Liberalen, lies: der Berliner j ü d i s ch e n G e m e i n d e, mit der „Demokratie" (lies: Parlamentsspielerei) der Zionisten vereinigt und den ebenso nüchterne, wie parlllularistWm öayiischm Entwurf ZU Falle gebrächt. Die Vertiner Liberalen wollen ihre Mehrheit auch im Reichsverband auskosten, nicht aber von den süddeutschen „Kleinstaaten" majorisiert sein, und den Zionisten ist diese ganze Kleinstaaterei überhaupt einGreuel. Es wird nun wohl einige Zeit vergehen, bis man ein Kompromiß findet. Für die unabhängige Orthodoxie ist ein Paktieren mit. den Berliner zentralistischen Tendenzen natürlich noch viel weniger möglich als es gegenüber dem „Reichsverhand" in seiner bisherigen Struktur gewesen wäre. Sientbctr ist süv uns nur ein in gffffQ fjBP men gefügter RetHsverkmnD zur Vertretung Derjenigen gemeinsamen politischen oder wirtschaftlichen Interessen, bei denen Weltanschauungsdifferenzen nicht in Frage kommen. Zu der „Weltanschauungsdebatte" Stellung zu nehmen, die in dem interessanten volksparteilichen Antrag auf Schaffung einer besonderen zionistischen Unterrichtskommission gipfelte, behalten wir uns vor. Uns könnte es nur recht fein, wenn durch ein solches Gebilde der heute oft geflissentlich versteckte antireligiöse Zug des modernen Nationalismus zu einem klaren organisatorischen Ausdruck käme. Im großen Ganzen darf man sagen, daß der Zionismus sich wieder einmal als der Sauerteig bewährt hat, der in dem sonst etwas trägen Stoffgemenge unseres norddeutschen ©emetnbe» ju&enlums eine politisch 5»«t nicht angenehme, geistig aber ganz gesunde Gärung erzeugt. , Es ist eine Tatsache von fundamentaler historischer Bedeutung, daß neben diesem — positiv oder negativ — vom Zionismus beherrschten Gebilde des Landesverbandes in voller Unabhängigkeit der Halberstädler Bund steht, die Verkörperung des geschichtlichen, von der Thora allein beherrschten Judentums . Moskauer Beratunger^ Die MselWast für jüdische KslsnisLt t ö n I n R u ß l a n d „ O z e t " hielt in Moskau eine große Konferenz ab, die manche interessante Momente zum jüdischen Siedlungsproblem pp nxpa nehmen würden, so kämen wir mit dem Textwort npa' in Widerspruch, denn D’a' bedeutet ..ein volles Jahr, wie 'vm a'av Darum erklärt Raschi -siv pp Pdv d. h. ob man pp mit n oder 2 oder b oder auch mit a verbindet, immer bedeutet es »nach vollem Verlauf und darf nie in der Bedeutung von fiSpa genommen werden. Weil aber der Taroum das a vor einem Hauptwort niemals in der Bedeutung von nspa nimmt, oder besser nehmen kann, darum sagt Raschi svl^eril^tig^ kenn kas g wt «y|Qg heißt ebenfalls „nach vollem Verlauf". Interessante Raschi-Skelle. Von Rabbiner Dr. Felix Kanker in Zwittau (Mähren). der bekannten rr'Liv von nb r>ipi nana (Sabbat 210) bemerkt Raschi (s. v. mna). daß sich dies auf das Chanukkallcht beziehe. Wörtlich: rmaa naun wenn das Chanukalicht erloschen ist". Diese Bemerkung Raschis ist scheinbar auffällig, weil gänzlich überflüssig. Handelt es sich doch in der ganzen nur um das Chanukkalicht und ob rib pipr oder nicht; wozu also die Bemerkung naun Diese scheinbare Frage fällt gänzlich weg, wenn man 2»v R. Huna spricht demnach nt Mehrzahl, von Dochten und Oelen. Nun begründet Nabba den Ausspruch. R: Hungs Wt dMtz das,, nyr die z g hi öMuteb Dahu Üie Bemerkung Raschis/Lies nna'a beziehe sich nicht auf v'Iadi in^nS'sondern auf nai^n 23» Kleines Feuilleton. Ein Wortspiel des Gottvertrauens. Ddr einiger Zeit erschien in den Jahrbüchern der Jüdisch-literarischen Gesellschaft der Stammbaum von S. R. Hirsch Vst« Manche hervorragende Persönlichkeit mir» darin gsgMgh fg sxfss OUM NV8, Mvses Menvelson. Dkl DMllster des nv und Der UeDMeger Der Lampeschen "Entdeckung von Amerika« ins Hebräische. Cr war ein Monn von tiefem Wissen und Empfinden, dabei von größter Bescheidenheit. Hiervon zeugt am besten die selbstoersaßte Inschrift seiner mxa: rraxsa ’h^pa naan rrnKsa nsi 'NVpn xb nni3a Weisheit habe ich gesucht und nicht gefunden, Ruhe habe ich nicht gesucht und hier habe ich sie gesunden. " Andrerseits gibt der ban '32 Proben seines köstlichen Witzes und Humors. Im Anschluß an die ,222V sei^ es Einsender, gestattet, Interessentenein Beispiel dafür vorzulegrn. Als 77 jähriger Mann sollte er sich einer Bruchoperation unterziehen; was seine Umtzebußg M MD Wllkü kMllL Er «yIs, w srlNLM nnersMneilllvenzu *m wollte sich dem Rate - De^ Arztes fügen. Er-Wüeb-, 2aV N28 narr bp> 'b ki"'2ü nav V2na ■ :>^yaK^Lk' .r3'3staa. D’2JWi 2*3^ M 'ä^ap^-Mh'stM 1N2NN na^ 2arr'i I'3a bx »2p

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