Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 48 (25.11.1926)
- Date
- 1926-11-25
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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: 1,i: IjJj’JoT '-f'J.,/ '*' P. r »;••; 'ja »V - 5- ■;, < - - ^UPi// , 'r' VJ\ r? '7^T”>.''T i,vrif :^2S.<Nvvember 1826 S f § 3'F « f Vit t BI Lire r Nr. 21 DMe s Rosenheim,^ Dr. S. Ehrmann, Rabbiner Dr. Leryensteiü und Mosche Blau mit lebhafter Begeisterung aufgenommene Ansprachen hielten. Ein Aufruf des Lhofez Lhafim. In der Warschauer Tageszeitung „Das Wort" lesen wir folgenden, bsr großen 4!^? 4*^ großen jüdischen Seele entströmenden Ausruf, der für die Denkart und Glaubenskraft des großen Morallehrers wie für die Verhältnisse im Lande gleich bezeichnend ist. Der hebräische Aufruf lautet in fast wörtlicher Uebersetzung: „Talmud Kidduschim lehrt: Es sehe sich der Mensch immer^so an, als halte er die Mitte zwischen Gut und Böse: Heil ihm, wenn er noch eine Guttat in die Wagschale zu seinen Gunsten gsrvorfsn hat. rvehe aber, wenn eine Sünde hin- 1 gufommi wn& Me hlllÄsenkt, wie es in Koheleth 9, geschrieben ist rrmni nynn nmv 72U' inrr« Einer Sünde wegen können dem Menschen viele Vorteile verloren gehen. Und so ist es auch geschrieben im Sejfer Charejdim: Rabbenu Jossef Gikteilo war auf den Tod erkrankt. Im Dämmerzustände sah er, wie zwei Menschen seine Sünden und Guttaten abwogen, sie hielten sich die Wage; da erwachte er und eriiiann sich, richttte sich Ms HiiUsis Lik MsM an. Sofort trat die VesserUttg m UNd er gSNÜS indem er das Maß der Guttaten zu seinen Gunsten vermehrt hatte. Ueberdies heißt es dort in der Gemoro: Rabbi Eliasar, der Sohn Simeons, sagt: Nachdem die Welt nach der Mehrheit geurteilt wird und der Einzelne ein Stück der Gesamtheit ist, so ergibt es sich, daß mit der Mizwo des Emen nicht allein er/sondern die ganze Welt gerettet wird; wehe aber, wenn jemand mit einer Awero sich und die ganze Welt zugrunde richtet, wie es in Koheleth heißt: „Und der eine Sünder vernichtet viel Gutes? I Mer iakrmi ierlfyei iii*S £Ätt| «llgÜZ mein. Wenn wir aber uns die Sache näher betrachten, müßten wir doch daran denken, daß, angenommen, es käme der Welt zum Bewußtsein, daß ein einziger durch seine eine Süyde.ihr Unheil verschuldet hatte, wie würde sie, d. h. die ganze Menschenwelt sich über diesen Uebeltäter stürzen, ihn verfluchen und verdammen, daß er durch Trägheit, Gedankenlosigkeit oder auch bösen Willen das Unheil über die Gesamtheit her- MsbzsHWEü HM!' Eshs« M? uns nun Die Zustände in unseren Tagen an. Wir sehen die Spuren des Messias, und es ist kein Zweifel, daß oben die Verdienste und Vergehen des Klal Jsroel gezählt und gewogen werden. (So finden wir es auch bei Achab, dem König Israels, als er in den Kreis gegen Aram zog, wie der Talmud auf Grund des Schriftsatzes in Melachim 1, 22 darstellt), und ganz Israel harret nun der Erlösung, wobei schlechthin anzunehmen ist, daß unsere Sünden und Verdienste auf halb und halb stehen, so, daß es an dem Einzelnen liegt. Mit einer Guttat den Ausschlag für die Geuläh zu geben und dazu beizutragen, daß wir aus dem finstefiteren ^Bofu& ^incrnsgefn^^t twerbert- 2Bte müßten' mir, alle einem solchen Menschen, der Netter in der Not wird, dankbar sein! Wie müßten wir aber umgekehrt denjenigen verdammen, der es mit einer Sünde zuwege gebracht hätte, daß das Zünglein an der Wage zu Ungunsten Israels sich verschob und die erwartete Geulah dadurch aufgehalten wurde. In Zukunft wird es aber öffenbar vor aller Welt, wer mit seiner rettenden Tat Israels Verdienste gemehrt oder dessen Sündenmaß gesteigert und Israel damit ins Unheil getrieben hat. Darum,, meine Brüder und Freunde! Nachdem uns doch bekannt ist, daß nun die „Tage des Moschiach" sind, ob wir auch nicht genau wissen^ in £Saf>re er erscheint, aber boch Vössen sicher sind, vllß ver Tag seiner Änlunsi nicht mehr fern ist, und daß dementsprechend Tausende und Abertausende Engel als Fürsprecher vor Gott für uns auftreten und auf Beschleunigung der Erlösung drängen, ihnen gegenüber aber Tausende und Abertausende der anklagenden Engel, die unsere Schuld nachzuweisen und die Erlösung auf unbestimmte Zeit wieder hinauszuschieben suchen, dürfen wir, nachdem wir das alles wissen, die Hände in den Schoß legen? Wer weiß, wie es oben mit der SumMe Uv ßÜHfcen llnZ ©eüJUUfU steht, UM st HUJjP hat jeder einzige daran zu denken, daß es nur an ihm liegt, mit seinen Taten und Handlungen den Ausschlag nach oben oder unten zu geben. Dcvwcndcf kvkaktllek In ♦ allen Ortsgruppen. Darum setzen wir unsere volle Kraft ein für das Lernen der Thora und die Erfüllung der Gottesgebote, insbesondere für die Aufrechterhaltung der beiden Bande, die uns mit unserem Gotte verbinden und die da heißen: Sabbat und Tefilin. Denn wie tief beschämt müßten wir da stehen, wenn Moschiach kommt und es aller Wett ossenvar wirst. Dal wir Dtcfc Deinen Pflichten nicht genau erfüllt hatten. Heißt e-§ döH im Koheleth 12: „Am Ende der Sache wird alles gehört usw., denn alle Handlungen bringt Gott vor Gericht, auch die heimlichen Taten, ob gut oder böse", was nach Targum soviel bedeutet, wie, daß Gott alle insgeheim geübten Taten vor den Oeffentlichkeit ausbreitet, zur tiefen Beschämung derer, die sie begangen haben. Wohin sollten wir dann vor Scham uns flüchten, wenn uns Dir aötffiiDe ZurMwmum für unsere Lea gehen wirb? Nach alldem suchen wir wit gesteigerter Kraft, alle Gebote der Thora zu erfüllen, insbesondere aber die Gebote des Sabbat und der Tefilin, deren Sechus dazu führt, daß wir uns dem Golus gerettet werden und uns Moschiach, der Erlöser, gesandt wird bald in unseren Tagen Omen. Unterzeichnet: Israel Meier Hakohen aus Radin, Verfasser des „Chofez Chajim" und „Mischna Verura". Das Erziehungsproblem iu Erez Zisroe. fllnc jiuramst »em Unter dem obigen Titel einen Artikel des Leiters der Agudas Jisroel in Palästina Rabbi Moses Blau, und die Redaktion schließt die Frage an, ob die Behauptung des Herrn Blau „von den schlechten religiösen Erziehungsergebnissen der misrachistischen Lehranstalten vollkommen zutrifft." Mit dem Wörtchen „Vollkommen" akzeptiert die Redaktion im Prinzip bereits die Behauptüng des Herrn Blau und läßt nur ein „Etwas- Weniger" offen. Aber die Behauptung überhaupt ist auf ihre Berechtigung zu untersuchen. Es steht folgendes außer Frage: Das noch jurtge rnisrac^i^ti^c^s Sc^uftoert . ftsl)t unter ber Leitung überzeugt thvrlltreuer Persönlichkeiten. In einem orthodoxen Lehrerseminar wird das Lehrerpersonal für dieses Schulwerk herangebildet. Die Lehrer des misrachistischen Schulwerks haben sich jüngst nach einer viertägigen Konferenz zu einer Vereinigung zusammengeschlossen, deren Aufgabe es ist, die Erzrehungsresultate zum Besten des Thorajudentums zu heben. Es wird auch streng darauf geachtet, daß die Kinder sich streng religiös führen. So würde man Kinder, die kein Arba-Kanfot tragen oder die öffentlich Un Cäkkäl gnLwHzu, ssstrll sntlssstn. Damit ist alles getan, was geschehen kann. Für die Resultate der Erziehung ist aber nicht allein die Schule bestimmend, sie werden stark von der Einstellung der Kinder beeinflußt, wie sie Elternhaus und Milieu schaffen. Hinsichtlich Elternhaus und Milieu liegen die Verhältnisse bei dem Schulsystem, dessen Interpret Herr Blau ist. freilich einfacher. Es ist das mi rözrschlsssrnz!HM!r fiii «gn kM geizigen Strömungen der Zeit keinerlei Notiz nehmen will. Wer in dieser abgeschlossenen Welt bleibt, ist wohl geborgen. Doch diese Abgeschlossenheit läßt sich selbst in den alten jüdischen Vierteln Jerusalems nicht mehr durchhalten. Es spielt sich hier der gleiche Vorgang ab wie zur Zeit unseres Samson Raphael Hirsch in Deutschland. Auch damalä sah die Orthodoxie die Rettung in der Ablehnung selbst der bescheidensten Elementarbildung, damit ihre Massen gar nicht dazu kommen, sich mit den geistigen Strömungen außerhalb, der Judengasse zu beschäftigen, und damit sie so die Gefahr der Assimilierung vermeiden. Wo diese Parole beflDatfitßt murDo. DeDeutete sie wirklich einen Muß.!bU Massen ließen sich aber nicht ans Die Dauer an diese Parole fesseln: das erkannte Samson Raphael Hirsch, und er stellte darum die Forderung auf, sich die Methoden der Außenwelt zu Eigen zu machen, um den Kampf mit ihren Ideen, soweit diese gegen die Welt- und Lebensanschauung des Judentums sind, erfolgreich aufzunehmen. Wäre Hirsch nicht ein einzelner gewesen, hätten die Hunderte seiner zeitgenössischen ortho- Dorm MDinermneaen m TOeurnna feinen -nur verstanden, bann Ijatten nod) Hunderte Kehillvt die Entwicklung genommen, die Hjrschs Frankfurter Kehilla zum Segen der Erhaltung des Thorajudentums genommen hat. Schreiber dieser Zeilen hat die Kreise des Herrn Blau in Jerusalem mit Liebe und mit Verständnis beobachtet. Wer über diese nach, außen ärmlich und bescheiden scheinende Welt hinwegstrebt, ist der Assimilation in die Fangarme gefallen. Herr Blau soll nur einmal die Statistik derer feststellen, die nur in Cheder und Jeschiwa in Jerusalem ihre Bildung erhielten und trotzdem abseits gingen. In dem kleinen Palästina treffen sich heute eine solche Fülle geistiger Strömungen, d«si rnst %*«*■ in Berührung zu kommen, aus die Dauer unmöglich ist. Wird der Kamps ausgenommen, dann gibt es wohl anfangs Verluste, aber allmählich stählt sich die Widerstandskraft, — und das ist das Entscheidenste. Saly Geis. Pos*scHeclt~Konlen: Landesdirektorium des Keren Hatorah in Deutschland, Hamburg Nr. 247£3 (P. Sch. A. Hamburg). Keren Hatorah-Kommissariat Frankfurt a. M. Nr. 41666 (P. Sch. A. Frankfurt a. M Keren Hatorah-Kommissariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Scb. A. Nürnberg) Keren HutorahrKommissariat Köln Nr. 50131 (P. Sch. A. Köln) Keren Hatorah-Kommissariat Leipzig Nr. 70147 (P. Sch. A. Leipzig) Keren Hatorah-Kommissariat Berlin, P. Sch. A. Berlin Nr. 88 672 Hermann u. Mannheim. Keren Hatorah-Kommissariat Breslau, P. Sch. A. Breslau Nr. 60510 für Iwan Möller. Kerep Hatorah-Kommissariat Hamburg P. Sch. A. Nr. 40953 für Dr. Julius Basel Keren Hatorah-Kommissariat Kartsruhe, Markus Stern, Bankkonto Ignaz Ellern.