Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 48 (25.11.1926)
- Date
- 1926-11-25
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sette 4 Nr. 21 Der 351 flCtl lLtter . - " > i ■ J ' i7 Jii's?" >, ViP«"’ ~ - - -T- *■ 7 .-■ ■ r '. ’ ' •'" x." ‘ *'$. f -// .'V' V ' 1 "-• 26.xNovember?1926 Aus der Bes Jakob-Bewegung. Im Wintersemester setzte die Tätigkeit der Bes Jakdb-Zentrale in Polen mit voller Kraft ein. Alle Gruppen sollen reorganisiert und zu intensiver Arbeit angeregt werden. Aus diesem Grunde wurden an säwtlrchs Gruppen allgematne Anü?eHunL?u, ^Uisiieberi)cftc> Lehrpläne für Schiurim und Abendkurse und andere Druckschristen und Werbematerial versandt. Ebenso ein Chanukafestspiel in drei Akten unter dem Titel: „Die Hasmonäer und das Oelkrüglein" zur Aufführung für die Kinder. Die Bnoth Ägudath Israel sind eingeladen, überall Kindergruppen zu bilden und unentgeltliche Fortbildungskurse, umfassend Tefillah, Chumisch, Dinim, jüdische Geschichte einzurichten. Arme Kinder sollen verpflegt und mit Kleidung versorgt werden. In mehrern Städten sind solche Kindergruppen bereits mit bestem Erfolge gebildet. Gute Berichte kommen aus Lodz, wo die Präsidentin des Bes Jakob, Frau G e m b a, eine energische und segensreiche Tätigkeit entfaltet. Die Abendkurse umfassen neben den jüdischen Disgixüllm MS Ml MM imD mmltyl in der Krankenpflege. Die Schulen und Abendkurse in Lodz arbeiten unentgeltlich. Leider konnten mit Rücksicht auf die räumlichen Verhältnisse von den nach vielen Hunderten zählenden Aüfnahmegesuchen zunächst nur 50 berücksichtigt werden. Es steht aber zu hoffen, daß demnächst die Leistungsfähigkeit der Bes Jakob-Schulen in Lodz so vergrößert wird, daß sich der Segen auf einen guöfjerert- Kveis er-ftrecfen fcrrrrt. Korrespottdmttt Nachrichten. Jtol&ftina. Die Palästina-Pässe. Jerusalem, 1. Nov. Die Palästina-Pässe sind an die neuen Palästinabürger ausgegeben, sie unterscheiden sich in der Form wenig von den englischen Auslandspässen. Auf dem Vorderblatt liest iram in vergoldeten Lettern die Worte „British Paasport", darüber steht das englische Wappen und weiter unten feas Wort „Pnlesttne", s« ffiSiUül Text ist in engüscsi, arabisch und hebräisch gehalten. Die Pässe werden ausgestellt entweder auf Grund «nes alten türkischen Passes oder der neuen Einbürgerungspapiere. Unterzeichnet ist der Paß vom Leiter der Paßstelle im Namen des Oberkommissars. Der Paß berechtigt den Besitzer ohne weiteres, in England oder dessen' Kolonien einzureisen. Er wird in diesen Ländern als gleichberechtigter Bürger behandelt. Außerhalb des englischen Bereiches obliegt dem englischen Konsulat, dem palästinensischen Bürger genau den gleichen Schutz angedeihen zu lassen, wie dem englischen, zu welchem Zwecke dem Palästinabürger mit tiMf »ffffilfl.im UW UM MW «N. sch i'A längerem Aufenthalte im Auslande beim englischen Konsulate anzumelden. Damit wird der jüdische Palästinaöürger zum Vollbürger mit allen Freiheiten und Vorrechten des Bürgers eines modernen Staates. Die meisten benutzen die Gelegenheit, ihre russisch, polnisch oder deutsch klingenden Namen in entsprechende hebräische umzuändern. D!e £teintx>üv^ cm 3fiisu.fiUm, 2. Nov. Im. „Waad Harr" wurde heftiger Protest erhoben gegen die wiederholten Ueberfälle auf jüdische Beter an der Westmauer. In einem Memorandum wird von der Regierung strenge Bestrafung der Schuldigen verlangt. Es wird eine Kommission gewählt, deren Aufgabe es sein soll, die rechtliche Lage zu prüfen und alle Maßnahmen zum Schutze der jüdischen Beter an der Heiligen Mauer zu ergreifen. Regen in Palästina. Tel-Awiw, 12. Nov. Rausch-Chaudesch Kislew hat anderes Wetter gebracht. Dienstag und Mittwoch abend kündete sich die Aenderuitfl mit WsttsrlsurHtsn an. Donnerstng «&<?rt5> fstzts. ittt SlenJiier mh §legert<j«ji *siir ÖtC Gewitter in Palästina schlagen nicht ein, auch wenn sie noch so heftig sind.) Heute Freitag regnet es ergiebig. Der. Himmel ist zum ersten Mal feit sieben Monaten ganz bedeckt. So hat Gott nun doch den erflehten Regen „zur Zeit" geschickt. - , Aus der Bewegung. Lkklill ffin 27. M6W M8 sM M Zürich gut IlßJlKfJtfiJ? BäVit'Lg des fyerrn 5>r. Khrrnunn, Frankfurt, über „die Agudas Jisroel in Amerika" statt. Herr Dr. Hildesheimer begrüßte die Versammlung und erteilte nach kurzen Einleitungsworten Herrn Dr. Ehrmann zu feinem groß angelegten Vortrage das Wort. Herr Dr. Ehrmann schilderte in außerordentlich interessanter Weise die Schwierigkeiten, welche der Agudas Jisroel in Amerika begegnen und hob hierbei vor allem hervor, in welch abhängiger Weife leider dort, auch in sogenannten konservativen Synagogen, die Rabbonim von den Vorständen der einzelnen Synagogen seien, so daß dieselben nur sehr schwer ihre Ansichten in der Praxis durchführen können. Die größte Schwierigkeit besteht darin, daß man dort überhaupt kaum ein geregeltes Gemeindeleben findet, wie das in Europa bereits allgemein der Fall ist. Andererseits sei es doch möglich, bei gründlicher Bearbeitung für die Idee der Agudas Jisroel dort rührige Anhänger zu finden. Er schilderte u. a., in welch herzlicher Weise die von ihm gewonnenen Kräfte zuletzt vor seiner Abfahrt ein Abschiedsfest, veranstalteten. Durch seine Tätigkeit ist esti>m gelungen, g««ö WM SSJtt »f; P II; UA m Kähmen* her nun and) während seiner Abwesenheit bereits in allen Großstädten in reger Weise arbeitet. Dem Vortrag folgte großer Beifall und dankte Herr Dr. Hildesheimer dem Referenten für feine außerordentlich interessanten Ausführungen. Er erwähnte hierbei, welche außerordentlichen Verdienste dem Referenten für die günstige Entwicklung der Agudoh in Amerika zukommen. In der hieran anschließenden Diskussion wollte ein Misrachist an diesen Ausführungen einzelne Punkte bemängeln und wurden diese Gegen- Bet^uptungen mit cm^affeii&er NuA MM Us MllM «n^brt, ftnv Sh Mvcsyenuer gab Dem Diskussionsredner in sehr eindringlichen Worten zu vedstehen, daß diese Ausführungen absolut unangebracht und unrichtig waren und daß es ihn große Ueberwindung gekostet habe, ihm das Wort nicht zu entziehen. Herr Dr. Ehrmann verstand es in geradezu meisterhafter Weise, die unrichtigen Ausführungen des misrachistifchen Agitattonsredners zu widerlegen. Die Versammlung dauerte bis 12 Uhr Mitternacht und war als eine glänzende Veranstaltung für Berlin anzusehen. Mh i.?. Am 3. November sprach hier aus Einladung der Iugendgruppe Herr Dr. 6. Ehrmann ans- Frankfurt. Mit großer Aufmerksamkeit lauschte das »en inter^nten UZ »NklZ. der es meisterlich verstand, die „Eindrücke von feiner Amerikareise" in launiger Weise wiederzugeben. Ausgehend von den allgemeinen wirtschaftlichen Problemen Amerikas, die vor allem in den östlichen Gebieten, wo auch die meisten Juden wohnen, durch die Zusamrnendrängung großer Menschenmengen bedingt sind, besprach er die jüdischen Verhältnisse, die in keiner Weise organisiert sind, so daß man klar die Folgerung erkannte, die der Referent in die Worte faßte: Amerika schreie geradezu nach Agudas Jisroel! Dann erzählte der Redner, wie Agudas Jisroel, von allen. Seiten verfolgt und angegriffen, sabotiert und verleumdet, doch in Amerika guten Fuß gefaßt hat infolge ihrer lebendigen Idee, der Idee der Thauro und da nahwsn J»ir Uns BOt. t« meljr ctfs bzsfyexr flirr ttüs An jK. ... . /; Mit kiefern Appell schloß auch Herr Dr. Ehrmann seine mit überaus großem Beifall ausgenommenen Ausführungen. Wir wollen noch bemerken, daß der finanzielle Erfolg seines hiesigen Besuches ebenfalls sehr zufriedenstellend ausgefallen ist. Hamburg, 15. November. Sonntag, den 14. November (8. Kislew) hielt Herr Wolf S. Jacobson- Hamburg auf Veranlassung des Keren Hatorah-Kommiffariats in Kiel einen öffentlichen - Vortrag über das Tl>LVia: Ntas «r t&ariett mir non einer $armuii-$om^ ill DünisElkMd? 3) St? Nürir-ng toar foroof,? oon llsick-^en als auch speziell von Vertretern des Kieler <Iemerndevorsiandes gut besucht. Als Ergebnis wurde eine Resolution angenommen, die die Notwendigkeit der Gründung einer Talmud Torah in Kiel feststellt und den Gemeindeoorstand um Überlassung von Räumlichkeiten und einen entsprechenden Zuschuß zu den Kosten ersucht. Die Diskussion, an der sich vor allem der Gemeindevorsitzende, Herr Sanitätsrat Dr. Jacob, beteiligte, der wohlwollendste Behandlung der Angelegenheit im Schoße des Gemeindevorstandes zusagte, ergab ebenfalls für den Ausbau der Talmud Torah wertvollste Anregung. Hamburg.' Am Montag, den 8. November, versammelte sich die Aguda - Jugendgruppe - Hamburg- Altona zum ersten Male in diesem Winter zu einem gemütlichen Beisammensein. Mt ganz besonderer Wärme sprach Herr W. S. Jacobsohn über die Idee der Agudas Jisroel. Unter Ausschmückung zahlreicher 9Jitbi*öfef)tm tötes her Slcbncr barauf i>ie ' ijn^ 9lüerr mticlrrl Ixxrurrt^ o& ’SSfVVtl in irgenbemer Gemeinschaft die "MÄsorität oder Minorität vertritt, nur die Lehren der Thora auszüüben habe, um die gewaltig große Idee, der Agudas Jisroel' zu verwirklichen. Dementsprechend stellt die / Agudas J.srvel d:e große Gedaulim der Thora an die Spitze ihrer OrganiMöch üm deren Wort zür' Pichtschnür ''für sämtliche Beschlüsse der Agudas Jisroel zu machen. Dies trägt der Jugend oft den Vorwurf sklvifcher Gesinnung ein; sie ist aber auf solche Vorwürfe stolz'und läßt sich diese gern gefallen. Er gab-im Laufe dieser Ausführungen Ux MM folgend« g^mättichsn AusspwM Dön Den sinzslstsu jungen Leuten weiter ausgearbeitet und heftig drskutien würden.. In vorgerückter Nachtstunde ging man auseinander mit der Vefriedigung, einige Stunden im Kreise Gleichgesinnter verbracht zu haben, Stunden, die dazu beigetragen haben, den kameradschaftlichen Geist der Aguda-Jugend zu stärken. Der gemütliche Abend fand allgemeinen Beifall, und wurde beschlossen, daß diefex allmonatlich stattfinden soll. . ' Pretzburg. Die erst seit einem halben Jahre bestehende Frauen- und Mädchengruppe der Bnoth Agüdas Jisroel hat ihr Wintersemester begonnen. Bereits 600 Frauen und Mädchen haben ihre Mitgliedschaft aw gemeldet. Krakau. Die hiesige Ortsgruppe der Bnoth Agudas Jisroel hielt ihre erste Generalversammlung ab und wurde über Programm und Ziel. der Bnoth Agudas Jisroel referiert. Mitgliederzahl 400. Lodz. Zu Semesterbeginn wurde eine Beth Jakob- Schule für minderbemittelte Kinder , gegründet, in der zunächst 50 Kinder Aufnnhnre fantren. 2Jl«n Upfft ... dooji. «.»>,» , ..... MMtMit tjplli Ilara Mittel die Zahl der TchulevlNNSN bald zu vergrößern, um allmählich dem Wunsch vön Hunderten lernbegierigen jungen Mädchen erfüllen zu können. Die Ortsgruppe wandte sich zwecks Beihilfe an die Lodzer Kultusgemeinde und das Zentralrelief, sowie an die Lodzer Agudas Jisroel. Es ist zu hofftn, daß die von diesen Stellen zu bewilligenden Gelder den baldigen Ausbau der Schule ermöglichen werden. Newyork, 5. November. Rabbiner Dr. Leo Jung hat zu Gunsten des Keren Hathora eine Beisteuerung von 1000 Dollar versprochen speziell für die Mesin>t«, MM St MM UM «8 öon iSö SoUar «„ Dtaböinei* 3)2. 5). ausgehänbigl h«t. Itewyort. Wie bereits gemeldet, weilt seit einiger Zeit der Sejmdeput. Oberrabbiner Maier Schapiro in Amerika, um für die Jeschiwah in Lublin die amerikanische Judenheit zu interessieren. Die Aufmerksamkeitendie er in allen Kreisen dort fand, ist nach den uns zugehenden Nachrichten in höchstem Mäße erfreulich/ Durch seine Reden hat der Piotrokower Räw sich die Herzen der orthodoxen Massen erobert und durch einen talmudischen Vortrag, den er auf Einladung der Jeschiwah Rabbi Jizchok Elkanan in Newyork hielt, auch in den lernenden Kreisen Amerikas siinen Ruf besiegelt. Der Jeschiwahleiter Dr. Rewel, wie auch tne anwesenden Rabbiner äußerten, daß seit Bestehen der JefrfjiöJfll) - ttody tttömafs em faerart grünMi^er imt» 88Ü2" IBorivag geulten wurde. Die Jomim Tauwim verbrachte Rabb. Schapira im Hause seines Freundes Rabbi Leeb Jizchok Kahane, des bekannten Agudiften in Brooklyn. .Während der hohen Feiertage betete der Piotrokower Raw in einer polnischen Schul in Wiliamsburg, die, um ihren Gast zu ehren, eine Sammlung zu Gunsten der Lubliner Jeschiwah veranstaltete und die beachtenswerte Summe von 300.0 Dollar ausbrachte. ' — Den Haschana Raba-Tag verbrachte der Raw in der Lubliner-Schul. Als Abschiedsgeschenk übergaben ihm seine Freunde für. seine JeschiMh 500 Dollar. Außerdem leitete sofort nach den Feiertagen die Lubliner Kolonie in Newyork eine 10 000-Dollar-Aktiön zu Gunsten der Weltjeschiwa ein, von denen bereits größere Beträge eingegangen find.;• A«k WzzWn), llnfc U 5^. rabbiner Sejmdep. Lewin, Präsidenten des Zentralrates und des Ortsgruppen-Präsidenten wurde eine Beth Jakob-Schule gegründet, mit einer Anfangszahl von 130 Schülerinnen. ' Spendenliste Büchsen-Leerung des Keren Hajischuw in Mainz. Wnndt, 2.15; OdÖj LlllU C 9.19, Sh Ceomtmn 2.00, Jos. ©traun X Weiß S, Nosentyal 1.70. Leo Koch 3. I. Mein 7.22, Schneeberger 2.50, M. Krieger 2, Moritz 5, Lebrecht 2, Adler 9.50, Bernay 5.14, Berney 2, Kahn 2.08, Haas 1.55, Fränkel 4.20, Scheierug 5, Steiermann 1, M. Moritz 5, Tschornike 3,30, Schlesinger 2, Flehinger 1, Dr. Schlesinger 1.50, Liebenstein 1.65, I. Reiling 3, Abraham 1, B. Krieger 3, Rapp 5, Löwenberg 2, Isaak 1.84, Bondi 1.20, Schloß 3.36, Sonnerstädter 4, Worms 2.20, Vogel 1, R. Mayer 1, Goldschmidt 5, Selig 2, Liebensteim. 5, Liebenstein 4.24, Süß 2, Jull Fulda 2.30; Sutin l, Laub.1, Dr. Ehrmann 1, Metzger 2.10, - Hugo Kahn 2, JühMahn 2.25, Katzenstein 5, Lippmann 4- Dr. Größmann 11.10, Krieger 1, Vogel 2.60- Rgpp,2.63,/Leo/Ganz 7, Jul. Koch 3, Rudowsky 2.60, Goldstein 3,;S. Vogel 2, Kern 3, Ehrmann 2. , """'fr" iTt/SSCTHgS