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Der Israelit · 1926-11-25 · Heft 48 (25.11.1926) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 48 (25.11.1926)
Date
1926-11-25
Page
– (sequence 15)
Language
German
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tl l cpousgcgcbcn von nee L jl. ■W> x.t i l.. '-, N212N' das Fest der nnin- ' V2 NVV2 vHp2p 1N12»1 Und von dem Rest der Krüge Geschah, den Nosengleichen Wunder. ' Was bedutet Chanuka? Die kurze Antwort, die uns im Talmud (Sabbat 21b) auf diese Frage gegeben rvird^ rückt'die äußere Seite des Geschehens — Kampf und Sieg — in den Hintergrund und 'stellt das Oelwunder in den Mittelpunkt des Festsinnes. Auch die Art, wie if iflllö MM mm laiöj OT?—~ie atn Purim, sondern durch Lichter, Hallet unv Löbgesänge, weist aUf die rein geistige Bedeutung unseres Festes hin. ‘ Simon der Gerechte, sein Enkel Matisjähu und' dessen Söhne sind (Megilloh 11ä) die von der Vorsehung bestimmten Retter aus hellenistischer Gefahr. Der Wahlspruch dieser Familie: „Auf drei Dingen, i auf Thora/ Dienst im Heiligtum, Wohltun be- « 3010t um Mllkm Glllßf llllllen sie kämpften, das m ihre Fahne gewirkte Motto: „Makabi" fr\ ti’bpn naiaa daß nur der Gedanke an Gott ihnen die Waffe in die Hand gab. Chanuka als Fest des „Muskeljudentums", Makabi als Name des Weltverbandes turnender, sportbeflissener junger Juden: es gibt nichts, was dem Sinn Und den Tatsachen der jüdischen Geschichte mech Hohn spräche, ihnen mehr zuwider wäre. — Wer die jüdische Geschichte und. ihren Sinn begreift, wer lesen kann in den Urkunden, die uns über Chanuka Kunde geben, der begreift Chanuka als das Fest, das nicht die Kraft des Körners^ ja nicht einmal den Sieg der Ist LtzrruM das Fest des übersinnlichen, im Oelkrüglein sich offenbarenden Gotteswunders. Auf diese Tatsachen, die zum Begreifen unserer wahren Bestimmung so unendlich bedeutsam sind, will der Dichter unseres Festliedes vielleicht Hinweisen, wenn'er von dein U'wwb 02 singt. " D’jw bww npn „Lies nicht die Rosengleichen, lies: die „Lernenden". — (Sabbat 30b, 88h.) De r S i n n d es Ehanukawunders e r sch l i e ß t s ich nur den „L e r n ende n", n u L. ij waw ist SSL M Ullvöv 8 sfch 5 h Sll! li wer jeden Tag lernt, ist nach einem Woxt des Talmuds ein kiari n^s; Träger der Zukunft. Aber auch der Vergangenheit ist.nur der, welcher „lernt". Nur ihm. hat die jüdische Geschichte etwas zu sagen, nur ihm im besonderen die Geschichte Chanukas! Wer „lernt"> das heißt: wer sich forschend und suchend der Tauro hingibt, weil sie Zweck der WltWpfütt^ MitteWM äiJ Wett^schetzeNZ ist, dem hat es was zu bedeuten, datz aus dem Rest der Krüge ein Wunder geschah; der wird sich dadurch zu allen Zeiten des wundertuenden Weltregenten dankbar bewußt, der lernt aus Ihm und durch Ihn das Leben begreifen, der weiß vor allem, daß aller Sieg der Waffen, alles menschliche Gelingen, aller irdische Erfolg Gott zu danken ist. Er lernt gerade aus Chanuka: „daß Er nicht liebt die Stärke der Rosse, nicht des Mannes kraftgeschwellte Schenkel; es will Gott die, die Ihn fürchten, die Seiner Liebe harren." Ihnen gibt Gott den Sieg — und wenn sie auch des Krieges ungewohnte Priester sind. Wer ^Iernt", dein wird hie Chänuka-Menauro zü jener? goldenen Menauro. - durch die Gott ZU ©erüBaM IM' l glltz ZMn MMuernhes. Wort gesprochen, das die.. Heerchmacht und di e- Leib eskraft n ich? w ill und d en ^Schw ächen -Zur' Riefenleistüng 'befähigt '' wenn er sich „mit ervrga«!/a/!M Jet l-uilar-lltr-e! llt DcilfMIfllrt T nöiiomK i&) il. MZlkw nesr mmm Sl MMem Geist" erfüllt. — Mr aber nicht „lernt", , wem die Erkenntnis nicht aus den Quellen des Judentums fließt, weil er ihrer nicht zu bedürfen glaubt, wer die Gegenwart nicht aus derVergaNgenheit heraus erlebt, sondern umgekehrt, die Vergangenheit nach seiner Gegenwart begreift, wer vom Geist der Zeit befangen, nach seinen Methoden urteilt und beurteilt, wem Chanuka die Siegesfeier kraftvoller Helden, Denkmäl ihrer kriegerischen Leistung ist, dem kann die Tatsache 02 nra tnpjj? nrmäi nur wenig bedeuten, sein Chanukalicht brennt rxitS^k „um Seinem' 5>iamen ^ür ©itite SOBurtber unv Deine Hilfe und Deine autzervrdenMchcn Waltungen zu danken", sein Hüllel beteuert nicht: „Alle Völker umringten mich; mit dem Namen Gottes wars, daß ich ihnen entgegentrat", fein Lobgesang bekundet nicht: „Bescheidenen gibt Gott Dauer, Gesetzeslose erniedrigt Er bis zur Erde". Sollen die Juden Chanuka richtig begreifen als Bas mir SM TsttMüMkr? um msrtm Menschenleiflung, als Fest ver Verehrung Gottes und nicht der Vergötterung von Kraft und Materie, dann müssen sie „lernen". War das vielleicht damals schon die Meinung des Verfassers unseres jahrhundertealten Festliedes, so gilt das heute in einer Zeit, die die Technik an Stelle des Wunders, die Kraft an Stelle des Geistes, die Materie an Stelle der Seele-setzt, in vielfacher. Maße. „Lernen", nichts als lernen, ist das sicherste Mittel zur Erzeugung rechter mim Stimmung, in der Stube des Lernenden strahlt das Chanukalicht am hellsten. Auf solchen wahren Chanukasinn hinzuweiskll, m kimik Ms8k88kNi8l mmm W m Mkkll Hatorah nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, in diesen Chanukatagen in besonders eindringlicher Form zu den jüdischen Menschen zu sprechen und die Ansprüche thoralernender Kreise geltend zu machen. Es ist Keren Hatorahs Recht: denn zu dem denkenden Menschen kann aus dem Chanukalicht nichts anderes sprechen als die Mahnung: „Erfülle dich mit Meinem Geiste", d. h. lerne — und hilf, wenn du es kannst, den Lernenden. Es ist Keren Hatorahs Pflicht: durch seinen 9^«^ unb jetne ^orberunj »erben jebem um Eine Leistung für Keren Hatorah Angesprvchcnen der wahre Inhalt und die wahre Lehre Chanukas zum Bewußtsein gebracht. Jeder dem Keren Hatorah anläßlich Chanukas gegebener Sonderbeitrag ist ein Bekenntnis in der-Vergangenheit verwurzelter Menschen zu den nrvn und dem Hochziel ihrer Bestrebungen. Und zu Recht und Pflicht gesellt sich die üßotmenbigfeü: dis Ansprüche an ben Ksrert ‘fMtfTi ftffft MNN Forderungen an ihn, Forderungen, die ausnahmslos berechtigt sind. Und kann auch die unentwegte'Mitarbeit und hingebungsvolle Leistung einzelner Kommissariate und vieler Einzelner nicht laut genug gerühmt werden, so gilt dennoch leider: „Die Hadnvoll sättigt nicht den Löwen, die Grube wird nicht allein voll von der aus ihr geschaufelten Erde." Und so beglückend es ist, daß der Thorahunger nach und nach auch bei unserer deutschen Jugend immer stärker wird, so beklemmend ist das Bewußtsein, daß die ihr von dem dazu berufenen Keren Hatorah zu gewährende Beihilfe in vielen Fällen nicht ausreichend ist. Und darum müssen all e Freunde der Tauroh ^ll chrslü rec^eltttaJ^tcyert ffietirag crrt Ben bereit torah an solchen Tagen, die uns durch ihre historische; Bedeutung auf Gott und Seine Tauroh hmweisen/ eine SonderleistuNg hiNzüfügen: dürch diese sollen sie vor aller Welt gegen eine Fälschung des Chanukagedankens und des Makabigeiftes Verwahrung emlegen und bekunden, daß sie wissen und beherzigen, warum unsere Weisen „die Söhne der Einsicht acht Tage bestimmten zu Lied und Freudenjubel!" Rur so wird ihnen das Chanukalicht zu heiligem Licht und sie selbst erleben das Wort unseres Dichters: „Die Röhren des Leuchters, der zum Leuchten, sie sind mir noch zuM Zeugnis" und sie schauen im Licht der Vergangenheit den Glanz von Gott verheißener Zukunft: Ti mr 'hvi «nn ni«h iznp» Die Plenarsitzung des geschäftsführenden Ausschusses der Aguda in Men. Montag, den 9. Kisliw 5687' <15. November) begann die Tagung des A.Ä. der Agudas Jisroel und dauerte bis Mittwoch nachmittags. An Der WMrfMllg kMkn?i? Hsrrsn; Jaeob Rosenheim, Dr. ©. Chrmann, Leo Wreschner aus Frankfurt a. M., Herr Rabbiner T. Vorowitz (Warschau), Rabbiner Dr. Lewenstein, Eh./I. Eiß aus Zürich: von den Wienern Mitgliedern des Geschäftsausschusses: der Vorsitzende Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, Wolf Pappenheim, Oberrabbiner Fürst, Rabbi Beer Friedmann, Dr. Leo Deutschländer, Heinrich Pappenheim, ferner Großrabbiner N. Friedmann (Sadagora) und der Vizepräsident des Zentralrates M. Felsenburg sowie Rabbiner Dr. I. Pollak und I. I. Braun (Bratislava). Die Beratungen wurden Montag um 11 Uhr vorvmmm unter mm ddu MMIM er: Pr 'Mkm begonnen. Der Vorsitzende erstattete Bericht über den Stand der Unt^'handlungen mit der palästinensischen Regierung in der Frage der Gemeindegesetzgebung. Rabbiner Dr. Lewenstein referierte über die Arbeit der politischen Exekutive beim Völkerbund. Auf Grund der erstatteten Referate entfaltete sich eine lebhafte Diskussion, in welcher alle Momente, die bei dieser äußerst wichtigen Frage in Betracht kommen, in Erwägung gezogen wurden. Das Resultat der Volksabstimmung in Erez Jisroel, dis ein fn überaus günstiges ^Ergebnis für dis ^orberung nach ber religiösen §elös°t«nb!gEeH der Orthodoxie ergab, wurde durch die detaillierten Mitteilungen des Rabbi Mosche Blau aus Jerusalem noch in seiner Bedeutung erhöht. Die politische Leitung der Agudas Jisroel wird nun energisch ihre Bemühungen fortsetzen, um ihren Standpunkt bei der endgültigen Abfassung des Gesetzes für die jüdischen Gemeinden in Palästina zürn Sieg zu hringsn. Hsrr Jacob Rosenetm au^erle ficl^ üter Biese ^rage einem Üßertreter Der Jüdischen Telegraphen-Agenlur gegenüber folgendermaßen: „Für die Oeffentlichkeit hat wohl am meisten Interesse die weitere Entwicklung der palästinensischen Gemeindegesetzfrage, über die eingehend beraten wurde. Die politische Exekutive stellte fest, daß alle Versuche, mit der zionistischen Organisation bzw. dem Waad leumi zu einer Verständigung zu gelangen, an der Jntransigenz dieser Körperschaften gescheitert seien. Auf die weitgehenden Kompromißvorschläge der Agudas Jisroel vom Juni 1925, die zwar selbstverständlich an dem Rechte auf selbständige Gemeindebildung für die'Orthodoxie festhalten, über einheitliche Orts- und Landesausschüfss für dis pownb «utzsn sehenist nicht einmal eine Antwort erfolgt. Dagegen hat man Kolönel 'SyMes> die Vorstellung suggeriert;'hinter den'Forderungen der Agudas

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