Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 48 (25.11.1926)
- Date
- 1926-11-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 4 Nr. 48 wohl kein Geheimnis, wenn wir voraussetzen, daß diese Manifestation eine friedliche Verständigung der beiden Landeskanzleien zur Grundlage habe. Wir betonten ferner, daß den thoratreuen Juden ein Paktieren in Gewissensfragen unmöglich sei; daß das orthodoxe Judentum, das seiner historischen Eigenart sich bewußt ist, in relt^töjert unb tuftuetlen Dingess oder mit einem vom Lehrinhalt der Thora entblößten jüdischem Nationalismus in eine organische Verschmelzung nicht einwilligen könne und daß man diesen Tatbestand nicht mit törichtem Scheinmanöver aus der Welt schaffen kann. Daß aber nach außen hin und auch nach innen in gemeinsamen Zielen, bei denen die Wahruntz des jüdischen Religionsgesetzes statutarisch gesichert werden kann, das thoratreue Judentum dem Einheitscharakter der palästinensischen Judenheit — hauptsächlich war von dieser die Rede — eUlily veiMlWn würUß. WöM es nun in dsr KundAäbvttA herßtr „Wirr werden niemals den Versuch unternehmen, eine einseitige, gewaltsame Aenderung der rechtsgültigen orthodoxen Verfassung herbeizuführen. Wir, ebenso wie die Führer unserer orthodoxen Brüder, halten das friedliche, auf gegenseitigem Verständnis beruhende Nebeneinander w i r k e n als die einzige heilsame, den gegebenen Verhältnissen entsprechende Grundlage" — so kann diese Kundgebung nur i n absolutem Einvernehmen mit den berufe? nen Führern der Orthodoxie, erfolgt sein. Deswegen resümierten wir, daß es auch anderwärts nur zu einem freiwilligen Zusammenschluß und nur auf dieser Grundlage kommen kann und — wird. Und wir wagen zu glauben, em ßmms mßnntnis zurwamn hW§i§körl i>er Or-choboxle, Ügw. die Respektierung der orthodoxen Grundsätze in Weltanfchauungsfragen, am besten geeignet wäre, auch in der Slowakei, in Deutschland und in Erez Jisroel den Weg zur gegenseitigen Verständigung anzubahnen. Von zuständigen, sehr maßgebenden orthodoxen Stellen in Ungarn, Deutschland und Erez Jisroel wurde unseren Ausführungen vollkommene Zustimmung gezollt. Sie stehen im Einklang mit den besten Traditionen der anerkannten Führer des Wsetzestreuen Judentums. Daß diese Auffassung ganz besonders für Erez Jisroel grundsätzliche Bedeutung habe, sei durch folgende Reminiszenz erhärtet. Als mir m jggfjrcn me ehrmvö Aufgabe zuteil wurde, im Vereine mit dem Ger er Rabbi rr"v'^Vnach Jerusalem zu reisen, um in gemeinsamer Beratung mit Rabbi Diskin in Ladenburg wohnen durfte, zu verschiedenen profanen Zwecken verwendet worden. Da wir sehr wenige Siphre-Handschriften besitzen, so ist — trotz ihres fragmentarischen Charakters — auch die Ladenburger Siphre-Handschrift wertvoll, schon wegen der Varianten und Textverschiedenheiten, wie sie sich bei einem Vergleich des vorliegenden Fmgments mit Nll MUllten AUMöM WWs. ü. SBU 1804; iDßm öö. HößvtSitz, üpz. iöi7, angegeben bei Dubnow, Weltgeschichte des jüdischen Volkes HI, Blbliographie zu § 40, S. 581) ergeben. Der ebengenannte Dubnow, Bd. III enthält auf S. 276 f. einige kurze Proben aus den „halachischen Midraschim", zu denen unser Fragmentsund gehört. Der Textschreiber hat uns auf diesen Blättern nichts hinterlassen, was eine Andeutung für feine Person geben könnte. Am unteren Ende der Textreihe, bezw. des Blattes, mit dem unser Fragment zu Ende ist, ist ein Greif gezeichnet. Vielleicht ist dies irgend eine Anspielung, vielleicht weist es, da die Zeichnung unmittelbar unter dem vorweggenommenen ersten Wort des folgenden Blattes steht („schebjodcho"), darauf hin, daß das Blatt nunmehr umzuwenden fei. Jedenfalls — unser Fund bricht mit diesem „schebjodcho" ab, und wir wollen dem glücklichen Zufall wenigstens dafür dankbar sein, daß er dem literarisch, geschichtlich und altertumskundlich interessierten jüdischen Forscher die zwei Pergamentblätter mit dem Ladenburger Siphre- Text „in die Hand" gegeben und sie damit jener Vernichtung entrissen hat, der vor Jahrhunderten — ach, wie viele — wertvolle Handschriften zum Opfer gefallen sind. __Der lirttltl _ und ll"nn l'2 ^'ian^ mit Oberrabbiner Sonn n e n f e l d«"v'^>V das Verhalten des orthodoxen Judentums in politischen und wirtschaftlichen Fragen von Palästina mwn ’S Vy zu regeln, wurden die Richtlinien hietfür schriftlich fixiert. Aus diesem zeitgeschichtlichen Dokument wollen wir bloß zwei Sätze herausheben. Diese lauten dem ginne naffj: m sei geboten, Qinem äußeren Zusammenschluß beizupflichten durch Klarstellung der Prinzipien fürWahrung der absoluten Selbstständigkeit nach innen und in koordiniertem Zusammenschluß gegenüber der Regierung in wirtschaftlichen und kolonisatorischen Fragen. Insofern in diesen gemeinschaftlichen Anliegen prinzipielle Meinungsverschiedenheiten religiöser Natur auftauchen, dürfen solche nicht durch Majoritätsbeschlüsse Erledigung finden, sondern unterliegen der Entscheidung der von den gesetzestreuen rabbinischsn Instanzen vsvollrnächtigtsn Mllbüeder der Und was tn diesem historischen Schriftstück von der Macht der ewigen jüdischen Wahrheit, von jüdischer Sehnsucht und Ahnungen gesagt ist, die aus den tiefsten Tiefen des jüdischen Herzens dereinst zu neuem, jüdisch geadeltem Leben erwachen werden, sei im hebräischen Wortlaute zitiert: iiaa irr’ rrb '2 nwrrm nnvan bv m ü'wwi nirrai min bip D.-pta ipnsff nbrr mm »n*n mmn paty nai’a nanian bip na *po «po yaizn aiVb an ax iari -rrav brnw' nn »umn nianb ma^i lamm nwm ni-> av an^ya a'xnnb naVff nawna «■»nn *i3T»aT ''b'bn .a'a'n rmnrra -man ynrra niin bv nbiy a'pnb abv aba Korrcsponacnzcn « ßacDricbten. Deutsche» Reich. Bundestag des B. 3. A. Berlin, 21. Nov. Die Stabilisierung des Wirtschaftslebens hat es mit sich gebracht, daß die jüdischen Abiturienten wieder stetiger als bisher der Alma mater zustrebten und die Zahl der Gymnasiasten, die kaufmännische Berufe ergreifen, ist sichtlich im Schwinden begriffen. So erwächst denn unseren akademischen Verbänden die Pflicht zu intensiverer Tätigkeit, um die jungen Studenten ihrer Kreise in Wm Sinns zu hWußtrn Site z« Auch dem Bunde Jüdischer Akademiker (B.I.A.), der die Heranbildung der thoratreuen Studenten zu geschlossenen jüdischen Persönlichkeiten erstrebt, (Jüdischer Wohtfahrtssitm! „Sin Kreitag-Avend"). Der jüdische Wohlsahrtsfilm „Ein Freitag-Abend" hat sowohl in den norddeutschen, als auch in den füddeutfchsn Gemeinden ganz außerordentlich starke Erfolge erlebt. Nicht nur dem jüdischen Publikum, sondern auch den Behörden wird durch den anschautidjen lebetthtgett Film “Stuffelcirung über WsblfLWssjttrl-htrrugen UNS ^Bsttteouiigeii Dcraitts reit. Im Januar und Februar steht der Film Gemeinden und Vereinen noch einige Tage zur Verfügung. Anfragen nimmt die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin C. 2, Rosenstratze 2/4, entgen. (Z>er Autiikopf im viötischen Geschichtsunterricht). Ein Freund unseres Blattes aus Lehrerkreisen teilt uns folgendes Schulerlebnis mit: Ich fragte im Blbelunterrichte, „Was tat Delilah, um Simson beizukommen?" Ein zehnjähriges Mädchen: „Sie schnitt ihm einen Bubikopf". Wochenkalender. vom 27. Nov. dis 4. Dez. 1986. / vom 2t. — 28. Kislew 5887 Samstag Nov. 27 21 Sonntag 28 22 g Montag 29 23 Dienstag 30 24 Mittwoch Dez. 1 25 vSNNMM 0 U Freitag 3 27 1 NZILN r*v 1 r Samstag 4 28| | Maulev, Sonntag morg. ’ 2 Uhr 54 m. M s. 25. November 1926 ( steht so neue Arbeit bevor. Der B. J. A. sucht diesev Aufgabe gerecht zu werden, indem er'in den Vordergrund seiner Tätigkeit mehr und mehr die wissenschaftliche Durchbildung seiner Mitglieder stellt. Auf diesem Wege will der B. I. A. chnen den Ausgleich'zwischen Thoralehre und. moderner Wissenschaft erleichtern. Bereits der letzte große Bundestag in Hamburs am) im W MMtlmWk MM j« örn AjMgrund treten, zu Gunsten reicher wissenschaftlicher Arbeit. Auch der für die Winterferien (26. bis 28 Dez.) einberufene Bundestag zu Leipzig wird geschäftliche Verhandlungen zurückstehen lassen können; sind doch in 20 jähriger organisatorischer Arbeit die wichtigsten Grundsätze festgelegt, die ein gemeinschaftliches, erfolgreiches Arbeiten aller gesetzestreuen Richtungen ermöglichen. Das Programm ist deshalb in der Hauptsache ein wissenschaftliches, das den verschiedenartigsten akademischen Interessen und Aufgaben gerecht werden soll. Es find folgende Borträge geplant: 1. „Äus {>er iafmubijdfere (tftSffFfirUi Dr. Phil. Simon Schlesinger- Köln). 2. „Nordfranzösische Klassiker der Bibelexegese" (Referent: Dozent Dr. Samuel Grünberg -Berlin). 3.. „Das neue mathematisch-physikalische Weltbild" (Referent: Professor Dr. Samson Breuer-Karlsruhe). 4. „Beiträge zur wissenschaftlichen' Apologetik des Judentums" (Referent: Rabb. Dr. Esra Munk- Berlin). 5. Medizinische Fachgruppe: Colloquium über „Hälachische Fragen der medizinischen Praxis" (Referent: Dr. phil. et med. Eduard Bib erfeld-Berlin). Das Bundespräsidium hat jeder V. I. A. das einschlägige Literatur- Material zur Verfügung gestellt, um eine gründliche vorbereitende Aussprache der Vundesbrüder über die Gegenstände zu ermöglichen. So hoffte der Bund, daß die Verhandlungen im gleichen Geists rnie di« des 5ÖHTJ&es>tPg^p fmn UM vast Mm Nr MW Erfolg NsltzlMz» srm wird. . Auch Nichtmitgliedern werden die Vorträge und Aussprachen zrgänglich gemacht werden. Diesbezügliche Anträge sind beim Bundespräsidium des B. I. Ä. (Berlin- Oranienburgerstr. 39) schriftlich einzureichen. Ueber lokale Angelegenheiten und über gesellige Veranstaltungen gibt der V. I. A. — Stammtisch Leipzig (Ad. Dr. I. Hallemänn, Gottschedstr. 1) gern Auskunft. Rechtsfragen jüdischer Gemeinden. Berlin, 16. Nov. Am 14. .November trat zum ersten Mal der Rechtsausschuß des Preußischen Landesverbandes unter dem Vorsitz von Herrn Dr. Freund-Berlin zusammen. Es wurden zunächst die zur Konstituierung des Slusschussss. BFfOFÖ-Snll^Sn oorgenommen. ^)ct wiederholt an den Landesverband Gemeinden mit dem Ersuchen' herangetreten sind, ihnen ein Normalstatut zur Verfügung zu stellen, stand der Entwurf eines solchen auf der Tagesordnung. Auf Grund zweier Entwürfe Freund (eines für mittlere, eines für kleine Gemeinden) fand eine eingehende Durchberatung eines solchen Statuts statt. EinL Kommission wird zur endgültigen Festsetzung des - Normalstatuts eingesetzt; es werden ihr Richtlinien für ihr^ Arbeit gegeben. Diö t^rQQß, ösr -einer Oßeoijton meinen Deutschen Strafgesetzbuches jüdische Interessen geltend zu machen sind, beschäftigt den Ausschuß. Eine Eingabe des Landesverbandes ist bereits an das Reichsjustizministerium gerichtet worden, desgleichen solche des Zentralvereins. Beide werden besprochen. Eine Anregung Fleischer-Schneidemühl, den Verbandstag viermal im Jahr zusammentreten zu lassen, wird abgelehnt, die übrigen Anregungen werden dem Rechtsausschuß für eine kommende generelle Aenderung der Verfassung des Landesverbandes als Material überwiesen. — Verschiedene Rechtsfragen werden beraten, so die Frage des Wiedereintritts in eine Synagogengemeinde," die der Haftung einzelner Mitglieder einer in der Auflösung begriffetten Synagogengemeinde für die Verbindlichkeiten der Gemeinde und die Möglichkeit, datz. der Landesverband in die vermögensrechtlichen Rechte und Pflichten einer derartigen Gemeinde eintritt, die Frage gleichzeitiger Besteuerung eines Juden in verschiedene Gemeinden, der Verpflichtung jüdischer Grund. fe1urrr Öu MAIWUM MMMM Mo Sfrail. Ot) ÜQ5> ülmt BlyiM i^hüiir^ogengemeinke-Borstehers ein öffentliches ist und ob die Wahl ein/s Ausländers, zulässig ist, die Frage, ob eine jüdische Gemeinde zurr