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Der Israelit · 1926-11-18 · Heft 47 (18.11.1926) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 47 (18.11.1926)
Date
1926-11-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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18. November 1926 in manchen jüdischen Gemeinden im Rheinland und in Westfalen im Gange sein und die auf eine Wahlentrechtung ausländischer Juden Hinzielen sollen. Die Zeitung gibt einen Brief der Synagogengemeinde Dorsten und Gladbeck an eine Reihe anderer Synagogengemeinden wie Recklinghausen, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund,' Oberhausen, Duisburg, Herne, Wanne, Mülheim (Ruhr), Eitel, Altenessen und Hamborn wieder, in welchem diese Gemeinden laut einem Beschluß des Vorstandes und der Repräsentanten der Synagogengemeinde Oll 23 e jp r edj u ng etng«fai>ert rDerben. 53artrr heißt es: JS& handelt sich um eine ©tatutenflnDtrung und eventl. um eine Aenderung des Judengesetzes vom 23. Juli 1847, um zu verhindern, daß die ausländischen Juden im Vorstand und bei den Repräsentanten die Oberhand gewinnen, was auf die Dauer im Jndustriebezirk ohne Aenderung der maßgebenden Bestimmungen nicht zu verhindern ist. Dieserhalb schweben seit langer Zeit Verhandlungen bei der Regierung in Münster und beim Herrn Kultusminister in Berlin, die bisher noch nicht zum Abschluß gebracht werden konnten." Das „Kölner Jüdische Wochenblatt" forderte den Preußischen Landesverband auf, Maßnahmen gegen solche Bestrebungen zu treffen und schloß: „Wir verlangen von der jüdischen öffentlichen Meinung, daß sie menschlich und jüdisch gleich unerfreuliche Versuche, einen Keil zwischen oft- und westjüdische Brüder zu treiben, mit aller Schärfe bekämpft." ilnsaciti Die Vertretung der ungarischen Iudenheit im Oberhaus. Budapest, 5. Rov. Beim Nationalversammlungs-Abgeordneten' Paul Sandor sprachen heute vormittag zwei Vertreter der israelitischen orthodoxen Landeskanzlei, Präsident Dr. Adolf Frankl und Vizepräsident Dr. H a r t st e i n, vor, um an ihn das Ersuchen zu richten, an maßgebender Stelle dahin zu wirken, daß in das neue ungarische Oberhaus, in das bekanntlich zwei Vertreter der ungarischen Judenschast entsendet werden sollen, ein orthodoxer und ein neologer Rabbiner delegiert werden. Abgeordneter Sandor stellte die Herren dem Justillminister Sr. Pssthy uör, ism sis ihrs Wünschs vortrugön. Der iÄliskistrr Hs? 2tu&pUjrurig<;n ber ertoaf^rtiert ^runltionäre der orthodoxen Landeskanzlei mit großer Aufmerksamkeit an und erklärte, daß das ungarische Gesetz nur eine, jüdische Glaubensgemeinschaft kenne und daß von diesem im Gesetz niedergelegten Prinzip nicht abgewichen werden könne. Er werde jedoch trachten, in der Durchführung des Gesetzes den geäußerten Wünschen Rechnung zu tragen. Budapest, 10. Nov. Die Nationalversammlung ist gestern in die Spezialdebatte über die Oberhaus-Vorlage eingetreten. Berichterstatter Dr. Jlles unterbreitete den Antrag, daß anstelle des Punktes B 6 des § 4, der von der Vertretung der israelitischen Glaubensgemeinschaft im Oberhause spricht, folgender Text gelangen soll: „8 6, zwei Seelsorger (Rabbiner) israelitischer Konfession." Zu diesem Amendement ist zu bemerken, daß nach dem ursprünglichen Text die israelitische Glaubensgemeinschaft bloß durch ein Mitglied hätte im Oberhaus aerireien Rolfen. 5er iöorithtsrftatter beartlraglc auch eine Abänderung des 8 43 in dem Sinne, daß die beiden Oberhausmitglieder der israelitischen Glaubensgemeinschaft einerseits durch die Kongreßorganisation, andererseits durch die orthodoxe Organisation zu erwählen leien. Der jüdische Abgeordnete Paul Sandor unterbreitete ein Amendements wonach die Vertreter der israelitischen Konfession lebenslänglich' zu wählen seien. Er führte dann aus: Nur wenige in diesem Hause wissen, was es bedeutet, daß die Regierung aus freien Stücken eine derartige Vertretung für die jüdische Konfession im Oberhaufs!rt SßorfJ^fag . trlrtgi, rtamertlltd}, mos Sias te&euiel im Hinblick aus das Ausland, wo man die ungarischen Juden, noch immer in düsterem Lichte sieht. Dadurch, daß wir für die zwei Sitze im Oberhaus zwei geistliche Personen in Vorschlag bringen, wollen wir demonstrieren, daß wir eine Konfession sind. Wie die übrigen Konfessionen entsenden auch wir Geistliche in das . Oberhaus, Die dort nicht Politiker, sondern die Repräsentanten ihrer S e r JB * t « e I I i Kirche sind. Ich wünsche noch als oppositioneller Abgeordneter meinen Dank an die Regierung für diesen Antrag abzutragen. Ministerpräsident Graf B e t h l e n äußerte sich in der Nationalversammlung über das Amendement betreffend die jüdische Vertretung wie folgt: „Der hinsichtlich der Vertretung der jüdischen Konfession eingebrachte Antrag meines Abgeordneten-Kollegen Paul Sandor ist eigentlich ganz konform mit dem Antrag der Regierung, aber doch mit dem Unterschiede, daß er die Worte „lebenstüncglicfy cj-eupctfjXie" -etrr<ji*fcf?al£err rr>xinf cf?£, n>as f>ö= Mlwilligsi anneyme. Lcr Abgevtvnetk Ärnvvui yst p* Streichung dieses ganzen Punktes beantragt. Ich kann diesen Antrag mir nicht zu eigen machen, weil die jüdische Konfession heute in Ungarn eine ebenso rezipierte Religion ist, wie jede christliche Konfession. Ich könnte meine Zustimmung dazu nicht geben, daß dieses im Laufe der historischen Rechtsentwicklung erworbene Recht einfach negiert werde und daß wir gerade dieser Konfession keine Vertretung im Oberhaus zugestehen sollten. Ich bitte das Hohe Haus, den vorliegenden Paragraphen im Urtext annehmen zu wollen, ebenso die Einschaltung des Herrn Abgeordneten Paul Sandor, der ich beistimme." Unter Anlehnung sämtlicher Amendements wurde der. Paragraph im Urtext angenommen. Eine Ausnahme bildet nur Punkt B 6, wo dem Vorschlag des Ministerpräsidenten Grafen Bethlen entsprechend der Text im Sinne des Antrages Sandor ergänzt wurde. keine Prozesse von Süden an indischen Aeieringen, Warschau, 10. Nov. Der Justizminister lieh allen Gerichtsstellen eine Verfügung zugehen, der gemäß Gerichtsverhandlungen, in denen Juden als' Parteien auftreten, nicht an Sonnabenden oder an anderen jüdischen Feiertagen stattfinden zu lassen. , Der Leichenrummel in Warschau. — Schließung des anatomischen Instituts. Warschau, 7. Nov. Der Rektor der Universität Warschau verfügte die Schließung des anatomischen Instituts für unbestimmte Zeit. Ursache dieser Maßnahme sind die wilden Tumuitc; Die Die mniWll TMMWiMk in BMisi8M8 mit ihrer giSr^iHlHä ttäch BsWllllUZ Misch» MiHSN zu Sektionsgwecken täglich veranstaltet hat. S^weij. Behandlung der Mandatsfragen in der Dezember- Session des Völkerbundsrats. Genf, 9. Nov. Am 6. Dezember wird der Völkerbundsrat zusammentreten, um eine Reihe schwebender Fragen zu erledigen. U. a. wird der Völkerbundsrat den Bericht der Mandatskommission über ihre letzte Tagung anhören und zu ihm Stellung nehmen. Türkei. Die Polygamie in der Türkei. Angora, 10. Nov. Der Bann,. mit dem Rabbenu Gerschom im zehnten Jahrhundert die Vielweiberei belegt hat, hatte be-. ftmmfitfi sfim MsiWM nur für vi? ««körend für die Juden des Orientes der ulte Brauch, mehrere Frauen zu ehelichen, zu Recht bestehen blieb. Nun greift infolge der politischen Entwicklung der C h e r e m des Rabbenu Gerschom ganz automatisch auch auf die Türkei über. In der modernen Türkei ist mit dem Fes und vielen andern alten Bräuchen auch die Polygamie von Staatswegen abgeschafft und bei schwerer Strafe verboten worden. Bemerkt sei, daß die Juden in der Türkei früher schon, ohne Staatsgesetz und eigentlich bindendes Religionsgesetz, sich zumeist mit einer Frau begnügten. paläftitm. Der wasfenstMstandstag in Palästina. Jerusalem, 12. Nov. Gestern wurde in ganz Palästina der Waffenstillstandstag begangen. Mit dem Glockenschlag 11 Uhr morgens, ruhte zwei Minuten lang überall jede Arbeit. Regierungsämter, Bankest und Geschäftshäuser waren _ Nr. 47 Seite 8 Seidenu. Garn-Handelsges. m. b. H. 47 Bleidenstraße 47 (früher: Grosse Eschenheimerstrasse 3) SPEZIALHAUS in Näh« und Stick-Seiden Handarbeits-Garnen jeder Art geft^Ioffcn. murhen tn her (St- Trvrgs-KaMvral? mp tu V?u <Stjtxa8°öi;" at” gehalten: in letzteren hielten die beiden Oberrabbiner Kuck und Jacob Meir die Gedächtnisreden. Die früheren jüdischen Soldaten der britischen Armee hielten eine Parade ab. Der Oberkommissar Lord Plumer hielt an die früheren Krieger eine Ansprache, in der er sagte, die beste Ehrung des Andenkens der Gefallenen sei, das Land, für welches sie stritten, durch Arbeit empor zu bringen. Die Rede Lord Plumers wurde ins Hebräische übertragen. Der Zug bewegte sich dann nach dem Militärfriedhof auf dem Berge Scopus, wo auf den Gräbern der jüdischen Soldaten im Namen der Zionistischen Exekutive und der jüdischen Gemeinden im Lande, sowie der Zionisten - Revisionisten Kränze niedergelegt wurden. Kttttviftt. Öanf an ^enr^ ^ort>. Näwyü ek, 1. Nsv. Rabbi Bernard D r a ch m a n, der Führer der „Schomre Sabbat"-Bewegung in Amerika, sandte ein Dankschreiben an den Autokönig und Antisemiten Henry Ford dafür, daß Ford durch die Einführung einer fünftägigen Arbeitswoche in seinen Betrieben den jüdischen Arbeitern und Angestellten Gelegenheit gibt, den Sabbat zu halten. Pressevertretern gegenüber erklärte Rabbi Drachman, er wollte mit seinem Schreiben dem Menschen Ford, den er für engstirnig und engherzig hält, nicht seine Reverenz machen, dennoch aber muß die Maßnähme von Ford als ein Schritt begrüßt werden, der das sehr schmerzliche Problem der jüdischen Orthodoxie, das Problem der Sab- DatD^DDatDümfl, Der Lösung zusWM MD. Personalien. München, 8. November. Der Herbst ist ins Land gezogen. Unaufhaltsam fallen die Blätter von den Bäumen — ein wehmütig schönes Bild des Vergehens. Mitten in dieser wehmütigen Schönheit haben sie einen Mann am 3. Marcheschwan zur Ruhe geleitet, allzu früh dahingewelkt ku ps — allzufrüh und fern der Heimat. Dr. med. Menki Jchenhäuser aus Fürth i. B. stammend, ein Mann in den besten Jahren, erst 44 Jahre alt, hauchte in Meran seine reine und fromme Seele aus. Er war dorthin gegangen, um sich von den Mühfalen seines schweren Berufs zu erholen — es kam anders. Er verdient es, daß sich um sein Grab das Immergrün der Erinnerung ranke. Er, der im Leben und Sterben ein wahrer v'vv und was noch mehr, der es nnv3 gewesen. Merkwürdig, ein Jahr vor seinem Tode hat er sein Haus bestellt, hat eine mm hinterlassen, aus der das wunderbare menschliche und jüdische Antlitz des Verewigten uns entgegenleuchtet. abv herrsche unter meinen Hinterbliebenen! — so beginnt bas Dokument. Ksin tbo.-» merbe tl>m nachgsffa^i. np-jK sollen ferne i^lnler{>flef>enen am?age ferner m-rap spenden. Dies und noch vieles andere steht in feinem „letzten Willen" zu lesen. Braucht es noch weiterer Worte, um zu fühlen, welcher „Wille" in dem Verewigten gelebt, um zu fühlen, mit welchen Gedanken der ivwn in seine Welt eingegangen ist. Weinend standen sie an seinem Grabe, Juden und Nichtjuden und schluchzten mit den Angehörigen um den guten Menschen und den nnaiv tww den tüchtigen und treuen Arzt, der dahingegangen, pnsnv» rr^i pam V? *>a „Weh über den Unersetzbaren!" Die Worte umfassen, was er den Seinen und Vielen gewesen, rraxan« Flörsheim a. 21t., 8. November. Ihren 85 Geburtstag beging am Sabbat Fräulein Johanna A l t m a i e r m tödliches wft geistige WMi Ijs kikst noch Zeitung und nimmt teil an allen Fragen der Zeit. Sie arbeitet noch, tüchtig und versieht die Küche in streng ritueller Weise für einen Haushalt von 10 Personen. Sie war . der Gegenstand vieler Ehrungen, u. a. wurde ihr von der Zivilgemeinde eine Ehrengabe überreicht. Sie erfreut sich in hiesiger Gemeinde einer großen Beliebtheit. Nervyork, 5. November. Auf der Versammlung der Vereinigung orthodoxer Rabbinervereine wurde Herr

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