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Der Israelit · 1926-11-18 · Heft 47 (18.11.1926) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 47 (18.11.1926)
Date
1926-11-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 47 18. November 1926 über, daß d i e orthodoxen und N e o l ogen sich nicht mehr gegenseitig bekämpfen. „Eine Regierung tut immer gut daran, das imperative Eingreifen in religiöse Kämpfe sorgfältigst zu vermeiden. Auch versteht ein Nichtjude nur selten die Feinheiten in jüdischen Gewissensfragen. Von Franz Deak angefangen bis zum heutigen Tage haben auch sämtliche ungarischen Regierungen in diesen delikaten und kritischen Fragen stets jene vorbildlich liberale S?atturrg betunbet^ bie aw| ttttö edelsten GesHiHwlraMlwnen Der ungarischen Nation beruht." Diese Gedankengange bekräftigen alte Geschichtserfahrungen und bilden eine ernste Mahnung auch an die ruhig denkenden, von Vorurteilen und Machtgelüsten freien Führer im änderen Lager. Auf deren Besonnenheit und auf deren guten Willen kommt es an. Möge es ihnen nicht an Mut und Initiative fehlen. Die Fortdauer zwangsmäßiger Herrschaftsgelüste ist unvereinbar mit wahrem Frieden und brüderlicher Versöhnung. Was das gesetzestreue Judentum, dem ein förmliches Paktieren in Gewissensfragen unmöglich ist, in dieser schweren Zeit will, ist nichts anderes als angemessenen Raum und absolute Bewegungsfreiheit für die seiner nationalen Obhut und Pflichtbetätigung überantwortete historische Wahrheit, statt Unterdrückung und Verkümmerung nach zionistischem Parteiprinzip, Dann miirDG Daß gMWMgS mmsm» sich wesentlich verliefen unb ble allgemeine Sehnsucht nach brüderlichem Nebeneinander und aufrichtigem Miteinander zu gemeinsamen Zielen, wie es dem Wohle und den Interessen der jüdischen Gesamtheit dient, allmählich der vollständigen Reife zugeführt werden. Daß eszu einem freiwilligenZusam menschluß — auch z u gemeinsamer Zionsarbeit — unter den b e - stehenden Verhältnissen nur auf diese rGrundlagekommenkannund wird: das ist unser fester Glaube. Je bälder. desto besser! Als recht beachtenswerten Beitrag zu diesem Hauptthema, sei noch eine Zuschrift des Präsidenten der Wiener „Union", des Herrn Dr. Ornftein — bekanntlich auch Vizepräsident der Wiener Kultusgemeinde — die wir zuletzt erhielten, im Wortlaute veröffentlicht. Sie lautet: Sehr verehrter Herr Rabbiner! Nachdem ich Ihren überaus interessanten Artikel über die neuen Ausgrabungen in Palästina gelesen, wandte __Der I » 111 m__ ich mich der Lektüre Ihres im „Israelit" veröffentlichten Aufsatzes unter dem Titel „Eine Wendung zum Guten" zu. Es drängt mich, Ihnen zu sagen, daß insbesqsthere die Stellen, welche ein friedliches Nebepeinanderleben der orthodoxen Glaubensgenossen mit ihren anderen Brüdern als erstrebenswertes Ziel behandeln, Meine vollste Zustimmung finden. Sie wissen wohl auch, daß ein solches auch in Wien schon seit längerer Zeit besteht und daß auch öle Mmsvammu mim aus Den Reihen dsr „Union", welche bekanntlich unter meinem Präsidium steht, hervorgegangen sind, immer die harmonische Eintracht mit den orthodoxen Kultusvorstehern, welche im vollsten Einvernehmen mit uns gewählt wurden, betätigen. Wir dürfen sagen, daß, solange wir an der Spitze der Gemeinde stehen, wir das Einvernehmen mit unseren orthodoxen Brüdern stets in die allererste Linie stellen werden. Ich begrüße Sie, verehrter Herr Rabbiner, herzlichst und zeichne in gewohnter Hochachtung als Ihr ergebener Union deutsch-österreichischer Juden Der Präsident r, Dr. £) r,n stein. Korrespondenzen « Mrlcbten. Die Tagesordnung des Verbandstags des preußischen Landesverbandes. t Berlin, 5. Nov. Der Verbandstag des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden wurde — wie schon mitgeteilt — auf Sonntag, den 21. November 1926, nachmittags 2 Uhr, und die folgenden Tage nach dem Plenarsaal des ehemaligen Preußischen Herrenhauses, Berlin. Leipzig?Ms, ü> nnDmifcn. 5)14 lL&ff&£6r}>nung bes üßerkanb/stages lautet: l. Eröffnung, 2. Tätigkeitsbericht des Rats, 3. Der Rechnungsabschluß für das Jahr 1925/26, 4. Der Etat für 1926/27 und 1927 bis 1928, 5. Schaffung eines Reichsoerbandes, 6. Die Revision des preußischen Judenrechts, 7. Verfassungsänderungen: a) Feststellung der Dauer der Wahlperiode für den am 1. Februar 1925 gewählten Verbandstag, b) Abänderung des Artikels 5 Abs 1 lit. b) der Verfassung, c) Abänderung des Artikels 9 Abs. 2 der Verfassung, d) Abänderung des Artikels 9 Abs. 1 S. 1 und 2 der Verfassung, 8. Wahlordnung für Verbandstag und Rat, 9., Satzungen für die Ausschüsse^ 10. Geschäftsordnung für den.Verbandstag, 11. Schutz der jüdischen Altertümer in Preußen. Tagung des Liberalen Unterrichts-Ausschusses des Landesverbandes. Berlin, 9. November. Am 7. November fand, im Sitzungssaal der Jüdischen Gemeinde Oranienburger Straße die Sitzung des. -Vintevri^m^Y^n E8S PlkMMkN LlM DtöotrDanDes Mischer Gemeinden statt. Zum; D»rsißenden des Ausschusses wurde Rabbiner Dr. Vogel-- stein gewählt, zum 1. Stellvertreter Iustizrat Lilienthal,, zum 2. Stellvertreter Herr Prof. Türk, zum 1. Schriftführer Herr Mittelschullehrer Stern, zum 2. Schriftführer Herr Religionslehrer Goldschmidt-Dortmund. Nachdem Herr Rabbiner Dr. Vogelstein den Vorsitz, übernommen hatte, referierte Herr Direktor Dr. Gutmann über die geplante Neuregelung der Ausbildung, von jüdischen Volksschullehrern, Religionslehrern und: Kantoren. Nach eingehenden Beratungen wurde beschlossen, Schritte zu unternehmen, mit dem Ziel, daß. im der simultanen pädagogischen Akademie in Frankfurt a. M. eine jüdische Sektion eingerichtet werde.. Ferner sollen besondere Anstalten für Ausbildung von Religionslehrern und Kultusbeamten errichtet werden,, deren Bildung derjenigen der Volksschullehrer gleichwertig sei. Die Trennung des Schächtamtes vom Amte des Religionslehrers und Kantors soll IsiGsßös!. Hüsisi ÜU1U&1 in einer die von den öffentlichen höheren Lehranstalten des „Philantropin" in Frankfurt a. M. geschaffenen Einrichtungen begrüßt, die bereits jetzt für Preußen eine Lehrerausbildung ermöglichen. Ueber die Prüfung in jüdischer Religion bei der Lehramtsprüfung berichtete Herr Studiendirektor Dr. Driefen. Der Ausschuß beschloß, den Landesverband zu ersuchen, die begonnenen Bestrebungen zur Erreichung einer staatlichen Prüfung in jüdischer Religion bei der Lehramtsprüfung tatkräftig weiterzuführen und den Bericht des Herrn Studiendirektors Dr. Driefen der Kommission für die Ausarbeitung einer Prüfungs- und Studienordnung für jüdische Religionslehrer als Material zu übsrursissn. ll«(wr ills QIufrKttjrri-e norc ^exsg» niffe« ber Seist^g^ M MlMll NelWllNSunterricht an Privatschulen referierte kurz Herr Hirschseid. Endlich wurde noch über das im Manuskript vorliegende Quellenlesebuch des Herrn Dr. Höxter-Frankfurt a. M. von Herrn Dr. Vogelstein berichtet. Man beschloß einistmmig, dieses Werk zu fördern. Gegen die Entrechtung der ausländischen Inden in rheinischen Synagogengemeinden. Köln, 1. Nov. Das „Kölner Jüdische Wochenblatt" wandte sich vor kurzem in sehr scharfer Form gegen Bestrebungen, die Wie Eisen zu Magneten Zieht es zu Ihm mich hin. Die lauteren Gottestempel An Weihe sind sie reich, Geprägt von Gottes Stempel, Kein Schloß ist ihnen gleich. Es quält uns Staubgeborene Der Unverstand und Tand, Und doch sind wir Erkorene Begnadet mit Verstand, Vslshnsr ttllt her Seele, Ä-r Me Ut irr ifjv, §in %$<w und Laut der Kehle Bevorzugt vor dem Tier. — Und gar ein inneres Lenken, Es weiset uns darauf, Des Ursprungs zu gedenken: „Von Gott her!" jauchzt es auf. Ein Funken Gottesgröße erglimmet auch in mir. Das bleibt trotz Schmach und Blöße Uns Sterblichen Panier! Und dieses frohe Wissen belebet und gibt Schwung, Es hat mich hingerissen M zur Begeisterung. Nach Gott hin will ich beben, der schwanken Rebe gleich Will ich nach oben streben, bis kommt das Himmelreich. llNUmskößlichc Argumente... Am 8. November 1926 war wohl nicht Purim, aber die an diesem Tage erschienene „Liberale Zeitung" mutet doch sehr purimmäßig an. Es ist darin an leitender Stelle das Ergebnis einer Rundfrage über die Stellung der jüdischen Frau im Gotteshause wiedergegeben. Bekannte liberale Größen männlichen und weiblichen Geschlechts kommen dabei zu Worte. Doch hv nai b'n wir nun ma*> den Voael schießt Frau Else Dormitz er ab. Sie wünscht zunächst Abschaffung der Frauengalerie, der Trennung von Mann und Frau in der Synagoge. und zwar im Interesse der Ruhe und Ordnung,—denn wenn Mann und Frau unten nebeneinanderstehen, so werden sie kein Wort miteinander reden .... Dann kennt die gelehrte Dame eine Talmudstelle. die die Frage auftvirft. ob Frauen zur Tk, or Q llllfllknifM meinen nohbsh. 6uuni^Ml Die Frage bejahend und wünscht kategorisch, daß die Frau von nun ab, wie der Mann zur Thora aufgerusen werden Kann. — Am schönsten würde sich die Sacke am Simchasthora ausnebmen, da ein Choston Thora neben einer Kalath Breschis oder umgekehrt stehen würde. . . Das beste kommt zuletzt. Else Dormitzer verlangt die Anstellung weiblicher Rabbiner. Warum auch nicht, wenn sie den männlichen liberalen Rabbinern an Thorawissen nicht nachstehen! . . . Da die Amtspflichten eines Rabbiners sich ihrer Meinung nach darin erschöpfen, die Trauernden zu trösten, die Fallenden zu stützen usw. so wäre ja gerade die Frau dazu wie geboren. Dazu kommt yjs llütSMGk micDjam&eu DM Frau, öte sie Tür dieses Ami geradezu vrübemniert. Die natürliche und soaar übernatürliche Beredsamkeit beweisen Else Dormitzer, wie die andern Damen, die in dieser Nummer zum Thema das Wort ergreifen, im ergiebigsten Maße . . . Der übersetzte Sizzur. Die neunte Lieferung des von Rabbiner Dr. Selig Bamberger übersetzten Kizzur Schulchan Aruch ist bei A. I Hofmann, Frankfurt a. M erschienen. Die 32 Seiten enthalten die Vorschriften über das Tischgebet, verbotene Speisen, verbotene Weine die Behandlung mit verbotenen Gegenständen in Berührung gekommener Geräte, die Segenssprüche über verschiedene Nahrungsmittel. Der hebräische Text ist punktiert, die Uebersetzung lehnt sich eng an das Original an, fodatz sie auch als Hilfsmittel für die Erlernung des Textes dienen kann..- Jede Liefekofieiastfe.i.so, E TlfHTl MllINMN M'z. 1D.D0. Alle bisherigen Lieferungen. beinahe 3ro Weiten, eignen sich auch bestens für Chanukkageschenke. (Der Tempel Salomos und die Mandatskommission') Die I. T. A. berichtet aus Genf: Die Mandatskommission des Völkerbundes beschloß, die von Dr. Breslauer unterbreitete Petition betreffend die Bereitstellung eines Areals in Jerusalem, aus welchem der Tempel Salomons wieder auigebaut werden soll, nicht in Betracht zu ziehen. Danach ist die Zeit für das i'nivin 121 ^a iiai noch nicht reif.____ Wochenkalender. vorn 20_27 No». 1936. > »um 14. — 21. ßistem easy Samstag 20 14 Sonntag 21 15 s Montag Nov. 22 16 Dienstag 23 17 Mittwoch 24 18 Donnerstag 25 19 Freitag 26 20 Samstag 27 21

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