Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 47 (18.11.1926)
- Date
- 1926-11-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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18. November 1926 ' Nr- 47 Seite 3 vom 2k. Tischri dieses Jahres feststellen kann: der 4strr>r>in^, t»b das rsligiLss Gefühl noch nicht geschwunden ist, gelten die Laröuth-^chrrlen samt und sonders als unjüdische S ch u - l e n." Was soll nach all dem noch die Auseinandersetzung in der östlichen Presse über Wesen und Charakter des Tarbuth? Es unterliegt keinem Zweifel, daß seine Erziehungsanstalten Schulen der radikal st en Gottes leugnung sind. Einziger Erziehungszweck ist, eine möglichst weite Kluft zwischen den jungen Juden auf der einen und der Thora und ihren Anhängern auf der andern Seite zu schaffen. „An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen!" Und die Jünglinge, die heute in Warschau, Lodz und Wilna unter dem Namen „Makkabi", „Hasmonai" u. a. m. am Sabbat mit Musik und Verkaufsständen für Zigaretten und unrituelle Speisen.ihre großen Sportfeste feiern, sind allesamt durch die Schule des „Tarbuth" gegangen. Die Artikel in her „Hazsfircch". die gegen Zeitlin die Borgänge un^> Erlernungen rM „Tarbuth" Zu beschönigen suchen, könnten irreführend wirken, wenn nicht die jüdische Oeffentlichkeit in dieser Hinsicht vollauf orientiert wäre. Es ist Zu hoffen, daß sich keiner im Kreise der Gesetzestreuen, wo sich heute glücklicherweise auf dem Gebiete der Erziehung kräftig zu regen beginnt, von den Lobrednern des „Tarbuth" verleiten läßt, feine Kinder dem Molech der Tarbuth-Schule zuzuführen. Eine Wendung zum Guten. -Von Rabb. 3. horovicz (Jerusalem). (Schluß.) Es wird uns auch vorgehalten, daß unsere Darstellung, als ob die neologe Judenschaft Ungarns den Zionismus bekämpfe, nur relativ wahr fei. Trotz der Waunung des Präsidenten, daß Vit MlMlMn m nic^t spendet, sbllstt Zersds in Uf jüngsten ZBU Diele Tausende Nationalfonds-Büchsen in ungarischen neologen Gemeinden — zum geringeren Teile, auch in orthodoxen Kehillos — verteilt worden sein. Es sei auch Tatsache, daß die beiden jüngst installierten Oberrabbiner in der Rombachgasse und in Altofen, offiziell zum Zionismus sich bekennen. Wir erwidern darauf, daß es uns in unseren Ausführungen gar nicht darum zu tun war, auf die Frage der Zugehörigkeit zum Zionismus näher einzugehen. Wir teilen sogar die Ansicht, daß Anhänger der Reform in der Verneinung der religiösen Pflichtbetätigung mit den Zionisten bedeuten, daß sie ^ott dauernd und immer preisen werden) wird dein Name Jakob genannt werben. Die scheinbare Krümme wird sich als grade erweisen, wenn einst das Ziel dieser Geschichte erreicht sein wird, wenn einst „Jisrael Dein Name sein wird". Wenn erst durch deinen Gang durch die Jahrtausende die Herrschaft Gottes auf Erden begründet fein wird, dann wird jeder erkennen, daß man dich zu Unrecht Jakob genannt hat, denn all das. was durch dich geschehen ist, hatte dies eine Ziel, Gott d.e Welt zu unterordnen und von der tjot^en 333arte des erretteten Zieles aus gesehen TDtiöcn all ins sllmuSai. nrnnnmn wW Pfade als der geradesten und ebensten Wege erscheinen, die allein die Erreichung des Zieles ermöglichten. Und :da meinen nun unsere Weisen vntt trpö Gott wird dieses Wort feines Dieners bestätigen und verwirklichen, der Name Jakob wird verschwinden, vax^a nxsrv wenn er einst all die herrlichen Prophezeiungen seiner Boten über Zion und Jeruscholajim in Erfüllung gehen läßt, dann wird auch das Wort des Engels zu Beth-El Wahrheit werden, daß die ganze Menschheit erkennen wird, daß apsr in Wahrheit niemals Jakob, sondern stets und immer, auch in seiner Jakobsgestalt, ein ^-w», ein Gottesstreiter und ein Gottesfürst war. Die drei Fragen. Zu den Anfragen des Herrn Rabbiner Dr. ^ettier-SjoÜtett ttt der »nrletjtert flhuntnet Ihres Blattes gestatte ich mir, folgendes 411 ßlötlSlllö. ad 1, Die von n 2 «AI' '30W zitierte vl'S" Stelle: nivjn jvi v"S2 myib mxna lapin be- Der Israelit nicht nur liebäugeln, sondern früher oder später auch mit ihrer Ideologie psychologisch ohne Zeelenkcrrnj-st sich äßsilldM kLllttStt. DlS ßSkllNllten Kommentierungen und antinationalistischen Vorbehalte würden den Entwicklungsprozeß nur beschleunigen. Der führende neologe Oberrabbiner von Budapest erklärt z. B. feierlich, daß in der ungarischen Judenheit für den Zionismus weder die entsprechende Empfänglichkeit, noch der erforderliche Boden vorhanden sei, da es erwiesen sei, daß es sich beim Zionismus um ein ausgesprochen politisches Problem handle. Der Zionismus ist eine Nationalitätenfrage. Der ungarische Patriotismus der Judenheit beruhe jedoch nicht auf opportunistischen Erwägungen, sondern stelle eine Tatsache dar, mit der gerechnet werden müsse. Demgegenüber erklärt die ungarländische Zionisten-Organisation, daß sie jüdische R.a - tionalitätenpolitik stets perharre f z i e r t e und das tut sie auch heute. Die ungarischen Zionisten vindizieren sich keine Nationalitätenrechte als besondere NaüßMiüöi unD eraöm m Mt ßü MMillG ihre Treue zur ungarischen Nation auf Schritt und Tritt laut zu verkünden. Diese geharnischten und doch anmutenden Erklärungen pro und contra sind immerhin beachtenswert. D e r z ionist i s ch e N a t i o n a l i s m u s wird beiderseits offiziell abgelehnt. Das zeitgemäße und gefinnungsverwandte Gebot, die kulturellen und wirtschaftlichen Institutionen der zionistischen Organisation bestens zu fördern, kann naturgemäß auch in diesen antizionistischen Kreisen nicht auf konsequenten Widerstand stoßen. In diesem Zusammenhänge sei es mir jedoch gestattet, einige sehr beachtenswerte Aeußerungen eines der höchsten Staatswürdenträger Ungarns vorzubringen. Als ich vor mehreren Wochen nach vorheriger Einladung meine Aufwartung bei diesem Staatsmänne, machte, begrüßte mich dieser mit den Worten: „Sind Sie nun auch Zionist.geworden?" Ich erwiderte darauf: „Excellen^ |ett 20 Jahren befindet ft cf) mente 38ohnmiß in Jerusalem Dirctt auf Dem löergs Avn, An Malaria habe ich und mein Haus recht viel gelitten. In meiner leitenden sozialen Stellung als Mandatar der deutsch-holländischen Palästina- Verwaltung zu Amsterdam, hatte ich gute Gelegenheit, für das Gemeinwohl auf mannigfachen Gebieten recht Ersprießliches zu leisten. Der Wiederaufbau Zions, die Erlösung Israels, die Erlösung der Menschheit, sind heilige Anliegen meines täglichen Gebets und ich sollte als Zionist mich erst legitimieren müssen?!" „O, Sie haben mich schon verstanden," meinte der Graf mit einer liebenswürdigen Geste, „über diesen antiken Zionismus findet sich wohl in einer der v'iison öY’1? rillig die uns nicht bekannt sind. Aus -nnan ^ya und 'n manVa zu geht hervor, daß den a'iiVXi verschiedene solcher mrar Vorgelegen haben. So heißt es im m niarPa: ivx ^aan rmaür non pnvxin fv"sn ’mn pi ni0"s ia airw irmni 'a'a rna'V'n ’onm wimn riiniipni T*?p p mv^x 'i a'iiinxn yiöo ■»»ii- In unserer mm von 'i oia'ipp p D^wa heißt es darüber: ann ixVs? fwrrin 0”an. Herr Dr. K. bemerkt ferner, daß die enpül^nte ypg-=©telle keinen Sinn fliDi es vllvei DieiieitDt nmi Dkißkll MUT. m vsr Parallelstelle dieses rzisvm im v'ö öinat yeitzl es auch (aavV pm-» tm ""vi) o^saad 2. In der zweiten Frage über den Unterschied im Text des nnlv wito zitiert Herr Dr. K. die Erklärung des K"jn mx dafür, warum nicht auch der an-pp mit ua ma wx beginnt. Cs heißt dort: x,avn 13a inn im piaix pin xn iv unnn uh pmi man nam nnVV 'sh minn nrni nxb- Als weitere Erklärung hierfür kann auch yns’n xiai angeführt werden, woselbst es heißt: riaV xm n^ ’ttnpa banw> nmy ivrr viv wi |wsn ,xa"pi K^ipa. Herr Dr. K. meint jedoch, daß das nina m 'n im weiteren Texte nach obiger Begründung nicht zu verstehen fei. Diese Frage ließe sich vielleicht so beantworten. Nachdem bereits am Anfänge des anTp der Unterschied zwischen naiv und v"i' zum Ausdruck gebracht llillivk. Illll ücmc DelMlllfMg 88kl hin den TM des su nameien MV am nm den Zusatz rnnn 12a '2 wegzulassen. Gehört doch habe ich ja auch die interessante Schrift gelesen, die Sie vor 25 Jahren schon geschrieben haben. Ich moino aöer Den moDernen, noune s ch e n Zionismus. In Ungarn ist ja dieses llöch lange nicht aktuell. Die ungarische Regierung hatte es gar nicht nötig, zu dieser Frage offiziell Stellung zu nehmen. Die beiden israelitischen Landeskanzleien haben es einheitlich verhindert, daß der ungarländischen Organisation der Zionisten behördlich genehmigte Statuten zuerkannt werden. Sowohl die orthodoxen als auch die neologen Juden lehnen den jüdischen Rationalismus aus patriotischen Gründen ab." Ich machte hierauf die Einwendung, daß an dem Patriotismus der zionistisch orientierten Staatsbürger auch nicht der Schatten eines Zweifels haftet. „Schauen Sie, Herr Rabbiner," sagte der hochsinnige Aristokrat, dem Gesinnungsadel und dreizehnlötiger Liberalismus Familientraditionen sind, „ich zähle ja wirklich nicht zu denjenigen, die den Zionisten Mangel an staatsbürgerlichem Patriotismus zutrauen. Ich bin auch loyal genug, m\m MlWiMll ln r>Hl£er= Sinne konzedieren zu können. Cs bleibt eine interne Angelegenheit der Judenheit, vielleicht auch der kritischen Historiker, zu entscheiden, ob dieser Nationalismus ausreichende historische Unterlage habe, oder als ein neues völkisches Gebilde, für welches in einem neuen judäifchen Palästina politisch-nationale Stützpunkte geschaffen werden sollen, aufzufassen sei. Doch innerpolitifch ist diese Frage nicht so harmlos, als es den Anschein hat. Nehmen wir z. B. an, daß der zionistische Nationalismus innerhalb der Länder der Diaspora auch offiziell anerkannt würde. Auf das heimatliche, staatsbürgerliche Nationale würden ja die Juden bezw. die Zionisten doch nicht Verzicht leisten wollen. So aufgeklärt und freisinnig sind aber die Massen nicht, daß sie den jüdischen Mitbürgern den Rang und Vorzug einer doppelten Nationalität bezw. das realpolitische Privilegium von zwei Vaterländern als vollauf berechtigt zuerkennen würden. Desmtm Daitc lisi Den MsMtiim m lliMsWb" Juden nicht tua* M pstttisch klug, svndörn ÜUH in praktischer Hinsicht als sehr vernünftig. Daß dieser Standpunkt speziell in Ungarn auch historisch korrekt ist, kann kaum gestritten werden. Im Verhältnis zur Nationalitätenfrage hat mein Vater einmal den Ausspruch getan, daß die ungarische Nation im Jahre 1867 die ungarischen Juden, ohne Rücksicht auf ihre damalige Muttersprache, als ungarische Landeskinder emanzipiert hat." Im weiteren Verlaufe der Unterhaltung betonte Se. Excellenz die Genugtuung dargerade nmv zu den 'nirra. bei denen die Auser" wählung besonders betont wird, wie dies doch in der rvnnff n^sn im .Abschnitt mm rr^i deutlich zum Ausdruck kommt. Auffallend ist es jedoch, daß im natt^> EnTp nicht wie am aiv bv» 13*? pm vorkommt. Heißt es doch in der ,rym gerade vom nnw: m mvn nx lanV ]m 'n 'n 1x1. ferner im ^ptrp 20, 12: f&;P ■»nru •»mnatf rix an DiTi’m '3'n mx^ irrn^. Während das 1^ inrii im izn-pp und in der v'tt'h seinen Ursprung in der «bvssrt» hat, (©lebe (a."V -ä 5- *m»rr:n Im M sÄ38 8fiIf3S| Hl Fragen und Erklärungen Anlaß gegeben. In der ^xiw mns? n^sn heißt es darüber: ipy inii ♦r^p a«n nix2in 'oa ’ax ax »phn wm a’B>n’ön Rabbiner Dr. Frankel. Kleines Feuilleton. Betrachtung.'' Es sehnt sich meine Seele Nach Zwiesprache mit Gott. Das Ewige ich wähle Und Jrd'sches sei mir tot! Ich fühle volles Eden, Dann, wenn bei Gott ich bin, .. 1 nas MlMUM ©üBiöjf iFDaittn 8M rrn finff VffHsn Dame, die fell Jahren ln einem Dnnalvnnm lebt.