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Der Israelit · 1926-11-11 · Heft 46 (11.11.1926) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 46 (11.11.1926)
Date
1926-11-11
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 2 Nr. 20 e ' Ä s r a,e i 11 Blätter 11. November 1826 Vorträgen wurden die Lehrerinnen auch für die Behandlung allgemein religiöser Problems für die schulenilafsyn??ugenb vvröerettet. Donk dem ungewöhnlichen Arbeitseifer von Lehrern und Hörern gelang es, in allen Fächern günstige Resultate zu erzielen, zumal auch die Jomim tauwim der Belehrung, wenn auch in veränderter Form, gewidmet wurden. Die meisten Lehrerinnen sind nunmehr in der Lage, ein mittelschweres Stück aus dem Chumisch nach selbständiger Vorbereitung in pädagogisch einwandfreier Weise vorzutragen, sind in gleicher Weise befähigt, im Anschluß an die „Psalmen" und yfs MM" Nkskll MÜllMM» schätze unseres Glaubens in einer dem Verständnis der Äugend angemessenen Weise zu beleuchten, ebenso an den Charakterbildern aus der jüdischen Geschichte Liebe zur jüdischen Vergangenheit zu wecken. Unnötig hinzuzufügen, daß man im Dinim-Unterricht bemüht war, die einer gedankentiefen Rede Ausdruck. Die Dozentin Dnditt, Rosenbauru betofffs Anlkhnmlg an ein Wort des Chofez Chajim die hohe Bedeutung des Lehrexberufes. Der Leiter des Kursus dankte in warmen Worten den Dozenten für ihre hingebungsvolle Mitarbeit, den jungen Lehrerinnen für ihre ungewöhnliche Plichttreue, die eine weitere glückliche Entfaltung des Bajs Jakow-Werkes verbürgen. Als Letzter sprach Senator Deutscher, dessen hilfreicher Hand der ungestörte Verlaus des Kursus zu danken ist. Mah schehojoh — hu schehihjeh: Aus dem 'Gewordenen — das Werdende. Run gilt es. Die twornimm Mado ansznvansn. Mshv alM 80 Schulen find bereits für die religiöse Töchtererziehung tätig: zehntausend junger Seelen werden nun im religiösen Geiste zu den Quellen des Judentums geführt. Die Oeffnung weiterer Schulen steht unmittelbar bevor. Die Mutteranstalt in Krakau bedarf dringend der Ausge- PKMV e/amo ~ religiöse Pslichtenwelt der Frau unseren Schülerinnen zum geistigen Eigentum zu machen. Es waren die durch den Tischri-Monat besonders geweihten Wochen, die der großen Erziehungsarbeit gewidmet waren. Die Erlebnisse der großen und heiligen Tage schufen ein besonders inniges Band um die junge Schar — sie bildeten wahrlich eine einzige große Familie, im Ernst und der Freude jeglicher Festesfeier. So gestaltete sich der Abschied zu einer herzlichen, eindrucksvollen Kundgebung. Durch ihre Sprecher (Frl. Rose-Bendin, Frl. Friedmann-Miechow) gaben bei der Schlußfeier am 6. Oktober die Lehrerinnen in schönen, von hoher Begeisterung getragenen Reden ihrem Danke Audsruck und gölübUll. im ©Hne des großen. AdssqfS sur die religiöse Töchtererziehung mit nunmehr frischen Kräften zu wirken. Der ehrwürdige Stadtrabbiner gab seiner Freude über das große Werk, das seine Kehillah beheimaten durfte, in staltung — in jeder Hinsicht. Die Sorge um die schulentwachsene Jugend ist noch kaum behoben; die Wohnräume für die studierenden Lehrerinnen in Krakau sind völlig unzureichend, vom gesundheitlichen Standpunkt aus geradezu gefahrbringend. Mit dem sich ständig ausbreitenden Schulnetz erwachsen der Zentrale immer neue Aufgaben, so daß ein eigenes Heim als Mittelpunkt der Bajs Jakow-Lehranstaltz als Sitz der Verwaltung, des Jnspektorats, der Zentralbibliothek das nächste und dringende Ziel unserer Arbeit ist. Hilfreiche Schwestern, vornehmlich aus Deutschland, Rewyork, Holland und der Schweiz, haben in treuer Erfüllung der Arewus- Pflicht $utn ersten Grundstoff ffffj HkMsl UllÜ Hüben willig beigelragen, möge es ihnen und uns vergönnt sein, die Krönung des aus Menschen- und Gottesliebe geborenen Werkes zu erleben! Berührungspunkte der positiven Weltanschauungen. Ueber Gerechtigkeit und Liebe wurde auf dem Katholikentag gesagt: „Doch die Gerechtigkeit ist nur bas negatiue PfjffHj^ feine Drgangung imrcfj ein positives, konstitutives Element erhalten muß, und das ist das Sozialprinzip der Charitas im weiteren Sinne. So konnte als grundlegende Sozialnorm der Satz formuliert werden: Fiat justitia triumphal caritas! Es geschehe Gerechtigkeit, doch triumphieren möge die Liebe!" Ein agudistischer Sprecher: „Dieses Streben .,ganz sei m i t dem Ewigen deinem Gott, durch Ihn" bedingt ein Nachspüren göttlicher Eigenschaften. Wie findet der Mensch den Weg zu Gott, wie die Bindung an Ihn? „Hefte dich an Seine Eigenschaften". Daß Gott nicht nach Maß bezahlt, daß wir Ihn anrufen als den 'ivn teil das ist eine Feststellung, die nicht nur der Menschen Hoffnung belebt, sie ist zugleich für sie Mahnung. ©o miß für Ihn nicht Um fflUri des Ge- Norm ist, wenn Er über uns Menschen urteilt, — tpnmn nw die verzeihende Barmherzigkeit Gottes rufen wir an — so gilt für uns neben dem allerdings schon schwer erreichbaren Ziel, dem jh gemäß zu leben, als höhere Vollendung jnn jnwn mmh zu wirken: Das „Gute" zu tun, und das „Rechte" zu erstreben. Und Heiligung erringt der Mensch nicht in den Bezirken vom Gesetz geregelter Lebensformen, I Heiligkeit wird ihm erst auf der höheren Stufe nwwm kntssmn ©cnum vewllU vmichtstsn Rechtes: «sh Ueber die Feinde der Kirche und der Famili e wurde auf dem Katholikentag gesagt: „Noch nie war der Kampf gegen Kirche und Familie heftiger als heute. In diesem Kampf vereinigen sich die Feinde der Kirche mit dem Geist der heutigen Zeit und so manchen Erscheinungen, die für das heutige Geschlecht und für die Gegenwart maßgebend sind. Die ungeheure Welt- und Menschenfurcht, die beklagenswerte Lauheit und Halbheit, der Hang nach Ausgleichen und zn sträflichö? Jflafy&iSrbi^eit ret|j| die menschliche Gesellschaft der heutigen Zettperiode ins Verderben. Es wird kaum eine gläubige Frau geben, welche sich nicht den Vorwurf machen müßte, auch ihrerseits an den Zeitgeist und an die Mode Konzessionen gemacht zu haben. Es erscheint dringend wichtig, nun endlich zur Besinnung zu kommen und andere Wege einzuschlagen." Ein agudistischer Sprecher über den „Zeitgeist": „Während also der Ksaw Säufer die Gefahr, der in erster Reihe entgegenzntreten ist, IN ML? All ernennen glfluH, blE IM MN11 man nw nwx rpiim angedeutet ist, möchten wir zu behaupten wagen, daß diese Gefahr nicht in einer speziellen Versündigung liegt, sondern in jener ganzen Einstellung sogen, moderner Menschen zu den Dingen, eine Einstellung, die ihnen der „Zeitgeist" diktiert. Der „Zeitgeist" stemmt sich dem in den Zeiten wirkenden Gott der Ewigkeit entgegen. Der „Zeitgeist" — in Wahrheit nichts anderes als die in tausend verschiedene Formen, Ausreden und Vorwände ihre Nacktheit verhüllende Lässigkeit und Gleichgültigkeit, Genußsucht und Begierde. Dieser Herren eigener Geist ist es, in dem die Zeiten sich bespiegeln. Dißfßr taUfßTlDfQI^E» gegenüber, über dieser tausendfachen Versuchung, die dis Bande der ffctmüte lodert, Gesetze der Schicklichkeit aufhebt, den Geist entthront, und den Leib zum Herrscher macht, Konnivenz predigt, wo eindeutige Festigkeit geboten ist, — dieser Gefahrenfülle gegenüber ist es Aufgabe der Agudas Jisroel, Einzelmenschen und Gesamtheit in dem Kampfe nnnbnb Kxn '2 zu unterstützen. Aus den iüDifäiai Dänfent in Danan lSsMZ Msötz noch lsbt, so vollkommen und ungebrochen wie in Moses Zelte einstens, holt sie ihre Stärke, von der sie den Schwächeren dann leiht. „Woher nahm Moses den Stein, als er die Tafeln aushaute, da er die ersten als Protest gegen den Zeitgeist» der das goldene Kalb schuf, zerschmetterte? Aus seinem Zelt heraus! (Tanchuma.) Ueber die Gesamtsituation der Gegenwart sagte schließlich ein katholischer Redner: „Wir alle leiden unter der wachsenden Auswirkung einer unglücklichen Entwicklung, die in der Sphäre des staatlichen Lebens den Grundsatz zur Geltung gebracht hat, daß Macht vor Recht geht, die in den wirtschaftlichen Beziehungen den Eigennutz und das Klasseninteresse zur letzten Norm movßn hat unk) bis QuU zu überronchern und zu ersticken droht, die die Urzelle aller Volkswohlfahrt, die Ehe und Familie in ihrer gottgewollten Heiligkeit und Reine antastet, die die Werkstatt für Bildung und Erziehung der Jugend, die Schule, in den Dienst einer rein dieseitigen, vom übernatürlichen und ewigen Ziel les Menschen abgewendeten Weltanschauung teilen will." Fast das Gleiche sagte ein agudistischer Sprecher, wenn er ausführte: „Und wenn wir jungen Menschen nun durch die Zugehörigkeit zur Agudas Jisroel Protest einlegen wollen gegen diesen Geist der Heit^ so gjst WMsl MIlWr hsm Mnzelinenschm als dev Gesamthsitssrschelnungen: einem Staat, in dem das „wohlverstandene Staatsinteresse" das Individuum entrechtet, einer Kultur, die oft den Namen.Zivilisation nicht verdient, einem Rechtswesen, das nicht selten antelle des Rechtsspruches den Rechtsbruch' duldet, üner Wohlfahrt, die oft — und Ausnahmen betätigen die Regel — anstelle des Herzens die Technik setzt, einer Wissenschaft, die Gott entthront, ihr Recht nicht aus ihrer Begrenzung durch

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