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Der Israelit · 1926-11-11 · Heft 46 (11.11.1926) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 46 (11.11.1926)
Date
1926-11-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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11. November 1926 Ser ••reell* Nr. 46 Sette 5 Für Sieben Mk. 40 Pqi. liefern wir einen eleganten Kneifer mit Glasern, Double ohne Fassung, der eigens für Nase und G esichtsbildung hergerichtet wird. Es ist nicht mehr nötig, daß Sie sich mit schlechtpassenden Gläsern, falsch und schief sitzenden Kneifern behelfen, die Augen dadurch vernachlässigen und schädigen. Besprechen Sie sich mit unseren Fachleuten ohne Kaufverpflichtung, wir beraten Sie gut und bedienen Sie sehr preiswert. Lieferung für alle Kassen, Orthozentrische Kneifer-Gesellschaft, Opernplatz. Für die Reise Feldstecher, Operngläser von 20.— Mk. an. Schutzbrillen und Kneifer in allen Farben ifeirt nie wird ausrotten können, daß es zu wahrer Unabhängigkeit zumindest dasselbe Recht habe, wir irgend eine neue Organisation innerhalb des zeitgenössischen Judentums, ja sogar noch -ein größeres, weil es in seiner thoratreuen Kontinuität eine Schutzwehr bildet, für die dereinstige Wiederherstellung der h i st o r i s ch - n a t i o n alen jüdischen Einheit, der Einheit des um seine Thora gescharten Gottesvolkes, die uns im Taumel einer nationalen Reformbewegung M8NMM ist. An einzelnen Stellen haben unsere Ausführungen auch manchen Widerspruch hervorgerufen. Auch das war zu erwarten. Insbesondere hat es etwas Unwillen erregt, als ob w i r die konservativen Bestrebungen der Budapester Neologengemeinde als auf dem Schulchan Aruch basierend dargestellt hätten. Von zuständiger Seite schreibt man uns, daß die Orgel nach wie vor auch an Sabbat- und Festtagen in der Hauptsynagoge im Betrieb sei. Der Schulchan Aruch begnüge sich nicht mit kirchenpolitischen Schlagworten. DerSchulchan Aruch fordert Hörigkeit und Gehorsam nach dem ^50rCl urt^ ist es ntd^i leerer Schall, wmn 3- B. Der als radikaler Reformer bekannte Dr. K. zum Oberrabbiner gewählt wird und der Kultuspräsidentder vorgeblich die Berechtigung jeder Kultusreform ablehnt, zu gleicher Zeit feierlich erklärt, daß diese Wahl auf Basis des Schulchan Aruch geschieht, wie dies vor einiger Zeit tatsächlich der Fall war? Wir gestatten uns, darauf zu erwidern, daß dieser Einspruch mit unseren Ausführungen nichts zu tun habe. Ausdrücklich haben wir erklärt, daß wir es in diesem 'Falle nicht als unsere Aufgabe betrachten, der 'Frage nachzusinnen, ob wir es hier mit einer zum ^wahren Ziele führenden Um- und Einkehr zu •hm haben. Wir wollten es lediglich als historisches Wahrzeichen beleuchtendaß in jenem Lande, in Welchem die Spaltung zwischen Orthodoxen und 'Neologen zu allere r st staatsrechtliche Sankmm iröiöt ßtraDt Bon lener Zelle, W DW- .zehnte sang einen leidenschaftlichen Komps fUk eine gewaltsame Unifikation geführt hat, der erste Schritt zur Anbahnung des friedlichen Verhaltens und des brüderlichen Einvernehmens getan wurde. Diese erfreuliche Tatsache begrüßten wir mit aufrichtiger Genugtuung. Können wir auch nicht in religiösen und kultuellen Dingen in eine organische Verschmelzung einwilligen, so gibt es doch eine ganze Menge g e - meinschaftlicher Anliegen, in welchen wir vollkommen übereinstimmen und in denen wir uns als einheitliches Ganzes betätigen könnten. Im Thorarecht wurzelt nicht nur unser religiöses Selbstbestimmungsrecht, sondern zugleich auch unsere Pflicht auf brüderliche Verständigung. Das gesetzestreue Judentum wird dieses Recht und diese Pflicht niemals verleug- «sn. KismalL normten. den richtigen Weg suche und die erste Etappe auf diesem Wege ereicht habe: das haben wir nicht nur für Erez Jisrael und Deutschland, sondern für alle Länder der Diaspora, allüberall, wo es jüdische Parteienkämpfe gibt, als nachahmenswert empfohlen. Das tun wir auch heute. Die Alternative: gewaltsame Verschmelzung oder freiwilliger Zusammenschluß ist nun einmal durch zeitgeschichtliche Ereignisse zur Erörterung gestellt. Die Frage, welches die zweckmäßigste, zur Be Wigllllll Der MlMsM miß WM MllSkll sMklM Erledigung Zärstöllt, ittltß Zslsst MöWöN. Wk „Zsido Ujfag" vielleicht einen anderen Ausweg? Oder kann es diesem Veteran für gefetzestreue Interessen gleichgültig sein, wenn durch andauern den feindseligen Bruderkampf der Riß in den Gemütern noch klaffender sich gestaltet? Wir wollen das.nicht glauben. Das orthodoxe Organ „Zsido Ujfag" befaßt sich nur mit einem einzigen Absatz unseres fast sieben Spalten umfassenden Artikels, in dem wir als bemerkenswerte Begleiterscheinung auf den gewaltigen Gegensatz hinwiesen, der zwischen den neologen Landesvätern von damals, die mit fanatischem Eifer den Schulchan Aruch bekämpften und ihren Epigonen von heute, die im Lichte der neuen Zeit vorgeblich auf Basis des Schulchan Aruch stehen wollen, besteht. Daß in dies e m Hinweis ein nachahmenswertes Beispiel für Deutschland, und Erez Jisrael vorgezeichnet wäre, glaubt „Zsido Ujsag" wohl — mit Nichten. Die „Atmosphäre des friedlichen Nebeneinanderseins", die nach verbitterten unglückseligen Kämpfen mehrerer Jahrzehnte erreicht wurde; das mutmm den füllen Weg. gegangön ist, indem man eine gemalijame Unifikation erzwingen wollte; daß man nunmehr Es wäre freilich verfrüht, nun schon die Erwartungen allzu kühn zu spannen. Man braucht nur die Diskussion der jüngsten Tagung der Mandatskonnnission bes Völkerbundes mti histo- Nslhcm Sinn zu lcscn, um gu bsgrrifsn, w\f w?mg wir noch von einem wirklichen Umschwung sprechen dürfen. Bereits 7 Jahre tobt ein religiöser Kulturkampf in Jerusalem, ein Kampf, der in zivilisierten Staaten im großen ganzen längst überwunden ist. Es kann an Hand historischer Dokumente nachgewiesen werden, daß die zeitgeschichtlichen jüdischen Kampfbewegungen in Palästina sowohl ideell als auch materiell ein Konterfei der sattsam bekannten religiösen Kulturkämpfe in den Galutländern darstellt. Ist es nicht ein tiefbeschämender Akt, ein herzzereißender Anblick, den die gesamte Judenheit wieder über sich ergehen ließ? Die legalen Vertreter der Völker der Erde sitzen am grünen Tisch und debattieren allen Ernstes darüber, ob die thoratreuen Juden in Palästina, die mit den Zionisten nicht organisch werJtfjTrtofgeTt Jein »oflert^ ats SSeJiartbietf bes jüdMön Nationalheims betrachtet werben können! Diese thoratreue Judenschaft wird als „superorthodox", als kleine „dissidierende" Fraktion charakterisiert (obwohl in einer jüngst stattgehabten Volksabstimmung 7000 Familienoberhäupter — also mindestens 35 000 Seelen — für die Unabhängigkeit der Orthodoxie sich erklärt haben), die sich für die zionistischen Konzeptionen des Nationalheims gar nicht oder nur wenig interessiert. Vor dem Forum des Völkerbundes wird auch über die Unterschiede des geistlichen Wertes des Fleisches der Tiere verhandelt, die auf diese oder jene Art getötet sind. Dabei erklärt der Vertreter der Mandatarmacht, daß der jüdische Nationalratdie jüdische Gemeinschaft von Palästina auch für die religiösen Angelegenheiten repräsenti ü r C: MWMW Tßff BUS) N«H W ZW in LtMZöMbssllchsi> fsstgsstsllt WSkbstt, bis sich weigern, in einer anderen Synagoge zu beten, als in ihrer eigenen. Ist das nicht Golus Haschechina in erschreckend wehmütiger Aufmachung?! Sollte denn chas wescholaum wirklich dabei bleiben, daß der Völkerbund über die ewigen Grundsätze des Thoravolkes zu Gericht sitzen soll?! Muß das so sein? Die Führer der zionistischen Organisation haben leider noch immer nicht begriffen, welche Freude und Begeisterung, und welche Fülle von Enregien sie in den jüdischen Massen auslösen würden, wenn sie die Heiligtümer des jüdischen Volkes, für welche unter allen programmatischen Zielen der zionistischen Organisation, kein becheidenes Plätzchen ausfindig gemacht werden konnte, nicht in ihren Machtbereich zwingen ryvjlldsl baburdj ben SSexoeis erbrädjien^ ba^ bs ihnen lediglich um best wirlsstjllfililhen Aufbau des Landes zu tun fei. Es läßt sich wohl mit einiger Bestimmtheit sagen, daß der Bruderkampf an dem Tage aushören würde, an dem die zionistische Organisation, dem ursprünglichen Programm getreu, lediglich den wirtschaftlichen Aufbau Palästinas erstreben würde. Jawohl, im nationalen Einheitsbegriff des jüdischen Volkes liegt der Schwerpunkt der Divergenz zwischen Zionismus und Orthodoxie. Und schwer gefehlt haben diejenigen, welche die einzigartigej unDer^Iei(^Ii£^e, J^ijirorx Jef,e <Ei«f>ei± be5 MWönDölkes m eine rrwialk, pMiNskhmauonale Einheit umgedogen haben. Ihnen fällt vor allem die Schuld zu, daß die Erez Jisroel-Nation auch auf geheiligtem Väterboden den Widerwärtigkeiten des Golus ausgesetzt ist, während man bei mehr Einsicht, bei mehr Selbstbescheidung, auch in den zeitgemäßen Bemühungen für die Wiederaufrichtung des nationalen Heims, bereits viel weiter hätte halten können. Die Anregung auf historische Zusammenfassung der Geschichte der jüdischen Reform in einß^rien Sänberny iji rtidyi rteix xrrib Srarufji in btesein Zusammenhänge nicht behandelt gu werben. Ueber den zeitgeschichtlichen Wert eines solchen Unternehmens schrieb uns der allgemein verehrte greise Oberrabbiner S. Schreiber aus Eger u. a. dem Sinne nach folgendes: Es sei sehr wichtig, die Ereignisse, die seinerzeit zur Spaltung geführt haben, in einer systematischen historischen Beleuchtung zu veröffentlichen. Man hat schon vieles vergessen. Gar manche meinen, daß gewöhnlicher Streit und Hader die leitenden Motive waren. An der Hand der historischen Geschehnisse soll dem neuen Geschlecht immer und immer wieder gesagt sein, daß es zur Trennung und Spaltung nur gekommen ist, weil die gegnerischen Brüder in ungeheurer Verblendung, die Autorität des Thoragesetzes, den Lebensnerv des -irdischen Volkes, verfassungsmäßig ignorierten «ns lö Sim mm Süf rm2 vorbildliche Mosikoo Nofösch unsskSk großen Verewigten für die unbedingte Herrschaft der Thora in den Gemeinden Israels, soll Unvergessen bleiben. Dieses historische Vermächtnis gilt für alle Zukunft. Wenn mein Gesundheitszustand es erlaubte, heißt es in diesem Schreiben, würde ich mich selbst einer solchen wichtigen Arbeit widmen. (Schluß folgt.) Korrespondenzen« Racbricbfen.?«#*!&** liW, Die Frage des Einheitsgebelbuches gelöst! Berlin, 1. Nov. Die ITA. berichtet: Am Sonntag den 31. Oktober d. I. konstituierte sich der liberale Kultus-Ausschuß des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. Es waren die Herren Rabbiner Dr. Seligmann, Frankfurt a. M., Rabbiner Dr. Warschauer, Dr. Weyl, Pros. Dr. Elbogen, Direktor Dr. Spanier, Oberkantor Zivi, Elberfeld, Semi- Wochenkalender. vom 13.—.20 Nov. 1828. / vom 7. - 14. Kislew 6887 Samstag 13 7 Sonntag 14 8 g Montag Nov. 15 9 Dienstag 16 10 Mittwoch 17 11 Donnerstag 18 12 Freitag id 13 Samstag so 14

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