Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 46 (11.11.1926)
- Date
- 1926-11-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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a-, b:h 11 Novsmvöl 1«M auf beschränken, den ganzen Gedankenkomplex der orthodoxen Oeffentlichkeit zu unterbreiten und unsere Spalten zur weiteren Erörterung des Themas zur Verfügung zu stellen. 3 * l i i ÜTr 10 ff Wochenrundschau. Einigungsbestrebungen? Von einem westdeutschen Angehörigen des „Bundes jüdischer Akademiker" erhalten wir folgende Zuschrift: In letzter Zeit mehren sich die Stimmen in der jüdischen Oeffentlichkeit, die gebieterisch eine Zusammenfassung der leider so zersplitterten jüdischen Kräfte verlangen. Dieser Wille zu einer gemeinsamen Basis, deren befriedende Wirkung auf die innerjüdischen Streitigkeiten nicht angezweiselt werden sollte, tritt allenthalben mit einer Deutlichkeit hervor, selbst aus Kreisen, die alles Heil und jede Hilfe von einer gesonderten Gemeinschaft b«r Gesetzestreuen erhoffen, daß es zum eigenen Scham srmrW. liM man m imMWl. Dal Wim mit besonderer Belonuttg h&V jÜdtsHSN Tk0dUl0N UNd dötz jüdischen Gesetzes deutlich auch der Anspruch erhoben wird, von orthodoxer Seite beachtet zu werden, darf ein erfreuliches Zeichen fein. Nicht mehr wird über den Kopf der Gefetzestreuen hinweg der Versuch unternommen, jüdische Kräfte zu sammeln, wobei man bisher die „jüdischsten" außer Acht zu lassen sich bestrebte. Man leugnet nicht mehr die Berechtigung einer Sonderung der gesetzestreuen Kreise, man behauptet nur, daß die Berechtigung entfällt in demselben Momente, wo man sich zu der verpflichtenden Achtung der jüdischen Tradition und des jüdischen Gesetzes bekennt. Das ist wirklich eine um so mehr zu beachtende Stellungnahme zu den innerjüdischen Problemen, als diese Stimmen auch aus Kreisen kommen, von denen man es nimmer erwartete. ■" Es ist nicht zu verkennen, daß eine Arbeitsgemeinschaft oder sogar ein Bund jüdischer Jugendvereine, an die wohl in erster Linie gedacht wird, in der Wirkung nach außen unabsehbar ist. Die ganz einseitige Haltung, die sich vielerorts nur auf innerjüdische Probleme zu beschränken sucht, wirkt auch nach außen nicht am besten. Der Außenwelt bietet sich das unschöne Bild der Zerrissenheit und Uneinigkeit, wenn auch dieser Hinblick nicht ausschlaggebend sein dürfte für die Lösung innerjüdischer Probleme. Die Wirkung dieser unerfreulichen Zustände nach innen muß aber beachtet werden; denn, hier liegt letzten Endes der Anfang und das Grundlegende aller Bestrebungen, die auf die Schaffung einer Arbeitsgemeinschaft hinzielen. Gerade in der jüdischen Jugend hat die vielfache Zersplitterung die nachhaltigsten Folgen. Müll mit nai man ncD an aas MW IM m hat. unb daß sich absonveri, weil even Das Mische Gesetz nicht gehalten wird. Sind aber diese Boraussetzungen nicht gegeben, dann findet man es eigentümlich, daß dennoch eine Einigung nicht möglich fein soll. Die noch weitergehende Konsequenz ist die, daß sich die nicht gerade schlechtesten Kreise der jüdischen Jugend in eine 21N 'IN ü'phrr N'2 uw '2 nt s'8- Wenn das Heiligtum nichts anderes ist, als ein Haus Gottes und nicht auch ein Haus der gottgeschaffenen Menschen, für die allein dieses Haus Sinn und Bedeutung hat, dann ist dieses Haus zerstört, auch wenn es scheinbar noch so fest steht, denn der Geist ist aus ihm entflohen, es ist dann nichts anderes als, wie unsere Weisen sich ausdrücken. cmi D'xsr Vsr inan Holz und Stein, die dem Gesetze des Werdens und Vergehens alles Materiellen unterworfen sind. _ stns m virsrvn nti. Dsr WMsLLufßsu tzss AslltMins kann nur erfolgen, ronnn wir begrsif?tt, däß düS HsillgtUM nichts anderes sein soll als eine Pforte zum Himmel. Das ganze irdische Leben soll geweiht werden durch das Heiligtum. Das Leben hier auf Erden ist sinnlos, wenn es keine höheren Zwecke gäbe, für die zu leben und m streben der Mühe wert wäre. Ist der Sinn des Lebens kein anderer, als zu streben, um das Leben zu fristen, so sind wir in einen Kreis eingeschlossen, aus dem es kein Entrinnen gibt. Das Heiligtum aus seinen ragenden Zinnen soll uns stets den Weg in die Höhe zeigen, soll unseren Blick zum Himmel leiten, zu unserem Gotte, der unserem Leben allein Zwecke und Werte gegeben. Pforte zum Himmel sei da? Heiligtum, ein unentwegter Mahner, daß wir uns aus diesem Leben in das Reich der Ideen, in die des Geistigen und Göttlichen emporheben sollen.' Finden wir die Pforte zum Himmel, dann wird das Heiligtum erbaut und dieses Heiligtum begründet eine bessere zukünftige Welt. Unser sei das Haus unseres Gottes, unsere Kinder sollen die Erbauer sein, dann steht fest das Haus unseres Tsms, 7?nn 17 tzMyii -nnr jrm ips». „Denn er hat befemg! die Riegel deiner gegen alles. Jüdische gleichgültige Haltung verlieren. Wir aber sind nicht so zahlreich, daß wir solche Verluste auf die Dauer ertragen können. Diese Kräftevergeudung hat uns schon bis jetzt sehr geschadet und es ist nicht abzusehen, welcher Schaden uns stündlich und täglich bevorsteht. Auch darüber kann kein Zweifel bestehen, daß man auf gesetzestreuer Seite mit allen Kräften danach streben muß, diesen Verlusten mit allen nur möglichen Mitteln Einhalt zu gebieten. Mehr noch aber muß uns die junge Orthodoxie ans Herz gewachsen sein. Es wird sehr bedenklich, wenn sich da Zweifel regen, ob man die Stellungnahme hat, die sich vor der jüdischen Oeffentlichkeit und vor dem eigenen, jüdischen Gewissen verantworten läßt. Wenn es die Möglichkeit gibt, daß die eigene religiöse Einstellung nicht nur nicht verletzt oder lächerlich gemacht wird, sondern man frei und offen bekennt, daß es d i e Einstellung ist, die der geschichtlichen.Mission des Judentums entspricht, dann kann es allerdings schwerlich Gründe geben, die eine Zurückhaltung rechtfertigen. Es wäre nur noch ein Streit um Nuancen. Aber die schärfste Betonung des eigenen religiösen Standpunktes darf nicht aus dem Äuge verlieren, daß der Wille und das Bekenntnis zum Judentum nicht weit von der praktischen Ausübung des Judentums enffernt ist. Man darf es nicht als besser betrachten, einen ganz engen Kreis um sich zu scharen, von dem man annimmt, daß der wenigstens allen Anforderungen, die man an eine orthodoxe Jugend stellen darf, entspricht. Hieraus entspringt der große Fehler, daß man seine Kräfte überschätzt. Es muß aber darauf Rücksicht genommen tocr» be«^ ba^ biefer ertge Srsts nur bestehen kann, sondkrn baß er jo errnsllerl, er KNtN öll wird. Andererseits heißt es nicht, eine vollkommen homogene Masse zu sammeln — denn die verschiedenen Ansichten des Einzelnen ließen sich ja doch nicht konrollieren —, sondern es ist ernsthaft zu überlegen, daß man unter Beibehaltung der eigenen, differenzierten Anschauung mit denen den Weg gemeinsam zu gehen hat, die willens sind, sich den richtigen Weg zeigen zu lassen. Diese Aufgabe darf nicht mehr von den führenden Persönlichkeiten übersehen werden. Es sei betont, daß es sich nicht darum handeln darf, eine möglichst große Gemeinschaft zu schaffen, in der man seinen eigenen Ideen mit leisem, aber um so energischerem Nachdruck Geltung verschafft, sondern daß nur dann auch die orthodoxe Jugend sich für eine Gemeinschaft mit anderen jüdischen Vereinigungen zu entschließen hat, wenn in hinreichendem Maße die Gewähr gegeben ist, daß man von jeder Mißachtung der jüdischen Pflichten absieht. Wenn es möglich ist, daß die ungarische Neologie heute schon einzusehen beginnt, wo der richtige Weg ist, so müßte eigentlich jeder Zweifel, ob dieses auch in der jüdischen Jugend Deutschlands möglich sei, bei Seite gelassen werden. Es muß aber davon abgegangen werden, daß man mit der Sonderung allein schon seine Schuldigkeit getan zu haben glaubt. Dieser Gedanke liegt niemals im Sinne derjenigen Männer, die die Trennung für eine Pflicht jedes aufrichtigen Juden hielten. Nur solange die Notwendigkeit besteht, daß man seine jüdischen Pflichten nicht erfüllen kann, ohne sich von anderen Juden zu trennen, nur solange ist die Trennung notwendig. In demselben aS-exr, roo Sperrt jüdischen (S-efefeö bt'e (Stelle geräumt wird, Mt ihm gebührt, hnt streicht und verliert auch den Schein einer Berechtigung. Jedenfalls muß von orthodoxer Seite den mannigfachen Bestrebungen in der heutigen Judenheit, die eine Rückkehr und eine Befestigung der übernommenen Tradition zum Ziele haben, größte Aufmerksamkeit geschenkt Tore, er hat deine Kinder in deiner Mitte gesegnet? Bom Heiligtumsgeist erfüllte Menschen sind die festen Riegel der Tore des Heiligtums, das nur erbaut werden kann von gottgesegneten Kindern, die im Hause Gottes gepflanzt und in Gottes Höfen sich;u den herrlichsten Blüten göttlicher Kultur entfalten. kleines Feuilleton. Golk und Eltern, oder „Lieben und Ehren". Von Hermann Cohn in Hamburg. Es ist eigentlich auffallend und im ersten Augenblick schwer verständlich, daß die Tauroh uns in Bezug auf Gott befiehlt: „Und du sollst lieben den Ewigen deinen Gott," usw., während sie uns im fünften Gebot befiehlt: „Ehre Vater und Mutter" usw. Man sollte doch meinen, daß es richtiger heißen müßte: „Ehre, resp. ehrfürchte den Ewigen deinen Gott" usw., und: „Liebe Vater und Mutter" usw., denn Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde flößt vor allem Ehrfurcht ein, während die Eltern, welche die hilflosen und unentwickelten Kinder 'aufziehen und behüten, Liebe einflößen sollten. — Bei tieferem Nachdenken überzeugt man sich jedoch von der Richtigkeit der göttlichen Gebote. Allerdings flößt uns Gottes Majestät und Seine unbegrenzte Macht Ehrfurcht ein, ja sogar so sehr, daß dieselbe jedes andere Gefühl zu Gott überschatten würde, und wir winzigen Erdenbewohner es kaum wagen würein cmberes ®ejxi^r Jür gu f,eg-ert- - ergebt uns Gon MS unferm Gefühl der stejjten 2>ernui uni werden. Hier heißt es sich eben in genügendem Matze geltend zu machen. Es muß etwas geschehen, das diesen Tatsachen gerecht wird. Schon um der Jugend willen, die von einem Sehnen nach gemeinsamen Wegen aufs tiefste erfüllt ist, und die es für die größte Schmach und die größte Schande hält, wenn an der gegenwärtigen Lage und den gegenwärtigen Differenzen ein Zusammenwirken scheitern soll, das die Entwicklung zum Guten — in jüdischem Sinne — in sich birgt. Und wenn man sich nicht dieser großen, wahrhaft jüdischen Aufgabe bewußt zu werden vermag, dann ist die geringste Forderung, die man stellen darf, daß auf keinen Fall einer jüdischen Bewegung entgegengearbeitet werden darf, durch die der Gemeinschaftsgedanke zu kraftvollem Leben erweckt werden soll, geweckt zu einer Gemeinschaft, die in ihrer Existenz in keiner Weise eine Gefährdung des gesetzestreuen Judentums darstellt, und das auch für den Fall, daß diese Gemeinschaft in weiterem Rahmen für das jüdische Gesetz und die jüdische Tradition einzutreten gewillt ist. Obgleich nach unsren Beobachtungen der größere Teil der gebildeten gesetzestreuen Jugend sich vollkommen klar darüber ist, daß die Wahrung der organisatorischenSelbstst ä n d i g k e i t des thoratreuen Judentums heute mehr als je zuvor die heiligste Aufgabe jedes bewußten Juden fein müßte, glauben wir den Bedenken und Zweifeln des Einsenders doch Raum gewähren zu sollen, weil er damit unter feinen Ältsvsgerraffsn nicht ganz allein steht Und Vas Zieldas ihm vorsHv??ö4, aw4 unsrige ist. Er ist der Meinung, daß eine „Zusammenfassung der jüdischen Kräfte" (gemeint ist eine Zusammenfassung ohne Unterschied der religiösen Weltanschauung) immer dann möglich und geboten sei, wenn man sich „zur verpflichtenden Achtung der jüdischen Tradition und des jüdischen Gesetzes" bekennt, von „jeder Mißachtung der jüdischen Pflichten" absieht. Ins Konkrete übersetzt soll das wohl heißen: eine Arbeitsgemeinschaft aller jüdischer Jugendorganisationen ist zu erstreben, wenn bei den gemeinsamen Veranstaltungen Verstöße gegen die Gesetzesvorschriften (Sabbat-Speisegesetze)vermieden werden. Wir vermögen dieser Auffassung nicht zuzustimmen, weil sie auf einer starken Ueberschätzung der geistigen Kräfte der gesetzestreuen Jugend, ja auf einer Verkennung des Wesens aller Erziehung beruht. Die Sehnsucht nach positivem religiösem Lebensinhalt, der in der jüdischen Jugend, auch in der liberalen und zionistischen, unverkennbar zutage tritt, darf nicht zu dem Glauben verführen, daß nun die Schlachtordnung der auf starke Kulturmächte, auf zünftige Wissenschaft lmD IMMMMlM £CBCnmm MWklI 8kM gen Gegner völlig gusarnlnenAedrschen ser UNÄ dem unreifen, ringenden jungen Menschen nichts anhaben könne. Religiöse Stimmungen und Thorawahrheit sind zweierlei, wenn auch das von der untersten Stufe Seines Thrones hoch über alle andern Geschöpfe und zeigt uns, daß er auf unsere Liebe zu Ihm Wert legt: „Weohawto es Haschem Elaukecho". Ohne Gottes ausdrückliches Gebot würden wir nicht wissen, ob wir ein anderes Gefühl als das der höchsten Ehrfurcht und Scheu für Ihn hegen dürften: da sagt uns der Ewige: „Ihr dürft, Ihr sollt mich lieben", und liegt in diesem Gebote zugleich die Bekanntgabe Seiner Liebe zu uns. Denn wie könnte Liebe neben dem scheuen Gefühle der Ehrfurcht bei einem unsagbar winzigen Geschöpfe zu seinem Schöpfer auskeimen, wenn es nicht wüßte, daß es auch von seinem Schöpfer geliebt BöiraHM mir nun öas Derhülinis der Kinder gu den Eltern, so müßte das natürliche Gefühl der Kinder die höchste Liebe zu ihren irdischen Erzeugern, die wie schon anfangs erwähnt, die Lebensfähigkeit der Kinder, auch nach der Geburt, erst durch äußerste Veschützung und Sorgfalt, ermöglichen, sein. — Gar oft aber sehen wir, daß diese von Gott den Kindern eingepflanzte natürliche, normale Liebe zu ihren Eltern versagt. — da kommt denn Gottes Gebot: „Ehre Vater und Mutter", ufw., uyd verkündet mit erschütterndem Ernst den Kindern: „Da Ihr nicht meiner Offenbarung in der Natur dem in Euch gelegten „Naturtrieb" zur Elternliebe gehorcht habt, so gehorcht jetzt meiner „Taurohoffenbarung", welche Euch befiehlt, „Eure Eltern in Gedanken, in Wort, und in Tat zu ehren!" Den kaum möglichen schrecklichen Fall, — ich spreche hier von religiösen Menschen —, daß Kinder auch dieses göttliche Gebot unberücksichtigt lassen und beide göttlichen Offenbarungen, die Natur und die Tauroh verwerfen, wollen wir gar nicht ausdenken. Unsere bisherigen Ausführungen haben uns die Bechtignng h-es SBorifautes her SEaurnhi „llnb hu lallst fieUn«, «nt rMW MUl? M MM" MflWll