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Der Israelit · 1926-11-04 · Heft 45 (4.11.1926) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 45 (4.11.1926)
Date
1926-11-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 45 Sette 5 4. November 1926 - Tagung des Berliner Landesverbandes. Berlin, 1. Noo. Die Presseabteilung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden gibt den folgenden Bericht aus: Am Sonntag den 31. Oktober trat der Große Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden unter dem Vorsitz seines Präsidenten, des Herrn Kammergerichtsrates Wolfs, zusammen. Die Versammlung war fcejucfjt. 5)er SSonntiiag xxxxx irre t>on Aussprachen über Me Geschäftsführung und Me Finangangelegenheiten des Verbandes ausgefüllt, die sich an den Rechnungsabschluß 1925/26, der genehmigt wurde, anschlossen. Der Haushaltsvoranschlag für 1926/27 wurde mit einigen geringfügigen Aenderungen angenommen. Für das Jahr 1927/28 wurde auf Antrag von Dr. Freund eine neue Art der Beitragserhebung in Aussicht genommen Am Nachmittag konnten nur die wichtigeren der auf der Tagesordnung stehenden Punkte erledigt werden, trotzdem sich die Beratungen bis spät in die Abendstunden hineinzogen Der Entwurf für den kommenden Reichsverband der deutschen Juden wurde erneut besprochen und ein Antrag M. A. Loeb und Dr. Horovitz, die die Rechte der konservativen Minderheiten noch durch eine besondere protokollarische Erklärung geschützt wissen xvollten, angenommen. Eine Beihilfe für das Julius Höxter'sche Quellen- Lesebuch wurde gewährt. Herr Dr. Freund erstattete ausführlichen Bericht mit Bezug auf die Verhandlungen mit den preußischen Behörden über die Beitragsleistung für Rabbiner und Lehrer. Die aus ber Sagesorbrturtg fiel>enbe SSefprecfjung bes Entwurfs eines Gesetzes über die RechtsverhültnM der Juden in Preußen wurde vertagt und zunächst die Wer-1 össentlichung des Entwurfs in Aussicht genommen. Als nächste bedeutende Ausgabe des Landesverbandes wird die Einrichtung von Bezirksrabbinaten und Lehrer-Bezirken zu betrachten sein. — Für die ausgeschiedenen Verbandstagsabgeordneten, die Herren Wolpe, Krumhold und Latzki, wurden die Herren Ackerhalt, Dr. Fischer- Barmen und Direktor Peltesohn gewählt. Aus der Breslauer Gemeinde. Breslau, 31. Okt. Die Feiertage haben auch hier, wie wohl überall in Deutschland, von einer wachsenden Intensität des religiösen Lebens in allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung Zeugnis abgelegt. Ueber die Tiefe und Nachhaltigkeit dieser religiösen Einwirkungen lassen sich allerdings nur schwer begründete Behauptungen aufstellen. Unzweifelhaft ist, daß die wacker aufstrebende und von wirklichem Äufbaugeiste. getragene Breslauer „I ü d i s cheSchul e" solideste Erziehungsarbeit leistet und für die Zukunft dem flurk vkkfMlieten Breslauer Mmelnükleben bessere Aus? Mts» Die Gemeindevertretung allerdings hat bisher noch gar keine Möglichkeit und auf der liberalen Seite auch keinen Willen, sich an dieser wirklich jüdischen Arbeit Dep D » r » » l II / zu beteiligen. Sie beschäftigt sich dafür mit der Bepflanzung und Bebauung der Friedhöfe, der Aufbewahrung der Aschenurnen und anderen Aeußerlichkeiten des konfessionellen Lebens. In der letzten Sitzung der Gemeindevertreter wurde vom Vorstand beantragt, den Jahressteuersatz endgültig auf 18% festzusetzen. Aus der Begründung sind eine Reihe von Mitteilungen und Hinweisen von mehr als lokalem Interesse. Das Kultussteuer-Soll der jüdischen Leirü^i Lei IQiS nach des Finanzamtes ungefähr 1 Millionen Mark. Doch wird mit einem Ausfall von 25% gerechnet, so daß also nur 750.000 Mk. bleiben. In diesen Zahlen spiegelt sich der starke wirtschaftliche Rückgang des jüdischen Mittelsttndes wieder. Vor dem Kriege betrug, was nicht allgemein bekannt ist, der Anteil der jüdischen Bevölkerung am Gesamtaufkommen der Einkommensteuer über 30%, jetzt nur noch 18 bis 19%, und dies, trotz der enormen zahlenmäßigen Zunahme der in Breslau wohnenden Juden. Es ist also kein Wunder, daß die jüdische Gemeinde mit dem früher erhobenen Steuersatz nicht im entferntesten mehr auszukommen vermag, zumal sie ja ihren ganzen Kultus und alle die besonderen Aufgaben einer jüdischen Gemeinde selbständig ohne Beteiligung des Staates zu lösen hat. Ein Steuerzuschlag von 18%, wenn die Kirchengemeinden 15% erheben, ist daher überaus mäßig. Bund gesetzestreuer Israelitischer Gemeinden Bayerns. M ü n tf) e rt, 2. Nov, Hi? prd?ntsich? des Bundes findet am 14. November vorm. 11 Uhr in Ansbach im Sitzungssaale der Israelitischen Gemeinde statt. Daran anschließend findet nachmittags 3 Uhr im Hotel „Goldener Zirkel" unser Bundestag statt, zu welchem alle gesetzestreuen Juden Bayerns freundlichst eingeladen sind. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Vortrag des Herrn Distriktsrabbiners Dr. Munk, Ansbach: „Grundfragen der Religionsphilofophie"; 2. Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Klein, Nürnberg: „Errungenschaften der modernen Technik in halachischer Beleuchtung". Zwei Vertreter der Judenhett im ungarischen Oberhaus. Budapest, 1. Nov. Das Verlangen der orthodoxen Judenschaft in Ungarn nach einer selbständigen Vertretung im ungarischen Oberhaus, hat seine Erfüllung gesunden. Nach dem neuesten Regierungsentwurf werden sowohl die orthodoxe wie die nsologe fiatthesorgartifaitott je einen Sitz im Mngnntsn- ' erfj^tten. Hee SiMM' sation wird durch das Hundertkomitee der orthodoxen Landeszentrale gewählt. Den Vertreter für die neologe Organisation wählen die Gemeinden selbst. find im Hause der Kehilla Iaffa/Tel-Aviv.1041 Trauungen vollzogen worden. Diese Zahl ist ein erfreulicher Beweis dafür, daß auch die Chaluzim mit ganz geringen Ausnahmen die Ehefchlietzungsgefetze des Judentums respektieren. Saly Geis. (Koyes Atter). In Tulcea, Rumänien, verstarb — wie uns von dort gemeldet wird — die Jüdin Weiß im Alter von 123 Jahren. Sie erfreute sich bis zuletzt der besten Lebensfrische. Wie aus Wilkowisch ky. Litauen, gemeldet wird, verstarb dort Frau Taube Langbart, populär genannt „Taubele", im Alter von 109 Jahren. Sie verdiente sich bis zu ihrem letzten Lebenslage ihr Brot durch Geflügelhandel. ©« erffe W«rkäfkirta-Waß)- Das Foreign Offie, Bai Ksssr> Tags zum Ms» Mal siusu Patz fil« Bi« flielfe natSj Palästina ausgegeben, ©er Paß ircrg die Nr. i und hat die Form eines britischen Paffes Oben auf dem Umschlag find die Worte „Britisl Paßport", in der Mitte das Königliche Wapper und unten die Worte »Palestine Patzport" ausgedruckt. Er wurde auf den Namen des Herrn Ing Ephraim KutzenoK, Direktor der Haifa Deoelopmeni Company, ausgestellt. Der Text ist in vier Sprächet — englisch, französisch, hebräisch und arabisch — gedruckt. Er ist vom Oberkommissar für Palästinc im Namen des britischen Königs ausgestellt, di, Nationalität des Besitzers ist mit den Worten .Palästinensischer Bürger" angeführt. <P»Ien. Der „Belzer Robbe" Lemberg, 1. Noo. In der Nacht von Freitag zu Sonnabend verstarb in Belz im Alter von 74 Jahren der in der gesamten chassidischen Welt berühmte Rabbi Jssachar Dow Rok e a ch, genannt „Der Belzer Rebbe". Vor 34 Jahren, nach dem Ableben seines Vaters Jesaja übernahm er die Würde des Großrabbiners von Belz. Der Rabbi erkrankte vor einigen Tagen bedenklich. Er wurde von mehreren Lemberger Aerzten behandelt, zuletzt wurde auch Prof. Rosen aus Berlin berufen. Alle Mühe der Aerzte konnte aber das Leben des greisen Rabbi nicht üMisn. Die Nachricht vom Ableben des „Belger Nebbe" hat in Belz, Lemberg und ganz Polen unter den vielen Tausenden Belzer Chassidim große Bestürzung hervorgerufen. Auch unter der christlichen Bevölkerung, unter der der Rabbi zahlreiche Verehrer zählte,, hat die Nachricht von seinem Ableben starken Eindruck gemacht. Die Bestattung fand am Sonnttg, den 31. Oktober, nachmittags in Belz in Anwesenheit von tausenden Ehassidim, die in Extrazügen aus Lemberg und der ganzen Gegend herbeigeeilt waren, statt. Sämtliche Rabbiner der Umgegend hatten sich eingefunden, um dem toten Rabbi die letzte Ehre zu erweisen. rraxan- - ->—. :. -'—— Leichenverbrennung und Begräbnis. W a r s ch a u, 29. Okt. Am Montag fand auf einem Warschauer Friedhof ein Zusammenstoß zwischen orthodoxen und liberalen Juden statt, so daß die Polizei eingreifen mußte. Der Zwischenfall ereignete sich bei dem Begräbnis eines reichen Bankiers, der in Danzig sich hatte verbrennen lassen, und dessen Asche auf dem Friedhof beigesetzt werden tjatte mit fnapj?er tmetjvtjeit beschlösse», Las Begräbnis zu verweigern, aber der Barr stand ordnete auf Wunsch der Familie dennoch die Bestattung auf dem Friedhof an. Jedoch wurde das Begräbnis durch große Massen der jüdischen Bevölkerung, die eine feindselige Haltung annahm, verhindert. Das Warschauer Rabbinat hat nunmehr eine große Versammlung polnischer Rabbiner einberufen, um eine endgültige Entscheidung zu fällen. Sejmdeputat kirschbraun für die Rechte der jüdischen Gemeinden. Warschau, 1. Nov. Sejmdeputat Kirschbraun konferierte im Laufe der vorigen Woche mit dem Leiter des polnischen Bildungsministreiums Vize-Premier Bartel eingehend über die Lage der jüdischen Gemeinden des Wilnaer Gebiets. Er hat im Namen der Orthodoxie zu dem Memorandum der Wigotsky-Gruppe, die bekanntlich gegen den religiösen Charakter der jüdischen Gemeinden Schritt unternahm, Stellung genommen. Sejmdeputat Kirschbraun protestierte ferner gegen die Vorgangsweise einzelner politischer GelveinLevertvosivvAeti ittt ssiössn^r lllii sicht auf die geringe Zahl der Mitglieder in einzelnen jüdischen Gemeinden die Gemeindehäuser in Beschlag genommen haben. Vize-Premier Bartel versprach dieser Sache nachzugehen und die Frage des Charakters der jüdischen Gemeinden in eine zweite Konferenz mit Sejmdeputat Kirschbraun zu besprechen. Srhiveiz. Der Völkerbund und die tzglenderresorm. Genf, 29. Okt. Das Sonderkomitee des Völkerbundes für die Kalenderreform, das im Jahre 1924 eingesetzt wurde, hat einen Bericht veröffentlicht, der die Schlußfolgerungen enthält, zu denen die Kommission nach Prüfung von 187 Projekten, die ihr unterbreitet worden sind, gelangt ist. Es wurde entschieden, daß keine Reform ohne Uebereinstimmung unter den höchsten religiösen Autoritäten durchgesührt werden könnte, und daß keine Aenderungen in Erwägung gezogen werden sollten, wenn sie nicht von iw äffiHlllta QMhuh«* Msültis ääfaMill wst-ds». Fragebogen zum Zwecke der Aufklärung wurden an die Staaten, die Mitglieder des Völkerbundes sind, versandt, ebenso an die religiösen Autoritäten sowie an führende Geschäftskreise. Die radikale Reform des Kalenders, so sagt der Bericht, einschließlich der Einführung „weißer Tage" und des damit verknüpften beweglichen Sabbat hätten starker jüdischer Opposition begegnet. Das Komitee berichtet, daß es gegenwärtig keinen Weg zu einer endgültigen Entscheidung sehe, da die öffentliche Meinung noch nicht genügend vorbereitet sei. Erst die Herausbildung eines gewissen Einverständnisses in den verschiedenen Ländern könne den Völkerbund instandsetzen, unter den verschiedenen Vorschlägen eine Wahl zu treffen. Den religiösen Körperschaften wird empfohlen, das Prinzip der „weißen Tage" zu prüfen, den Statistikern und Wirtschaftern die Prüfung der Wichtigkeit der Drei-Monats- Periode und der Woche als Einheiten des wirtschaftlin&an flö&QM im Emnsatz zum Msnsi. Wochenkalender. vom 6.-13. Nov. 1886. / vom 29. Marchesch. bis 7. Kislew 6887 Samstag Sonntag 29 1 Kinn raian »enn in» miinn 6 7 n Mauled Freitag nachm. 2. Uhr 10 min. 26. S. enn »tn Montag Nov. 8 2 Dienstag 9 3 Mittwoch 10 4 Donnerstag 11 5 Freitag 12 6 Samstag 13 7 r»',

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