Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 44 (28.10.1926)
- Date
- 1926-10-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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mu w. u Okganifation einer Kehklka wird voll einer Anzahl jüdischer Führer in Mexiko-City energisch betrieben. Große jüdische Kundgebung im Gelände der 150-Iahrausstettung. Philadelphia, 8. Okt. Im Gelände der 150-Jahrausstellung zu Philadelphia fand eine Riesenkundgebung amerikanischer Juden statt, die, wie einer der Redner, der Bürgermeister von Philadelphia, erklärt hatte, die größte seit Eröffnung der Ausstellung gewesen ist. 35.000 Personen nahmen an ihr teil. Aus Newyork, Baltimore, Maffachufets und Pennsylvania waren Extrazüge mit jüdischen Bürgern eingetroffen. Vorsitzender der Versammlung war Richter Gustav Hartmann aus Newyork. Die Redner, Bürgermeister Kendrick, Senator William Wyers und Senator Edward Edwards, sprachen von den Verdiensten, die sich die jüdische Gemeinschaft um Amerika erworben hat, und der Anerkennung, die Amerika den Juden zuteil werden ließ, und erntete rauschenden Beifall der riesigen Zuhörerschaft. Senator Edrocrrds sprach mit {]££ sisiltt >m'Amerika unö wies anhand h-sto rischer Tatsachen nach, daß die Juden unter den Ersten waren, die im Jahre 1765 das Fundament zu der Selbstständigkeit der Vereinigten Staaten gelegt haben. Er schloß: „Jeder jüdische Bürger in Amerika ist für das Land nicht weniger wichtig als Präsident Coolidge." Türke». 9 et$» ro e < ii 28. Oktober 18M Bürgerrecht' nicht beM. OM MMMcht ' Mn "Recht Römer hießen sie ^QlleLen von Ämmaus^ M waren auf Freiheit, auf kommunale Verwaltung, auf Grund und Boden und auf Regelung des Wohlfahrtswesens. „Doar Hajom" schlägt vor, daß der „Waad Haleumi" die nötigen Kosten zu dem Zwecke leihweise den Interessenten zur Verfügung stellt. Ferner werden im „Doar Hajom" Anklagen gegen die Beamten und Führer der zionistischen Organisation erhoben, mit dem guten Beispiel der Einbürgerung noch nicht vorangegangen sind. Es wird sogar eine Art schwarze Liste veröffentlicht unter Nennung der Namen der Säumigen. Rühmend wird dagegen hervorgehoben die Lehrerschaft, die einheitlich die Parole ausgegeben hat, daß nur palästinensische Bürger ein Lehreramt bekleiden dürfen. Jerusalem, 20. Okt. Die Propaganda für die Erwerbung des palästinensischen Bürgerrechtes hat in Jerusalem mit Vollkraft eingesetzt. Sie wird betrieben durch Bekanntmachungen und Aufforderungen von Seiten des Oberrabbinates und des Einbürgerungskomitees. des Waad &air, »»-H »«rb in {MfÖHßÖßfiBB «»l tu Predigten und Vorträgen für die Einbürgerung geworben. Ein ganzes Heer von freiwilligen Werbern hat sich zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt. Verschiedene Auskunftbüros sind eröffnet und an verschiedenen Punkten der Stadt sollen Kanzleien zur Erledigung der Einbürgerungsformalitäten errichtet werden. Die Namen der Eingebürgerten werden in laufenden Listen in den Zeitungen öffentlich bekanntgegeben. von römischen Prachoillen, Tempeln und Badeanstalten umgeben. Es existieren zwei Quellen, die aber offenbar eines Ursprungs find. Das Wasser entspringt bei einer Temperatur von über 150 Grad Fahrenheit dem Böden. Eine neuere Analyse zeigt, daß> die vollkommen aufgelösten Salze 32 Teile auf 1000 Teile Wasser betragen. Es ist auch festgestellt worden, daß das Wasser radioaktive Eigenschaften besitzt. . Das Wahlgesetz für die Kommunen. , Jerusalem, 14. Okt. Das soeben veröffentlichte Wahlgesetz für die städtischen Kommunen in Palästina billigt aktives und passives Wahlrecht allen palästinensischen Untertanen männlichen Geschlechtes zu,, die mindestens 25 Jahre alt sind und innerhalb 12 Monaten vor Auflegung der Wählerlisten mindestens 50 Grüsch Steuern bezahlt haben. Die Aufstellung der Wählerlisten erfolgt grundsätzlich getrennt für die mohammedanische, christliche und jüdische Neu. tzifMZMkillslsiüst- TDükW )$>%% an einem Srte °(iy öer Wähler einer und derselben Religionsgemeinschaft an, so wird nur eine Liste aufgestellt. Die Zahl der Magistratsmitglieder beträgt 6 bis 12. Das Gesetz erregt in nationaljüdischen.Kreisen Unzufriedenheit, weil es den Frauen kein Wahlrecht gibt und durch die Festsetzung des Mindestalters auf 25 Jahre die ohnedies schon geringe Zahl der die palästinensische Staatsangehörigkeit besitzenden jüdischen Wähler noch mehr vermindert. Warum die türkischen Inden aus ihre Mnoritätsrechle verzichteten. Konstantinopel, 16. Oktober. In einem Gespräch mit Vertretern der türkischen Presse erklärte der Oberrabbiner der Türkei, Chajim Bejerano Esfendi, unter Hinweis auf die Auslassungen Louis Mrrfchalls mit Bezug auf den von den jüdischen Repräsentanten der Türkei ausgesprochenen Verzicht auf die den Juden aus dem Vertrag von Lausanne zukommetthen Recht« st»lg«»dss: Wen tri*«* da? NrHt, UNS zu mriflersn, wenn die Gesamtheit der jüdischen Bevölkerung der Türkei es für gut befunden hat, auf die Minoritätsrechte Verzicht zu leisten? Wir dulden nicht eine fremde Einmischung in Angelegenheiten, die nur uns allein betreffen. Die jüdische Gemeinschaft in der Türkei ist Manns genug, von der türkischen Regierung die Erfüllung ihrer Postulate zu verlangen und braucht hierzu keinerlei Hilfe von außen. Unsere religiösen Vorschriften wollen von uns, daß wir der Regierung gehorchen und sie achten. Wir Juden sind damit zufrieden, daß in unserem Staate die Schweizerische Civil-Code eingeführt ist, und wir werden uns unseren Prinzipien gemäß den Gesetzen der Republik beugen. Was man draußen von uns spricht und denkt, interessiert uns nicht. Der Oberrabbiner wandte sich den religiösen Fragen der Juden zu und wies darauf hin, daß der Militärgouverneur von Konstantinopel, Schukri Naiti Pascha, auf des Oberrabbiners Intervention hin erlaubt hat, daß dis jüdisch-» Schulkindcm $>fn hyhkll WWkli laiöri trtgffl vvu otn Schulen fükldliSböv und daß auch die jüdikchen Soldaten an solchen Tagen ihrer militärischen Pflichten enthoben sind. Den jüdischen Slodaten in Adrionopel wurde es sogar gestattet, über die Feiertage in ihre Heimatstadt und zu ihren Familien zu reisen. Zu Ehren des Rabbi Teitelbaum aus Newyork, Mitglied des Joint, gaben die Jeschiwaus und Lehrhäuser, für die Rabbi Teitelbaum seinen besonderen Einfluß einsetzte, einen Festabend im Hotel Amdursky, dem auch Oberrabbiner Kuck beiwohnte und mit einer warmherzigen Rede, in der er die Persönlichkeit und die Wirksamkeit Teitelbaums schilderte, Bedeutung verlieh. Hervorgehoben wurde von den rveitsrsn SReb««*», Nnkchi Tkllöchlllllll ist isu W* HfsWchAus ftine Zdokosache sieht, sondern diese als Pflicht der Judenheit gegen die Geest des Judentums betrachtet und betreibt. Vertreter vieler Lehranstalten kamen zu Worte, zuletzt auch Rabbi Meier Berlin im Namen des Misrochi. Der Gefeierte dankte und betonte in seiner Erwiderung, daß seine Liebe zu Erez Jisroel und den Jeschiwaus daher komme, daß er selbst in Erez Jisroel geboren und in den Jerusalemer Thoraanstalten seine Ausbildung bekommen hat. 600 Teilnehmer sind einer Einladung der „Vereinigung der polnischen Olim" zu einer öffentlichen Verammlung gefolgt. Der Vorsitzende, Herr L e r n e r, childerte die kritische Lage des Mittelstandes in Palästina und sagte, daß, wenn auch eine Eindämmung der jüdischen Einwanderung vorerst erwünscht wäre, so ei doch gegen die Flucht aus dem Lande die warnende Stimme zu erheben. Mit jedem Schiffe, das Juden aus dem Lande bringt, vermindert sich unsere Kraft im heiligen Lande. In Polen hatte sich die fioj« gebessert, fff SßfflHUUg murke alexr nicht lungr Mhülleil UHÖ '05 sÄ für die nächste Zeit eine neue, starke Einwanderung in Palästina zu erwarten, worauf man sich jetzt schon vorbereiten sollte. Ausgestaltung von Tiberias zu einem modernen Thermalbad. Die Einbürgerung in Palästina. Jerusalem, 15. Sept. Der Termin für die Anmeldung der Einbürgerung in Palästina ist bald abgelaufen und das Interesse und die Beteiligung der jüdischen Bevölkerung läßt noch viel zu wünschen übrig. Der Waad Haleumi befaßte sich mit der Sache sehr ernstlich und fordert in einer Kundgebung die Juden Palästinas noch in zwölfter Stunde auf, die Sache nicht leicht zu nehmen. Die Einbürgerung fei kein politischer Akt, sondern die persönliche Angelegenheit eines Jeden, der feine Zukunft im Lande sichern will. Polen, auch Frankreich, sogar das freie Amerika haben gezeigt, wie eine Grenze zwischen Bürgern und Nichtbürgern gezogen wird. Es wird in Palästina nicht anders fein. Die Vermehrung der jüdischen Bevölkerung in Palästina durch die ffiinmanberung WÜF&ß fÜI Dt Fl flfnfLm de-. NntlvNKlhkttMS MUlllg tzlöWSN, MNtt W größte Teil der jüdischen Bevölkerung das palästinensische Jerusalem, 20. Okt. Es verlautet, daß die Regierung einer syrischen Gesellschaft die Konzession zur Ausnutzung der berühmten Thermen von Tiberias für eine Dauer von 30 bis 40 Jahren gewährt habe, wogegen die Gesellschaft jährlich 2500 Pfund an die Regierung abzuführen hätte. Die Gesellschaft hätte sich weiter verpflichtet, Badeanlagen nach den modernsten sanitären Bedingungen zu schaffen. Eine offizielle Bestätigung dieser Mitteilung liegt noch nicht vor. Die gegenwärtigen Badeanlagen von Tiberias wurden 1833 von Ibrahim Pascha zur Zeit der ägyptischen Okkupation erbaut, 1890 wurden sie von der türkischen Regierung erweitert. Die Temperatur der Quellen beträgt 143 Grad Fahrenheit, das Wasser enthält Schwefel, Magnesium-Chlorid und Eisen und kommt in seiner Zuammensetzung den berühmten Quelle» »o» s»rts&at»! ilßifD. Dis ThiLlue» »o» fjvt&en sich tu iljrer Heilwirkung gegen chronisechn Rheumatismus und verschiedene Hautkrankheiten stark bewährt. Zur Zeit der Tel-Awjw wird ein Eisenbahnzenkrum Palästinas. Jerusalem, 10. Oktober. Soeben wird hier mitgete-ilt, daß das Kolonialamt in London einen Entschluß gefaßt hat, die oorgeschlagene Verlegung des palästinensischen Eisenbahnknotenpunktes von Ludd nach Tel Awiw gutzuheißen. Dieser Entschluß ist von sehr großer Bedeutung für die Entwicklung der im rapiben 3Sarf>S±«»i VfgMklM WisWll Slakl Set Hicoify, Sir Herbert Samuel hat noch im März 1925 eine Kommission mtt der Prüfung der Frage der Verlegung des Eisenbahnknotenpunktes von Ludd nach Tel-Awiw betraut. Die Maßnahme wird als Kompensation an Jaffa und Tel Awiw aufgefaßt, die durch den Beschluß, den Hafen Haifa zu bauen, etwas in den Hintergrund gedrängt wurde. Diese Kommission hat sich in ihrem Gutachten für die Verlegung ausgesprochen. Ludd, das etwa 10 Meilen von Tel Äwiw gelegen ist, bildete bis jetzt einen Knotenpunkt der Eisenbahnlinsen Kantara— Haifa und Jaffa—Jerusalem. Die Wahl kampagne in Tel-Awiw hat begonnen. Tel Arm w, 4. Oktober. Die Wahlen zum Stadtrat von Tel Awiw werden am 25. Oktober stattfinden, aber schon heute ist der Wahlkampf in vollem Gange, an dem sich neben den bisherigen Parteien, noch zwei neue, die Konservativen' und btt ßctnriöfn. DL? LWher PülüMlllttRöZi.ökllNg hol her Stadty*rwastung mttgeteilt, daß laut der Jnerpretation des Obersten Gerichtes, wonach nur Steuerzahler zu wählen haben, auch Frauen, die Steuern leisten, ebenso Pächter, das Wahlrecht erhalten. Die Wahllisten werden demgemäß ergänzt werden. Das Wahlalter beginnt vom 21. Lebensjahre. Durch die zu eng gefaßte Interpretation des- Wortes „Steuerzahler" als einer Leistung von Steuern auf Immobilien gingen zahlreiche Bürger ihres Wahlrechts verlustig. Es schweben darüber noch Verhandlungen zwischen dem Stadtrat von Tel Awiw und Vertretern der Regierung (I. T. A.) Personalien. Wolf Wreschner Hamburg, 25. Okt. Im Patriarchenalter von nahezu neunzig Jahren ist in der Nacht zum Freitag eine der ehrwürdigsten Gestalten der Hamburger Gemeinde, Herr Wolf W re sch - n e r, abberufen worden. Einer posenschen Familie enttammend, konnte der Heimgegangene auf eine lange Ahnenreihe edelster, durch überragende Thorakunde und Frömmigkeit ausgezeichneter Generationen zurückschauen, denen er sich ebenbürtig anschloß. Das Vilb tti»-s sWers stabbi MMgm um MMnsr? Mul IM »»H 1'n -er Postncr LEMvgl'IlSfSMng m strahlender Frische und ihm nachzueisern war das Lebensziel des nun Dahingegangenen. In Breslau verbrachte er feine Mannesjahre, mit des Lebens Notdurft oft genug hart ringend^