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Der Israelit · 1926-10-28 · Heft 44 (28.10.1926) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 44 (28.10.1926)
Date
1926-10-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 44 Sette g 28. Oktober 1928 den die Arbeit unter der jüdischen Bevölkerung konzentriert ist, setzt sich aus einer Gruppe von kaum 2000 Presonen zusammen. In der Ukraine bestehen gegenwärtig 121 jüdische Sowjets in Orten mit einer Gesamtbevölkerung von 200.000 jüdischen Seelen. Das bedeutet, daß gegenwärtig iinMW iß Woz. m iiiDiitorn BCDDitüiunf m MEi? ihre eigene Selbstverwaltung mit jiddischer GeschäftSsprache hat. (ITA.) Nur eine jüdische Virilstimme im ungarischen Oberhaus. B u d a p e st, 20. Okt. Heute trat die ungarische Nationalversammlung in die Behandlung des Gesetzes über die Schaffung eines Oberhauses ein, das die Stelle des alten Magnatenhauses einnehmen soll. Das Oberhaus wird 246 Mitglieder zählen, von denen 40 vom Staatsoberhaupt ernannt werden. Die verschiedenen Konfessionen werden folgendermaßen vertreten sein: 19 katholische, 3 reformierte, 2 lutheranische Kirchenfürsten, der Bischof der unitarischen Kirche, der Bischof der griechisch-orientalischen Kirche und der Budapester Oberrabbiner. Das Verlangen der ungarischen Judenheit nach zwei Virrlstimmen, von denen je eine von einem Vertreter der orthodoxen und der neologen Richtung besetzt sein sollte, blieb also in der Vorlage unberücksichtigt. p«Un, Anruhen an der Aniversilät Wilna. W a r s ch a u, 22. Okt. Die christlichen Medizinstudenten in Wilna haben die gewaltsame Fernhaltung ihrer jüdischen Kollegen von den Seziersälen angekündigt, wenn nicht 8 jüdische Leichen — nach dem Prozentsatz der jüdischen Studierenden — zu Sektionszwecken beigestellt werden würden. Gestern spielten sich ungeheuer turbulente Szenen in der-Universität ab, als die nichtjüdischen Studenten ihre jüdischen Kollegen attackierten und sie mit Gewalt aus den Universitätsräumen hinausdräygen wollten. Es entstand eine Schlägerei, die auf beiden Seiten Verletzte im Gefolge hatte. Der Dekan der medizinischen Fakultät ordnete infolge dieser Unruhen die zeitweilige Schließung der Seziersäle an. (ITA.) Zusammenschluß einiger jüdischer Landesverbände in der Tschechoslowakei. ai- Dkt. Die ITA. meldet aus Prag: Die Landesverbände der jüdischen Kultusgemeinden in den historischen Ländern haben sich jetzt zu einem einheitlichen Verband zusammengeschlossen. Es handelt sich um den mähri- Ein Chewra-Vuch von geschichtlicher Bedeutung. EineGeschichte derJsraelitischen Krankenverpflegungsanstalt zu Breslau, herausgegeben von Rabbiner Dr. Louis Lew in, umfaßt zwei Jahrhunderte jüdischer Liebestätigkeit in Breslau und bietet in ihrem 136 Seiten auch dem jüdischen Historiker viel Interessantes. Die Entstehung der Chewrah Kadischah ist mit der Geschichte der Gemeinde und diese wiederum mit .den allgemeinen politischen Verhältnissen der Zeit und der jüdischen Lage in Deutschland so eng verbunden, daß die Abhandlungen des Buches weit über die lokale Bedeutung hinausragen. Man erfährt aus dem Buchs, rvls bereitst vor 300 Jahren in Breslau, wie lü ittium ©in&QemeMiQit squikdiühds. Dur® MD kanoth unb SaßutigM düS GSMÄNdvIeVM VW WS kleinste geregelt war. wie sich die Bruderschaften Herausbildeten, die Unterstützungsvereine, Hospitäler und gemeinnützige Anstalten gegründet wurden, wie die Alten weinten und lackten und Feste feierten und. von einem Arewusgesühl getrieben, sich immer zu gemeinsamen Handlungen der Liebe und Frömmigkeit fanden. Das auch in kulturgeschichtlicher 'Beziehung wertvolle Buch ist im Selbstverlag: Israelitisches Krankenhaus Breslau 18. Hohenzollernstratze 96, erschienen. (Der Ireitagabend im Aitm). Der von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden hergestellte jüdische Wohlfahrtsftlm: Freitagabend" hat sowohl bei der Berliner Uraufführung als auch bei allen bisherigen Aufführungen im Reich bei der B *n tili fchen, den schlesischen, den Prager Verband, den Verband der Kultusgemeinden in Böhmen mit tschechischer Sprache und den Verband mit deutscher Sprache. Die ' von Herrn Norbert Adler verfaßten Statuten wurden genehmigt, Die Leitung hat der „Oberste Rat der Juden" inne. Es handelt sich zunächst um die nach dem skMsisisisisssi |fpng,rua=©e|eij j)w verteilende Dotation für dis Rabbiner, wobst Me ReliglonsgönosiensHafl nach der Kopfzahl ihrer Angehörigen bemessen wird. Die Gesamtvertretung, die zunächst diese aktuelle Aufgabe übernommen hat, soll aber, ähnlich wie bei dem Preußischen Landesverband, sämtliche Aufgaben, die einem Verbände jüdischer Gemeinden obliegen, übernehmen. Zur Aufklärung über die obige JTA-Meldung sei bemerkt, daß das Kongrua-Gesetz in den tschechischen und schlesischen, also früheren österreichischen Landesgebieten, ganz andere Voraussetzungen hat als in der Slowakei und Podkarpatska-Rus. In diesen Gebieten erhielten die Rabbiner gleich den Geistlichen der anderen Konfessionen auch bisher — auf Grund des ungarischen Kongrua-Gesetzes — staatliche Zulagen. Ueberdies sind hier sowohl die orthodoxen als auch die nichtorthodoxen Gemeinden in gesetzlich anerkannten Verbänden vereinigt, während in Böhmen, Mähren und Schlesien die Gemeindeverbände rein privaten Charakter tragen, dem Staate gegenüber daher nicht als offizielle Vertretung der in ihnen zusammengeschlossenen Gemeinden gelten können. Die Notwendigkeit einer solchen Vertretung für die genannten ÜanhesgekUe murke Doch (IflHÄftH ihM Schaffung bisher manche Hindernisse im Wege, so g. B. die Ausbreitung der zionistischen Ideen in den dortigen Gemeinden. Durch den Zionismus wurde dort eine Mentalität geschaffen, die an Stelle der konfessionellen Vereinigungen nationale Verbände als wünschenswert erscheinen ließ. Dazu erschien aber auch für die Zionisten der Zeitpunkt noch nicht gekommen. So unterließ man bisher lieber jede Tätigkeit zur Verwirklichung des Zusammenschlusses. Das Kongrua-Gefetz hat nun darin — wie wir sehen — Wandel geschaffen und die Gemeinden sehen sich genötigt, einen Verband auf konfessioneller Basis zu gründen. . Die Organisation der orthodoxen Gemeinden in der Slowakei und Podkarbatska-Rus ist selbstverständlich in dem neugegründeten Verband nicht inbegriffen. Dagegen erwachsen für die vereinzelten Orthodoxen in den böhmischen, mährischen und schlesischen Gemeinden durch den Verband neue Schwierigkeiten. F««ri»koeieH. Line russisch-jüdische Gemeinde in Paris. ^■oris, 12. OJiolM*r. Auf Initiative des bekannten russischen Rechtsanwalts Henri Slrosberg hat sich in Paris eine russischjüdische Gemeinde gebildet. Herr Sliosberg erklärte dem JTA-Bertreter gegenüber, es bestehe der Presse, wie beim Publikum eine gute Aufnahme gefunden. Der Film erweist sich als ein hervorragendes Propagandamittel zur Aufklärung und zur Werbung neuer Mitarbeiter und Förderer. Der Film kann von Gemeinden und jüdischen Wohlsahrtseinrichtungen bei der Zentralwohlsartsstelle der deutschen Juden Berlin C 2, Rosenstraße 2/4, bestellt werden. Wochenkalender. vom 30. Okt. bis 8. Nov. 1836. / vom 22.-29. Marcheschwan 5887 Samstag Okt. 30 22 m» "n Sonntag 31 23 fä 9iat>- l 24 vimsiag S S? Mittwoch 3 26 Donnerstag 4 27 fvp *1133 DY> Freitag 5 28 VINN P“0» ,V1N nnv NN^IN Samstag 6 29 Mauled Freitag nachm. 2. Uhr 10 min. 26 <3. Selbsttätige Schaltuhren für Schaufensterbeleuchtwig liefert schon für Mk. 18 - ab Lager J. Gischler, Frankfurt a. M. Gr. Bockenhelmerstr. 52 - Telefon Hansa 5079 Bei Bezug auf diese Anzeige erhalten Sie 10 o/° Rabatt Wunsch, alle aus Rußland stammenden Mischen Emigranten in Frankreich in einer Organisation zusammenzuschließen, und für sie ein geistiges und religiöses Zentrum zu schaffen.. Die russisch-jüdischen Emigranten bedürfen des Rechtsschutzes, der Beratung in der Erziehung ihrer Kinder u. a. m. Es ist eine traurige Tatsache. dasi die jüdische Jugend, den Lockungen von Paris fl4 sHüell w jMW Familie MWiMl. Dem soll NUN vorgebeugt werden. Der Oberrabbiner von Frankreich, Israel Levi, unterstützt das Projekt. Rabbiner der neuen Gemeinde, die den Namen „Ohel Jacob" tragen wird, wird der frühere Rabbiner von Leningrad, Dr. E i s e n st a d t, sein. Der Stand der Untersuchung gegen Schatom Schwarzbarth. Paris, 7. Oktober. Der Verteidiger des Schalom Schwarzbarth, Herr Henry Torres, hat die Verteter der Jüdischen Presse zu sich geladen, um sie über den gegenwärtigen Stand der Untersuchung gegen Schwarzbarth zu informieren. Bekanntlich war eine Untersuchung des Geisteszustandes von Schwarzbarth angeordnet worden. Drei medizinische Sachverständige gaben aber ihr Urteil dahin ab, daß Schwarzbarth zwar ein leidenschaftlicher und exaltierter Mensch, aber für seine Tat voll verantwortlich zu bezeichnen sei. Herr Torres teilte mit, er habe aus Rußland zahlreiche Dokumente über Pogrome erhalten, darunter eidlich bekräftigte Zeugengg^fg^en^ joroie eine pottfiänöige Qtfie her Pogromopfer von ProskuilNv. M von vcr »»Eheivra Ksdisch^ dieser Stadt angelegt worden ist. Herr Torres ist iM Besitze eines Scheidens des bekannten russischen Reaktionärs und Antisemiten V. Schulgin an Petljura, in welchem diesem gesagt wurde, er sei ein Bandit und General Berthelot, der Chef des französischen Korps für Südrußland, hätte Recht gehabt, wenn er sich weigerte, eine Abordnung Petljuras zu empfangen unter der Begründung, daß Petljuras Regime ein BanditenretziMe sei. Herr Torres hat Briefe vorn früheren Minister für jüdische Angelegenheiten in der Ukraine, Herrn Revutzki, vom früheren dänischen Konsul in Kiew, Gurwitsch, und vielen anderen Persönlichkeiten erhalten, die sich als Entlastungszeugen für Schwärzbarth anbieten. Die französischen Nachbarn Schwarzbarths aus dem Stadtviertel Belleville haben sich zusammengetan, um dem Gericht ein Memorandum zu überreichen, in welchem sie ihrer Sympathie für Schwarzbarth Ausdruck Heben. Der Prozeß wird wahrscheinlich erst im Januar 1927 stattsinden können. D« Xeligionsgefeft im conooner ffiimimfln. London, 17. Oft. Das Londoner Ehegericht unter dem Vorsitz von Lord Merrivale erklärte die Ehe eines jüdischen Lehrers für ungültig, da er ein Kohen sei und seine Gattin vor Schließung der Ehe eine geschiedene Frau war. Begründet wurde die Entscheidung damit, daß nach dem jüdischen Gesetz die Ehe zwischen einem Kohen und einer geschiedenen Frau ungültig sei. Der Dajan (Rabbinatsassessor) Feldmann war als Zeuge geladen, um auszusagen, daß der Lehrer ein Kohen sei. Eine neue jüdische Gemeinschaft entsteht in Mexiko. Newyork, 1. Oktober. Herr Dr. S. Margosches, einer der Herausgeber des „The Day", der soeben von einem längeren Besuch in Mexiko zurückgekehrt ist. berichtete der Jüdischen Tele- M FlüMllm. Sie in ÜM lofiton Jahren in Mexiko cingewandert sind, im Begriff sind, eine organisierte jüdische Gemeinschaft zu bilden. Etwa 8000 jüdische Flüchtlinge haben in den letzten Jahren in Mexiko eine neue Heimat gefunden. Sie passen sich allmählich an die neue Umgebung an und halten die Beziehungen zu ihrer alten Heimat in Osteuropa aufrecht. Ich konnte — sagte Herr Margosches — einen sehr gesunden Geist in der jüdischen Gemeinde von Mexiko-Stadt feststellen. Die mexikanischen Juden werden selbst die Lasten für ihre Gemeinde und sonsllgen Einrichtungen übernehmen. Es existieren eine vorzüglich geleitete jüdische Schule und zwei Synagogen. Jetzt wird die Einrichtung eines jüdischen Hospitals geplant. Die

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