Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 44 (28.10.1926)
- Date
- 1926-10-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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29. OLtoLer 1926 l»er 8 r b e .U t Nr. 44 Seite 7 getragen von unerschütterlicksem Gottverträuen und jenem in der Thora wurzelnden unverwüstlichen Ledensfrohfinn, der das köstlichste Erbe der wahrhaften nwjso 'bpxvkb ist. Wolf Wrefchner hatte sich pon Jugend auf ein gründliches Thorawissen angeeignet, er war ein d2n alten Schlages, begabt mit Hellem, scharfem Verstände, kritischem Blick, immer zu einem liebenswürdigen Scherzwort aufgelegt und doch umflossen von dem Ernst und der Tiefe wahrhafter Menschenliebe. Je älter er wurde und je mehr die liebende Verehrung seiner Kinder ihn aus den erdnahen Kümmernissen und Beschwerden des Alltags emporhob, desto wunderbarer entfalteten sich alle diese Eigenschaften, des Geistes und Herzens und er wcird für den Hamburger Kreis, in dem er die letzten Jahrzehnte seines Lebens zubrachte, ein wahrhafter «’w v'p-ä- Als Vorbild klassischer jüdischer Pflichttreue auf allen Gebieten des Gemeindelebens, in dem Adel. seiner Gesinnung iwj ni^'vr übend nicht mit kaltem Geld und Gut allein, sondern mit der Wärme des den Bruder aufrichtenden, Liebe spendenden Herzens, lernend und lehrend zu jeder Tages- und Nachtzeit — so bewährte er sich als niw i»ro pnx im beglückendsten Ausmaße für sich und feine engere und weitere Umgebung. Auch als die seiner würdige innig geliebte Gefährtin seines Lebens» oor mehreren ^cx^rerc iJjjrrc «ritrxjjen rourbe^ blieb er «Mfrert/t, gestützt -urch Kruft feines Kemens und Uebens. So wie er gelebt, ist er Dahingegangen, in vollem Bewußtsein des nahenden Endes, np-re übend bis zum letzten Atemzug, den viip auf den Lippen und den Segen für seine Kinder, Enkel und Urenkel im Herzen. Die imposante Bestattung am Sonntag verlieh der unbeschreiblichen Liebe und Verehrung, die man dem Heimgegangenen entgegenbrachte, ergreifenden Ausdruck. Im Trauerhause sprachen der älteste Sohn des ivrnn pnx, Rubb. Dr. Leopold Wrefchner aus Homburg und der Schwiegersohn Dr. Lipman Schlesinger- Hamburg. An der.Bahre kennzeichnete Oberrabbiner Dr. Spitzer in großängelegter Rede die Bedeutung des Heimgegangenen an Hand des Gotteswortes vom-Hinscheiden Vater Abrahams. Alsdann sprachen Rabb. Dr. Bamberg er namens der Klaus, ferner die Herren Diamant, Hermann G u m p e r tz, Jacob Rosenh e i m - Frankfurt und Rabb. Dr. Singermann- Berlin, letzterer namens der Enkel und Urenkel. Durch alle Reden zitterte das tiefe Weh um den Verlust eines Mannes, der wie ein Zeuge der Tradition m unsre Zeit hineinragte und nicht leicht ersetzbar sein ÄH: 8, " H'3|B PHpapattdsulehkee Max Gutmaim \"$t- / Fulda, 15. Oft. Am ersten Abend des Roschhaschonoh, dessen Festtagsliturgie in erschütternder Weise die Gebundenheit des Menschenschicksals an den göttlichen Richterspruch uns zum Bewußtsein bringt, hauchte Max Gutmann, Präparandenlehrer von Burgpreppach, der seit kurzer Zeit in Fulda im Ruhestande lebte, seine edle Seele aus. Am zweiten Tage des Rofch-Haschonoh wurde, was sterblich an ihm war, aus dem' Bes hachajim zu Fulda der Erde übergeben. , Mit Max Gutmann ist ein frommer Jude, ein ideal gesinnter Lehrer, ein guter Mensch, ins Grab gesunken. Geboren im Jahre 1876 in Kleinsteinach und ausgewachsen in einem von tiefem religiösem Ernste durchwehten Elternhause, wurde Gutmann schon in früher Jugend auf das alte jüdische Ideal eines Lehrers hingewiesen. Seine Laufbahn als Lehrer begann der junge Kollege in mehreren kleinen Gemeinden Unterfrankens, dann folgte er einem Rufe an die höhere Mädchenschule nach Hamburg. Seine reichen pädagogischen Erfahrungen, die er in 5 jähriger Tätigkeit in Hamburg sich erwarb, und seine wissenschaftliche Ausbildung, die er als Hörer an der dortigen Hochschule erweiterte, konnte er als Lehrer an der Präparandenschule zu Burgpreppach vom Jahre 1908 an verwerten. In 17jähriger Tätigkeit als Lehrerbildner hat sich Gutmann durch treue Hingabe die Dankbarkeit von Hunderten seiner Schüler, die Anerkennung und Achtung seiner Kollegen an der Schule und des Bezirks, sowie den Dank der Verwaltung und Leitung seiner Schule erworben. Fast untragbar erschien zeitweise das Maß der Arbeit, das in der Kriegs-, besonders aber in der Inflationszeit als Pflsgsvatsr. als -fjaustjermafter nwt> als ÜOM aus sm» LHultrrm isflitiMrr izzH zu. letzt fast der einzige und alleinige Träger der gesamten Schul- und Jnterncrtsaufgaben, welche aus dem Betrieb der zur Bürgerschule umgewandelten Burgpreppacher Anstalt erwuchsen. Seine Körperkraft, welche den großen Anstrengungen.des ihm im letzten Jahrzehnt gestellten Aufgabenkreises nicht mehr gewachsen war, brach unter der Last zusammen. Nach etwas mehr als einjährigem Ruhestand machte ein Schlaganfall seinem Leben ein Ende. An seinem Grabe trauert eine junge Witwe mit fünf Waisen. Wie sich der verewigte Jugendbildner in Hunderten von Herzen dankbarer Schüler ein Denkmal bleibender peitätvoller Verehrung gesetzt hat, wird sein Andenken in den Kreisen seiner Kollegen, die ihn als aufrechten Mann und treuen Freund schätzten, in liebevoller Erinnerung forlteben. rraxan Halberstadk, 25. Oft. Eine feine, vornehme, sanfte, milde, liebe Frau — wer Mirjam Hildesheimer gekannt hat, weiß bei diesen Worten, daß jedes von ihnen ein besonders leuchtender Zug ihres Charakterbildes ist. Doch über alles das hinaus strahlte eine wundersam reine Frömmigkeit, eine an Heiligkeit streifende.ausschließliche MMMl m AM rmr MkrMk ffiffifff Migsm un fctotn Der MMen Mau. Aus MM-gefurstelein Hause stammte sie, und das sah man der Siebzigjährigen in ihrem eigenen Hause an, ihrem Wirken und Beten, ihrem Sprechen und Schrdeigen, dem Blick ihrer Augen, ihrer Herzensbildung, dem Lächeln ihres Mundes, dem unendlich zarten, rührend liebevollen Verhältnis zu ihrem Gatten und zu ihren Kindern und Enkeln und dem gütigen, immer wachen Interesse für jedes Menschen Ergehen, der in die Reichweite ihres Blickes gekommen ist. — Trauer erfüllt nun, da sie still und sanft hinübergeschlummert ist, ihren weiten Kreis, und innige Verehrung sichert ihr eine dauernde Erinnerung von Geschlecht zu Geschlecht. rrasMfl Paris, 10. Oft. Baron Edmond de Rothschild, der Begründer der jüdischen Kolonisation in Palästina, ist nun zum ersten Mal Großvater geworden. Seinem zweitältesten Sohne Maurice de Rothschild, der soeben in die französische Kammer wiedergewählt worden ist, ist ein Sohn geboren worden. Baron Edmond de Rothschild steht jetzt im 81. Lebensjahre. Fürfeld (Rheinhessen), 18. Okt. Der Abschiedsgottesdienst in der herrlich geschmückten Synagoge zu Ehren des Herrn Lehrer Mayer, welcher 35 Jahre in hiesiger Gemeinde als Kultusbeamter tätig war und nun zu seinem Sohne, Herrn Zahnarzt Dr. Ernst Mayer in Köln a. Rh. übersiedelt, hatte äußerst würdigen Verlauf. Schülerinnen und Schüler schilderten in Gedichten die Verehrung für ihren Lehrer. Der erste Vorstand, Herr Solomon Brück, feierte den. Scheidenden als tüchtigen Pädagogen, Kantor und Schachet und rühmte seinen vorbildlichen Charakter, wodurch er sich die Liebe und Wertschätzung der jüdischen Gemeinde und der Einwohner des Ortes, sowie der näheren und weiteren Umgebung eriDor&?” M MMN MklMiMl! M MllMlM unv Schüler eine prachwDlle MMDuyr. Lehrer Mayer Dankte in bewegten Worten. Mit Den Worten Chasak we'emoz schloß die Rede, welche einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Niedenstein. 11. Okt. Kurz vor Vollendung seines 86. Lebensjahres verschied hier das älteste Mitglied unserer Gemeinde, der Veteran von 1870/71, Samuel Mansbach. Ein großes Leichengefolge aus allen Kreisen der Bevölkerung geleitete den Verstorbenen zur letzten Ruhe. Neuhof, 25. Okt. Am letzten Simchas Thora konnte die hiesige Synagogengemeinde auf einen 50jährigen Bestand ihrer Synagoge zurückblicken. Die Gemeinde ließ es sich nicht nehmen, zur Ehre des Tages eine schlichte, aber erhebende Gedenkfeier zu veranstalten. Am Vorabend des Simchas Thora wurden in dem festlich geschmückten Gotteshause alle Gesetzesrollen aus der Lade gehoben und unter Absingen von Liedern einige Umzüge um den Almemor veranstaltet. Darauf hielt der gerade bei seiner Mutter zu Besuch hier weilende Arzt Herr Dr. Adler aus Leipzig eine von Worten der Thora und Gottesfurcht durchdrungene begeisterte Anrede. Er kkf mlknjjMll mnm m MtkkMtlskSi öi8 unter größten Opfern seinerzeit Das schone Werk seiner Vollendung entgegenbrachten und ermahnte Die Anwesenden, allezeit in den Fußtapfen ihrer frommen Vorgänger zu wandeln. | Kämpfer und Kämpferinnen g | für Wahrheit und Recht! j W Junge, für unser Judentum begeisterte Menschen, die in treuer W D Heimatliebe die Zukunft Deutschlands als die Ihre änsehen, über W W gute Bildung und ein liebenswürdiges, gewandtes Auftreten ver- W H fügen, Wort und Schrift zu gebrauchen wissen und einen inne- W Ü ren Beruf für unsere heilige Aufgabe in sich empfinden, können W in unserer Organisation gegen durchaus angemessene Vergütung W Anstellung finden, deren Dauer und Ausbaufähigkeit sich nach §§ g tfen Lummen öemint. « Angebote mit guten, tatsächlichen Grundlagen an unsere Ges Ü schäftsstelle, Berlin 68, Lindenstr. 13, erbeten. W Ü . Gute Beziehungen und Hinweis auf die wirtschaftliche Not- W D Wendigkeit einer Anstellung müssen in Anbetracht des hohen §§' Zieles unserer ernsten Arbeit ohne Bedeutung bleiben. Nur Cha- W rakter und Leistung entscheiden über die Anstellung. 1 Centralverein deutscher Staatsbürger jj 1 jüdischen Glaubens. § IMIMIIIHMII Gesucht für das £ehvqut „ßivscfifiof“ 2 der Pal8stina-Zentrale der Agudas Iisroel eine pädagogisch geschulte und in den ■■ jüdischen Lehrfächern bewanderte g^. feefönfiefiftett als geistiger Aükvev u. Lekvev M dev Lleven D Der Posten eignet sich speziell für Anwärter des Lehrerberufs, die Gelegenheit suchen, W emeb qSrxuatftubien otjjxiltcgcn. aRetbun^en nrii ^ctoer!>unösf«J)rcl3>eiT crtzStStt Mi Md LSbeöUt-BdÜldckltNttg, Adresse- Jk Julius Blumentüal. Frankfurt am Main, WM Moltkeallee 84a s : Fleißige streng religiöse Itöchin die selbständig kochen kann zur Leitung einer rituellen Küche für sofort gesucht. 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