Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 43 (21.10.1926)
- Date
- 1926-10-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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MWWWPdre Männer nusOenMr sie aüsgeübten ' Beschäftigungen zu verdrängen. Dem- Wunsche der Wahrnehmung von Eheanbahnungen seitens einer Zentrale schließe ich mich voll und ganz im. Ich halte die Jüdische Frauenvereinigung in Frankfurt am Main, die seit /Jahren so segensreich sich in sozialer Hinsicht betätigt, für die geeignete Stelle, die Leitung dieser Angelegenheit in die Hand zu nehmen, in dem Sinne, .wie. es Herr Math an bar Meir vorgeschlagen hat. Und wenn durch diese neue Einrichtung nur 100 jüdische -Ehen nwa .-ans geschlossen werden, so ist dieser Gelegenheit an alle Mischen Männer/ öle aus nichtigen Gründen noch im Junggesellenstand verharren, den Appell richten, dem Thoragesetz entsprechend, alsbald zur Ehe zu schreiten. Ihr seid dies der Zukunft des Judentums schuldig. Beachtet dabei die Forderung unserer Weisen: „Jüngling, sieh nicht auf Gewand und Tand, sondern auf Zukunft und Ehrenstand." nähme die ÜnterWtzuM. Es^wurde beschlossen, den einmaligen Beitrag zu bewilligen und mit Rücksicht auf die Budgetbestimmungen des Verbandes die Beitragsleistung in jedem Jahre nach Beibringung der betreffenden Unterlagen neu, zu beschließen.- . . Korrespondenzen « naebriebfen. Deutsche« Reich. Tagung des engeren und des großen Rates des LllntlesvcrvanvcL Berlin, iS. ö£i. Der Engere und der Große Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer. Gemeinden tagten am 16. und 17. Oktober in Berlin. In der Sitzung des Engeren Rates waren anwesend der Vorsitzende Kammergerichtsrat ÄLolff, der stellvertretende Vorsitzende Bankier Galewski, .Rechtsanwalt Dr. Klee, Justizrat Lilienthal, das.- Geschäftsführende Mitglied Dr. Freund, Justizrat Blau- Frankfurt a. M., Geheimrat Goldfeld-Breslau, Direktor Kareski-Berlin, Dr. Hirschfeld-Essen, Prof. Türk, Justizrat Makower, Rabbiner Dr. Baeck und vom Großen Rat die Herren Rabbiner Dr. Eschelbacher-Düsseldorf, I. B. Levy-Franksurt a. M., Rabbiner Dr. Seligmann-Frankfurt a. M., Moritz A. Loeb-Berlin und Ministerialrat Dr Badt-Berlin. Der Engere Rat beschäftigte sich mit einer Reihe von Verwaltungsangelegenheiten, fo mit dem Rechnungsabschluß für 1925/1926, dem Etat für 1926/27, ferner mit einer Reihe vyn Vorschlägen zur Aenderung der Verfassung des Landesverbandes. Er beschäftigte sich auch mit der Frage der Dauer der jetzigen Legislaturperiode der Verbandsversammlung, mit der Frage der Staatsbeihilfen, der Büro-Einrichtung, des Ankaufs eines eigenen Gebäudes usw. Zum Vorsitzenden des Liberalen Unu>ur^e ßifientfjol £> eytrrrani. M Der Frage Der LehrerauMwulig. in der Der Kullusjntntfier die Aufnahme jüdischer Höver in die drei bestehenden pädagogischen Akademien, die christlichen Charakter tragen, abgelehnt und im übrigen einen Mangel an jüdischen Lehrern als vorläufig nicht bestehend sestgestellt hatte, wurde beschlossen, nunmehr unverzüglich als Zwischenlösung eine Einrichtung zur Heranbildung jüdischer Religionslehrer zu schaffen, unter der Voraussetzung, daß der Staat sie als gleichberechtigt anerkennt und Mittel für sie bewilligt Rechtsanwalt Dr. Klee forderte die Schaffung einer eigenen jüdischen pädagogischen Akademie; die Majorität stimmte dieser Forderung als einem zu erreichenden Ziele zu. Justizrat Blau berichtete über die Subventionsgesuche, die insbesondere die Zentralwohlfahrtsstelle, die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge, ferner die Akademie für die Wissenschaft des Judentums, den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund und die drei Rabbinerseminare in Deuffchland betreffen. Dr. Baeck trat, warm für eine Erhöhung des Zuschusses für die Akademie ein. Eine längere Diskussion wurde über die Frage der Unterstützung des Marannenkomitees in London geführt. Justizrat Blau beantragte zunächst eine einmalige Subvention' von 50 Pfund. Geheimrat Goldfefb j lenaw-er-e -recimeri f Unteriaaen. Zu den Berliner Repräsentantenwahlen. Berlin, 14. Okt. Nachdem. im Preußischen Innenministerium und im Berliner Polizeipräsidium ein Revirement stattgefund n hqt, ist n i ch t anzunehmen, daß vor November eine Entl^etbung in 5>er 0ragc b-es ^protejtes gegen bie ©emexnbe= IB0.1)101 ClTDlßt. Sn Der AllMMMMlfMD) rnnymrn sthvn das Berliner Rabbinat sich mit ihr befaßte, von verschiedenen Seiten Vermittlungsvorschläge gemacht worden, die darauf abzielen, daß die Liberale Partei für Rücknahme des Protestes Sorge tragen soll, falls die Jüdische Volkspartei in eine Abkürzung der in der Regel 6 Jahre dauernden Legislaturperiode einwilligt. Die Verhandlungen dauern, wie der JTA-Bertreter erfährt, noch an; es läßt sich aber im augenblicklichen Stadium , der Verhandlungen noch nicht übersehen, ob sie zu einem entscheidenden Resultat führen werden. Ein Festtag der Adaß Iisroel. Berlin, 13. Okt. Der vergangene Sonntag, 10. Oktober, ist für die Israelitische Synagogengemeinde Adaß Jisroel in Berlin zu einem auserlesenen Festtag geworden. Mannigfache Schwierigkeiten waren zu überwinden, ehe die im neuen Schulhaus.Siegmundshof 11 für das Lyzeum der Gemeinde fertiggestellten Räume ihrer Bestimmung Übergeben nserhen Sonnten. Nach einer.3u Beginn des FsftcMcs in der Aula vom Vvrftandsvvrtreter fflt artin Bondi gegebenen Darstellung über den Werdegang der Schule, die in Dankesworten an alle Förderer des Schulwerks ausklang, ergriff als Vertreter des Provinzialschulkollegiums der Direktor der Abteilung für das höhere Schulwesen, Geh. Regierungsrat Israel, das Wort und beleuchtete in zu Herzen gehenden Worten die Stellungnahme der Staatsbehörden zu den Bestrebungen des orthodoxen Judentums, nicht zum wenigsten zu der Schöpfung der Adaß Jisroel, die in ihrem mit so großem Opfermut aufgebauten Schulwerk eine Synthese zwischen dem allgemeinen Bildungsziel und dem religiösen Erziehungsideal anstrebt. Der Ernst und der Wahrheitsgehalt dieser Zielsetzung werde vom Provinzialschulkollegium voll gewürdigt. Der Direktor des Lyzeums, Studienrat Schlesinger, gelobte im Namen des Lehrkörpers die Fortführung der im neuen Gewand sich darbietenden Anstalt unter Aufwendung der besten seelischen Kräfte, wie sie sich trotz räumlicher Enge in siebenjähriger gesegneter Arbeit im alten Hause auswirken durften. Der Festakt war von Gesängen des Schulchores umrahmt. In ihren Vorführungen bewiesen die Lyzeumsschülerinnen, daß neben der wissenschaftlichen Ausbildung auch die heitere Muse an der Schule eine Stätte W. Eine Besichtigung der modern uusgestatteten, hohen und lustigen Klassenräume schloß sich der Feier an. Am Abend vereinigte ein Festessen die Mitglieder der Verwaltung mit dem Lehrkörper zu einem Beisammensein. Während der Tafel kennzeichnete Herr Rabbiner Dr. Munk die Ewigkeitsaufgabe des Judentums, alle Erscheinungen im Sinne der göttlichen Offenbarung zu erfassen und alle Erkenntnisse mit dem Geiste des Gotteswortes zu durchdringen. Vornehmste Aufgabe des Schulwerkes der Adaß Jisroel-Gemeinde sei es, die gesamte Ausbildung in organischer Geschlossenheit zu einem einheitlichen Ganzen zu gestalten. Der Schulbau wurde kurz nach Pesach begonnen und in 5 Monaten zu Ende geführt. Das Schulgrundstück in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Tiergarten, direkt an der Spree in einem großen Garten gelegen, ist seinem Zweck hervorragend angepaßt. Nachdem sich nun das Lyzeum in unmittelbarer Nachbarschaft der vor 2 Jahren eingerichteten Synagoge aufgetan hat, ist zu hoffen, daß der Adaß Jisroel die Ausführung ihrer weiteren Pläne an dieser Stätte ebenfalls recht bald gelingen werde und dem thoratreuen Judentum im Vellevue-Hansaviertel damit ein lebensvolles jüdisches Zentrum ersteht. Dr. Klee verlangte im SinDIM auf Die MorisHs IBeDßu* lung der Rückkehr der portugiesischen Marannen zum! Bedrohliche Erscheinungen in Sowjet-Rußland? L v nb o n, 15. Okt. „Jewish Chronicle" läßt sich von einem Korrespondenten aus Petersburg melden, daß bei dem gegenwärtig zwischen den . Richtungen Stalin und Trotzki innerhalb der Leitung der bolschewistischen Partei tobenden Kampf von der Stalinfchen Seite antisemitische Gedankengänge als Waffen .verwendet werden. Die Partei Stalin gehe systematisch daraus aus, Trotzki und feine Anhänger als eine spezifisch jüdische Gruppe zu bezeichnen, die für die Eigentümlichkeiten des echten Rusfentumes nicht das ge- 8Ü888äB jMläRSRig MW. Wk fOlMDOIlMt MM: im ffaüe Des ÄDjtegens Slalttts, mehr ater no$ illi Falle seiner Niederlage, diese Uebersetzung der alten Methode, des Zarismus ins Bolschewistische enormen Erfolg haben, und in Rußland eine starke judenfeindliche Strömung Hervorrufen würde. Jewish Chronicle selber widmet diesen Behauptungen einen Leitartikel und unterstreicht sie sehr stark. (Die Bestätigung dieser auffallend klingenden Nachricht bleibt abzuwarten. Man darf nicht vergessen, daß „Jewish Chrynicle" keine Gelegenheit vorübergehen läßt, um im Interesse der Konzentration aller jüdischen Hilfsaktionen auf Erez Jisroel die auf Rußland gerichteten Hilfsbestrebungen zu kritisieren. Immerhin verdient die Nachricht besondere Beachtung. Red.) Allerlei aus Palästina. Jerusalem, 14. Okt. aserlawj öes. SPtonat <Sej>tember sind in Spatäjtina 1000 Personen eingervandert. Das oedemel' eine Annahme der Einwanderung gegenüber August, deren Ziffer 910 betragen hat. Die Zahl der Einwanderer im Juli betrug 1060, die im Juni 1500. Der britische Oberkommissar für Palästina, Feldmarschall Lord Plumer, der seine Ferien in Italien verbracht hat, ist mit Lady Plumer nach Palästina zurückgekehrt. Die Malkah-Tabakfirma in Berlin, deren Chef der hervorragende deutsche Tabakindustrielle Herr S. Lubliner ist, hat mehr als 220.000 Kilo Tabak der 1924iger Ernte in Judäa, Samaria und im Gebiet der Esdraelon- Ebene erworben und. auch schon nach Europa versandt. Durch diese Transaktion hat sich die Lage der Tabakbauer Palästinas erheblich verbessert. Der von Herrn Lubliner angekaufte Tabak macht mehr als 80 Proz. der Gesamternte von 1924 aus; die restliche Ernte von 1924 wurde schon früher angekauft und exportiert. Wie die Palästinensische Telegraphen-Agentur erfährt, hat das englische Kolonienministerium zugestimmt, daß die Permits Section, deren Amt es ist, Erlaubnisscheine für die Einwanderung auszugeben, aufgelöst wird und daß ihre Befugnisse der Polizei übertragen werden. Ursprünglich wurde die Einwanderung von der Abteilung für Immigration und Handel kontrolliert. Diese ruurDe Im Äprrl 1924 titjuiblertj unD Die ^oniroöe Der Immigration der neugeschafsenen Permits SecNon des Regierungssekretariates übertragen, deren Leiter, Mr. Albert M. Hyamson, gegenwärtig von einer Europatour auf der Rückreise nach Palästina begriffen ist. Unter der Judenheit Palästinas herrscht große Erregung darüber, daß die Regierung die Restaurierung des Ra Hel-Grab es einem arabischen Unternehmer, der arabische Arbeiter beschäftigt, übertragen hat. Mitglieder des Rabbinats und der jüdischen Gemeinde von Jerusalem erschienen beim Gouverneur von Süd-Palästina und legten offiziell Protest gegen die Maßnahmen der Regierung ein. Das Grab der jüdischen Stammmutter Rahel, so führte die Abordnung aus, ist eine jüdische heilige Stätte, und nur Juden hätten das Recht, hier Verbesserungsarbeiten vorzunehmen. Bekanntlich wurde das Rahel-Grab im März d. I. von Dieben heimgesucht, die die Mauern beschädigten, und manche Kostbarkeiten stahlen. Dadurch ist die Restaurierung notwendig geworden. Bei der Ausbesserung der Synagoge in Pekiim wurde die Ruine einer alten Synagoge ausgegraben. Auf Steintafeln waren eine Menorah, ein nrrb ein (Scfjo^cxrberrgeyietti.