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Der Israelit · 1926-10-14 · Heft 42 (14.10.1926) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 42 (14.10.1926)
Date
1926-10-14
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Teile 12 Nr. 42 D er 8rratltt 14. Oktober 1926 Schule aber außerdem mit einem Grundsatz verteidigt, den wir als die Lehre von „Tauroh im Derech Erez" ansprechen könnten. Er hat die - religiöse Grundeinstellung der Erziehung als notwendig bezeichnet, um die „aufgeblähte" Ueberschätzung der Kenntnisse und Fähigkeiten zweiter und dritter Ordnung auf das richtige Maß Plrückzuführen. Auch wir wollen, daß aus allen Disziplinen des Wissens nur ein Gerüst gezimmert werde, von dem aus das Gebäude der Tauroh aufgeführt werde. Der sittliche Mensch soll das Produkt der Erziehung sein, nicht der wissende. Uns geht Gottesfurcht vor der Wissenschaft, selbst vor derjenigen der Tauroh. Gegen die konfessionelle Schule, insbesondere der Meren Schulewirb von nicht orthodox Tkitt häufig die Befürchtung ins Feld geführt, daß dis Kinder der staatlichen Volkseinheit sich dadurch nicht kennen lernen und die Männer sich dann nicht verstehen und sich gegenseitig keine Achtung und kein Verständnis entgegenbringen. Als wenn unsere gemeinsamen Gymnasialjahre den heutigen und früheren Antisemitismus hätten verhindern können. Als wenn den deutschen Juden es etwas gefrommt hätte, daß der ehemalige Kaiser mit einem jüdischen Gymnasiasten in Cassel befreundet war! Baumgarten tritt gerade aus Gründen des konfessionellen Friedens für die getrennte konfessionelle Schule ein. Und was die Erziehung zur nationalen Einheit betrifft, so ist die vaterländische Erziehung in der religiösen Basis am sichersten verankert. Der Breslauer Professor Baur hat Worte gesprochen, die, entchristianisiert, in allgemein religiösem Sinne vollkommen von uns unterschrieben werden können. Er wendet sich gegen die Entgottung und Profanisierung des Lebens. „Zur bloßen weltlichen Zivilisation geworden, ist unser Geistesleben in ein hoffnungsloses Spezialistentum hineingeschlittert, bas in Stoff verfrrrEl, verlor, Hur UtirllH^ und Fruchtlosigkeit eines einseitigen Persönlichkeitskultus verdammt ist. Auch gegen das Ungeistige und vor allem die Rekordleistungen auf allen ungeistigen Gebieten, die auch in ihrer materiellen Wertung immer krasser zum Ausdruck kommen, fand Baur scharfe Worte. So müssen wir sehen, wie überall Opfer dargebracht werden der Huldigung des göttlichen Namens. Wir aber haben uns selbst des Forums beraubt und der Tribüne auf ihm, von der aus auch unsere reine Gottesverehrung ihre Stimme laut und vernehmlich für Gottes Recht hätte erheben können. Wann erleben wir wieder einen Judentag dergeeintendeutfchenOrthod o x i e? Nachrichten. Dinslaken. 1. Sspt. Cs gibt Behauptungen, art beren Wahrheit memartb ^rvei^shi,^rvei^ ^i^ —! man möchte sagen — bereits fett' Erschaffung der Welt aufgestellt werden.' xSie werden'nacherzählt und geglaubt, so die Behauptung, daß die früheren Zeiten immer besser waren als die gegenwärtigen, so etwa wie manche Lehrer behaupten und auch glauben, daß ihre jetzige Klasse gegenüber den früheren den Rekord an Dummheit schlage. Man sollte, aber auch solche Behauptungen prüfen, und wenn sie sich als falsch erweis n, ihnen energisch entgegentreten. Ihre fortwährende Wiederholung ist ein Hemmschuh für jede freudige Arbeit und nur freudige Arbeit verbürgt Erfolg, nur sie ist die Arbeit im Sinn der Thora. Nur der darf sagen, „ich habe ganz so getan, wie Du mir befohlen hast", der sagen kann ich habe mich gefreut und habe andere erfreut. Wie steht es nun mit der Behauptung, in moralischer, m sittlicher, in religiöser DWkmrig gehe es fortgesetzt bergab, van tvrrklrchetnnir^L sei nichts mehr zu verspüren, von der Jüdischkeit wie sie unsere Väter und Mütter gehabt, seien wir himmelweit abgekommen. Kann diese Behauptung ernster Prüfung standhalten? Es ist wahr, dem oberflächlichen Beobachter scheint sich die Richtigkeit geradezu aufzudrängen. Familien- Dcrtucndcn Sie Bel freudigen Anlassen unsere Tekegvamm- ABlösnngs-Aovmntave Preis pro Stück Mark 1.— zu beziehen durch unser Büro —:— Cöln Hohenstaufenring 14 —s— Postscheckkonto Cöln 50 648. Herein für Me jüdischen Intererren Rheinlands. gen Zweifelhafter Art und undezente Kleidung beherrschen das Straßen- und Gesellschaftsleben, und die aufgeklärten Kinder lächeln über die harmlosen und unwissenden Eltern. Aber das ist eben die Oberfläche! G. s. D. erschließt sich dem, der in die Familien und Gemeinden geht, auch ein anderes Bild, das er nicht übersehen soll und darf. Bor allem dürfen wir behaupten, daß ein großer Teil unserer Jugend vom ernsten Willen beseelt ist, die altjüdischen Ideale wieder zu verwirklichen. Und da muß man die Bedeutung der Jugendvereine anerkennen. Für die gesetzestreue Jugend steht an erster Stelle der Esra. Er hat wohl restlos Dinslakens Schuljugend erfaßt. Und sie ist gar nicht klein, wie man vielleicht glauben könnte. 41 Kinder, die in vier Gruppen eingeteilt sind, vereint der Esra. Esraheim ist das Waisenhaus, in dem sie allwöchentlich zusarnrnsrrkonrrnsn. Dis großen Näunrs und Spisl- $$$!■* vtf? finb, , auch( besonders geeignet zum Tummelplatz der Jugend^ Es geht nicht immer ganz leise zu und es bedarf eben der unendlichen Güte des Leiters und der Leiterin des Hauses,' wenn sie neben der sonstigen Unruhe des Betriebes, im Interesse des güten Zweckes auch das Treiben der Esra noch mit ertragen. Wandern und Spielen sind aber nicht Selbstzweck. Sie sollen unsere Kinder nur zur jüdischen Gemeinschaft führen, und das äst, glaube ich, gelungen. Es gibt wohl kein Kind des Esra, das am Schghbos trägt, und das nicht den Willen mitbrächte, alle.ms» zu erfüllen. So Haben am 2x2 'u ca. 35 Leute ganz gefastet, darunter sicher zwei Drittel Esräer. Damit die Mizwoth nicht äußerliche Gewohnheit werden, wird eifrig zum Lernen angehalten. Es ist selbstverständlich, daß jeder Esräer bei den Schiurim des Waisenhauses, die täglich mindestens 3 Stunden füllen, willkvmmfp ist' Mw pjsstm > Mmn auch in ven Heimabenden bezw. Nachmittagen über jüdische Fragen gesprochen und Anregungen gegeben und entgegengenommen. Bon der Leistungsfähigkeit unserer Esraschauspieler haben sich die Gäste des letzten Dinslaker Bezirkstages überzeugt. Einen mächtigen Antrieb zum Zusammenschluß der gesetzestreuen Jugend am Niederrhein und zur Aneiferung für nun undni2» zu wirken, hat sicher der Bundestag, der vom 30. Juli bis 1. August bei Halberstadt stattfand, gegeben. Bon Dinslaken zogen am 28. Juli ca. 10 Esräer aus und schon die Fahrt war eine Freude. In Dinslaken kamen die Gocher, in Essen die Gelsenkirchener, in Dortmund-Süd die Dortmunder und in Soest die Kölner. So kamen aus Rheinland und Westfalen ca. 20 Mann zum Esra-Bundestag, eine ganz stattliche Delegation, die sich wohl sehen lassen kann. Spendenliste. An Spenden gingen ein: Zur freien Verfügung: Seligmann-Rott 5, Mllll DrellenbllchrKölll D, mtl HkMlllMNvM mein 30, Frau Meyer-Köln 20, NN.-Slnzig , S. K.-Köln 50, G. Ansbacher-Köln 3, Mor. Heymann-Siegburg 15, Zander-Köln 5, Frau Borg- Koblenz i.0, Böhm-Köln 50, Dr! Birnbaum-Köln 25, Geschw. Schönbach-Köln 10, Frl. Schönbach- Köln 4. Ablösungstelegramme: Siegburg 4. Talmud Tauroh: Mathilde Israel-Schweich 20, Rosenzweig-Köln 10, Benno Hirsch-Köln 10, NN.-Halberstadt 300, Wwe. H. Schwürz-Lüxheim 20 (anl. d. 87. Geburtstages), Dinkel-Köln 10, Felix Müller-Kettwig 10, I. B. Pick-Köln 2, Oscar Löwenstein-Gemen 20, NN.-Eommern (Stiftung) 200, Holländer 50, Grünebaum 100. Verein für die jüdischen Interessen Rheinlands: JonasRoer-Maubach 5, G. Loewenstein- Köln 3, Wwe. Kytz-Langenschwalbach 3, Ad. Heymanns-Köln 5, NN. 20, Löwy-Küstrin 3, M. Hucker-Köln 10, S.' 95. if5r«L--KLln 3, 94o|ertg*»etg“ Köln 10, NN. 5, Leo Vier-Köln 6, Julius Bier-Köln 10, Stern-Köln- 1, V. Levy-Elberfeld 2, MM-Köln .2;<5. G.-Köln 3, G. Ansbacher- Köln 2, Einsts Schwarzschild-Köln 20. Verlag der Bibliothek des Jüdischen Volksfreundes Cöln: Hohenstaufenring 14. Postscheckkonto 50648. „Uebersetzungen und Bemerkungen zum Pentateuch“ von Rabbiner Dr. B. Wolf-Cöln. Der Comrsientar erscheint in einzelnen Wochenahschnitten. Preis jeder Broschüre Mark 1.— - -.~~ Soeben neu erschienen: —=— Im Druck: IkMI Zu haben in allen Buchhandlungen und direkt beim Verlad des Jüdischen Volksfreundes. D8-1:^---/.1+40:///..+..+^:...^D

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