Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 42 (14.10.1926)
- Date
- 1926-10-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nr. 42 __ letztes Recht der religiösen Juden diesen mW versagen zu können glWbten, angeregt voß Iuden, von einer „h-eilißeß ÄHcM^ Üer zMi äü). Der dtuem pg|j 14. Oktober 1926 der Grundlage der ReligiöüsMÜdiichMt sti^' findenden widetstrellWen'' PartMrst die M ünfchicken, ihre despotische H'er'rsWst nach zaristifchsn TMitiSNStt M MWst Litauen gu eiastlieren, und in allen Ausflüstm. religiösen Fuhlens und Denkens Hindernisse sehen, die unerbittlich aus dem Wege geschafft werden müssen. Wie gesagt: Die MischeReligion ist damit nicht aufgehoben, das jüdische Lebenslicht ist nicht ausgeblasen. Mit oder ohne staatliche Organisation; die guten und treugebliebenen jüdischen Elemente werden gesammelt und geeinigt in den Kampf treten für ihr naturgegebenes Lebensrecht. Und es ist hocherfreulich, zu hören, daß die litauische Orthodoxie zu diesem Zwecke' nun auch von neuern eine Presse Sekornint. Eine Jages» ö e ivi« n g mUv dem Namen „Das Bvlk" wird demnächst ins Leben gerufen, die die gesetzestreuen Interessen zugleich in Litauen wie in Lettland, wo ähnliche Verhältnisse herrschen, (übrigens auch in Zentrallitauen, wie. die Konferenzen in Wilna und Nowögrudok lehren), vertreten wird. Der Name ist gut gewählt. Denn es ist in Wahrheit das Volk, das jüdische, seinem Gotte treugebliebene Volk in Litauen, das um seine Heiligtümer, um die Quellen seiner Kraft tapfer ringt gegen Zionisten und Jddischisten. Wir wünschen unseren litauischen Brüdern von Herzen Glück zu diesem schweren, aber erfolgverheißenden Verteidigungskampfe, nicht zuletzt auch in unserem eigenen Interesse, Wochenrundschau. Sind die Liberalen gesetzestreü? Zu unserem Leitartikel „Feiertagsbetrachtungen" (Nr. 40 des „Israelit") sendet uns Herr Dr. Ernst Simon in Frankfurt folgende Ausführungen: Sehr geehrte Herren! Sie haben sich im Leitartikel Ihrer Numider 40 vom 5. Oktober, allerdings ohne mich gls Autor direkt namhaft zu machen, mit meinem Aufsatz „Erziehung zur Tradition" im „Juden" beschäftigt. Sie schreiben: „Wenn beispielsweise ein ... jüngerer Vertreter der.Gemeindeorthodoxie jüngst in Vuhers „Jude" die erstaunliche Bemerkung .macht, auch die, liberalen Huden (ohne. büß. irgend eine Einschränkung gemacht wurde,, also offenbar aüch vollkommene mim und Skerneüweg. Von M. Kukd in Muhöach. D’arnn isvi riv'svn «i »an nsrm Hsia/r iü» rrrri'i :*jy*w a?a\;p ü iHni.ya.«..avd§ bam-vrr Und HafcherN führte Abram ins „Freie",— heraus aus der Enge des Zeltes, des Hauses, der menschlichen Wohnstätte; dem Kreis e erdhafter Kulturgebundenheit, in welchem sein „Ich" bewußt oder unbewußt eingebettet,, eingesügt, — hinaus in die ewig junge unberührte keusche Gottesnatur lhLmn) und sprach: ^Schaue doch zum Himmel und zähle die Sterne! n^va^ i?r>a:iai llbiv l^aa ik’sia v'aaian. Er nahm Adram heraus aus dumpfer Erdatmossphäre und hob ihn weit hinaus in den Weltenraum, in unermeßliche Fernen, erhaben über die Sterne und sprach: „Schaue hoch Hernieoer zu dem Sternenmeer zu Lernen Fützen Und zähle doch Bfe gfMHÄi sirb Zähl. Maß, Frneck-, und Ziel derselben. Siehst du.sie dort, die kleinen flimmernden Pünktchen? Sind- Weltenkörper, bedeutungsvolle, treue ausftihrende Diener meines göttlichen Willens,' — unermüdlich, freudig ihre von mir ihnen vorgezeichnete Bahnen wandelnd!" Hörst du den Lobgesang der Sphären, wie sie trendig ihres Dienstes mich lobpreisen? Fühlst du die i-; ^n») dürften sich mit gleichem Mcht „ge-! sWMeü'! neünen, wie ihre'' ärthodäxen Brüder/ weil diese letzteren ja ach so oft gegen den . sozialen Geist, der ^.Magpietze. oerstzghest, jene. yh-ex. den Wox.ageist ui ihrer sozialen Gbsittüüng* züwesten i^rröirkliMtt — so scheint uns hier ein unmittelbares Ergebnis der Erziehung zur religiösen Neutralität vorzuliegen." Willi, Slö dann mMchill XiL. „Mb^Müslimmung d^r praktischen Lc-benstat g«s e tz e s n nt re u e r Kreise mit dem Geiste dieses oder jenes Gefetzbru chstückes" für eine „rein zufällige" halten, so kann ich mit Ihnen in diesem Rahmen über eine solche in weltanschauliche Tiefen gre'sende Meinungsverschiedenheit nicht streiten. Hingegen müssen Sie "mir gestatten, meine von Ihnen umschriebenen und angegriffenen Ausführungen im Wortlaut. Ihren Lesern oorzUlegen, damit diese selbst entscheiden.können. ob Sie mich richtig verstanden haben. Die beirejfendrn Satze lauten: „Bon diesem, nur scheinbar erweiterten, m Wahrh<*i: ursprünglichen Gesnmtbegriff der Thora aus, der so auch von eer inündllchen Lehre immer anerkannt und nur von der modernen Orthodoxie praktisch zürn Teil Vsrlcrsserr ^rrremcrls geleugnet^ rcurie, iraudjt ««tfj?rgyg?n^n Kmürrn und jungen Menschen die Tatsache nicht gesetzestreü lebender keineswegs ängstlich vorenthalten zu werden. Im Gegenteil: sie dürfen und sollen wissen, daß es auch Juden anderer Art und Entscheidung gibt, und daß auch sie, sofern sie nur sittliche und der Gesamtheit dienende Menschen sind, einen großen und integrierenden Teil des Gesetzes erfüllen, daß auch sie also zu ihrem Teile gesetzestreu sind, während es uns selbst vielleicht nicht immer gelingt, trotz der noch größeren Verpflichtung durch den Anspruch auf die Form, es jenen anderen hierin gleichzutun." Es ist mir kaum begreiflich, wie man angesichts dieser Sätze, deren Sperrungen hier ebenso wie im Original wiedergegeben wurden, zu der Behauptung kommen kann, die Liberalen seien ohne Einschränkung für gesetzestreu erklärt worden, obwohl die Worte „zu ihrem Teile" hervorgehoben sind. Besonders erstaunlich wird dieses Mißverständnis dadurch, daß die gleiche Sukkothnummer des Jüdischen Wochenblattes, auf deren Leitartikel von Herrn Moritz A. Loeb Sie in der Anmerkung Ihres Aufsatzes Bezütz nehmen, aus meiner Feder eine noch nähere Erklärung dessen bringt, was der „Jude"-Aufsatz gemeint hat. Es heißt da u. a.: ..Denn felDTt rein äußMlch MtMMk. lMMtt ja Öjß Ndkschkiftßü 6abl>at-, 6peise-, Gebetuns» Cheleben, ftr- Heren. Hütung im allgemeinen dir moderne Orthodoxie aufgehr, nur einen tzanz geringen Teil der kodifizierten Halachah des. MaiMoNrdes und des Schulchan Aruch, die in Wahrheit das gesamte gesellschaftliche und. innere sittliche Leben regelt. Man uW.alstz im. Gegenteil pnt dem gleichen Rechte einen Libera.lev, der^seine sittliche Menschenpflicht erfüllt, „gesötztslreu" neilnen müssen, wie einen Orthodoxen, der diese Pflichten vernachlässigt. Dies soll.natürlich nicht heißen, daß die Liberalen bessere Menschen sind; .aber es. soll heißen, daß wir durch unseren Anspruch , aüf die heilige Form eine noch größere Verpflichtung trägen und uns daher einen strengeren Mäßstäb gefallen lassen müssen." Es ist also die Sehnsucht nach der uns verloren gegangenen Tyfalität -es Msetzes, die meine Ausführungen veranlagte, nicht die billige Lust, Gegensätze, zunw.elliexen. Und es ist. has Erschrecken.eineö Manschen, der vchsteicht. her Orthodoxie upöefiingeUr gegenübertreten konnte äls viele in ihr Gebdreye, daß die Gesetze ihre NcintzÄ dix DMighMi iAres Willens, die HüMönie ihres MäyMns? Unh unter diesen Sternenpünktchen eitt Sternchen, dtzne Erde, Und wiederüyi. auf dieser tzin wimmelnder Ameisenhaufen beseelter Lebewesen, unscheinbar, nach Zahl, Lyaß, Zweck, Weg und Ziel im. grpßen Universum und unter diesen du. Abram, dennoch bedeutungsvoll. Mir. he- .(£ai.aii). astseyvählt, in.uieijjem Delt^Mlane.: MüsläängDAÜMi.einer mcichMen HntitzM' lüng; einer A'achKommenschaft,. die. gleich den S t erneN ihre von Mir üvrgezei'chneteN Bahnen ziehen wird - S t er rr e.ww e Le> - Leuchtende Führer, Sterne des. Menschengeschlechts!" .Und. Ahram erwidert nichts M . Liefe. gewalMe. OFenbarüng.! Er kann mit eigenem Begriff? und ErsaMngsvermögen wohl Kaum oen Gedänkentzän'gen der Gottheit folgen, und feitte unendliche Bescheidenheit lehnt vielleicht ittsttnktiv den grandiosen Gedanken von dem gewalftaen Eigenwert. seiner Persönlichkeit inmitten so rsieler äüßerlich gieichgearteter Wesen. uyd iijt Anscharten des unendlichen Weltenrüümes, welcher sie eigene UMetzeNtendheit. und Winzigkeit so schmerzhaft deuttich demonstriert, erschrocken ab! „Bielleicht überkommt ihn auch ungewollt ein pnx, ein Lächeln bei diesem Gedanken, und. schließlich auch darüber, haß ausgerechnet gerade seinetwegen die ehernen MmrgWc tihin MM ipiFi) aMWllM roeröen dettti geräde bei diesen Arjrgen (Älter, Un- ^ichcharßei^ -Srsß.wit äuch.'Ms.htes«s, pßfy diese- L.äch.en, tzas eine Wgjl M Larqh. häs aOere Mal bei Abram! Eine in eigener ttesster Brust gewonnene verstandesmäßige Uebetzeügung über die. Möglichkeit der Gottverheitzung kann deshalb auch bet Abram nicht aufkommen! Deshalb steht wohl Bestimmung, „die Geschöpfe zu ' läutern", Micht'W^so durchgreifender Weise erfüllten^ uÄ auH im Sittstchen pM, vornherein das MsKtzestveue. Judenturh,^jZbem andK.ren, als. überlegen, furchtbare Zersplältung" unserer iMeM^!Et ZM''nNNMm das Recht, dek' voll' ihm gehältdnM' TsiÜ dE GeseMs für wichtiser zu srklärsn. als einen - oott ihni r»ärri<Wll»ssigteri unö üiüllßichk BAH Är>srssn Und nur dann können. wir eine Besserung erwarten, wen der gesetzestreM Durchschniltslyp nicht-'Me Heute tatsächlich glaMt' — denn er glaub't es tOts.achsi ch! — dem „Gesetz in seiner Vollendung Esu" zu sein, sondern wenn er weiß, daß er dies immdr ÄiMx roerden muß. Und, Hand aufs Herz: rechnen wir selb-er nicht einen Kaufmann, der im Geschäft tut, was ier/wM Menu er nur die allzu sichtbaven Verstöße vermeMt/umer-'die Orthodoxen und überhäufen ihn mit EhrN; behandeln wir nicht den „Defillin" legenden Wucherer", dessen leibhafte Existenz und religions-soziologiMe Möglichkeit einst den jungen Buber so erschreckt^ aE -unseren Gesinnungsgenossen? Und rechnen wir nicht andererseits einen der edelsten Juden, der je lebte, G u st a v' ßün bau«*, zu hen 9IE>triirtritg-ert? ^egrotSx^rcix ioiir mit jolchsu 3Q.erluriet.fen nicht sechs! gpm „Ieremoukälgefetz" und liefern so der Reform Me Zerstörungswasse? Diese Fragen zu wecken war der. Sinn Meiner Aufsätze. und das habe ich auch ganz deütsich. in unmittelbarer Fortsetzung der von Ihnen aus dem Zusammenhang gerissenen und falsch aufgefaßten Sätze deutlich in den folgenden Worten gesagt: \ : „Der Sinn solcher Weckung der Unzufriedenheit kann natürlich niemals fein, nun aus jener .Teillösung der Untraditionellen ein Ganzes zu verfestigen, sondern immer nur: den eigenen Teil zum Gänzen hin zu ergänzen Aber das soll mit großem Ernst geschehen: die im Galuth möglichen Mizwoth sollen auf die an Erez Israel gebundenen weisen, und. die in der kapitalistischen Wirtschaft uns noch, gebliebenen auf vie für eine sozialistische Gemeinschaft gegebenen. So wird jede erfüllte Pflichttat nicht beruhigend ein Ende bedeuten, sondern fordernd über sich selbst hinaus zeigen auf das Ziel zu, das von uns getan werden will." Ich möchte Sie bitten, sehr geehrte Herren, diesen Brief vollinhaltlich und ohne jede Kürzung abzudrucken. Ich glaube mit obigen Ausführungen beroiefen zu hüben. ÖQfj Öiö BfBÄAlAAÜE^ll 3illßüerflgnk>nisse ^rnstchen nns es Ihnen hlsher ünmögstch gemacht haben, meine Worte so aufzufasien und wiederzugeben, wie sie gemeint und gesagt, churden. Deshalb gestätten Sie mir im Interesse einer wirklichen Klärung, mich Mesmal mit meinen eigenen Worten vor Ihren Lesern zu rechtfertigen. Mit vorzüglicher Hochachtung Br. Ernst Simon. Wir möchten zunächst unserer Genugtuung über die loyäle Art Ausdruck geben, in der Herr Dr. Simon sich in diesem Falle ünmittelbär an unseren Leserkreis wendet, wodurch die Klärung und Verständigung wesentlich erleichtert wird. Zur Sache selbst mögen unsere Leser nun selbst beurteilenauf westen Seite Las Mißverständnis liegt, und ob wir ein Wort zu viel gesagt haben. Die Einwendüngen des Herrn Dr. Simon finb_ schwer verständlich. iniöj nütztj^rri.; sönbetir riub j'vrcni es steht nicht: Abram glaubte an Gottes Wort! Das an f AMM' r W schlbeigt der Derstano-, das Herz aber spnM vertrauensvoll: „Ich begreife nicht, ich bin nicht überzeugt; über ich- Wh l e den Htrüm der lehensstarken göttlichen Wahrheit; der. von dir ^Hasch.e'm'! segensvoll ajisgeht: ich mache inir deine göttliche Ueberz'eügüng, Wahrheit M .eiMn Wl, NipWorm Wen M. Si^he aÜch S.Ä,Hirsch st P. z. St.): ich tzläube äN dich!" ypnü. Und HäMem reühritzt AU Mses gwübiüe Derträueii als einen ihm. selbst — Nicht etwa einer seiner Datäutzerungen, Wen Attributen gezollten Liebesbeweis — als ein dargebrächtes Liebesopfer (npNL) an! Vielleicht ist das aüch der Sinn der Stelle im^ä'-nva : 'NA naiT^ ,T3ffrn itsi «an nmoaa. :n'avn'i •>$% w 'vi? n n"*t «a airi ’aa 'bv ri'aVN'i isn aava^ b'w'i- Saa nag ia |?kvihik ■»» bsr b*»ira:i paa nan f pp map arrx'i nnat *?xia^ ,maa nn^issnnar 'hx ^awa nam inp*IX5 M üvni Ä1S»*P MVMV &M8Ü&V 1 Auch Avrain nahm die göttliche Verheißung nicht auf in ihrem W ir k l i ch k e it s finn und Wert, söndern. hielt Wh h'aph'l) U für etwas 'gänz andres. für Zedokyh, für Uchm Trost-^Äebesdeweis der Echechinoh. welche fW...nWt im wörtlichen Sinke, sondern vielleicht ndch eiNer änderen, seinem, ErsassungsvermögeN nicht adäquaten Rich-