Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1926-10-08 · Heft 41 (8.10.1926) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 41 (8.10.1926)
Date
1926-10-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2450388-2450429--73507-2530922
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

SM 6 Stt. 41 Der Neubau des von Chajim Eitingon erriMeten jüdischen Krankenhauses schreitet rüstig vor-. märte, so daß man mit einer Eröffnung! des Hospitals im Sommer 1927 rechnet. Das Krankenhaus soll! über hundert Betten Raum gewähren und wird in! hygienischer und technischer Hinsicht von allen Errungenschaften der medizinischen Wissenschaft Gebrauch machen. Der Bau wird von einem ausgedehnten Garten umgeben sein. Die Baukosten belaufen sich auf annähernd eine halbe Million. Rabviner-Zeminlir zu BßfliiL fBtrtin, 22. Sept. Das Verzeichnis der Vorlesungen im Winterhalbjahr 1926/27 (5687) umfaßt folgende Gebiete: Dr. Josef Wohlgemuth: Dezisoren: Schulchan Aruch Jore deah nv'nv 'n: Montag bis Donnerstag 10—11 Uhr nvnoK rroVn: Freitag 10—11 Uhr. Pentateuchexegese: Exodus: Sonntag 8—9 Uhr. Systematische Religionslehre: Die Lehre von Gott und Seinen Attributen: Mittwoch 11—12 Uhr. Lektüre von More Nebuchim: Mittwoch 12—1 Uhr. Theorie der Homiletik: Mittwoch 5—6 Uhr. Dr. Jechiel Weinberg: Talmud (Abt. A): Traktat Gittin Perek VII—IX und Traktat Sabbat: Sonntag bis Freitag 8.30—10 Uhr. (Abt. A): cursorisch, Gittin: Montag, Mittwoch, Freitag 12—1 Uhr. Dr. Samuel Grünberg: Bibelexegese: Kl. Propheten: Amos und folg. Dienstag und Freitag 11—12 Uhr. Samuel Sonntag 10—11; Donnerstag 12—1 Uhr. Hebräische Grammatik: Einleitung und Nomen: Sonntag 11—12 Uhr. Literaturgeschichte: Montag 5—6. Hebräische Referate: Montag 12—2. Hebräische Hebungen Dienstag 7— 8 Uhr abends. Lü lofffl Mi: IfllmuD (Wt. B)r MUi Chullrn, Per-ek 111: Sonntag bis Freitag 8.30—10 Uhr. Deziforen: Sch. Aruch Orach Chajim jtoW. Man: tag bis Donnerstag 10—11. Geschichte der Saboräer und Gaonim: Montag und Donnerstag 11—12 Uhr. Kurzer Abriß der jüdischen Geschichte, Fortsetzung: Dienstag 12—1 Uhr. Hebungen zum prr» '-n mm in noch zu verabredenden Stunden. Die Aufnahmeprüfung findet Sonntag, den 10. Oktober 1926, vorm. 9 Uhr statt, die Eröffnung des Semesters am Montag, den 11. Oktober (3. Marcheschw.) Nachm. 5 Uhr im Hörsaal 3. Den Eröffnungsvortrag hält Herr Dr. M. Auerbach: „Die jüdische Geschichtsschreibung im Mittelalter", der halachische Eröffnungsvortrag (vn'ns) des Herrn Dr. Jechiel Weinberg am Dienstag, den 5. Oktober, 9 Uhr im Hörsaal 1. Neben diesen für die am Institute immatrikulierten Studenten bestimmten Vorlesungen der Dozenten werden folgende allgemein zugängliche Sondervorlesungen gehalten werden: Univ.-Prof. Jsak Marcon (aus Leningrad): „Nordsemitische und hebräische Inschriften". (14tägig, Montags abends 7—8 Uhr.) Dr. Willy Halberstadt, Direktor der Volksschule der Adaß-Jisroel-Gemeinde: „Praktische Pädagogik des jüfftetigionsunierrieffis"- <Sortrr<x £>enb «t&enBs 7-8 illyr. Zugleich sei aus die von Dr. I. Wohlgemuth abgehaltenen Lehrkurse in Bibel und Talmud (wöchentl. 10 Stunden) für vorgeschrittene Studenten und junge Kausleute hingewiesen. (Talmud Traktat Kethuboth: Sonnabend, 10—1, Sonntag abends 8—10, Donnerstag abends 8— 10. Bibelexegese Psalmen: Sonntag von 9—10.30.) Ueber die Teilnahme von am Rabbinerseminar Nichtrmmatrikulierten an den Vorlesungen der Dozenten, die im allgemeinen allen Akademikern und Lehramtskandidaten gestattet wird, gibt das Dozentenkollegiüm (Dr. I. Wohlgemuth), Berlin N: 24, Linienstr. 147 (Tel. Norden 6041) auf Verlangen Auskunft. Verband der Rabbiner Oberschlesiens. Hindenburg, 5. Okt. Die beiden letzten Versammlungen fanden in Gleiwitz und Hindenburg statt. Die Verhandlungen beschäftigten sich insbesondere mit den rabbinerlosen Gemeinden, in denen nunmehr überall für Religionsunterricht und SHechrtah gesorgt ist. Bei den regelmäßig stattftndenden Besuchen durch die zuständigen Rabbiner wird durch lehtevs gewöhnlich ein S3or±rag ober cirte Spretwgi Äsr dsrr 9oÖ..5fa^r^e^e^^TT TtMtk ZU lg UND Kieferstädtel, in denen einst blühende Judengemeindsn bestanden hatten, war unser Rabbinerverband offiziell Der S » r a e 111 vMreM'durch/Lie unh-Ochs- Gleiwitz, die FeWredi^en und osstzielle'Änfprachen hielten.. Bei den; nunmehr beschlossenen Normalsbätut für die oberschlesischey Gemeinden sind zwar leider nicht alle Wünsche und Anregungen des Rabbinerverbandes berücksichtigt. worden, aber doch wichtige und bedeutungsvolle Beschlüsse erreicht worden, wie die Zügehörigkeit des Gemeinderabbiners zum Vorstände. Der Vorsitzende berichtete über die Aussck>ühsitzung des allgemeinen Räbblnerverbandes und anschließend ■ fand eine rege Aust*** E fflni WkV mirlünMN M jüMWön lÄomÄndeledon und in. drs Vsrufstätrgk-eit des Rabbiners, sowie über di« schechitahgegnerischen Bestrebungen statt. Rabb. Kaatz berichtete über die reibungslose und segensreiche Zusammenarbeit unseres Verbandes mit dem oberfchlesifchen Gemeindebund. Zur Palästinaarbeit faßte der Verband eine Resolution dahingehend: „Bei aller selbstverständlichen Liebe zu Heimat und Vaterland und bei aller unentziehbaren Hingabe an den Dienst für Heimat und Vaterland ist das heilige Land, das Land. göttlicher Verheißungen, eine heilige, gottgewollte Angelegenheit des gesamten, also auch des deutschen Judentums". Ein Antrag auf eine dementsprechende Kundgebung wurde dem Vorstand des Verbandes der Rabbiner Deutschlands weitergegeben. Eine Beteiligung an dem Deutschen Rabbin-erhain des Keren Kajemeth wurde beschlossen und eine Anzahl Baume gestiftet, entsprechend der durch freiwillige Beiträge der Kollegen aufzubringenden Summe. — Bei der letzten Sitzung, die am Chaul-hamaued Sukkaus stattfand, wurde mit tiefstem Bedauern festgestellt, daß in vielen Gemeinden an den letzten JomiM nauroim die Ehrfurcht vor diesen geheiligten Tagen durch vorzeitiges Oeffnen der Geschäfte verletzt wurde, ein Zeichen relijjll’iill B6FTBU3 unfl ««MM. DM!«t EM WM Heiligtümern nicht Halt macht. — An Referaten wurden folgende gehalten: Rabb. Krengel-Ratibor berichtete an der Hand des Werkes „Dou Gentiles" von Maurice Samuel über amerikanisches Judentum, Koll. Golinski- Beuthen hielt ein Referat über die neuesten Deutungsversuche des „Gottesknechtes" bei Jesaja, Koll. Ochs-Gleiwitz und Kaatz-Hindenburg gaben talmudifche Referate über Stellen aus Temurah und Nedarim. Koll. Kaatz behandelte ferner ein Responsum des Gaon Saadja, welches von E. Hildeshetmer mit großem Scharfsinn aus verschiedenen Bruchstücken rekonstruiert wurde. Er knüpfte daran eine Hypothese, die er näher begründete, wonach dieses Responsum ein wichtiges historisches Dokument darstelle und den Gegenstand des Rechtsstreites zwischen Saadja und dem Exilarchen David den Sakkai gebildet habe. An Hand des halachischen Werkes von Dr. Hossmann „Melamed Lehoil" referierte Melchior- Beuthen über einige veligionsgesetzliche Fragen. An alle Referate schloß sich eine lebhafte und eingehende Aussprache an. Wiedergewählt wurde als Vorsitzender Koll. Vraunschwekger - Oppeln, als Stellvertreter Ellguther- Neisfe. lpsleir Lik nmiW in znikraiiikgim. Nowo-Grodek, 26. Sept. Trotz der Warnungen der orthodoxen Presse fanden sich auch einige Gesetzestreue und sogar einige Rabbiner in Nowo-Grodek zu der von den Liberalen und Zionisten einberufenen Gemeindekonferenz ein. Aus Wilna ließ man den bekannten Dr. Wigodfki kommen, der in einem langen Referat das Programm der national-demokratischen Kehillah entwickelte, wobei er wiederholt betonte, daß auch alle religiösen Bedürfnisse der Gemeinde befriedigt werden sollen, vorausgesetzt, daß me Rabbiner ihre, Privilegien aufgeben und auch ihre Gegnerschaft gegen die anti-religiösen Schulen, Sportvereine usw., vor allem ihre Opposition gegen das Frauenwahlrecht einstellen. Ihm erwiderte Rabbiner Sabatzkrn aus Settel, der zunächst die Zuständigkeit der Versammlung bestritt. Die Vertreter der Mischistischen Anstalten können keineswegs als die offiziellen Vertreter der Gemeinden betrachtet werden. — Nach der Erfahrung, die die Konferenz mit diesem Redner gemacht hatte, war in der Folge dafür gesorgt, daß die Referate nur von eigenen Gesinnungsgenossen gehalten wurden. Nach den Vorträgen und Resolutionen sandte Dr. Wigodski. ungeachtet AMWNtNM MS Mßlim m cm Den Kultusminister nach Warschau, in dem der „einstimmige" Wunsch der Versammlung aus eine national-demokratische Gemeinde ausgedrückt wurde. ._8 Oktober -1926 Am zweiten Chol HaMoeh-MgK, kündigteVersammlung^ in. Vyst/ÄS; eingelädenen Gemeinden waren nur 6tz Delegi^de^ aus 35 Gemeiüden' erschienen. Bei der Eröffnung war auch ein Vertreter des Bildungsmmifteriums anMs>end. Dr. W i - g o d s k i eröffnete die Versammlung mit esüM Referat, in welchem:er auf die EigeMMHerMdLschen -BHHöÜrrisie in Zenträllitauen unter der polnischen Oberhoheit hinweist. Die Ausführungen gingen darauf hinaus, den Segen der national-weltlichen Kehillah im Gegensatz, zur Mn kklUiüskii jerooMÄn. WO W übW-W Wuttb Wahlen ergreif i Wrgodskl noch einmal das Wort, um das Programm der weltlichen Kehillah in allen Einzelheiten festzulegen. Mit einer Apotheose auf die jüdischen Frauen und die jüdische Jugend leitet er das Postulat seines Programmes ein, das das Frauenwahlrecht betrifft. Das zweite Referat hält Herr Krug über die Wahlordnung. Er wirft der Aguda vor, daß sie alle Rechte den Rabbinern auf Konto der Gemeinde zuerkennt. Es entwickelt sich eine langwierige Debatte.' Ein Vertreter des Misrachi erklärt sich im Ganzen mit dem Programm einverstanden, wenn die Kehillah wenigstens solche Anstalten aus ihrem Unterstützungsbereiche ausschaltet, die den Sabbat entweihen. Er wünscht, daß die Kehillah den Namen „religiös-national" rragen sollte. Von anderer Seite wird wiederum die Legitimität der Konferenz bezweifelt und bestritten, da die Orthodoxie nicht vertreten sei und viele Delegiere sich selber das Mandat ausgestellt hätten. Während Wigodski in seiner Erwiderung aus ein Kompromiß hinarbeitet und meint, die Kehillah könne zwar einen religiösen Namen tragen und dennoch weltlich bleiben, besteht R u d n i tz k i darauf, daß auch schon mit dem Namen der rein weltliche Charakter der Kehillah angsdsutet IDürÖO. „Stflti Siftlö mU Mfsrpph and Schechttll, lieber gar keine!" Es werden zuletzt Resolutionen angenommen, wonach gegen den Antrag des Misrachi, den weltlichen Charakter der Kehillah auch im Namen zum Ausdruck zu bringen fei. Eine gewählte Kommission begibt sich nach Warschau, um die Wünsche der Konferenz dem Ministerium zu übermitteln. Eine Kundgebung des Chofez Chajim. Wilna, 26. Sept. An alle Rabbinen und orthodoxen Gemeindevorstände in Zentrallitauen wendet sich der Chofez Chajim mit folgendem Schreiben: „Wie ich aus dem Munde BetMgter an der Konferenz in Nove-Grodek gehört habe, ist diese Versammlung auf Anregung der Freigesinnten einberufen worden, mit dem Zwecke, den religiösen Charakter der Gemeinden zu vertuschen und das Wahlrecht dahin zu ändern, daß es nunmehr auch die Frauen umfaßt. Das Ganze zielt dahin ab, die Gemeindeverwaltung in die Hand der Religionslosen zu bringen und damit das religiöse Leben vollkommen zu unterwühlen. In diesem Zusammenhänge hielten die Versammelten mit Beleidigungen und Beschimpfungen der Rabbinen und Gesetzestreuen, die sich ihnen widersetzten, nicht zurück, und sie Pf" rssraw MSM UW » IWU ml ihn Lehrer. Nunmehr soll eine zrveiet Konferenz am zweiten Chol Hamoed-Tage nach Wilna einberusen werden. Nach meiner Meinung ist es aber jedem, dem die Gottesfurcht rm Herzen sitzt, verboten, sich an dieser Versammlung zu beteiligen. Auf der anderen Seite ist es aber heilige Pflicht aller Rabbinen und Gesetzestreuen, zu der Versammlung zu erscheinen, die unmittelbar nach den Feiertagen von den Rabbinen einberufen wird, auf daß wir alle nut unserer letzten Kraft eintreten für unseren Glauben und die heilige Thora. Und Gott, gelobt sei Er, wird uns ausstatten mit den richtigen Gedanken, um das bedrohte religiöse Leben wieder auszubauen aus feinen Trümmern. Damit zeichnet in aller Verehrung 12. Tifchri 5687 Israel Mejer Hakohen aus Radin." Rumänien. Königin Maria von Rumänien empfängt eine jüdische Abordnung. Klausenburg (Cluj), 3. Okt. Eine Abordnung der Siebenbürgener orthodoxen Landeskanzler, bestehend aus den Herren Oberrab.biner Ullmamt («Bifirife), 0ia£>£> irrer ©goj’er gM Sofef Freurip, von Der Kgmgm MlMll BÖ» Rllmänien gelegentlich ihres Aufenthaltes im Kurort Szovota in Audienz empfangen. Die Abordnung unterbreitete der Königin die Bitte, die Aktion zur Enthebung der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.